Servus Harald,
klasse Beitrag! Ich kann die Aussage bezüglich der Häufigkeit nur unterstreichen. Ich hatte die Art vor ein paar Jahren für Deutschland "wiederentdeckt" und sie beim Geo Tag der Artenvielfalt im Nationalpark Harz in die Tagespresse (als Erstnachweis für Norddeutschland etc.) gebracht.
Man findet Phragmotrichum chailletii besonders häufig im kalten Halbjahr, also von Spätherbst bis in den Frühling (Spätfrühling). Die Art ist in jedem Fichtenbestand vorhanden, egal wo in Deutschland, behaupte ich mal aus eigener Erfahrung.
Man muss allerdings zur Absicherung kurz reinmikroskopieren, da es mehrere imperfekte Pilze mit schwarzen Lagern an Zapfen gibt. Das geht aber ganz schnell: einfach mit einer Präpariernadel in die schwarze, staubige Masse eintauchen, diese im Wassertropfen auf dem Objektträger eintunken, Deckglas drauf und fertig. Ist auch mit "einfachen" Mirkoskopen ohne Ölimmersion machbar, da die Sporen sehr groß sind (und unverwechselbar).
LG
Christoph
Hallo, zusammen
Der folgende Pilz macht Spass.
Er ist sehr unauffälig, aber sehr häufig zu dieser Jahreszeit
und wächst auf Fichtenzapfen.
Phragmotrichum chailletii Kunze 1823
Er gehört zu den Pilzen ohne eigentliches Fruchtgehäuse.
Beim Abschaben der Polster auf den Zapfenschuppen
gelangt man unter dem Mikroskop gleich zu den Sporen.
Sie sind riesig. bis 40 Tausendstel lang
und hängen als Sporenketten zusammen.
Bei Lindau, 1922 werden Pilze ohne eigentliches Fruchtgehäuse
so geschlüsselt: die Sporen sind quer- und längsseptiert (dictyospor")
und braun gefärbt ("Phaeodicytosporae").
Das führt zu Phragmotrichum.
Da sie durch anhängeslartige Zellen kettenförmig verbunden sind:
Phragmotrichum chailletii.
Finden könnt Ihr alle diese Infos im Beitrag von
Beatrice Senn-Irlet in SZP 1/2008
Lieben Gruss, Harald Andres