Achtung, TRICHOLOMA EQUESTRE TÖDLICH GIFTIG

Thomas Pruß, (vor 9172 Tagen)

Moin zusammen,
gerade habe ich eine Mail von Ismene bekommen, die für uns alle nicht ganz unwichtig sein dürfte:
Zitat:

„Der immer als essbar angesehene TRICHOLOMA EQUESTRE ist nach einer neuesten Publikation TÖDLICH GIFTIG:

Bedry R, Baudrimont I, Deffieux G, Creppy EE, Pomies JP, Ragnaud JM, Dupon M, Neau D, Gabinski C, De Witte S, Chapalain JC, Beylot
J, Godeau P (2001, 13. September)
Wild-Mushroom Intoxication as a Cause of Rhabdomyolysis. The New England Journal of Medicine 345: 798-802.

Mit besten Grüßen
Ihr

Reinhard Agerer“ Zitatende.

Da Ismene gerade dabei ist, ein neues Haus zu bauen, fallen ihre E-Mails zur Zeit sehr knapp aus. Ich informiere weiter, sobald ich näheres weiß.

Grüsslis
Thomas

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Re: Achtung, TRICHOLOMA EQUESTRE TÖDLICH GIFTIG

Thomas Pruß, (vor 9172 Tagen) @ Thomas Pruß

So, hier sind weitere Infos:

Tricholoma equestre ist der Grünling, auch Edelritterling genannt.

Die Rhabdomyolysis ist eine Erkrankung, bei der der Skelettmuskel zerstört wird. Dabei treten z. T. giftige Zellbestandteile in den Blutkreislauf über. Die Folgen sind u. a. akutes Nierenversagen (Mortalitätsrate bis zu 30 %) und/oder Herzstillstand.

Offensichtlich ist der Grünling ebenso „hinterhältig“ giftig wie der Kahle Krempling.
Weitere Infos werden folgen.
Grüsslis
Thomas

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Re: Achtung, TRICHOLOMA EQUESTRE TÖDLICH GIFTIG

Harry, (vor 9171 Tagen) @ Thomas Pruß

So, hier sind weitere Infos: Tricholoma equestre ist der Grünling, auch
Edelritterling genannt.
Die Rhabdomyolysis ist eine Erkrankung, bei der der Skelettmuskel zerstört
wird. Dabei treten z. T. giftige Zellbestandteile in den Blutkreislauf
über. Die Folgen sind u. a. akutes Nierenversagen (Mortalitätsrate bis zu
30 %) und/oder Herzstillstand.
Offensichtlich ist der Grünling ebenso „hinterhältig“ giftig wie der Kahle
Krempling.
Weitere Infos werden folgen.
Grüsslis
Thomas

Hallo Thomas,

wenn das stimmen sollte wäre das ja ein Hammer. Ich werde mal versuchen näheres rauszukriegen.

Bye Harry

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Re: Achtung, TRICHOLOMA EQUESTRE TÖDLICH GIFTIG

Georg, (vor 9171 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin zusammen,
gerade habe ich eine Mail von Ismene bekommen, die für uns alle nicht ganz
unwichtig sein dürfte: Zitat: „Der immer als essbar angesehene TRICHOLOMA
EQUESTRE ist nach einer neuesten Publikation TÖDLICH GIFTIG: Bedry R,
Baudrimont I, Deffieux G, Creppy EE, Pomies JP, Ragnaud JM, Dupon M, Neau
D, Gabinski C, De Witte S, Chapalain JC, Beylot
J, Godeau P (2001, 13. September)
Wild-Mushroom Intoxication as a Cause of Rhabdomyolysis. The New England
Journal of Medicine 345: 798-802.
Mit besten Grüßen
Ihr
Reinhard Agerer“ Zitatende.

Sehr interessant. Wäre schön irgendwie an den Artikel ranzukommen um die näheren Umstände des Falles zu erfahren (Einzelfall oder mehrere Personen, Symptome usw)
In Medline habe ich keinen Abstract gefunden (nur den Titel). Und das
'New England Journal of Medicine' im Netz ist leider nur für Abonnenten zugänglich.

