Des Einen Freud' ist des Anderen... *PIC*

Ingo, (vor 6023 Tagen)

Hallo Forum,

Freud und Leid liegen ja bekanntlich nahe beieinander. Schön zu lesen, daß es morchelmäßig
in Brandenburg rockt, wie kaum anderswo. Eigentlich wäre mein Morchelwald am vergangenen Wochenende
so weit gewesen. Die Voraussetzungen waren blendend.

[image]

Dieser Anblick erwartete mich vergangenem Freitag auf meinem Grundstück, bei gut 25°C.
Vom Regengebiet der vergangenen Woche hatte diese Region anscheinend am meisten abbekommen.

Man wird sich sicher nicht wundern, daß ich mir das nächste Zweirad schnappte, um so schnell wie möglich
in die interessanten Regionen zu gelangen.
Um es kurz zu machen – es war ein kompletter Reinfall, wie die gesamte Morchelsaison zuvor schon.
Mittlerweile glaube ich auch nicht mehr daran, daß dies an der diesjährigen Witterung liegt. Oft zuvor war
diese ähnlich und hatte dem Morchelaufkommen nicht geschadet. Die Gründe für den Rückgang der
vergangenen Jahre liegen sicher woanders.
Einen kann man hier bereits erkennen: Zunehmende Verpappelung.

[image]

Dieses Exemplar war an sich stattlich und etwa 20 cm hoch. Wahrscheinlich hatte sich diese Morchel
in der Vorwoche erfolgreich vor mir getarnt. Neue, frischere Exemplare waren Mangelware. Insgesamt
12 Exemplare an vier verschiedenen Standorten konnte ich feststellen. Aber nur wenige davon frisch.

Meine ehemalige Hauptstelle sieht momentan so aus:

[image]

Alles zugewachsen mit jungen Espen. Mittlerweile kommt man da kaum noch durch. Noch vor zwei Jahren,
als Robin und Felix zugegen waren, fielen die Sprößlinge kaum auf. Alles ein Ergebnis des unkontrollierten
Holzabbaus. Vor 10 Jahren war da noch ein hübscher, lichter Kiefernforst. Ob es vorteilhaft ist, die
Folgevegetation derartig ungebremst wuchern zu lassen, sei dahingestellt.

Im Jahr 2003, kurz nach dem Ausholzen, sah es dort noch so aus:

[image]

Seinerzeit abgelichtet mit einer Aldikamera. Mit den Mitteln, die Guy Marson momentan für seine Porträts
benutzt, könnte man in diesem Bild bestimmt an die 30 Fruchtkörper auffinden.

Der sogenannte Morchelberg übrigens brachte in diesem Frühjahr nicht eine Morchel ans Licht. In 2006
ergab sich zurückblickend eine Ausnahmesituation, da im Vorjahr der betreffende Hang abgeholzt wurde.
Finale Notfruktuation könnte man es auch nennen. Momentan stehen da keine Kiefern mehr, und die Sonne
trocknet den südexponierten Hang aufs schnellste aus.

Obwohl - versteht das nicht als Gejammer. Die Morcheln gibt es nach wie vor. Nur noch sehr zerstreut.
Außerdem ziehen die jungen Espen viele interessante Sachen nach sich. Bereits vor zwei Jahren gab es dort
die betreffenden Rotkappen zu ernten. Die sind weit ergiebiger und schmecken auch besser als Morcheln.
Mir zumindest. ;-)

Grüßlis Ingo

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Re: Des Einen Freud' ist des Anderen...

marioauspotsdam, (vor 6022 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo! :-)
Das sind ja gar keine guten Nachrichten vom berüchtigten Morchelberg. Mhhh...?
Meinst du nicht, dass wenn es etwas feuchter gewesen wäre du auch wieder ein stattliches Ergebnis erzielt hättest? Denn der eine Regen, die lange Trockenheit, Calamagrostis epigejos (Landreitgras)in der Streuschicht, Espen uns Südexposition sorgen doch schon für auf jeden Fall sehr trockene Verhältnisse. Also ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass Espen nicht unzuträglich für Morcheln sind. Trockenheit, Durchforstung, Verbuschung und Vergrasung aber schon. Ich bin gespannt was aus deinem Gebiet noch so wird! Denn schließlich war dein Gebiet mein Lehrgebiet, dass mir letztlich meine heutigen Morchelgründe gebracht hat. Nicht das nun noch mit deinem Wohnwagen in meine Gebiete umziehen musst ;-).
Viele Grüße
Mario

Hallo Forum,
Freud und Leid liegen ja bekanntlich nahe beieinander. Schön zu lesen, daß es
morchelmäßig
in Brandenburg rockt, wie kaum anderswo. Eigentlich wäre mein Morchelwald am
vergangenen Wochenende
so weit gewesen. Die Voraussetzungen waren blendend.

Dieser Anblick erwartete mich vergangenem Freitag auf meinem Grundstück, bei
gut 25°C.
Vom Regengebiet der vergangenen Woche hatte diese Region anscheinend am
meisten abbekommen.
Man wird sich sicher nicht wundern, daß ich mir das nächste Zweirad
schnappte, um so schnell wie möglich
in die interessanten Regionen zu gelangen.
Um es kurz zu machen – es war ein kompletter Reinfall, wie die gesamte
Morchelsaison zuvor schon.
Mittlerweile glaube ich auch nicht mehr daran, daß dies an der diesjährigen
Witterung liegt. Oft zuvor war
diese ähnlich und hatte dem Morchelaufkommen nicht geschadet. Die Gründe für
den Rückgang der
vergangenen Jahre liegen sicher woanders.
Einen kann man hier bereits erkennen: Zunehmende Verpappelung.

