Weiße Ritterlinge aus dem Buchenwald *PIC*

interhias ⌂, (vor 6020 Tagen)

Hallo zusammen,

vergangenen Herbst habe ich mich mal aufgerafft und drei Kollektionen weißer Ritterlinge aus kalkreichen Buchenwäldern in Oberbayern mitgenommen. Beim Bestimmen bin ich jetzt promt ein wenig ins Schleudern geraten und würde mich über Meinungen dazu freuen.

Alle drei Kollektionen sind meiner Einschätzung nach dasselbe:
Kollektion 1:
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Kollektion 2:
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Kollektion 3:
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Die Pilze stinken nicht, sondern riechen nach Mehl und schmecken bitter und schärflich. Die Lamellen sind eher entfernt (ca. 40 erreichen den Stiel). Die HDS-Zellen sind schwach gelifiziert, intrazellulär gelb pigmentiert und haben Septen ohne Schnallen. Die Sporen sind eher klein und breitellipsoid, z.B. im Schnitt 5,6 x 3,8 mit Q=1,48;

Mit den Schlüsseln in Gröger und Funga Nordica lande ich bei T. album, der jedoch vornehmlich bei Eichen gedeihen soll. Die Alternative wäre wohl die eigentliche Buchenwaldsippe T. lascivum, doch da passt einiges nicht zu meinen Kollektionen, so schreibt z.B. Gröger lascivum Folgendes zu: widerlicher, leuchtgasartiger Geruch, exsikkiert sehr dunkle Lamellen, über 60 durchgehende Lamellen, Sporen-Q-Wert über 1,6 und Schnallen in der HDS;

Hier noch eine Beschreibung zu Kollektion 1:
Funddaten: 10.10.2009; MTB 8135-4-2-1, 690 m; Kleinhartpenning, Hackensee, bei Buche und Fichte; gesellig (4 Fk), verges. mit Lactarius acris und Pholiota lubrica; Hut: bis 5 cm breit, flach gewölbt bis ausgebreitet, Rand alt wellig, Oberfläche trocken, matt, schwach glimmerig bis feinst filzig (Lupe), glatt wirkend, wie glattes Leder, tonfalb bis hell lederbraun; Stiel: bis 6 x 0,8 cm, +/- zylindrisch, basal ausspitzend, schmutzig weiß, längsfaserig, alt bisw. bräunlich fleckig; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, mäßig gedrängt bis entfernt (ca. 40 erreichen den Stiel), Schneiden gerade bis leicht konkav, cremeweiß bis hell cremegrau; Lamelletten irregulär, oft niedriger als die Lamellen; recht rasch vergehend und dann stinkend; Fleisch: cremeweiß, über den Lamellen mit wässriger grauer Zone; mit KOH (30%) ohne Reaktion (nach einiger Zeit dann cremegelb); Geruch: nicht wirklich stinkend (nur alt und vergehend), eher leicht mehlig, im Schnitt deutlich mehlig; Geschmack: ziemlich bitter und ein bisschen schärflich; HDS: Oberste Lage aus +/- parallelen, stark gelifizierten Hyphen, Zellen ca. 3-6 breit, intrazellulär gelb pigmentiert, Septen ohne Schnallen; Stielrinde: -; Cheilozystiden: -; Pleurozystiden: -; Kaulozystiden: -; Basidien: 4-sporig, schlank keulig, ca. 27-32 x 6,5-7; mit Basalschnallen; Sporen: ellipsoid, Apex meist verschmälert, 6,5 x 4,2 (5,5-7 x 4-4,5), Q=1,53 (1,38-1,75), 20 Sp. gemessen;

HDS, zu Kollektion 1:
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Grüße aus München
Hias

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Re: Weiße Ritterlinge aus dem Buchenwald

Ingo, (vor 6019 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

wenn bitter und scharf, dann eher irgendwo bei der scharfen Erdritterlings-
verwandtschaft. T. bresadolanum käme von Standort her hin, aber der riecht nicht
mehlig. T. albidium hätte da mehr Schnittmenge, aber da sehr selten, gibt es kaum
sichere Erkennungsmerkmale.
Ich finde es dennoch toll, daß du es schaffst, daß ich mitten im Mai mein
Tricholoma Buch von Riva aus dem Regal ziehe. Ich wusste gar nicht mehr, wo es überwintert hatte.

;.) GRIngo

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Re: Weiße Ritterlinge aus dem Buchenwald

Thüringer-Holz, (vor 6019 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

solche Teile mit entfernt stehenden Lamellen und schlankem Stiel laufen auch bei mir unter T.album. Sehe ich keine Probleme mit. Der darf bei allen möglichen Laubbäumen stehen, nur die Kollektionen unter ausschließlich Birke sind mit Obacht zu bestimmen

Liebe Grüße Felix

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Re: Weiße Ritterlinge aus dem Buchenwald

zuehli ⌂, (vor 6019 Tagen) @ Thüringer-Holz

solche Teile mit entfernt stehenden Lamellen und schlankem Stiel laufen auch
bei mir unter T.album. Sehe ich keine Probleme mit. Der darf bei allen
möglichen Laubbäumen stehen, nur die Kollektionen unter ausschließlich
Birke sind mit Obacht zu bestimmen

Da schließe ich mich vorbehaltlos an, zumal ich gerade GRÖGER und auch die FUNGA NORDICA als äußerst kompetent in der Ritterlingsbestimmung halte und wenn da T. album rauskommt...

Beste Grüße
Harald

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Re: Weiße Ritterlinge aus dem Buchenwald

interhias ⌂, (vor 6018 Tagen) @ zuehli

Da schließe ich mich vorbehaltlos an, zumal ich gerade GRÖGER und auch die
FUNGA NORDICA als äußerst kompetent in der Ritterlingsbestimmung halte und
wenn da T. album rauskommt...
Beste Grüße
Harald

Servus Ingo, Felix und Harald,

danke für eure Einschätzung! Ich bin ja gespannt, ob ich auch mal einen anderern Weißen im Kalkbuchenwald finde, oder immer diesen T. album.

Beste Grüße
Hias