An die Risspilzfreunde *PIC*

Maren ⌂, (vor 6111 Tagen)

Hallo liebe Risspilzfreunde,

... man kümmert man sich um Altlasten. Hier ein Risspilz aus dem September 2008 aus einem Eschenreichen Feuchtwald.

Maße und Geruch des Frischpilzes habe ich leider nicht. Aber mit der deutlichen Fliederfärbung der Stielspitze und der Lamellen im Jungzustand vermute ich, dass es sich um Inocybe reisneri (Gelbvioletter Risspilz) handeln könnte.
Sporen (10-13,5)10,9 x 5,7 (5-6) µm, glatt, dickwandig, Chz dünnwandig, Plz nicht festgestellt.

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Für jede Meinung wie immer dankbar

grüßt euch
Maren

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Re: An die Risspilzfreunde

Andreas 2, (vor 6110 Tagen) @ Maren

Hallo Maren,
die Sporen sind etwas lang. Sonst passt das aber gut. Glückwunsch, hab ich selbst noch nie gefunden.
Gruß Andreas

Hallo liebe Risspilzfreunde,
... man kümmert man sich um Altlasten. Hier ein Risspilz aus dem September
2008 aus einem Eschenreichen Feuchtwald.
Maße und Geruch des Frischpilzes habe ich leider nicht. Aber mit der
deutlichen Fliederfärbung der Stielspitze und der Lamellen im Jungzustand
vermute ich, dass es sich um Inocybe reisneri (Gelbvioletter Risspilz)
handeln könnte.
Sporen (10-13,5)10,9 x 5,7 (5-6) µm, glatt, dickwandig, Chz dünnwandig, Plz
nicht festgestellt.

Für jede Meinung wie immer dankbar
grüßt euch
Maren

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Re: An die Risspilzfreunde

Maren ⌂, (vor 6110 Tagen) @ Andreas 2

Hallo Andreas, Wolfgang und Jürgen,
vielen Dank für die Meinungen.
Die langen Sporen hatten mich auch irritiert.
Einige weitere Messungen an den anderen Fruchtkörpern haben (10-11) 10,1 x 5,3 (5-6) µm ergeben,
also etwas kürzer und damit noch in der Toleranz bis 10,5 µm, die Stangl angibt.
Die extrem langen Sporen des ersten Fruchtkörpers hatte ich nicht mehr dabei.
Ich denke, ich kann ihn unter dem Namen Inocybe reisneri ablegen *freu*.

Herzliche Grüße
Maren

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Inocybe reisneri

Wolfgang D. ⌂, (vor 6110 Tagen) @ Maren

Hallo Maren,

die Sporen sind in der Tat sehr lang, doch habe ich bei meinem Fund von Inocybe reisneri auch einige längere Ausreißer gemessen:
(7-)8-9(-11) x 5-6, x = 8,5 x 5,5, Q = 1,7

Verblüffend ist aber deine Habitatangabe "Eschenreicher Feuchtwald" - mein Fund war aus einem Pruno-Fraxinetum (Erlen-Eschen-Wald), als spätes Stadium eines Schwarzerlen-Bruchwaldes, die feuchteste Stelle in einem Moorwaldrest.

Ich habe darüber einen kleinen Artikel geschrieben:
Dämon, W., 1995: Drei seltene Basidiomyzeten mit violetten Farbtönen aus einem Salzburger Feuchtgebiet. - Österr. Z. Pilzk. 4: 35-49.

Falls du die Zeitschrift nicht zur Verfügung hast, maile mir bitte deine Adresse, dann schicke ich dir den Artikel gerne zu.

LG
Wolfgang

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Re: Inocybe reisneri

Der Juergen, (vor 6110 Tagen) @ Wolfgang D.

Hallo Wolfgang,

Verblüffend ist aber deine Habitatangabe "Eschenreicher Feuchtwald"
- mein Fund war aus einem Pruno-Fraxinetum (Erlen-Eschen-Wald), als spätes
Stadium eines Schwarzerlen-Bruchwaldes, die feuchteste Stelle in einem
Moorwaldrest.

Ich finde das keineswegs verblüffend. Ein Pruno-Fraxinetum (Traubenkirschen - Eschen - Erlenwald) kann man durchaus umgangssprachlich einen eschenreichen Feuchtwald nennen. Meines Wissen ist auch ein Bruchwald eher die Endphase eines Pruno-fraxinetum; also umgekehrt.

Bei uns in der Gegend gibt es kaum Auenwälder, weil die Donauniederungen alle landwirtschaftlich genutzt sind, aber es gibt in Richtung Oberschwaben die bachbegleitenden, auf anmoorigen Böden stockenden Traubenirschen-Eschen-Erlenwälder. Ein Erlenbruch braucht torfigen Boden, und der entsteht erst aus anmoorigen, sumpfigen Böden.

Grüßle
Juergen

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Re: Inocybe reisneri

Wolfgang D. ⌂, (vor 6110 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

Ich finde das keineswegs verblüffend. Ein Pruno-Fraxinetum (Traubenkirschen -
Eschen - Erlenwald) kann man durchaus umgangssprachlich einen
eschenreichen Feuchtwald nennen.

Genau diese exakte standörtliche Übereinstimmung mit meinem Fund finde ich das Verblüffende und ist für mich ein wichtiger Hinweis auf die korrekte Bestimmung (trotz abweichender Sporenmaße)!

Meines Wissen ist auch ein Bruchwald eher
die Endphase eines Pruno-fraxinetum; also umgekehrt.

In meinem Untersuchungsgebiet war es jedenfalls definitiv so, dass aufgrund von Entwässerung ein schöner Schwarzerlen-Bruchwald zu einem Eschen-Erlenwald degradiert ist, der jetzt allmählich von einem "normalen" Buchen-Fichten-Mischwald eingenommen wird. Diese Zwischenstellung bzw. "Sukzession" wird auch in der Pflanzensoziologie so beschrieben.

LG
Wolfgang

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Re: Inocybe reisneri

Der Juergen, (vor 6110 Tagen) @ Wolfgang D.

Hallo Wolfgang,

Genau diese exakte standörtliche Übereinstimmung mit meinem Fund finde ich
das Verblüffende und ist für mich ein wichtiger Hinweis auf die korrekte
Bestimmung (trotz abweichender Sporenmaße)!

Ach, da hatte ich Dich falsch gelesen.

In meinem Untersuchungsgebiet war es jedenfalls definitiv so, dass aufgrund
von Entwässerung ein schöner Schwarzerlen-Bruchwald zu einem
Eschen-Erlenwald degradiert ist, der jetzt allmählich von einem
"normalen" Buchen-Fichten-Mischwald eingenommen wird. Diese
Zwischenstellung bzw. "Sukzession" wird auch in der
Pflanzensoziologie so beschrieben.

Dann ist das jetzt für mich auch wieder stimmig; Degradation und Sukzession. Danke für Deine Beschreibung!

Grüßle
Juergen