Tintling vom Vorjahr *PIC*

interhias ⌂, (vor 6028 Tagen)

Hallo zusammen,

diese Tintlinge habe ich im vergangenen Oktober in einem Fichtenwald auf Nadelstreu (mit Holzresten) gefunden:

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Erfreulich daran: Ziemlich große, hübsche Pilzchen mit schönen Mikromerkmalen.
Unerfreulich daran: Ich kriege sie nicht bestimmt.

Die Sektion Setulosi sollte klar sein:
HDS
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Die Kollektion steht möglicherweise in der Nähe von C. subimpatiens, der jedoch lt. Literatur erheblich breitere Sporen besitzen und im Laubwald wachsen sollte. Mit den Schlüsseln in Funga Nordica und von Bender/Kees-Uljee komme ich zu keinem vernünftigen Ergebnis und bin generell nicht bewandert in der Gattung. Wer weiß Rat?

Beschreibung und Mikros:
Funddaten: 25.10.2009; MTB 7934-3-4-1, 650 m; Leutstetten, Sonnenberg Süd, im Fichtenwald; auf Nadelstreu (mit Holzresten, Ruderalstelle); vergesellschafet mit Galerina marginata und Mycena pura; gesellig bis kleinbüschelig; Hut: bis 3 cm hoch und 2,2 cm breit, walzenförmig, stumpf kegelig zulaufend, längsrillig, am Scheitel glatt; stets ohne Velum; am Scheitel freudig rotbraun bis schwarzbraun, hutabwärts immer heller, bis cremefarben, alt mehr welkend als zerfließend; Stiel: bis 8 x 0,3 cm, zylindrisch, basal meist keulig verdickt, fein längsrillig, weißlich, auf ganzer Länge fein weiß bereift; Lamellen: gedrängt, ca. 2 mm breit, jung cremefarben, alt graubraun bis lilabraun; Fleisch: im Hut wässrig dunkelbraun, im Stiel jung etwas heller, später cremefarben, in der Stielrinde weiß; Geruch: unauffällig; Geschmack: -; Velum: fehlend; HDS: zellig, Zellen blasig, ca. 20-36 x 12-30, mit groben, bernsteinfarbenen Placken grob inkrustiert, dazwischen verstreut Pileozystiden; Pileozystiden: überwiegend lageniform mit zylindrischem, ca. 6-8 breitem Hals oder schmal und stumpf fusoid bis subzylindrisch, +/- dickwandig, intrazellulär oft braun pigmentiert, ca. 38-72 x 8-16; (es gibt fast dünnwandige, lageniforme PZ, die nur basal etwas bräunlich sind, und schmälere, schmal fusoide bis zylindrische, dickwandige, die komplett braun pigmentiert sind); Cheilozystiden: vorwiegend lageniform mit ausgeprägtem Bauch, oft lang gestielt, seltener subutriform oder stumpf fusoid, durchsetzt mit keulig-blasigen Parazystiden, Schnallen vorhanden, Maße ca. 36-72 x 10-20, Parazystiden z.B. 32x14; Pleurozystiden: lageniform bis subutriform, eher zerstreut, z.B. 38x12; Kaulozystiden: vorwiegen lageniform, häufig irregulär wellig und am Ende nicht selten gegabelt; Basidien: 4-sporig, z.B. 30x10, 34x9, 26x10; Sporen: schlank ellipsoid bis mandelförmig (am Apikulus verschmälert), mäßig dickwandig, KP zentral bis minimal schräg, ca. 1,5-2 µm breit, in Wasser mittelbraun, in KOH dunkelbraun (aber relativ blass, fast etwas durchsichtig wirkend), 9,5 x 5,4 (8-10,5 x 5-6), Q=1,76 (1,58-2,00), 20 Sp. gemessen;

Cheilozystiden:
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Pileozystide in KOH:
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Sporen in Wasser:
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Sporen in KOH:
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Re: Tintling vom Vorjahr

pilzmel ⌂, (vor 6027 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,
eigentlich bleibt nur der Braunhaarige/auricoma übrig. Das fehlende Velum, die Seten (können auch ziemlich kurz sein) und der leicht schräge Keimporus deuten jedenfalls sehr darauf hin. Von Wachstum in Nadelstreu habe ich allerdings noch nichts gehört.
Beste Grüße!
Andreas

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C. auricomus

interhias ⌂, (vor 6027 Tagen) @ pilzmel

Hallo Hias,
eigentlich bleibt nur der Braunhaarige/auricoma übrig. Das fehlende Velum,
die Seten (können auch ziemlich kurz sein) und der leicht schräge
Keimporus deuten jedenfalls sehr darauf hin. Von Wachstum in Nadelstreu
habe ich allerdings noch nichts gehört.
Beste Grüße!
Andreas

Servus Andreas,

danke für den Hinweis, an dem habe ich glatt vorbeigeschlüsselt, da ich die Pileozystiden nicht als Haare, sondern als Sklerozystiden interpretiert habe, zumal lageniforme häufiger als subzylindrische zu sehen waren.
Makroskopisch kommt das, was Ludwig als C. auricomus gemalt hat, ganz gut hin, bei den Sporenmaßen liegt der Fund aber dennoch ziemlich grob daneben. Die Maßangaben in der Literatur fangen gerade da an, wo meine Messungen bereits aufhören. Hinter dem lasse ich auf jeden Fall mal ein dickes Fragezeichen stehen.

Grüße
Hias

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Re: C. auricomus

pilzmel ⌂, (vor 6027 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,
ein Fragezeichen ist bei auricoma immer angebracht. Vielleicht ist das eine Sammelart? Im vergangenen Jahr fand ich mal eine Miniausgabe (5mm-Hütchen) mit mitriformen Sporen 8,7-10,5 x 6,2-7,5 µm, also auch arg klein.
Beste Grüße!
Andreas