Maipilze trocknen?

Pio, (vor 6016 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

hat jemand Erfahrungen oder eine Meinung zum Trocknen von Maipilzen? Ein vernünftiges Dörrgerät besitze ich.

Hier gibt es derzeit dermaßen viele Maipilze, dass ich mit dem Essen nicht mehr hinterherkomme. So etwas habe ich noch nie erlebt. Dabei laufe ich eigentlich jedes Jahr dieselben Stellen ab. Und dann sind es auch noch ziemlich junge knackige Exemplare. Offensichtlich habe ich den optimalen Zeitpunkt erwischt. Sonst waren eher größerere Exemplare zu finden, die dann naturgemäß meist sehr madig sind.

Noch eine Frage zu den Maipilzen: In meinem Fundgebiet gibt es eine fast reinweiße Variante und eine regelrecht gelbliche Form (sieht schön aus). Sind das nun zwei Varietäten oder hängt die unterschiedliche Färbung mit den Standortbedingungen, Bodenverhältnissen oder was sonst noch zusammen? Da ich schon seit einigen Jahren diesen Standort besuche, kann ich sagen, dass die gelblichen Kollegen immer an derselben Stelle wachsen. Vielleicht ist es Zufall, aber ich habe das Gefühl, dass die gilbende Zunft mehr die Wegränder bzw. lichtere Stellen außerhalb oder am Rande des Dickichts bevorzugt.

Viele Grüße - Pio

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Re: Maipilze trocknen?

Ingo Wagner, (vor 6016 Tagen) @ Pio

Hallo Pilzfreunde,
hat jemand Erfahrungen oder eine Meinung zum Trocknen von Maipilzen? Ein
vernünftiges Dörrgerät besitze ich.
Hier gibt es derzeit dermaßen viele Maipilze, dass ich mit dem Essen nicht
mehr hinterherkomme. So etwas habe ich noch nie erlebt. Dabei laufe ich
eigentlich jedes Jahr dieselben Stellen ab. Und dann sind es auch noch
ziemlich junge knackige Exemplare. Offensichtlich habe ich den optimalen
Zeitpunkt erwischt. Sonst waren eher größerere Exemplare zu finden, die
dann naturgemäß meist sehr madig sind.
Noch eine Frage zu den Maipilzen: In meinem Fundgebiet gibt es eine fast
reinweiße Variante und eine regelrecht gelbliche Form (sieht schön aus).
Sind das nun zwei Varietäten oder hängt die unterschiedliche Färbung mit
den Standortbedingungen, Bodenverhältnissen oder was sonst noch zusammen?
Da ich schon seit einigen Jahren diesen Standort besuche, kann ich sagen,
dass die gelblichen Kollegen immer an derselben Stelle wachsen. Vielleicht
ist es Zufall, aber ich habe das Gefühl, dass die gilbende Zunft mehr die
Wegränder bzw. lichtere Stellen außerhalb oder am Rande des Dickichts
bevorzugt.
Viele Grüße - Pio

Hallo Pio!

Die Farbspiele gelten bei den meisten als Form.
Kannst ja mal studieren, ob du Unterschiede in ihrem Verhalten zusammentragen kannst. Optimale Bedingungen scheinst du ja zu haben. Wenn du was rausgefunden hast, lasse es mich wissen.

VG Ingo W

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Re: Maipilze trocknen? *PIC*

KARL, (vor 6015 Tagen) @ Pio

Hallo Pio

Der gelbe Maipilz ist im Cetto Band 2 Nr. 568 als var. flavida abgebildet.
Ich kenne einen Standort, an welchem in mehreren Jahren immer gelbe Frk.
erschienen sind. In diesem Jahr allerdings noch Fehlanzeige. Die Farbe trat
schon bei den jüngsten Frk. auf und blieb auch bei älteren Exemplaren erhalten.
Sind Deine auch so gelb?
Blass ockerfarbige Frk. treten nach meiner Erfahrung häufiger auf, was sicher
witterungsabhängig ist.

LG Karl

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Re: Maipilze trocknen?

