Kleinsporige Holzkeule, Xylaria guepini *PIC*

Gulistan ⌂, (vor 5983 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,
Ich habe auch mal eine Frage: Hat jemand von Euch vielleicht Literatur über die Kleinsporige Holzkeule, Xylaria guepini? Auf einem Kaninchenküttel wuchs bei mir nämlich eine Holzkeule, und im Holländischen gibt es in der Sortenliste eine Mistholzkeule (frei übersetzt). Leider war der Pilz in seinem Konidienstadium. Ich bin aber trotzdem jetzt neugierig, denn bei uns scheint Xylaria guepini entweder sehr selten oder, noch wahrscheinlicher, ausgestorben zu sein.
Ich stelle Euch auch ein Bild rein von der Holzkeule.

Viele Grüsse
Christiane

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Re: Kleinsporige Holzkeule, Xylaria guepini

Lothar, (vor 5983 Tagen) @ Gulistan

Hi Christiane,

das ist auf jeden Fall ein interessanter Fund :-)
Ich hatte vor Jahren auch mal in Feuchter Kammer von Kaninchenkötteln (NSG Astheimer Sande bei Volkach in Unterfranken) junge Xylaria-Stadien, die ich aber nicht reif bekam. Und in der mir verfügbare Literatur hatte ich damals gar nichts über dungbewohnende Holzkeulen gefunden.
Insofern interessiert mich auch jeder weitere Beitrag :-)
LG, Lothar

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Re: Kleinsporige Holzkeule, Xylaria guepini

Wolfgang D. ⌂, (vor 5983 Tagen) @ Gulistan

Hallo Christiane,

ein paar Hinweise findest du in der Literaturdatenbank
http://www.pilze.at.tf
Die Artikel aus der Persoonia sind leider nicht mit Titel angeführt.
Übrigens, der ursprüngliche Name "Xylaria guepini" muss wohl auf Xylaria guepinii korrigiert werden.

Beste Grüße
Wolfgang

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Re: Kleinsporige Holzkeule, Xylaria guepini

Gulistan ⌂, (vor 5983 Tagen) @ Wolfgang D.

Hallo Wolfgang,
Danke schön für den Hinweis. Ich kannte diese Website noch nicht, die merk ich mir. Dann muss ich mal nachschauen ob wir in der Bibliotheek van der NMV etwas davon im Schrank stehen haben. Ich habe vielleicht ein anderes Mal einen besseren Zuchterfolg haben mit Kaninchenlosung. (Merwürdiges Hobby ;-)

Viele Grüsse
Christiane

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@Christiane und Lothar

Hermine1, (vor 5983 Tagen) @ Gulistan

Hallo Ihr beiden,

Xylaria guepini ist einem Paper von Thomas Lassoe, Persoonia 1993, Vol. 15, p. 149 - 153 erwähnt. Diese Info verdanke ich Jacques Fournier, der kürzlich gemeinsam mit anderen 3 neue Xylaria-Arten beschrieben hat (Mycological Progress vom Mai 2010), und immer auch an Material interessiert ist. Schaut mal in Eure E-Mail-Kästen.

Gruß von Hermine

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Re: @Christiane und Lothar

Lothar, (vor 5983 Tagen) @ Hermine1

danke!
:-) Lothar

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Re: Kleinsporige Holzkeule, Xylaria guepini *PIC*

Peter W., (vor 5983 Tagen) @ Gulistan

Liebe Christiane,

ist das das Selbe, wo nach Hermine im ASCOfrance Forum nachgefragt hat?

Wir haben schon öfters solche Gebilde auf Dung in Kultur und einmal auch in der Natur ( s. Foto, auf Angusrinder Dung) nachweisen könne. Allerdings wird das nie reif. Auch Konidien konnten wir nicht finden. Wir (Nobi und ich) denken, dass es vielleicht Wawelia (eine extrem seltene Xylariacea auf Dung) sein könnte. Dies ist aber nur eine Vermutung.

Gruß Peter

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Ja *oT*

Hermine1, (vor 5983 Tagen) @ Peter W.

- kein Text -

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Sammeldank

Gulistan ⌂, (vor 5983 Tagen) @ Hermine1

Hallo nochmal,
Vielen Dank für alle Hinweise und Mitdenken und Mitgefühl bei diesem etwas merkwürdigen Dingen. Ich dachte schon dass ich die einzige wäre die sich für sowas interessiert... Ich habe das Materiaal an Atte v.d. Berg geschickt, da ich in Urlaub fahre. Also ich kann nichts abgeben. Hermine, vielen Dank für das Paper. Ich werde es nach Atte weiterschicken.

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Re: Sammeldank

Nobi, (vor 5982 Tagen) @ Gulistan

Hallo,

und danke für diesen interessanten Thread. Wie Peter schon schrieb, haben wir diese UMOs schon mehrfach gefunden, in der Regel nach längerer Reifung in Feuchter Kammer. Meist an Kaninchen- oder Hasenkötteln.
Auf ein Ergebnis bin ich sehr gespannt.

Beste Grüße vom Nobi

PS: Du siehst, es gibt noch mehr, die sich für solch verrückte Sachen interessieren. Ich finde das übrigens viel spannender als Boletus X gegen Boletus Y abzugrenzen usw.

