Noch ein Risspilz (I. cf. melanopus) *PIC*

interhias ⌂, (vor 6107 Tagen)

Hallo zusammehn,

hier eine weitere Kollektion aus dem Werdenfelser Land (Klais, Mittenwald), wieder bei Fichte gewachsen. Vielleicht ist es I. melanopus, aber ich bin mir nicht sicher, weil ich die Art noch nie gefunden habe.

Der große Fruchtkörper ist über 8 cm groß, sicher ein Ausreißer. Auffallend neben dem starken und persistenten grauen Velum sind das insgesamt irgendwie "milchige" mikroskopische Gesamtbild und die sehr dünnwandigen Hymenialzystiden.

Am Ende des Beitrags folgen noch zwei Fotos von einer weiteren Kollektion dieser Art, die ich ebenfalls im Gebirge bei Fichte gefunden habe. Wer kennt die Art?

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Beschreibung und Mikros:
Funddaten: 03.09.2009; MTB 8533-1-2-2, 920 m; Klais, Buckelwiesen und Wälder zwischen Klais und Grubsee; am Wegrand bei größeren und kleinen Fichten; gesellig (4 Fk); Hut: bis 8,5 cm breit, jung halbkugelig, später flach ausgebreitet, mit leicht vertieftem Zentrum und stark eingerolltem Rand, jung vollständ durch dickes, cremegraues, filziges Velum bedeckt, das meist kleinschollig bis schuppig aufreist, älterer Fk am Scheitel ebenfalls mit Velum bedeckt, zum Hutrand hin mit abstehenden Faserschüppchen besetzt, Rand grob befasert; jung durch Velum grau bis graubraun wirkend, älterer Fk im Zentrum grau, sonst lederbraun bis haselnussbraun; Hutrand jung minimal durch Cortinafäden mit dem Stiel verbunden (sehr unauffällig!); Stiel: bis 6 x 1,2 cm, von oben nach unten verjüngt, befasert (bisw. grob und etwas verflochten), weder bereift noch deutlich beschürfelt, apikal weißlich, cremeweiß, im Alter schmutzigweiß, stielabwärts jung blassocker, alt deutlich bräunend; Basis gleichdick oder schwach verjüngt, oft auffallend graublau verfärbt; Lamellen: normal gedrängt, schwach aufsteigend oder etwas abgerundet und ziemlich breit angewachsen, jung cremeweiß, später blass graubraun, zuletzt dunkler graubraun und ohne Olivstich oder mit minimalem Olivstich; Schneiden in Stielnähe konvex bis gerade, zum Hutrand hin bogig konkav, weißflockig; Fleisch: im Hutkern cremeweiß, unter der Huthaut bräunlich durchgefärbt, über den Lamellen mit hellgrauer wässriger Zone, im Stiel satt cremefarben, in der Stielrinde im oberen Drittel bisweilen schwach rosalich gefärbt, im Alter von der Basis her bräunend, im Schnitt nicht verfärbend, nicht rötend; Geruch: spermatisch, mit minimaler Bütenduftkomponente; Cheilozystiden: sehr variabel, breit spindelig, bisw. kopfig, subutriform, auch keulig, selten lageniform, oft schmal gestielt, nur spärlich beschopft, auffallend dünnwandig, hyalin, einzelne gelblich, Maße: 45-79 x 15-27, Wandstärke am Bauch meist nicht über 0,5 µm, bisw. bis 1 µm, am Kopf selten bis 1,5 (2) verdickt; Parazystiden auffallen schlank keulig bis subzylindrisch und sehr lang; Pleurozystiden: schlank bis breit fusoid, bisw. irrgulär, auch schlank keulig, sehr dünnwandig, spärlich beschopft, Maße: 62-82 x 11-20, Wandstärke 0,2-1; Stielbekleidung: keine echten Kaulos im oberen Stieldrittel, Bekleidung ein Gewirr aus zylindrischen Zellen (wollige Befaserung), Endzellen abgerundet; Basidien: -; Sporen: subamygdaloid, Apex +/- konisch zugspitzt, manchmal auch etwas abgerundet, mit Kallus, Maße: 8,7 x 4,7 (7-10 x 4,5-5,5), Q=1,83 (1,50-2,22), 20 Sp. gemessen;