HARZPILZCHEN, (vor 6015 Tagen) @ Pio

Hallo Pilzfreunde,
hat jemand Erfahrungen oder eine Meinung zum Trocknen von Maipilzen? Ein
vernünftiges Dörrgerät besitze ich.
Hier gibt es derzeit dermaßen viele Maipilze, dass ich mit dem Essen nicht
mehr hinterherkomme. So etwas habe ich noch nie erlebt. Dabei laufe ich
eigentlich jedes Jahr dieselben Stellen ab. Und dann sind es auch noch
ziemlich junge knackige Exemplare. Offensichtlich habe ich den optimalen
Zeitpunkt erwischt. Sonst waren eher größerere Exemplare zu finden, die
dann naturgemäß meist sehr madig sind.
Noch eine Frage zu den Maipilzen: In meinem Fundgebiet gibt es eine fast
reinweiße Variante und eine regelrecht gelbliche Form (sieht schön aus).
Sind das nun zwei Varietäten oder hängt die unterschiedliche Färbung mit
den Standortbedingungen, Bodenverhältnissen oder was sonst noch zusammen?
Da ich schon seit einigen Jahren diesen Standort besuche, kann ich sagen,
dass die gelblichen Kollegen immer an derselben Stelle wachsen. Vielleicht
ist es Zufall, aber ich habe das Gefühl, dass die gilbende Zunft mehr die
Wegränder bzw. lichtere Stellen außerhalb oder am Rande des Dickichts
bevorzugt.
Viele Grüße - Pio

Hallo Pio
ich tockne Maipilze fast jedes Jahr, jedoch halte ich die Pilze nicht für die besten Speisepilze. Bei uns findet er Verwendung (getrocknet) in Nudelsuppe und in Hühnerfrikasse. Die Pilze trocknen ausgezeichnet und sind lange haltbar.
LG Hartmut

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Re: Maipilze trocknen?

AK_CCM, (vor 6015 Tagen) @ KARL

Hallo Karl,

Der gelbe Maipilz ist im Cetto Band 2 Nr. 568 als var. flavida abgebildet.

das Bild im Cetto weist einen starken Grünstich auf. Ich glaube dem Autor (und euch) natürlich, dass es den Gelben Maipilz gibt. Aber das Foto ist grausig.

Gruß, Andreas

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Re: Maipilze trocknen?

Ingo, (vor 6015 Tagen) @ Pio

Hallo Holger,

die kühle und feuchte Witterung scheint ihnen zu behagen. Am Wochenende
konnte ich dutzende kleine, feste Maipilze zählen. Da das Wetter ähnlich
bleibt, werde ich mich mit der Frage auch beschäftigen.
Mit Ritterlingsaroma kann ich gut umgehen, solange das mehlige nicht in
bitter umschlägt.
Trocknen sollte angesichts der Konsistenz wunderbar klappen. Ich habe das
allerdings mangels Masse noch nie gemacht. Wenn sie zu aufdringlich schmecken
sollten, würde ich auf jeden Fall die Verarbeitung zu Pilzpulver empfehlen. Notfalls auch mit anderen Arten gemischt.

p.s. bei mir gibt es nur die weißen...

Grüßlis Ingo

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Re: Maipilze trocknen?

Pio, (vor 6015 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

ja, es ist unglaublich, wie viele es im Augenbick gibt und wie knuddelig und fest die sind. Ich habe soeben die letzten Exemplare im Dörrgerät verschwinden lassen. Mal sehen, was das wird. Ich habe früher manchmal die grünen Ritterlinge getrocknet, als sie noch für jedermann als besonders schmackhafte Speisepilze galten. Die haben ja eine ähnliche Konsistenz und das ging auch ganz gut.

Eigentlich habe ich von Pfifferlingen mal abgesehen bisher noch keine negativen Erfahrungen beim Trocknen gemacht, wobei ich natürlich keine Experimente mit Arten gemacht habe, die bekanntermaßen zum Trocknen ungeeignet sind. Aus den getrockneten Pfifferlinge habe ich Pilzpulver zubereitet, da sie ja beim Trocknen dauerhaft zäh werden und dann auf die normale Art nicht mehr zu gebrauchen sind. Aus dem Pulver kann man dann später eine Pfifferlingsrahmsuppe zubereiten, die einfach köstlich ist. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass bei längerer Lagerung (selbst unter optimalen Bedingungen, also knochentrocken in gut schließende Schraubgläser gefüllt) das Pfifferlingspulver irgendwann bitter wird. Ich habe deshalb schon einmal einen großen Topf nicht sehr delikat schmeckender Suppe wegschütten müssen.

