Nochmal bei den Boleten *PIC*

Klaas, (vor 5929 Tagen)

Hallo zusammen,

Dienstag abends spät nach der Arbeit war ich nochmal bei den Röhrlingen vom letzten Samstag. Ich dachte mir, bis ich nächstes Wochende erst wieder dort bin, ist vielleicht wieder alles verschwunden... siehe da, nach 3 Tagen waren Stellen, an denen vorher kein einziger Pilz stand, plötzlich gut befüllt.
Vom Satan war außer einem schwarzen Fleck im Gras nichts mehr übrig, ein 2. junger sah schon so zerfressen aus, wie der erste am WE. Die erste Stelle mit den vermutlichen Glattstieligen Hexenröhrlingen war leer. Dafür waren in anderen Bereichen viele weitere gewachsen, ich denke, jetzt wird es eindeutiger, hier ein paar Bilder in verschiedenen Stadien und Größen:

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Bei ein paar eher verteilt stehenden Einzel-Exemplaren bin ich wieder vorsichtiger, mit wunderbar orange-leuchtendem Hut, rot gesprenkelt, der Stiel nicht so wirklich glatt - bleibt da was anderes als B. queletii?
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Neben vielen X. rubellus und vereinzelten gewöhnlichen Rotfüßen gab es noch ein paar weitere B. radicans:
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Meinen ersten B. aereus durfte ich auch noch entdecken, der war aber freundlicherweise bereits schon unübersehbar freigelegt...;)

So, um mich wieder aus meinem Boletenwahn herauszureißen, hab ich mir noch ein paar andere angeschaut, alle im selben Gebiet bei Eichen, hier ein paar abartig spermatisch stinkende Trichterlinge - C. dealbata würde mir gefallen, bestimmt gibt es bessere Vorschläge:
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Ein Milchling, brennend scharf, da kann ich mich mangels Erfahrung nicht entscheiden, tendiere aber wieder zu L. zonarius. Hat L. acerrimus schon jung anastomisierende Lamellen?

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Noch ein paar milde Tauben, ich weiß nicht, warum ich es immer wieder versuche...diesmal vielleicht wieder wegen der schönen Farbe... bevor ich aufgegeben habe, dachte ich, viell. etwas um R. risigallina herum, vielleicht gibts ja einen Tipp, worauf ich am WE besser achten müsste:
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Viele Grüße,
Klaas

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Re: Nochmal bei den Boleten

Ingo Wagner, (vor 5929 Tagen) @ Klaas

Hi Klaas!

hier ein
paar abartig spermatisch stinkende Trichterlinge - C. dealbata würde mir
gefallen, bestimmt gibt es bessere Vorschläge:

Mir würde Clitopilus cystidiatus (Zystiden-Mehlräsling) in den Sinn kommen.
Vielleicht hat er ja beinahe "schmierigweiche" Lamellen?

VG Ingo W

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Re: Nochmal bei den Boleten

Klaas, (vor 5929 Tagen) @ Ingo Wagner

Hi Klaas!
Mir würde Clitopilus cystidiatus (Zystiden-Mehlräsling) in den Sinn kommen.
Vielleicht hat er ja beinahe "schmierigweiche" Lamellen?
VG Ingo W

Hallo Ingo,

meinen ohnehin mit Zweifeln behafteten Bestimmungsversuch lege ich mal schnell zur Seite. Schmierige Lamellen konnte ich vor Ort nicht feststellen, auf so etwas habe ich allerdings auch nicht geachtet, da mir solches bislang unbekannt war. Jetzt beim Trocknen ist ohnehin nichts mehr schmierig. Zu dem genannten Pilz finde ich auf die Schnelle aber auch nichts in den Büchern im Schoß. Ich gestehe, dass ich beim ersten Anblick auf Räslinge tippte, nach der Riechprobe aber schnell umschwenkte und mich kopfschüttelnd fragte, wie man einen solchen Geruch mit Mehl verwechseln könne... Gut, dass ich so gut wie keine Pilze esse...
Sollten bei Räslingen die Lamellen nicht auch zumindest annähernd rosa werden? Beim Exemplar zuhause sind sie inzwischen beige, etwas bräunlich, Geruch nach wie vor keineswegs nach Mehl.
Viele Grüße,
Klaas

