Rehköttel-Asco *PIC*

Violet, (vor 6075 Tagen)

Liebe Dungpilzfreunde, ich hatte mir eine neue Portion Rehköttel besorgt, und zu meiner Freude wuchsen nicht wieder die selben Coprini wie neulich darauf, sondern Ascos. Ich tippte makroskopisch auf Ascobolus, und meine nach der mikroskopischen Untersuchung, dass es Ascobolus lignatilis ist - auch nach dem Schlüssel bei Ellis.
Die Apothecien sind winzig, so ca. 0,5 mm (was meine schlechten Fotos erklärt).
Das sind Pilze mit ungemein hübschen Sporen, diese Ascoboli finde ich...
Seid ihr einer Meinung mit mir, was lignatilis angeht?
Ich grüße euch wie immer sehr herzlich!
Ditte

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Re: Rehköttel-Asco

Nobi, (vor 6075 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,

schön, dass Du immer mal wieder meine kleinen Lieblinge vorstellst. Schade nur, dass sich leider recht wenige Pilzfreunde mit diesen oft wunderschönen Pilzen beschäftigen! Vor allem mikroskopisch eröffnen sich einem da Welten. Aber ich schweife ab.

Zu Deinem Fund. Ascobolus lignatilis ist das sicher nicht. Der hat deutlich zuspitzende (fusiforme) Sporen, außerdem schön gelb-grüne Apothecien (wie A. furfuraceus), ist breit gestielt und recht groß (5-8 mm sind keine Seltenheit).

Ich halte die Pilzchen für schon ältere Fruchtkörper von Ascobolus sacchariferus, was sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch gut hinkommt. Jung sollten die Apothecien allerdings rein weiß sein. Der Pilz ist recht häufig an Wildlosung zu finden, Rehkötteln sind eines seiner bevorzugten Substrate. (Ich hab' ihn übrigens zur Zeit ebenfalls in Kultur, allerdings an Hasenkötteln.)

Ellis & Ellis ist ein wunderbares Buch; es fehlen allerdings viele Arten, so dass man beim Schlüsseln sehr vorsichtig sein muss. Man kann sich damit durchaus einer Art nähern, aber wirklich bestimmen kann man damit in der Regel nicht.

Beste Grüße vom Nobi

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Re: Rehköttel-Asco

Violet, (vor 6074 Tagen) @ Nobi

Hallo Ditte,

Ellis & Ellis ist ein wunderbares Buch; es fehlen allerdings viele Arten,
so dass man beim Schlüsseln sehr vorsichtig sein muss. Man kann sich damit
durchaus einer Art nähern, aber wirklich bestimmen kann man damit in der
Regel nicht.
Beste Grüße vom Nobi

Lieber Nobi, herzlichen Dank für die Antwort. Tja, aber wenn Ellis und Ellis nicht dafür ausreichend sind, kannst du mir eine Literaturangabe geben, damit ich den Ascobolussen (auch für weitere Fälle) selbst auf den Grund gehen kann? Die kleinen Apothecien sehen irgendwie nicht richtig weiß aus für mich...
Mit lieben Grüßen
von Ditte

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Literatur

Nobi, (vor 6074 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,

unverzichtbar und meiner Meinung nach immer noch die beste Literatur zum Thema ist: J. van Brummelen "A World-Monograph of the genera Ascobolus und Saccobolus" von 1967. Auch wenn seitdem einige neue Arten beschrieben wurden. Ich weiß allerdings nicht, ob das z.Z. verfügbar ist.

Ein wichtiges Werk für Dungpilze im allgemeinen ist der Doveri "Fungi Fimicoli Italici". Nicht gerade billig, aber angesichts stolzer 1104 Seiten durchaus berechtigt. Leider wird hier der Ascobolus sacchariferus nur in eien Fußnote erwähnt. Dennoch uneingeschränkt zu empfehlen.

Viele Grüße vom Nobi

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Re: Literatur

Violet, (vor 6074 Tagen) @ Nobi

Hallo Ditte,
unverzichtbar und meiner Meinung nach immer noch die beste Literatur zum
Thema ist: J. van Brummelen "A World-Monograph of the genera
Ascobolus und Saccobolus" von 1967. Auch wenn seitdem einige neue
Arten beschrieben wurden. Ich weiß allerdings nicht, ob das z.Z. verfügbar
ist.
Ein wichtiges Werk für Dungpilze im allgemeinen ist der Doveri "Fungi
Fimicoli Italici". Nicht gerade billig, aber angesichts stolzer 1104
Seiten durchaus berechtigt. Leider wird hier der Ascobolus sacchariferus
nur in eien Fußnote erwähnt. Dennoch uneingeschränkt zu empfehlen.
Viele Grüße vom Nobi