Endlich hat auch für mich das Pilzjahr 2010 begonnen, nachdem ich mit tropfendem Zahn wochenlang stillschweigend die ganzen Morchelberichte hier verfolgt habe und auch in diesem Jahr wieder halb Brandenburg abgelaufen bin in der vergeblichen Hoffnung, auch ein mal eine Stelle zu finden. Aber alles, was mir begegnet ist, waren zwei Lorcheln, die übrigens in meiner großelterlichen Verwandschaft ohne weitere Umstände in der Pfanne gelandet wären. Ja, das waren wohl andere Zeiten. Ich kann mich ja outen: Ich habe vor etlichen Jahren auch schon mal drei Stück probiert. Sollte hier ein Anfänger mitlesen: Nicht nachmachen, Lorcheln sind giftig. Hat man damals aber noch nicht gewusst und die Dinger immer munter auf dem Markt verkauft. So, das soll ja kein Roman werden.

Viele Grüße - Pio

Hallo Holger,
die kühle und feuchte Witterung scheint ihnen zu behagen. Am Wochenende
konnte ich dutzende kleine, feste Maipilze zählen. Da das Wetter ähnlich
bleibt, werde ich mich mit der Frage auch beschäftigen.
Mit Ritterlingsaroma kann ich gut umgehen, solange das mehlige nicht in
bitter umschlägt.
Trocknen sollte angesichts der Konsistenz wunderbar klappen. Ich habe das
allerdings mangels Masse noch nie gemacht. Wenn sie zu aufdringlich schmecken
sollten, würde ich auf jeden Fall die Verarbeitung zu Pilzpulver empfehlen.
Notfalls auch mit anderen Arten gemischt.
p.s. bei mir gibt es nur die weißen...
Grüßlis Ingo

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Re: Maipilze trocknen?

Pio, (vor 6015 Tagen) @ KARL

Hallo Karl,

also eine Aussage zu der Farbe ist jetzt echt schwierig. Ich weiß nicht, wie exakt mein Monitor die Farben wiedergibt, aber hier bei mir sehen deine Maipilze eher grünlich als gelblich aus. Aus meiner Erinnerung die Farbe zu beschreiben ist ziemlich schwierig. Hier bei mir im Kunstlicht und nachdem die Fruchtkörper schon ein paar Stunden im Korb lagen, ist die natürliche Farbe auch nicht mehr richtig zu beurteilen. Ich würde sagen, die Farbe ist eher ockergelblich mit einer gewissen Streubreite hinsichtlich der Farbe, manchmal hat man das Gefühl, dass auch ein olivgrünlicher Hauch dabei ist. Und ich glaube, der Hut wirkt wie leicht bereift. Die Masse der gefundenen Fruchtkörper war aber nur weiß. Egal welche Farbe, alles riecht stark nach frischen Gurken, jedenfalls mit meiner Nase. Ich weiß, dass viele denselben Geruch als Mehlgeruch empfinden.

Viele Grüße - Pio

Hallo Pio
Der gelbe Maipilz ist im Cetto Band 2 Nr. 568 als var. flavida abgebildet.
Ich kenne einen Standort, an welchem in mehreren Jahren immer gelbe Frk.
erschienen sind. In diesem Jahr allerdings noch Fehlanzeige. Die Farbe trat
schon bei den jüngsten Frk. auf und blieb auch bei älteren Exemplaren
erhalten.
Sind Deine auch so gelb?
Blass ockerfarbige Frk. treten nach meiner Erfahrung häufiger auf, was sicher
witterungsabhängig ist.
LG Karl

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Re: Maipilze trocknen?

Pio, (vor 6015 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,

vielen Dank für die Information. Dann kann je erst mal nichts schief gehen. So frisch schmecken mir Maipilze immer recht gut. Sicherlich hat das aber auch damit zu tun, dass es sich meist um die ersten Pilzgerichte im Jahr handelt. Die nächste Frage wäre ja, inwieweit sich das Aroma beim Trocknen verändert. Während z.B.Steinpilze beim Trocknen an Aroma gewinnen, schmecken manche andere Arten anschließend wie Pappe.

