Die Clintons - zum ersten Mal in Deutschland ? *PIC*

Axel Schilling ⌂, (vor 5903 Tagen)

Hat schon jemand Suillus clintonianus in D gefunden oder weiss etwas von einem Fund ?
Das wäre sonst womöglich ein Erstfund.
Der Pilz wurde von Herrn Detlev Eckendorf entdeckt und auf der Ausstellung beim Umweltforum Hannover gezeigt.
Die jungen Exemplare waren noch dunkler als diese von mir am Standort gefundenen.
Es ist insgesamt ein kräftiger, fester Pilz, ganz anders als der des Goldröhrlings.

Gruß,

Axel

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Re: Die Clintons - zum ersten Mal in Deutschland ?

Jürgen, (vor 5903 Tagen) @ Axel Schilling

Hallo Axel,

nach dem Bild und den paar Zeilen wird dir kein halbwegs seriöser Mykologe einen Erstfund von Suillus clintonianus bestätigen. Von sicheren Nachweisen in D ist zumindest mir nichts bekannt. Für mich ist das zunächst mal ein dunkler Goldröhrling.

Vonnöten wären eine genaue Beschreibung (unter Einbezug auch reifer Exemplare) und vor allem eine Sporenmessreihe, auch im Vergleich zu Suillus grevillei aus demselben Fundgebiet. Im Zweifel bzw. um ganz sicher zu gehen, müsste man auch die Molekularbiologie zu Rate ziehen.

Generell ist Vorsicht geboten bei vorgeblichen Exoten-Nachweisen. Angebliche europäische Vorkommen von Xerocomus zelleri, X. truncatus, Boletus fraternus, Boletus bicolor, Boletellus intermedius und Boletus separans sind nur einige Beispiele, die durch die europäische Pilzliteratur geistern und sich im Nachhinein als irrig erwiesen haben.

Gruß, Jürgen

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Re: Die Clintons - zum ersten Mal in Deutschland ?

Christoph ⌂, (vor 5903 Tagen) @ Jürgen

Hallo Axel,

bis auf Xerocomus truncatus möchte ich Jürgen recht geben. Ich kenne Suillus clintonianus aus Sibirien. Rein makroskopisch könnte das schon hinkommen. Der "normale" Goldröhrling ist aber doch sehr variabel. Am Funtensee würde ich eher auf S. clintonianus s.str. tippen.

LG
Christoph

P.S.: ich habe einen Beleg von Xerocomus truncatus s.str. untersicht und mit amerikanischem Material von Singer verglichen. Beide haben gestreifte Sporen und kleine Löcher in der Sporenwand (bis auf die Streifen wie Xer. parasiticus).

Hallo Axel,
nach dem Bild und den paar Zeilen wird dir kein halbwegs seriöser Mykologe
einen Erstfund von Suillus clintonianus bestätigen. Von sicheren
Nachweisen in D ist zumindest mir nichts bekannt. Für mich ist das
zunächst mal ein dunkler Goldröhrling.
Vonnöten wären eine genaue Beschreibung (unter Einbezug auch reifer
Exemplare) und vor allem eine Sporenmessreihe, auch im Vergleich zu
Suillus grevillei aus demselben Fundgebiet. Im Zweifel bzw. um ganz sicher
zu gehen, müsste man auch die Molekularbiologie zu Rate ziehen.
Generell ist Vorsicht geboten bei vorgeblichen Exoten-Nachweisen. Angebliche
europäische Vorkommen von Xerocomus zelleri, X. truncatus, Boletus
fraternus, Boletus bicolor, Boletellus intermedius und Boletus separans
sind nur einige Beispiele, die durch die europäische Pilzliteratur
geistern und sich im Nachhinein als irrig erwiesen haben.
Gruß, Jürgen

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Re: Die Clintons - zum ersten Mal in Deutschland ?

Andreas ⌂, (vor 5903 Tagen) @ Axel Schilling

Hallo Axel,

ich habe Suillus clintonianus in Finnland unter Larix sibirica gesehen. Sah genau so aus. Wie ein Butterpilz von oben, wie ein Goldröhrlign von unten ....
Habe allerdings keine Mikroskopiererei veranstaltet, die Pilze wurden damals von KORHONEN bestimmt.

beste Grüße,
Andreas

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Re: welcher ist frau c.und herr c.????LG Hans *oT*

Hans hurter, (vor 5903 Tagen) @ Axel Schilling

- kein Text -

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Aber Hans....