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Re: Nochmal bei den Boleten

Ingo Wagner, (vor 5929 Tagen) @ Klaas

Hallo Ingo,
meinen ohnehin mit Zweifeln behafteten Bestimmungsversuch lege ich mal
schnell zur Seite. Schmierige Lamellen konnte ich vor Ort nicht
feststellen, auf so etwas habe ich allerdings auch nicht geachtet, da mir
solches bislang unbekannt war. Jetzt beim Trocknen ist ohnehin nichts mehr
schmierig. Zu dem genannten Pilz finde ich auf die Schnelle aber auch
nichts in den Büchern im Schoß. Ich gestehe, dass ich beim ersten Anblick
auf Räslinge tippte, nach der Riechprobe aber schnell umschwenkte und mich
kopfschüttelnd fragte, wie man einen solchen Geruch mit Mehl verwechseln
könne... Gut, dass ich so gut wie keine Pilze esse...
Sollten bei Räslingen die Lamellen nicht auch zumindest annähernd rosa
werden? Beim Exemplar zuhause sind sie inzwischen beige, etwas bräunlich,
Geruch nach wie vor keineswegs nach Mehl.
Viele Grüße,
Klaas

Hallo Klaas!

Gut, schmierig sind sie nicht die Lamellen, aber schon extrem weich beim Darüberstreichen mit den Fingern, so dass man es beinahe als "Verschmieren" bezeichnen könnte, was dann mit den Lamellen passiert.

Im Gegensatz zu Clitopilus prunulus (Mehlräsling) hat C. cystidiatus eine etwas grauere Farbe, riecht laut Literatur spermatisch (ich kann das nur mit Fantasie nachvollziehen, ich finde es eher käsig) und wächst bei Laubbäumen.

Mit der Sporen-/Lamellenfarbe hast du natürlich recht. Ansatzmäßig müsste man was rosaliches sehen.
Naja, war ja bloß eine Idee.

VG Ingo W

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Re: Nochmal bei den Boleten

Klaas, (vor 5929 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

das "Schmieren" werde ich am WE bei hoffentlich noch vorhandenen Exemplaren nachprüfen! Vielleicht gelingt mir dann ein besseres Bild, grau habe ich nicht gesehen, mehr etwas beige durchscheinend unter dem Weiß, Hut und Stiel nehmen jetzt auch eher diese Farbe an.
Als Vegetarier, der sich morgens meistens Käse aufs Brötchen legt, bin ich mit diesem Geruch vertraut - würden die Scheiben wie dieser Pilz riechen, wäre ich wahrscheinlich längst Veganer... ;)
Weiterhin sind Deine Ideen mehr Wert als hunderte meiner kläglichen Bestimmungsversuche! Ich kann nicht mehr zählen, wie oft Du mir schon nur anhand eines Fotos den richtigen Namen für einen Pilz genannt hast, wie sich bei späteren Funden recht sicher herausgestellt hat...
Insofern ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Du wieder richtig liegst.
Erneut herzlichen Dank und liebe Grüße,
Klaas

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Re: Nochmal bei den Boleten

Steininger, (vor 5929 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

......Bei ein paar eher verteilt stehenden Einzel-Exemplaren bin ich wieder
vorsichtiger, mit wunderbar orange-leuchtendem Hut, rot gesprenkelt, der
Stiel nicht so wirklich glatt - bleibt da was anderes als B. queletii?

Für mich sind das alles "queletii". Ich habe dort übrigens schon mehrmals
eine Frau getroffen, die alle "Blaupilze" abschneidet, und in ihrer Plastiktüte
verschwinden lässt. Also, Glück gehabt!

.....Meinen ersten B. aereus durfte ich auch noch entdecken, der war aber
freundlicherweise bereits schon unübersehbar freigelegt...;) .....

Wie schon geschrieben: Gern geschehen! ;-))

Viele Grüße
Wolfgang

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Re: Nochmal bei den Boleten

Klaas, (vor 5929 Tagen) @ Steininger

Hallo Wolfgang,

ich hoffe mal, das war nicht die selbe Dame, die mir mit Plastiktüte in der Hand nach einem recht angenehmen Gespräch an diesem Abend versicherte, sie würde solche Pilze niemals sammeln...
Auch ein italienisch-stämmiger Angestellter aus der Umgebung stand plötzlich bei mir und wollte wissen, ob es sich bei seinem Fund um eine Trüffel handle. Er kannte das deutsche Wort dafür nicht, das italienische habe ich wieder vergessen.
Interessanterweise hatte er einen Kartoffelbovist in der Hand, dessen Wurzel fein säuberlich abgetrennt war, der Pilz war akribisch gereinigt.
Nächstens stellst Du aber bitte ein paar Namensschilder zu den Pilzen, das ist ja wohl das Mindeste...
Viele Grüße,
;) Klaas

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Re: Nochmal bei den Boleten *PIC*

Steininger, (vor 5929 Tagen) @ Klaas

......Nächstens stellst Du aber bitte ein paar Namensschilder zu den Pilzen, das
ist ja wohl das Mindeste.....