Viele Grüße - Pio

Hallo Pio
ich tockne Maipilze fast jedes Jahr, jedoch halte ich die Pilze nicht für die
besten Speisepilze. Bei uns findet er Verwendung (getrocknet) in
Nudelsuppe und in Hühnerfrikasse. Die Pilze trocknen ausgezeichnet und
sind lange haltbar.
LG Hartmut

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Gelbe Maipilze *PIC*

KARL, (vor 6015 Tagen) @ Pio

Hallo Pio

Hier noch ein eingescanntes Dia vom gleichen Standort und zum Vergleich
durchwässerte Fruchtkörper, die abgetrocknet mehr oder weniger weiß werden.
Der Geruch ist in beiden Fällen gleich (schon fast penetrant gurken- bzw.
mehlartig.
Ich werde den Standort der gelben heute noch mal aufsuchen und hoffe gute
Digitalaufnahmen zz bekommen.

LG Karl

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Re: Maipilze trocknen?

Pilzmann, (vor 6013 Tagen) @ Pio

Lieber Pilzfreund (?) Pio,

ich weiß, dass ich mit meiner Meinung im Forum oft anecke. Aber ein lieber Forumskamerad hat mich mal bestärkt, mich nicht „verbiegen“ zu lassen. So halte ich das denn auch tapfer.

Du postest scheinbar verzweifelt: „Hier gibt es derzeit dermaßen viele Maipilze, dass ich mit dem Essen nicht mehr hinterherkomme.“ Wer zwingt dich dazu, alles aufzu(fr)essen? Bitte teile mir seine / ihre Adresse mit, dass ich sie mal auf den Straftatbestand der Nötigung hinweisen kann.

Man spürt förmlich deine Erleichterung in den Worten deiner nächsten Mail: „Ich habe soeben die letzten Exemplare im Dörrgerät verschwinden lassen.“ Herzlichen Glückwunsch „Terminator“; die örtliche Verbreitung der Früchtchen hast du für dieses Jahr wohl erfolgreich verhindert.
Einfach mal einen stehen lassen. Das hilft der Vermehrung nicht nur bei den Pilzen; auch die Damenwelt ist dem Hörensagen nach dafür empfänglich.

Selbst wenn sich, durch Schweizer Studien bestärkt, hartnäckig das Gerücht hält, Sammeln schadet den Pilzen nicht, bin ich der Meinung, man sollte Fundstellen nicht komplett abmähen und sich keinem (Pilz-) Fresszwang unterwerfen, auch wenn eine noch zu ermittelnde, kriminelle Person oder das Teufelchen im Innern dich dazu zu zwingen versucht („Vade retro, satanas“!) Angesichts der noch häufig vorkommenden Spezies Calocybe gambosa werden deine Versuche, diesbezüglich einen nennenswerten Betrag zur Vernichtung der Art zu leisten vermutlich ins Leere laufen. Dennoch mahne ich unbeirrt zu einer gewissen Selbstbegrenzung beim Sammeln.

Immer noch im Ohr habe ich den Ausruf einer ehemaligen Kursteilnehmerin: „Aber die kann man doch nicht stehen lassen; die sind doch essbar!“ Daraufhin nötigte sie einen anderen Teilnehmer, mit ihr „Räuberleiter“ zu machen, um an die in ca. drei Meter Höhe stehenden, schon etwas ältlichen Hallimasche zu kommen. Was soll das?

Als Priester würde ich sagen: „Du hast eine lässliche Sünde begangen, mein Sohn – schwöre ab“! Aber, Gott sei Dank, bin ich konfessionell nicht gebunden und würde mir nie erlauben, jemanden mit dem Ausspruch „mein Sohn“ in eine untergeordnete Stellung zu verweisen. Stattdessen bitte ich einfach um ein Überdenken der Position: Wenn die da sind, muss ich sie auch alle einer Verwertung zuführen.

Sollte ich dir persönlich zu nahe getreten sein, tut es mir leid. In der Sache jedoch bleibe ich hart: Zunächst die Rücksicht auf die Belange der Natur; erst danach der Sammel- und „Fress“-Trieb.

Mit verbindlichem Gruß, Peter!