Hallo Gelbfieber,
ich habe keine Ahnung, um welchen Pilzfreund es sich dreht. Ganz unabhängig davon warne ich auch oft vor "PdS-Bestimmungen" (PdS - Pilze der Schweiz). Band 1 ist sicherlich der beste der Reihe und ist in der Tat sehr hilfreich. Dennoch suggeriert er (ohne das zu wollen) bei vielen Einsteigern, dass es ja "nur der sein kann", weil er im PdS ja drin ist. Die abgehandelten Gattungen sind teils sehr groß und es ist jeweils nur ein kleiner Ausschnitt enthalten. Ohne Spezialliteratur geht halt meistend recht wenig.
Band 2 war auch noch m.E. sehr gut. Dennoch sollte man Cortis und Porlinge damit nicht bestimmen (die Zeichnungen der nordischen Corti-Flora sind einfach besser und umfassender; Porlinge zu bestimmen ist mit PdS auch nicht einfach).
Band 3 ist weitgehend überholt, wofür die Autoren nichts können. über 20 Jahre sind halt ein Wort.
Ab Band 4 verwende ich PdS gar nicht mehr gerne. Kein Abgleich mit Spezialisten, viele Fehlbestimmungen, teils vertauschte Fotos/Mirkozeichnungen?! Beispiele: Im neuesten Band, Nr. 6, sind sowohl Russula vesca als auch Russula fellea falsch! Beschreibung (z.B. Sporenpulverfarbe) und Mikroszeichnung passen bei Russul vesca nicht zusammen (oder es ist eine spec. nov.), das Foto von Russula fellea ist eine Russula ochroleuca.
Oder die Rötlinge in Band 4...
Naja.
Was mich am meisten wundert: Es ist hinlänglich bekannt, dass in den alten Bänden einige Fehler stecken. Die Rezensionen wurden auch publiziert. Aber nach Abschluss der Reihe gibt es keine Errata-Liste, keine Verbesserungen. Band 3: Ochsenröhrling: falsch bestimmt (ist B. luteocupreus); Boletus rhodopurpureus: falsch bestimmt (ist B. rubrosanguineus, der unter drei Namen auftaucht); Dies nur als prominenteste Beispiele... Die Querverweise stimmen teils nicht (inhaltlich).
Man hätte die Qualität im Nachhinein dadurch sehr steigern können, indem man die Fehlbestimmungen richtig stellt. Wie gesagt, alles kein Geheimnis...
So ist PdS ein wunderschönes Nachschlagebuch. Aber eben leider kein taugliches Bestimmungsbuch. Es geht nicht darum, dass die Nomenklatur veraltet ist, sondern, dass man einfach zu oft falsche Namen erhält.
Band 1 ist aber, wie gesagt, m.E. der beste Band der Reihe.
Dennoch mache ich PdS durchaus "madig", was die Leistung, das Konzept zu entwickeln und durchzusetzen, das die Autoren erbracht haben, nicht schmälern soll. Sich aber bei schwierigen Gattungen nicht mit Experten kurzzuschließen, sondern einen eigenen (oftmals falschen) Weg zu gehen, halte ich für grundverkehrt und schade.
LG
Christoph
Hallo und guten Tag Dirk,
ich glaube nicht, dass jemand b & k "madig machen" machen
wollte/würde
doch doch … da kenne ich schon so Einige. Gerade am vergangenen Wochenende
habe ich es erlebt wie ein „Pilzfreund“ B & K madig gemacht hat. Er
selbst hat so gut wie kein Wissen über Pilze und auch kein Mikroskop,
musste aber über dieses tolle Werk herziehen! Er wollte schlau mitreden
als es um geeignete Literatur in der Pilzkunde ging. Ich sag’s ganz direkt
– ein Spinner halt! Keine Ahnung von der Sache, irgendwo etwas
aufgeschnappt und dann schlau mitreden wollen. Das so genannte Halbwissen,
du wirst das ja sicherlich und nicht nur von der Pilzkunde kennen.
Das B & K nicht ausreicht und wie du es sagst die Spitze des Eisberges
ist, ist unumstößlich, nur für den Anfänger in der Pilzkunde/Mikroskopie,
wie ich auch geschrieben habe, ist das Werk schon ne Wucht, wenn auch die
Pilznamen nicht mehr aktuell sind und es im laufe der Zeit einige neue
Erkenntnisse gibt. Da hat mal einer einen schlauen Satz gesagt der etwa
(kannst mich da gern verbessern) so lautet: Man muß nicht unbedingt wissen
wie der aktuelle Name des Pilzes ist, es reicht hin zu wissen um welchen
Pilz es sich handelt.
Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co