Dank dir, Nobi! Das erste gibts in der UB Tübingen, das zweite kauf ich mir. Aber sagst du mir für jetzt noch: Kann denn mein jetziger Ascobolus außer dem von dir vorgeschlagenen noch ein anderer sein oder wie kann ich das jetzt so noch überprüfen? Ich würds doch gern wissen.
Liebe Grüße
Ditte

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Re: Literatur

Nobi, (vor 6074 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,

allein nach Fotos und Zeichnung kann ich mich natürlich nicht festlegen, sondern lediglich eine Vermutung äußern. Es kann sehr wohl auch eine andere Art sein als Ascobolus sacchariferus. Allerdings habe ich bisher ca. 20 coprophile Ascobolus-Arten untersucht und ich wüsste nicht, was es bei den Sporenmaßen sonst sein könnte.

Falls es doch wider Erwarten eine der gelb-grünen Arten sein sollte, so müsstest Du im Mikropräperat entsprechend gefärbtes Pigment feststellen (meist sehr auffällig zwischen den Paraphysenspitzen). Dann wäre z.B. A. denudatus möglich, der aber insgesamt etwas größere Sporen hat.

Tröste Dich damit, dass mir auch nicht immer eine exakte Artbestimmung gelingt. Ein cf. sacchariferus wäre immer noch eine Lösung, wenn geringe Zweifel bleiben. Noch schwerer zu bestimmen sind übrigens die Saccobolus-Arten, vor allem die weißen. Bei weiterer Beschäftigung mit den Copros solltest Du bald auch auf diese stoßen. Ich freu' mich schon auf entsprechende Beiträge von Dir.

Wie immer mit besten Grüßen vom Nobi

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Re: Rehköttel-Asco

Andreas ⌂, (vor 6074 Tagen) @ Violet

Lieber Nobi, herzlichen Dank für die Antwort. Tja, aber wenn Ellis und Ellis
nicht dafür ausreichend sind, kannst du mir eine Literaturangabe geben,
damit ich den Ascobolussen (auch für weitere Fälle) selbst auf den Grund
gehen kann? Die kleinen Apothecien sehen irgendwie nicht richtig weiß aus
für mich...
Mit lieben Grüßen
von Ditte

Hallo Ditte,

leider gibt es für Ascos weit weniger monographische, gut zugängliche Literatur wie für Blätterpilze. Bei Ascobolus gibt es wenigstens eine, nämlich die:
VAN BRUMMELEN, J. (1967) - A world monograph of the genera Ascobolus and Saccobolus. Persoonia suppl. 1. 260 S. + 12 Tf., Leiden.
Außerdem leistet das Buch von DOVERI - Fungi fimicoli Italici gute Hilfe, weil alle Gattungen mit Schlüsseln versehen sind, die oft über die in Italien gefundenen Arten weit hinausgehen.
Ansonsten gibt es wie bei fast allen Ascos eine kaum überschaubare Anzahl an Publikationen in Zeitschriften.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Rehköttel-Asco

Violet, (vor 6074 Tagen) @ Andreas

Hallo Ditte,
leider gibt es für Ascos weit weniger monographische, gut zugängliche
Literatur wie für Blätterpilze. Bei Ascobolus gibt es wenigstens eine,
nämlich die: VAN BRUMMELEN, J. (1967) - A world monograph of the genera
Ascobolus and Saccobolus. Persoonia suppl. 1. 260 S. + 12 Tf., Leiden.
Außerdem leistet das Buch von DOVERI - Fungi fimicoli Italici gute Hilfe,
weil alle Gattungen mit Schlüsseln versehen sind, die oft über die in
Italien gefundenen Arten weit hinausgehen.
Ansonsten gibt es wie bei fast allen Ascos eine kaum überschaubare Anzahl an
Publikationen in Zeitschriften.
beste Grüße,
Andreas

Lieber Andreas, wie eben schon an Nobi geschrieben, leih ich mir den Brummelen erst einmal aus - und kannst du mir den Doveri besorgen?
Ich grüß dich sehr lieb!
Ditte

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Re: Rehköttel-Asco

Andreas ⌂, (vor 6074 Tagen) @ Violet

Lieber Andreas, wie eben schon an Nobi geschrieben, leih ich mir den
Brummelen erst einmal aus - und kannst du mir den Doveri besorgen?
Ich grüß dich sehr lieb!
Ditte

Hallo Ditte,

den VAN BRUMMELEN habe ich selber auch nur als Kopie, aber das tuts ja auch bei dieser Arbeit.
Den DOVERI besorge ich Dir natürlich gerne, hab's gleich notiert :-))

beste Grüße,
Andreas