Krimi im Zystidenrindenpilz *PIC*

Maren ⌂, (vor 6017 Tagen)

Hallo zusammen,

nicht im Garten, aber unterm Stereomikroskop gefunden ...

Hier erst einmal ein Bild des untersuchten Zystidenrindenpilzes. Er überzog mehrere Zentimeter lang die Unterseite eines halb eingegrabenen, stark bemoosten Buchendickastes.
Die Farbe ist lilagräulich.
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Der Pilz ist mit Zähnchen übersät und bei näherer Betrachtung hat sich ein Pyreno seiner oder des Buchenholzes bemächtigt.
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In diesen Kampf um ökologische Nischen ist wohl auch ein Insekt unter die Räder gekommen. Der Pyreno hat es durchwachsen und der Rindenpilz überwachsen.
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Noch in dem Gedanken, was für ein schrecklicher, weil langsamer Tod, bäumte sich das Tier plötzlich auf und mir im Stereomikroskop entgegen. Puuh, was für ein Krimi.

Nun zur eigentlichen Frage ;-), welche Pilze sind es.

Die Daten des Rindenpilzes:
Lamprozystiden 75 x 17 µm, dickwandig 3 µm, auf ganzer Länge inkrustiert, dann gibt es noch septierte, zylindrische Zystiden 90 x 10 µm.
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Die Sporen sind hyalin, inamyloid 4x2 µm.
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Hyphen hyalin, 6 µm breit, septiert und ohne Schnallen.
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Eine Peniophora oder vielleicht Scopoloides?

Bisherige Daten des Pyreno:
Maße der Haare bis 340x5 µm
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Sporenmaße 23,25x12 µm.
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Konidien 21,6x6,1 µm
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Gruß Maren

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Re: Krimi im Zystidenrindenpilz

HARZPILZCHEN, (vor 6017 Tagen) @ Maren

Hallo zusammen,
nicht im Garten, aber unterm Stereomikroskop gefunden ...
Hier erst einmal ein Bild des untersuchten Zystidenrindenpilzes. Er überzog
mehrere Zentimeter lang die Unterseite eines halb eingegrabenen, stark
bemoosten Buchendickastes.
Die Farbe ist lilagräulich.

Der Pilz ist mit Zähnchen übersät und bei näherer Betrachtung hat sich ein
Pyreno seiner oder des Buchenholzes bemächtigt.


In diesen Kampf um ökologische Nischen ist wohl auch ein Insekt unter die
Räder gekommen. Der Pyreno hat es durchwachsen und der Rindenpilz
überwachsen.

Noch in dem Gedanken, was für ein schrecklicher, weil langsamer Tod, bäumte
sich das Tier plötzlich auf und mir im Stereomikroskop entgegen. Puuh, was
für ein Krimi.
Nun zur eigentlichen Frage ;-), welche Pilze sind es.
Die Daten des Rindenpilzes: Lamprozystiden 75 x 17 µm, dickwandig 3 µm, auf
ganzer Länge inkrustiert, dann gibt es noch septierte, zylindrische
Zystiden 90 x 10 µm.

Die Sporen sind hyalin, inamyloid 4x2 µm.

Hyphen hyalin, 6 µm breit, septiert und ohne Schnallen.

Eine Peniophora oder vielleicht Scopoloides?
Bisherige Daten des Pyreno: Maße der Haare bis 340x5 µm

Sporenmaße 23,25x12 µm.


Konidien 21,6x6,1 µm

Gruß Maren

Liebe Maren
Ja, das ist immer wieder ein Krimi, wenn man sich ins Kleine verliert. Vielen Dank für die schönen Bilder

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Re: Krimi im Zystidenrindenpilz

Andreas ⌂, (vor 6017 Tagen) @ Maren

Hallo Maren,

das sollte Scopuloides rimosa sein. Die Konidien und -träger gehören nicht dazu.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Krimi im Zystidenrindenpilz

Schnuffel, (vor 6017 Tagen) @ Maren

Hallo Maren!

Bisherige Daten des Pyreno: Maße der Haare bis 340x5 µm

Dies sind keine Haare, sondern die Konidienträger.

Sporenmaße 23,25x12 µm.

Das sind die Konidien des Pilzes, keine Sporen.

Konidien 21,6x6,1 µm

Vielleicht eine Konidie einer anderen Art oder auch nur eine missgebildete Konidie.

Es handelt sich hier eindeutig um den imperfekten Pilz Brachysporium obovatum,
falls es nicht noch eine andere Art mit den gleichen Maßen geben sollte.

Angaben in Ellis & Ellis: Konidienträger bis 380 µm lang, Konidien 19-28 x 11-14 µm.

Gruß - Schnuffel

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Re: Krimi im Zystidenrindenpilz

Maren ⌂, (vor 6017 Tagen) @ Maren

Vielen Dank Harald, Andreas, Jürgen und Schnuffel
für die Antworten, Scopoloides rimosa hatte ich mikroskopisch auch in die engere Wahl genommen, war nur durch das Bild in den PDS etwas unsicher. So passt der Fund von Jürgen makroskopisch eindeutiger.
Auch Brachysporium obovatum passt.
Hat im Übrigen jemand eine Idee, wie das Insekt Opfer von Holzzersetzerpilzen werden konnte?
Gruß Maren

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Re: Krimi im Zystidenrindenpilz

Ingo Wagner, (vor 6017 Tagen) @ Maren

Hallo Maren!

Hat im Übrigen jemand eine Idee, wie das Insekt Opfer von Holzzersetzerpilzen
werden konnte?

Bin da ja eigentlich nicht der Fachmann, aber im Theorien aufstellen bin ich Spitze.
Also: an so Totholz wimmelt es ja von Kleinstlebewesen. Manchmal sterben die halt auch und liegen dann irgendwo rum. Viele Pilze machen sich da nichts draus und "überwuchern" alles, was da so rum liegt. Das können z.B. auch nicht zum eigentlichen Substrat gehörige Blätter sein oder eben auch Tierchen. Einen direkten Zusammenhang vom Tod des Tierchens aufgrund der Anwesenheit des Pilzes würde ich persönlich ausschließen. Wie gesagt, nur meine wissenschaftlich unfundierte Theorie aufgrund von Beobachtungen.

VG Ingo W

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Danke, Ingo! *oT*

Maren ⌂, (vor 6015 Tagen) @ Ingo Wagner

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