Min. Standartangaben für unbek. Bilder

Armin Groß, (vor 9185 Tagen)

Hallo Pilz-Fotoknips-Fans,

wie schon mehrfach eingefordert ( Wolfgang, Werner etc.) sollte man VERSUCHEN bei Fotos von unbekannten Pilzen, die einer Aufklärung bedürfen, vielleicht folgende Minimalangaben einzuhalten:

- Wald/Baumpartner
- sauer/neutral/basisch
- sonstige auffallende Einzelheit(en), die aus dem Bild nicht hervorgehen.

Punkt zwei ist manchmal schwierig (habe selbst Probleme damit), aber oft ist man in den selben Wäldern unterwegs und es wäre ganz gut zu wissen, mit welchem Boden man normalerweise zu tun hat.
Wäre doch mal ein neuer Anreiz für alle, die sich diese Frage ernsthaft noch nicht gestellt haben.
Bitte aber nur Angaben machen, die auch wirklich sicher sind, ansonsten besser weglassen.
Das Forum würde so an Format gewinnen. Aus manch einem Rate-Glücksspiel (habe gestern auch mitgespielt!!) würde so eine pilzige Diskussion.

-Muß ja nicht immer sein aber vielleicht immer öfter-
Wer aber ganz einfach mal ein schönes Bild ohne große Kommentare zeigen will, soll es natürlich auch weiterhin mit viel Freude machen.
Gruß Armin

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Re: Min. Standartangaben für unbek. Bilder

DieterB, (vor 9185 Tagen) @ Armin Groß

Hallo Armin,

ich hab schon weiter unten versucht zu erklären, was meine Bilderflut sollte. Deine Anregungen finde ich grundsätzlich richtig und werde mich bemühen, dem zu entsprechen (wenn ich wieder in knapp 3 Wochen aus dem Urlaub komme), Qualität ist immer besser als Quantität. Die dafür nötige größere Selbstdisziplin ( Schematische Betrachtung und Befundnotizen) kann nur die Kentnisse zum Einzelpilz vertiefen, ist also ein Gewinn.

Wie machst Du das mit dem pH-Wert unterwegs? Hast Du Lackmus-Streifen dabei oder elektronisch?

Viele Grüße
Dieter

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Re: Min. Standartangaben für unbek. Bilder

Werner, (vor 9185 Tagen) @ DieterB

Wie machst Du das mit dem pH-Wert unterwegs? Hast Du Lackmus-Streifen dabei
oder elektronisch?

Entschuldige, wenn ich mich einmische. Ich vertiefe mich gerade in das Thema und weiss deswegen ein bisschen was. Erstens: man weiss von manchen Gegenden, dass sie auf Kalk sind - basisch. (z.B. fraenk. Schweiz, Berge bei Farchant-Garmisch etc.). Moore sind normalerweise sauer und naehrstoffarm. Usw. usw.

Viel interessanter sind aber noch die Zeigerpflanzen und -pilze. Da lerne ich auch gerade erst. Es gibt aber jede Menge Pflanzen, die bestimmtes ueber den Boden anzeigen. So zeigt z.B. Baerlauch Grundwassernaehe an. Birken zeigen ebenfalls Feuchtgebiete an. Usw. usw.

Wenn man nun die Beschreibungen von haeufigeren (und einem selbst bekannten) Pilzen genauer liest, kann man auch da den einen oder anderen Rueckschluss auf die Bodenverhaeltnisse ziehen.

Gruss,

Werner

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Re: Min. Standartangaben für unbek. Bilder

tom, (vor 9185 Tagen) @ DieterB

Wie machst Du das mit dem pH-Wert unterwegs? Hast Du Lackmus-Streifen dabei
oder elektronisch?

Hallo, das mit dem pH geht auch einfacher: Zeigerpflanzen, Ursprungsgestein, Humusform geben genügend Hinweise.

