man reiche den dill (m. esculenta ist da) *PIC*

coco, (vor 6051 Tagen)

hallo forum,

für mich ist der höhepunkt jedes pilzjahres, nach einem langen winter im erwachenden, grünenden, duftenden auwald zu spazieren und an den vertrauten stellen nach morcheln zu schauen. gibt´s keine morcheln, dann gibt´s krötenporno, gibt´s keine kröten, dann gibt´s frische brennesseln, gibt´s keine brennesseln, dann gibt´s bärlauch, ist der bärlauch am blühen, gibt´s huflattich usf.

[image]

trotz der kühlen temperaturen drücken nun die speisemorcheln am oberrhein bei heidelberg. vor drei tagen sah es fast noch aus wie im winter, heute standen dann plötzlich die ersten schlehenrötlinge da und auch die ersten grüppchen von m. esculenta var. vulgaris. einige schon angebräunte habe ich mitgenommen, die anderen sollen ruhig noch zwei tage gedeihen, bevor ich sie mit dill gänseleber fülle. die zwei tage reichen übrigens auch aus, aus der var. vulgaris die var. umbrina zu machen :)
käppchenmorcheln, morchelbecherlinge, schildrötlinge und fingerhutverpeln, alle in manchen jahren vor den speisemorcheln da, waren noch nicht zu sehen.

allen wald-, dill- und morchelfreunden viel freude!

coco

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Re: man reiche den dill (m. esculenta ist da)

Ulysses, (vor 6051 Tagen) @ coco

Hallo Coco,

Dill? Gänseleber?

Ich bin da wohl einer der wenigen, dem bei diesem Anblick NICHT das Wasser im Mund zusammen läuft - nicht-mykophag zu sein erspart da dann auch das Problem, ob ich jetzt Dill oder doch lieber Gänseleber nehmen soll :-)

Schöne Grüße,
Ulysses

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Re: man reiche den dill (m. esculenta ist da)

zuehli ⌂, (vor 6051 Tagen) @ Ulysses

Ich bin da wohl einer der wenigen, dem bei diesem Anblick NICHT das Wasser im
Mund zusammen läuft -

Moin Ulysses,

don't worry, Du stehst nicht alleine da.
Irgendwann gibts ja auch wieder Hallimasch...

;-)
Harald

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Re: man reiche den dill (m. esculenta ist da)

Gulistan ⌂, (vor 6051 Tagen) @ coco

hallo forum,
für mich ist der höhepunkt jedes pilzjahres, nach einem langen winter im
erwachenden, grünenden, duftenden auwald zu spazieren und an den
vertrauten stellen nach morcheln zu schauen. gibt´s keine morcheln, dann
gibt´s krötenporno, gibt´s keine kröten, dann gibt´s frische brennesseln,
gibt´s keine brennesseln, dann gibt´s bärlauch, ist der bärlauch am
blühen, gibt´s huflattich usf.

trotz der kühlen temperaturen drücken nun die speisemorcheln am oberrhein bei
heidelberg. vor drei tagen sah es fast noch aus wie im winter, heute
standen dann plötzlich die ersten schlehenrötlinge da und auch die ersten
grüppchen von m. esculenta var. vulgaris. einige schon angebräunte habe
ich mitgenommen, die anderen sollen ruhig noch zwei tage gedeihen, bevor
ich sie mit dill gänseleber fülle. die zwei tage reichen übrigens auch
aus, aus der var. vulgaris die var. umbrina zu machen :)

Hallo Coco,
Von der Gänseleber bitte ich zu lassen. Die Gänseleber ist eine Fettleber, also eine Erkrankung der Leber, die bei der Gans nur durch qualvolle Mast herbeigeführt wird. Ein Natur- und Tierfreund schaudert es dann.
Aber ich mag Morcheln auch sehr gerne. Man kann sie auch sehr geschmackvoll anders zubereiten.
Viele Grüsse Christiane

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Re: man reiche den dill (m. esculenta ist da)

Gerhard Schuster ⌂, (vor 6051 Tagen) @ coco

Hallo coco,
sehr interessant! Ist es bei deinem Speisemorcheln tatsächlich so, dass sie mit zunehmenden Alter nachdunkeln? Die Speisemorcheln an meinen Stellen sind entweder hellbraun-honigfarben (die meisten) oder sehr dunkelgrau, fast anthrazit und die Farbe ändert sich mit dem Alter der Fruchtkörper nicht oder kaum.
Deine gezeigten Exemplare finde ich schon sehr dunkel, die hätte ich mit M. esculenta var. umbrina angesprochen.
Dank deines Fotos bin ich jetzt ganz gespannt, ob sich an meinen Stellen auch schon etwas regt.
VG
Gerd

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Fettleber...