Dieses Exemplar war an sich stattlich und etwa 20 cm hoch. Wahrscheinlich
hatte sich diese Morchel
in der Vorwoche erfolgreich vor mir getarnt. Neue, frischere Exemplare waren
Mangelware. Insgesamt
12 Exemplare an vier verschiedenen Standorten konnte ich feststellen. Aber
nur wenige davon frisch.
Meine ehemalige Hauptstelle sieht momentan so aus:
Alles zugewachsen mit jungen Espen. Mittlerweile kommt man da kaum noch
durch. Noch vor zwei Jahren,
als Robin und Felix zugegen waren, fielen die Sprößlinge kaum auf. Alles ein
Ergebnis des unkontrollierten
Holzabbaus. Vor 10 Jahren war da noch ein hübscher, lichter Kiefernforst. Ob
es vorteilhaft ist, die
Folgevegetation derartig ungebremst wuchern zu lassen, sei dahingestellt.
Im Jahr 2003, kurz nach dem Ausholzen, sah es dort noch so aus:
Seinerzeit abgelichtet mit einer Aldikamera. Mit den Mitteln, die Guy Marson
momentan für seine Porträts
benutzt, könnte man in diesem Bild bestimmt an die 30 Fruchtkörper auffinden.
Der sogenannte Morchelberg übrigens brachte in diesem Frühjahr nicht eine
Morchel ans Licht. In 2006
ergab sich zurückblickend eine Ausnahmesituation, da im Vorjahr der
betreffende Hang abgeholzt wurde.
Finale Notfruktuation könnte man es auch nennen. Momentan stehen da keine
Kiefern mehr, und die Sonne
trocknet den südexponierten Hang aufs schnellste aus.
Obwohl - versteht das nicht als Gejammer. Die Morcheln gibt es nach wie vor.
Nur noch sehr zerstreut.
Außerdem ziehen die jungen Espen viele interessante Sachen nach sich. Bereits
vor zwei Jahren gab es dort
die betreffenden Rotkappen zu ernten. Die sind weit ergiebiger und schmecken
auch besser als Morcheln.
Mir zumindest. ;-)
Grüßlis Ingo

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Re: Des Einen Freud' ist des Anderen...

Ingo, (vor 6022 Tagen) @ marioauspotsdam

Trockenheit, Calamagrostis epigejos (Landreitgras)in der Streuschicht,
Espen uns Südexposition sorgen doch schon für auf jeden Fall sehr trockene
Verhältnisse

Hallo Mario,

ich bin zwar kein Botaniker, aber das spielt sicher erst eine Rolle, wenn die
betreffende Vegetation sich regt. Im Moment haben die Pappeln noch keine Blätter
und das Gras ist tot und welk. Ich glaube nicht, dass die momentan besonders viel
Wasser aufnehmen. Noch vor zwei Jahren gab es im Elefantengras eine der
spannendsten Morchelsuchen ever. Daraus entstand dann hier der Beitrag
"Die Farbenlehre der Kiefernmorcheln". Oder ist es schon drei Jahre her?

Die Morcheln hatten sich jahrelang mit den Kiefern arrangiert. Die Zukunft wird
zeigen, ob sie auch mit Espen können.

Nicht das nun noch mit deinem Wohnwagen in meine Gebiete umziehen musst

Keine Bange, für Pilze bewege ich meinen Wohnwagen nicht weg. Ich hatte mir den
Stellplatz in erster Linie für optimale astronomische Beobachtungsmöglichkeiten
ausgesucht. Prioritäten setzen nennt man das wohl ;o))

Grüßlis Ingo

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Espen...

Joschi Siembida ⌂, (vor 6022 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Außerdem ziehen die jungen Espen viele interessante Sachen nach sich. Bereits
vor zwei Jahren gab es dort
die betreffenden Rotkappen zu ernten. Die sind weit ergiebiger und schmecken
auch besser als Morcheln.

Auf jeden Fall aber leichter zu finden!

In meiner Jugend gab es hier kaum Espen, da sie immer gleich abgeholzt wurden. Ne Rotkappe war eher was seltenes. Seit den großen Sturmschäden von 1990 (Wiebke) gibt es viele Versuchsflächen in dennen die Natur einfach sich selbst überlassen wurde. Seit dem sind Espen und die Rotkappen im Vormarsch. Generell sind diese Flächen tolle Fresspilzbiotope geworden. :-)

Gruß Joschi

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Re: Espen...

Ingo, (vor 6022 Tagen) @ Joschi Siembida

Rotkappen im Vormarsch. Generell sind diese Flächen tolle Fresspilzbiotope
geworden. :-)

Sach ich doch Joschi!
Auch meine braunkappigen Lieblinge aus der Tricholoma tummeln sich dann dort.
'Ist leider nur schade für's Frühjahr. Die Morcheln waren eine gute Abwechslung
nach dem Winter. Nicht dass sie kulinarisch was hergäben, aber ein Schraubglas
Trockenmorcheln zum Verschenken kommt immer ganz gut.

Grüßlis Ingo