So ist z.B. die Schwäbische Alb auf Kalk (und damit meist basisch), Pfälzer Wald und nördlicher Schwarzwald Sandstein (=silikatisch, oft sauer), südlicher Schwarzwald Granit. Das erkennst Du aber schon bei einem Spaziergang wenn Du im Hang am Weg schaust, aus was für Material die größeren Steine sind, die zur Seite geschafft wurden, oder Du findest irgendwelche Felsen im Wald (wobei das nicht immer funktionieren muß wie zum Beispiel bei Findlingen, die können aus anderem Amterial sein).
Mit dem Ursprungsgestein hast Du also einen ersten Überblick, der kleinräumig aber nicht stimmen muß, und deshalb mußt Du Dich den Zeigerpflanzen widmen. Da gibt es bestimmte Pflanzen, die bei regelmäßigem Vorkommen sehr viel über die Bodenbeschaffenheit sagen.
Bester Hinweis auf sauren Boden ist z.B. das Heidekraut, oft unter Nadelbäumen besonders Fichte zu finden, da die Nadelstreu schwer zersetzbar ist und saure Bedingungen schafft.
Zeigerpflanzen für basische und kalkhaltige Böden sind: Adonisröschen, Enzian, Wiesenstorchschnabel.

Den Feuchtegehalt des Bodens betreffend: Feucht: kriechender Hahnenfuß, Wiesenschaumkraut;
frisch: Knoblauchsrauke, Knäuelgras, Hirtentäschelkraut;
trocken: kleiner Wiesenknopf, Sommer Adonisröschen.

Einen Hinweis auf die Bodenreaktion (sauer oder basisch) können auch Bodenlebewesen liefern: Gehäuseschnecken sind zum Wachsen ihres Gehäuses auf Kalk angewiesen, umgekehrt kann ein gehäuftes Auftreten von Nacktschnecken einen Hinweis auf das Fehlen von Kalk und damit auf sauere Bedingungen bieten, das Gleiche bei Asseln und ihrem Panzer (Asseln mögens noch feucht).

Wesentlich ist die Humusform: findest Du mächtige, manchmal Dezimeter dicke Schichten von unzersetztem Laub und Nadelstreu, wirst Du Rohhumus vor Dir haben, nähstoffarm und sauer. Zeigerpflanzen: Preiselbeere (trocken), Heidelbeere (medium), Bärlapp (feucht).
Das Gegenteil dazu ist der Moder: nur eine dünne Schicht von organischem Material, darunter hast Du gleich Boden in der Hand. Meist bei weniger sauren Böden, Laubwald: Storchschnabel (trocken), Bingelkraut (medium), Bärlauch (feucht).

Grüße,

tom

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Re: Min. Standartangaben für unbek. Bilder

Wolfgang F., (vor 9185 Tagen) @ DieterB

pH-Wert unterwegs? Hast Du Lackmus-Streifen dabei

oder elektronisch?

Hi Dieter,

am Standort pH messen tue ich nicht. Manchmal, wenn man in die Tiefe gehen will, wäre es angebracht, und dann wohl eher elektronisch, das habe ich bewundert, als Christoph Hahn bei mir zu Besuch war. Aber für den normalen Hobbypilzler reicht es meist, auf der geologischen Karte das Grundgestein herauszufinden und einige der wichtigsten Zeigerpflanzen zu kennen.

Man entwickelt dann mit der Zeit ein gewisses "Standortgefühl".

Gruß,

Wolfgang

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Re: Min. Standartangaben für unbek. Bilder

Birgit, (vor 9185 Tagen) @ Werner

Hallo Werner :-),

Ja, Zeigerpflanzen sind sehr interessant.

Viel interessanter sind aber noch die Zeigerpflanzen und -pilze. Da lerne ich
auch gerade erst. Es gibt aber jede Menge Pflanzen, die bestimmtes ueber
den Boden anzeigen. So zeigt z.B. Baerlauch Grundwassernaehe an. Birken
zeigen ebenfalls Feuchtgebiete an. Usw. usw.

EIn bißchen Vorsicht ist bei Birken angebracht. Wachsen hervorragend hier bei uns im kalkhaltigen Kiessschotter mit 12 m Grundwassertiefe, also meist ziemlich trocken ;-). Okay ist vielleicht nicht so ganz der natürliche Standort, halt angepflanzt, aber Wälder sind oft auch angepflanzt.

Wenn man nun die Beschreibungen von haeufigeren (und einem selbst bekannten)
Pilzen genauer liest, kann man auch da den einen oder anderen Rueckschluss
auf die Bodenverhaeltnisse ziehen.

Sehr richtig, das sind ziemlich viele. Was ich auch daran merke, daß es hier fast keine der PIlze gibt, die wir im Schwarzwald massenhaft gefunden haben ;-).