Christoph G, (vor 6051 Tagen) @ Gulistan

Hallo Christiane,
soviel ich weiss, ist das was Du ansprichst ein Stopfleber (Fois gras oder so aehnlich). Aber es gibt durchaus auch normale Leber von "gluecklichen" Gaensen.

Lg Christoph

Hallo Coco,
Von der Gänseleber bitte ich zu lassen. Die Gänseleber ist eine Fettleber,
also eine Erkrankung der Leber, die bei der Gans nur durch qualvolle Mast
herbeigeführt wird. Ein Natur- und Tierfreund schaudert es dann.
Aber ich mag Morcheln auch sehr gerne. Man kann sie auch sehr geschmackvoll
anders zubereiten.
Viele Grüsse Christiane

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Re: man reiche den dill (m. esculenta ist da)

Manfred, (vor 6051 Tagen) @ Gerhard Schuster

Hallo coco,
sehr interessant! Ist es bei deinem Speisemorcheln tatsächlich so, dass sie
mit zunehmenden Alter nachdunkeln? Die Speisemorcheln an meinen Stellen
sind entweder hellbraun-honigfarben (die meisten) oder sehr dunkelgrau,
fast anthrazit und die Farbe ändert sich mit dem Alter der Fruchtkörper
nicht oder kaum.
Deine gezeigten Exemplare finde ich schon sehr dunkel, die hätte ich mit M.
esculenta var. umbrina angesprochen.
Dank deines Fotos bin ich jetzt ganz gespannt, ob sich an meinen Stellen auch
schon etwas regt.
VG
Gerd

--

Hallo Gerd

Die von Coco gesammelten Exemplare sind ganz jung - so jung,
dass ich Ihnen noch ein paar Tage Wachstum gegönnt hätte - sie
wären dann ziemlich sicher heller geworden.
In meiner langjährigen Sammlertätigkeit habe ich schon beide
Varianten erlebt: Jung ganz helle Exemplare, welche dann
nachdunkeln, oder auch umgekehrt junge dunkle, welche dann heller werden -
und natürlich auch solche, welche während des Wachstums die Farbe
kaum verändern.

LG
Manfred

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Thema: Morcheln

Gerhard Schuster ⌂, (vor 6050 Tagen) @ Manfred

Hallo Manfred,
erstaunlich wie unterschiedlich die Morcheln daherkommen können. kein Wunder, dass die Bezeichnungen und Meinungen so sehr variieren. viele Fundstellen habe ich leider nicht und daher auch nicht viele Varianten.

Weiteres zum Thema Morcheln:
Eine Freundin hat mir letztens ein Detail aus einem Gerichtsprotokoll vom Anfang des 19. Jhd gezeigt. Da verlangte ein Morchelsammler die Aufhebung des Privilegs seines Gutsherrn, das alleinige Marktrecht auf Morcheln zu haben.
Für den Sammler hätte es viel mehr gebracht seine Morcheln in Göttingen beim Endverbraucher zu vermarkten aber der Gutsherr nutzte sein Privileg, liess alle gesammelten Morcheln bei ihm abliefern und übernahm selbst die lukrative Vermarktung.
Morcheln sind also schon lange ein begehrtes Gut.
In Niedersachsen sollen Morcheln umfassend geschützt sein. Keine Art darf gepflückt werden, nicht einmal zum Eigenverbrauch, heisst es. Gibt es dazu eine verlässliche Quelle? Und wie passt dies mit den 'Morcheljagden' zusammen, die in Südniedersachsen öffentlich im Internet beschrieben und beworben werden?
VG
Gerd

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Re: Thema: Morcheln

42, (vor 6050 Tagen) @ Gerhard Schuster

In Niedersachsen sollen Morcheln umfassend geschützt sein. Keine Art darf
gepflückt werden, nicht einmal zum Eigenverbrauch, heisst es. Gibt es dazu
eine verlässliche Quelle?

Schau mal da:
http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C52117635_L20.pdf

Die Überschrift des PDFs spricht zwar von "Verzeichnis der in Niedersachsen
besonders oder streng geschützten Arten", aber steht dann z.B. auch B. edulis
drin!?

Und wie passt dies mit den 'Morcheljagden' zusammen, die in Südniedersachsen
öffentlich im Internet beschrieben und beworben werden?

Hast Du dazu einen Link?

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Thema: Morcheln

Toffel, (vor 6050 Tagen) @ 42

Hallo Thomas!

Schau mal da: http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C52117635_L20.pdf
Die Überschrift des PDFs spricht zwar von "Verzeichnis der in
Niedersachsen
besonders oder streng geschützten Arten", aber steht dann z.B. auch B.
edulis
drin!?