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Re: Sammeldank

Gulistan ⌂, (vor 5981 Tagen) @ Nobi

Liebe Nobi,

Vielen Dank für Deinen Bericht. Was bedeutet eigentlich UMOs? Und was sind Cropos? Wie Ihr seht kenne ich manche Abkürzungen noch nicht. Aber es ist für mich auch relatives Neuland. Aber ich bin lernfähig. ;-)

Liebe Grüsse
Christiane

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UMO = unbekanntes mykologisches Objekt ;-) *oT*

Melli, (vor 5981 Tagen) @ Gulistan

- kein Text -

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Re: UMO = unbekanntes mykologisches Objekt ;-)

Gulistan ⌂, (vor 5981 Tagen) @ Melli

Danke Melli! Ich hab ganz viele UMO's, die sind aber für andere BM's ;-)

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Re: UMO = unbekanntes mykologisches Objekt ;-)

Gulistan ⌂, (vor 5981 Tagen) @ Gulistan

ups, da hab ich doch glatt das O vergessen, es muss natürlich BMO's heissen

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Re: UMO = unbekanntes mykologisches Objekt ;-)

Melli, (vor 5981 Tagen) @ Gulistan

ups, da hab ich doch glatt das O vergessen, es muss natürlich BMO's heissen

Das sind dann die sogenannten LBMs (little brown mushrooms) - du siehst, ich spreche schon perfekt Mykologisch. Wenn ich nur in der Disziplin "Bestimmen" nur halb so fit wäre... ;-)

Herzliche Grüße
Melanie

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Copros

Nobi, (vor 5981 Tagen) @ Gulistan

Liebe Christiane,

nachdem Dich Melli schon über die UMOs aufgeklärt hat, möchte ich Dir nun verraten, was Copros sind (den Begriff hast Du wohl aus meinem Profil?).
Also der Begriff Copros ist eine saloppe Abkürzung für coprophile Pilze. Vom griechischen Kopros = Dung, Mist, Kot. Es handelt sich also um Dungpilze, das heißt um Pilze, die entweder ausschließlich oder gelegentlich Dung oder vom Dung beeinflusste Standorte besiedeln. Es gibt da hunderte Arten, wobei die meisten eher unscheinbar und nur bei gezielter Suche zu finden sind. Ein äußerst interessantes Gebiet, mit dem sich der Peter und ich nun seit mehr als zehn Jahren beschäftigen.

Viele Grüße vom Nobi

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Re: Copros

Gulistan ⌂, (vor 5981 Tagen) @ Nobi

Liebe Christiane,
nachdem Dich Melli schon über die UMOs aufgeklärt hat, möchte ich Dir nun
verraten, was Copros sind (den Begriff hast Du wohl aus meinem Profil?).
Also der Begriff Copros ist eine saloppe Abkürzung für coprophile Pilze. Vom
griechischen Kopros = Dung, Mist, Kot. Es handelt sich also um Dungpilze,
das heißt um Pilze, die entweder ausschließlich oder gelegentlich Dung
oder vom Dung beeinflusste Standorte besiedeln. Es gibt da hunderte Arten,
wobei die meisten eher unscheinbar und nur bei gezielter Suche zu finden
sind. Ein äußerst interessantes Gebiet, mit dem sich der Peter und ich nun
seit mehr als zehn Jahren beschäftigen.
Viele Grüße vom Nobi

Liebe Nobi,
Danke für die Aufklärung. Da kann ich mit meinen bescheidenen 2 Jahren (seit dem habe ich erst ein Microscop, und das ist auch nicht auf dem neuesten technischen Stand, 40 Jahre al und Beleuchtung mit Taschenlampe) noch kein noch nicht mitreden, aber interessant finde ich es schon. Und es beginnt eine Sucht zu werden...;-)

Viele Grüsse
Christiane

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Re: Kleinsporige Holzkeule, Xylaria guepini

Gulistan ⌂, (vor 5981 Tagen) @ Peter W.

Lieber Peter,
Du scheinst recht mit Deiner Vermutung zu bekommen. Anscheinend wusste Jacques Fournier schon von Deinem Tip! (Die Welt ist klein)
Diese E-mail habe ich gerade von ihm erhalten:

Dear Christiane,
thanks for your message.
I think your fungus is not a Xylaria, but better a Podosordaria, as suggested by Peter Welt. It is rather easy to obtain such rhizomorphs when you incubate rabbit dung, the white mycelium invades all the box and yields these stout rhizomorphs within a few weeks. I obtained them several times (see attached photo) but the white tips remain sterile and no anamoprh is produced. I recently came across a paper by Webster and Weber, Mycologist (if you search on Google you will easily find the reference) where they report the same thing and observed that when the colony is buried in the ground, the rhizomorphs keep on developing and fertile stromata of Podosordaria tulasnei can occur. I took that from the abstract but I failed to get the full paper.
I just buried in my garden such a colony one month ago and I am looking forward to seeing what happens! I suggest you do the same, and let's kep in touch to see who will get something like photo2. Podosordaria tulasnei is a common dweller of rabbit pellets, if it does not work this time, we'll be hopefully more lucky another time. It is very rarely recorded because it is very difficult to spot in natural conditions, I guess it should be easier that way.
Best wishes,
Jacques

--
Jacques Fournier
Ich werde seinen Rat befolgen, mal sehen was dabei rum kommt.

Liebe Grüsse
Christiane