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Min. Standartangaben für unbek. Bilder

Florian Dufey, (vor 9184 Tagen) @ tom

Hallo, das mit dem pH geht auch einfacher: Zeigerpflanzen, Ursprungsgestein,
Humusform geben genügend Hinweise.
So ist z.B. die Schwäbische Alb auf Kalk (und damit meist basisch), Pfälzer
Wald und nördlicher Schwarzwald Sandstein (=silikatisch, oft sauer),
südlicher Schwarzwald Granit. Das erkennst Du aber schon bei einem
Spaziergang wenn Du im Hang am Weg schaust, aus was für Material die
größeren Steine sind, die zur Seite geschafft wurden, oder Du findest
irgendwelche Felsen im Wald (wobei das nicht immer funktionieren muß wie
zum Beispiel bei Findlingen, die können aus anderem Amterial sein).
Mit dem Ursprungsgestein hast Du also einen ersten Überblick, der kleinräumig
aber nicht stimmen muß, und deshalb mußt Du Dich den Zeigerpflanzen
widmen. Da gibt es bestimmte Pflanzen, die bei regelmäßigem Vorkommen sehr
viel über die Bodenbeschaffenheit sagen.
Bester Hinweis auf sauren Boden ist z.B. das Heidekraut, oft unter
Nadelbäumen besonders Fichte zu finden, da die Nadelstreu schwer
zersetzbar ist und saure Bedingungen schafft.
Zeigerpflanzen für basische und kalkhaltige Böden sind: Adonisröschen,
Enzian, Wiesenstorchschnabel.
Den Feuchtegehalt des Bodens betreffend: Feucht: kriechender Hahnenfuß,
Wiesenschaumkraut;
frisch: Knoblauchsrauke, Knäuelgras, Hirtentäschelkraut;
trocken: kleiner Wiesenknopf, Sommer Adonisröschen.
Einen Hinweis auf die Bodenreaktion (sauer oder basisch) können auch
Bodenlebewesen liefern: Gehäuseschnecken sind zum Wachsen ihres Gehäuses
auf Kalk angewiesen, umgekehrt kann ein gehäuftes Auftreten von
Nacktschnecken einen Hinweis auf das Fehlen von Kalk und damit auf sauere
Bedingungen bieten, das Gleiche bei Asseln und ihrem Panzer (Asseln mögens
noch feucht).

Bist Du Dir sicher, dass Asseln einen Panzer aus Kalk haben? Ich haette jetzt einmal vermutet, dass er aus Chitin besteht, wie bei anderen Krebsen auch. Ob sie dann noch als Kalkindikator taugen, bezweifle ich.

Ist im Titel jetzt eigentlich von Standard oder von Standort die rede?

Wesentlich ist die Humusform: findest Du mächtige, manchmal Dezimeter dicke
Schichten von unzersetztem Laub und Nadelstreu, wirst Du Rohhumus vor Dir
haben, nähstoffarm und sauer. Zeigerpflanzen: Preiselbeere (trocken),
Heidelbeere (medium), Bärlapp (feucht).
Das Gegenteil dazu ist der Moder: nur eine dünne Schicht von organischem
Material, darunter hast Du gleich Boden in der Hand. Meist bei weniger
sauren Böden, Laubwald: Storchschnabel (trocken), Bingelkraut (medium),
Bärlauch (feucht).
Grüße,
tom

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Asseln, Kalk und der pH Wert

tom, (vor 9184 Tagen) @ Florian Dufey

Bist Du Dir sicher, dass Asseln einen Panzer aus Kalk haben? Ich haette jetzt
einmal vermutet, dass er aus Chitin besteht, wie bei anderen Krebsen auch.
Ob sie dann noch als Kalkindikator taugen, bezweifle ich.

Zitat: "Asseln und Doppelfüßer bevorzugen Mullböden des Kalkbuchenwaldes, da sie Kalk zum Aufbau ihre Panzer benötigen". Aus: "Gliederfüßer des Waldbodens - Lebensformtypen, Erfassungsmethoden und Abhängigkeit von Bodeneigenschaften", Ulrich Schulz, Uni München.

Ist im Titel jetzt eigentlich von Standard oder von Standort die rede?

Ich beziehe mich auf die Frage: "Wie machst Du das mit dem pH-Wert unterwegs?"

Grüße

tom