Ich kann sie ja zumindest mal für dich markieren. ;-)

VG
Wolfgang

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zu den Sprödblättlern und zu dem weißen Stinker

Stephan Weißer, (vor 5928 Tagen) @ Klaas

So, um mich wieder aus meinem Boletenwahn herauszureißen, hab ich mir noch
ein paar andere angeschaut, alle im selben Gebiet bei Eichen, hier ein
paar abartig spermatisch stinkende Trichterlinge - C. dealbata würde mir
gefallen, bestimmt gibt es bessere Vorschläge:

Hallo Klaas, ich habe mir eins gegrinst, wie du dich über diesen Geruch beschwert hast. W. Pätzold sagt: der Mehlräsling riecht nach der Arbeitshose eines Bäckers: ein bisschen Mehl, ein bisschen Sperma... In den von dir gezeigten Pilzaspekt passt der Mehlräsling auf jeden Fall perfekt rein.

Ein Milchling, brennend scharf, da kann ich mich mangels Erfahrung nicht
entscheiden, tendiere aber wieder zu L. zonarius. Hat L. acerrimus schon
jung anastomisierende Lamellen?

L. zonarius sensu Heilmann-Clausen hat oft einen grubigen Stiel, L. acerrimus nicht. Ferner ist bei älteren Exemplaren der Hut bei L.zonarius regulär, d. h. scheibenförmig, während er bei L. acerrimus unregelmäßig verbogen ist, weshalb der Stielansatz auch meist nicht in der Hutmitte ist. Hast du nur junge Exemplare ohne Stielgruben, gibt es leider nur ein gutes (mikroskopisches)Unterscheidungsmerkmal: Die zonarius-Sporen haben eine inamyloide Plage, die acerrimus-Sporen eine vollamyloide Plage.

Noch ein paar milde Tauben, ich weiß nicht, warum ich es immer wieder
versuche...diesmal vielleicht wieder wegen der schönen Farbe...

Das könnte der Morgenrottäubling sein (R. velutipes). Unter einer 10X-Lupe ist an der Stielspitze eine netzige Struktur. Außerdem gibt es eine magentarote, starke SV-Reaktion auf der Stielrinde.

vielleicht gibts ja einen Tipp, worauf ich am WE besser achten müsste:

Bei Täublingen, insbesondere den rothütigen, geht ohne die Spp-Farbe schon mal nichts. D. h. du solltest die Täublinge, die dich interessieren, aussporen lassen. Aber viele Täublinge lassen sich danach allerhöchstens erraten, nicht bestimmen.

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Re: zu den Sprödblättlern und zu dem weißen Stinke

Klaas, (vor 5928 Tagen) @ Stephan Weißer

Moin Stephan,

die Bäckerhose ist ja ein gewagter, aber sehr anschaulicher Vergleich...;)
Bei meinem Bäcker wäre das aber vor Arbeitsantritt gewesen, vom Mehlgeruch habe ich keinen Hauch wahrgenommen. Vielleicht stehen morgen ja noch ein paar wohlriechendere Exemplare da.

Der kleine Milchling hatte schon einen grubigen Stiel, ich dachte aber, das wäre beim Queradrigen auch so?

Ob bei den Täublingen ein Stielnetz zu sehen ist, schaue ich mir noch an.
Aussporen lassen ist klar, der Kleine ist aber bereits vom Schimmel dahingerafft worden.

Danke für die Tipps und Grüße,
Klaas

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Re: zu den Sprödblättlern und zu dem weißen Stinke

Werner E., (vor 5928 Tagen) @ Klaas

GriasDi Klaas,

Der kleine Milchling hatte schon einen grubigen Stiel, ich dachte aber, das
wäre beim Queradrigen auch so?

Ich denke, daß die Unterscheidung L. acerrimus / L. zonarius durch die auffälligen Lamellen und Sporen von L. acerrimus eindeutig ist.
Die Abtrennung von L. zonarius zu L. evosmus scheint mir schwieriger zu sein.

Gruaß aus München, Werner