Der Fichtensteinpilz ist in Niedersachsen tatsächlich um Einiges seltener als z. B. in NRW. Das liegt an der Vorliebe der Art für höhere Regionen. Dennoch ist er in Niedersachsen nun auch nicht soo selten. Es gibt ab und zu Berichte, der Bestand des Fichtensteipilzes würde zurückgehen, was aber nicht wirklich der Wahrheit entspricht. Vermutlich werden da nur die Fruktuationspausen überbewertet.

Viele Grüße
Toffel

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Re: Thema: Morcheln

Gerhard Schuster ⌂, (vor 6050 Tagen) @ 42

Hallo Thomas,
vielen Dank für das informative PDF.
so wie ich das BArtSchV bislang verstehe, ist es erlaubt Fichtensteinpilze und Morcheln usw. zum eigenen Verbrauch zu sammeln.

Im letzten Fruhjahr hatte ich einen Link abgelegt, der aber leider nicht mehr funzt. Ich bin mir aber sicher, dass demnächst auch wieder eine 'Morcheljagd' organisiert und anschliessend mit Kilos geprotzt wird.
VG
Gerd

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Re: man reiche den dill (m. esculenta ist da)

coco, (vor 6050 Tagen) @ Gulistan

hallo christiane,

recht hast du, was gänsestopfleber (foie gras) angeht. ich meinte gänseleberpastete (mousse de canard), die ich schon mal, mit semmelbröseln und schlagsahne vermischt, erfolgreich in morcheln verbracht habe.
allerdings gebe ich gerne zu, dass ich diese pilze fast immer ganz schlicht zubereite, ohne füllung und schnickschnack. ich wollte nur einen rhetorischen kontrapunkt zur ewigen dillwürze setzen :)

viele grüsse von coco

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variabilität von speisemorcheln

coco, (vor 6050 Tagen) @ Gerhard Schuster

hallo gerd,

die variabilität ist wirklich eine interessante sache. ich meinte allerdings nicht, dass die selben morcheln nach zwei tagen ganz anders aussehen, sondern dass die dann neu an den selben stellen erschienenen sich unterscheiden.

üblicherweise erlebe ich das speisemorchelaufkommen so, dass zu allererst die umbrina kommt mit kleinen fruchtkörpern, grau-braun-schwärzlichen farben und ziemlich gewundenen kammern, in den kammern viel dunkler als auf den rippen. die gestrigen waren eigentlich solche, aber auf dem foto sieht man kein braun, also nannte ich sie salopp vulgaris :) nach etwa 10 tagen ist es mit den umbrinae vorbei, dafür kommen inzwischen einerseits auch eher kleine, schwarz-graue morcheln mit gewundenen rippen, aber ohne brauntöne (so stelle ich mir vulgaris vor), andererseits größere, einheitlich graubraune bis honigfarbene mit weniger gewundenen rippen, für mich esculenta. dann gibt es noch die maimorcheln, wahre giganten in freudigem gelb, auch jung schon gross, ich nenne sie rotunda. nee, eigentlich nenne ich sie nur speisemorcheln, denn wo soll man die grenze ziehen? umbrina sind die ersten, nur an wenigen stellen. an den selben stellen wächst dann selten vulgaris und häufig esculenta, letztere aber auch an 1000 anderen stellen. bei den maimorcheln kann ich nicht bestätigen, dass vorher an den exakt selben stellen andere varietäten wachsen.

was nun variationsbreite ist, was vergesellschaftung verschiedener arten, ich habe leider keine ahnung... sympathisch finde ich es schon, in mitteleuropa von nur vier morchelarten auszugehen, besonders, wenn ich an die ganzen übergangsformen denke. gleichzeitig tue ich persönlich mich schwer, elata und conica zusammenzuwerfen oder auch esculenta und rotunda. dann gibt es noch einen freund, der im jurakalk späte morcheln sammelt, die immer aussehen wie das typusmaterial von boudiers crassipes...

hätte man lieber geschwiegen - wie bei den riesenschirmlingen ;)

herzlich coco

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Re: variabilität von speisemorcheln

Gerhard Schuster ⌂, (vor 6049 Tagen) @ coco

Hallo coco,

hätte man lieber geschwiegen - wie bei den riesenschirmlingen ;)

bei den Riesenschirmlinge sind allerdings ein paar üble 'Neulinge' dabei, so habe ich es zumindest mitbekommen.
Unter den Morcheln sind doch keine verhängnisvollen Fehlgriffe möglich, oder?
Und so haben wir wenigstens prima Gesprächsstoff und es bleibt spannend, das Thema Morcheln.
VG
Gerd