Hallo,
nach Steilvorlage von Hermine und Doppelpass mit Ellis&Ellis hat Martin den spielentscheidenden Treffer erzielt.
Ja, es ist Meníspora ciliáta. (M. glauca hat längere und breitere Konidien mit 3 Septen.) Ein besseres Bild der Konidien als meines gibt es im Netz (dort auf S.103, Nr.13):
http://www.fungaldiversity.org/fdp/sfdp/29-8.pdf
Gefunden habe ich den Pilz am 02.12.09 beim Roden eines Essigbaums (Rhus hirta) auf der dem Boden aufliegenden Seite eines streckenweise oberirdisch gewachsenen abgestorbenen Wurzelausläufers. Noch ein Foto in stärkerer Vergrößerung, auf dem die locker verfilzte Struktur zu sehen ist:
![[image]](/archiv/extern/schnuffel/comp_IMG_0756aus.jpg)
Wenn ich nicht zunächst an etwas Tomentella-Ähnliches gedacht hätte, wäre dieser "Unpilz" nicht unter dem Mikroskop gelandet und ich hätte mir viel Mühe erspart. Allerdings wäre ich auch um einige Erkenntnisse ärmer. Ich weiß jetzt, was Setulae sind, und dass es mehrere Pilzarten gibt, die derartige an beiden Enden geschwänzte, zylindrische bis spindelförmige Konidien besitzen, z. B.:
Dictyochaeta (Codinaea) fertilis, Dictyochaeta (Codinaea) simplex,
Discosia artocreas,
Menispora (Codinaea) britannica, Menispora ciliata, Menispora glauca, Menispora tortuosa,
Pseudolachnea (Dinemasporiella) hispidula.
Dank an alle, die sich nicht abschrecken ließen.
Gruß - Schnuffel