Christoph G, (vor 5903 Tagen) @ Hans hurter

....wenn man den Bill und die Hillary vor seinem geistigen Auge entstehen läßt ist das doch klar...;-))

LG Christoph

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Re: Die Clintons - zum ersten Mal in Deutschland ? *PIC*

Jürgen, (vor 5903 Tagen) @ Andreas

Bzgl. der Variationsbreite der Hutfarben hier eine Goldröhrlings-Kollektion aus meinem Hauswald, 350 m ü. NN, bei Larix decidua, vom 18.9.1994.

[image] http://img844.imageshack.us/i/grevillei.jpg/

Grüße Jürgen

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Re: Die Clintons - zum ersten Mal in Deutschland ?

Axel Schilling ⌂, (vor 5902 Tagen) @ Jürgen

Bzgl. der Variationsbreite der Hutfarben hier eine Goldröhrlings-Kollektion
aus meinem Hauswald, 350 m ü. NN, bei Larix decidua, vom 18.9.1994.

Grüße Jürgen

Hallo Jürgen,
die Variationsbreite in der Hutfarbe vom Goldröhrling ist mir bekannt, habe ich selber auch schon sö ähnlich wie auf deinem Fotobeispiel gesehen. Aber immer waren auch gelbgetönte Exemplare dabei.
Bei diesem Standort handelt es sich um ein etwa 70 x 40m großes Gebiet mit unterschiedlich alten, eher jungen Lärchen. Der Unterwuchs besteht überwiegend aus lückig stehendem Adlerfarn. Die 4 Fruchtkörper standen an drei vielleicht 10 bis 20m voneinander entfernten Stellen, ich vermute daher jeweils andere Lärchen-Individuen als Mykorrhiza-Partner. Hinzu kommen 3 Exemplare, die der Finder zur Pilzausstellung gebracht hat und 5 weitere Ex., die er verspeist hat (mit mäßigem Geschmack, wie er sagte). Bis auf zwei hatten alle diese Exemplare diese recht dunkle kastanienbraune Hutfärbung ohne irgendeine Gelbverfärbung und waren groß und fest. Die beiden anderen waren schon älter, ebenso einheitlich braun, aber weniger kastanienfarben. Andreas hat den Pilz treffend als "von oben ein Butterpilz, von unter Lärchenröhrling" bezeichnet.
Der normale S.grevillei wuchs außerhalb des Gebietes und war wie er meistens ist: kleiner, schmächtiger, weicher, gelb.
Die Sporenlänge von dem von mir genannten S. clintonianus gingen von 8.5 (ganz wenige Sporen auch 8.x) bis 10.5, selten 11 µm.
Dies würde nicht gegen die Bestimmung, sondern eher dafür sprechen, da S.grevillei Sporen haben soll (von mir nicht geprüft), die bereits ab 6.6/7 beginnen.
Die Lärchenart ist noch ungeklärt, ich vermute Europ. Lärche oder Hybrid-Lärche, werde aber beim Forstamt nochmal nachfragen.
Das Gebiet liegt eingebettet inmitten von 3 sehr großen unter Naturschutz stehenden Moorkomplexen nördlich von Hannover. Zwar in der atlantischen Region, wer aber den letzten Winter noch in Erinnerung hat, weiss um dessen kontinentale Qualitäten.
Das Gebiet wird weiterhin observiert.

Gruß,
Axel

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Re: Die Clintons - zum ersten Mal in Deutschland ?

Jürgen, (vor 5902 Tagen) @ Axel Schilling

Hallo Axel,

Laut Lit. (Engel 1996, Munoz 2005) liegt die mittlere Sporenlänge bei S. clintonianus bei 10-10,5 µ, bei S. grevillei bei 8,5-9 µ. Dein Fund liegt mit ~9,5 µ ziemlich genau dazwischen, so dass in Bezug auf die Literaturangaben keine klare Zuordnung zu einer der beiden Arten möglich ist.

Daher empfehle ich, ganz unabhängig von Referenzwerten in der Literatur die Sporenmaße von typischem grevillei aus demselben Fundgebiet einmal intensiv gegenzuchecken. Wenn sie signifikant kleiner als bei den fraglichen Frkp. sind, wäre das in der Tat ein starkes Indiz, dass bei Letzteren eine andere Art als grevillei vorliegt.

Checke auch die HDS, da clintonianus sich von grevillei durch inkrustierte Hyphen unterscheiden soll. Ein schönes Bild gibt Munoz, S. 625.

Gruß, Jürgen

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Noch ein Foto inkl. Schnitt *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 5902 Tagen) @ Axel Schilling

Hallo Axel,
Hallo Jürgen

Ich hänge mich mal an, weil mir diese wirklich stämmigen Teile auf der
Ausstellung aufgefallen sind und ich mich gefragt habe: Was ist das?
Ich meine ich habe schon 1000de Goldröhrlinge gesehen - solche noch nicht!
Anbei ein Foto "aus der Hand"...

Viele Grüße Felix

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