Pleurozystiden:
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Cheilozystiden:
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Sporen an der Lamelle:
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Kollektion vom 11.09.2009, ebenfall bei Fichte im Gebirge:
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Grüße aus München
Hias

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Re: Noch ein Risspilz (I. cf. melanopus) *PIC*

Andreas 2, (vor 6107 Tagen) @ interhias

Hallo Matthias,

ich glaube hier kannst Du das cf. weglassen. Die Hutoberfläche ist ziemlich variabel und kann kräftig plüschartig-filzig bis deutlich kleinschuppig ausfallen. Markant sind aber die dunkel werdenden Stiele. Mikroskopisch passt das auch alles gut. Ich konnte auch schon solche utriform-kopfige Zyst. beobachten (Bild). Auffällig ist bei meinen 4 Kollektionen die frühen Erscheinungszeiten (Mai, Juni, Juli und 1x im September).

Gruß Andreas

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Re: Noch ein Risspilz (I. cf. melanopus)

Georg, (vor 6106 Tagen) @ interhias

Hi Hias,
für mich ist das ziemlich eindeutig I. melanopus. Die wollige Hutdeckschicht
zusammen mit den spärlich beschopften Zystiden und der generelle Habitus
sprechen eine klare Sprache. Den Geruch empfinde ich als leicht seifenartig,
jedenfalls keinesfalls typisch inocybig-spermatisch. Auffallend die in der Jugend
sehr hellen Lamellen. Für mich ist I. melanopus, wie auch schon von Andreas
angemerkt ein typischer Frühsommer-Sommer-Pilz. Er erscheint ab Ende Mai
bis in den August hinein, um im Herbst dann zu verschwinden.

Georg

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Re: Noch ein Risspilz (I. cf. melanopus)

interhias ⌂, (vor 6105 Tagen) @ Georg

Hi Hias,
für mich ist das ziemlich eindeutig I. melanopus. Die wollige Hutdeckschicht
zusammen mit den spärlich beschopften Zystiden und der generelle Habitus
sprechen eine klare Sprache. Den Geruch empfinde ich als leicht seifenartig,
jedenfalls keinesfalls typisch inocybig-spermatisch. Auffallend die in der
Jugend
sehr hellen Lamellen. Für mich ist I. melanopus, wie auch schon von Andreas
angemerkt ein typischer Frühsommer-Sommer-Pilz. Er erscheint ab Ende Mai
bis in den August hinein, um im Herbst dann zu verschwinden.
Georg

Servus Georg und Andreas,

danke für eure Einschätzung!
Bin schon gespannt, wo ich den noch überall finde.

Grüße
Hias

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Re: Noch ein Risspilz (I. cf. melanopus)

Andreas ⌂, (vor 6105 Tagen) @ Georg

Hi Hias,
für mich ist das ziemlich eindeutig I. melanopus. Die wollige Hutdeckschicht
zusammen mit den spärlich beschopften Zystiden und der generelle Habitus
sprechen eine klare Sprache. Den Geruch empfinde ich als leicht seifenartig,
jedenfalls keinesfalls typisch inocybig-spermatisch. Auffallend die in der
Jugend
sehr hellen Lamellen. Für mich ist I. melanopus, wie auch schon von Andreas
angemerkt ein typischer Frühsommer-Sommer-Pilz. Er erscheint ab Ende Mai
bis in den August hinein, um im Herbst dann zu verschwinden.
Georg

Hallo,

auch die Ba.-Wü.-Flora kennt nur Funde der Monate Juli und August. Alle Funde von Haas im Nordschwarzwald auf ca. 700 m NN.

@Georg: Du scheinst die Art in BW gefunden zu haben? Mir lagen leider keine Funde nach 1980 vor für die BW-Flora, schade.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Noch ein Risspilz (I. cf. melanopus)

Georg, (vor 6105 Tagen) @ Andreas

Hi Andreas,

@Georg: Du scheinst die Art in BW gefunden zu haben? Mir lagen leider keine
Funde nach 1980 vor für die BW-Flora, schade.

Ja, I. melanopus ist im Nordschwarzwald recht häufig. Ich kenne mittlerweile bestimmt 20
Fundstellen. Meist unter Fichte, einmal aber auch unter einer einzelstehenden
Weide und einmal bei Buche.

Georg