Georg

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WICHIGE ZUSATZINFOS!!!!!!!!!!!!!!!!!!! GRÜNLINGE

Christoph ⌂, (vor 9171 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas, hallo restliche Pilze-Pilze-Crew,

ich habe das mit dem Grünling am Montag abend mündlich erfahren, wollte aber noch nicht posten, da ich erst die Primärquelle sehen wollte (nicht, dass ich versehentlich unnötige Panik verbreite).
Gestern abend kam der Artikel aus dem The New England Journal of Medicine per Fax nach München zur Uni, woraufhin Prof. Agerer gleich das Rundmail an die "DGfM-Info-Verteilerpersonen" geschickt hat. Wie ich gesehen habe, ist die Nachricht aber schon im Forum angekommen. Da ich eben den Artikel gelesen habe, will ich versuchen, diesen etwas zusammenzufassen:

Es scheint absolut sicher geklärt zu sein, dass der Grünling Rhabdomyolysis auslöst.
Es sind 12 Vergiftungsfälle aus Frankereich aus den Jahren 1992-2000 bekannt, davon verliefen 3 Fälle tödlich! Der Krankheitsverlauf wird sehr ausführlich, aber sehr speziell ("Fachchinesisch") geschildert. Wichtig erscheint mir insbesondere, dass bei den Patienten die medizinische Vorgeschichte abgeklärt wurde und keiner der Fälle auffällig wegen anderer Krankheiten war. Es handelt sich um 7 Frauen, im Alter zwischen 22 und 60 Jahren, und um 5 Männer zwischen 24 und 61 Jahren. Sie wurden jeweils ca. 1 Woche nach der Pilzmahlzeit eingeliefert und stationär behandelt. Die drei verstorbenen Patienten hatten unter anderem Fieberschübe bis 42° C...

Jetzt hieße das noch nicht, dass wirklich der Grünling schuld ist (könnte ja ein anderer Pilz sein, Verwechslung oder so...

Daher wurde am Tierversuch (Mäuse) der Grünling ausgetestet. Als Nullrpobe wurde der Austernpilz verwendet. Es wurde sowohl wässriger Extrakt nach Kochen im Wasser, wie auch ein lipidfreier (fettfreier) Chloroform-Methanol-Auszug der beiden Pilzarten an die Versuchstiere verfüttert. Weiterhin wurde Grünlingspulver verwendet.

Es wurde das Pulver an 3 Gruppen a 3 Mäusen in der täglichen Dosis von 1 ml Suspension (Pulver in Wasser) gegeben (Maximale Summe der Dosis war 6 g pro kg Maus, bzw. 0,18 g pro Maus).
5 Gruppen zu je 5 Mäusen erhielten 0,3 ml Grünlings- bzw. Austernpilzextrakt (3 Tage lang 1x täglich).
48 Stunden nach der letzten Dosis wurden die Mäuse getötet (2 sind schon früher gestorben!!!) und wurden auf Veränderungen der Muskulatur untersucht.

Die Symptomatik war eindeutig! Insofern ist experimentell am Tierversuch erwiesen, dass Grünlinge die Potenz haben, Rhabdomyolysis auszulösen, auch bis zur Todesfolge!

Klar kann man nicht generell von der Maus auf den Menschen schließen. Interessant wäre es, den verantwortlichen Stoff zu isolieren und die Konzentrationsschwankungen zu untersuchen (gibt es besonders gefährliche Rassen, etc...). Aber alleine die Tatsache, dass bereits drei Todesfälle bekannt sind, die von der Symptomatik mit dem Tierversuchen übereinstimmen (und eben Grünlinge gegessen haben...), lässt die Warnung vor Grünlingen zu einer mehr als wichtigen Information erster Priorität werden!

Ich bitte daher alle Forumsteilnehmer, auf diese Gefahr durch den Grünling hinzuweisen!!!
Solange der Inhaltsstoff nicht bekannt ist, sollte man vielleicht die ganze Gattung zu Speisezwecken meiden!!!

Ich könnte den Artikel einscannen und an den Administratot weiterreichen. Da ich aber nicht weiß, wie das mit dem Copyright aussieht, würde ich Georg bitten, das vorher mit der Zeitung abzuklären.

Wie schon geschrieben wurde, ist der Zugriff kostenpflichtig... daher muss es unbedingt abgeklärt sein... http://content.nejm.org/cgi/content/full/345/11/798

P.S. ich habe den Grünling zum Glück erst einmal gegessen. Es war das letzte Mal!!!!!!!!

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Re: WICHIGE ZUSATZINFOS!!!!!!!!!!!!!!!!!!! GRÜNLIN

42, (vor 9171 Tagen) @ Christoph

Es scheint absolut sicher geklärt zu sein, dass der Grünling
Rhabdomyolysis auslöst.

Dieses 'Lipobay' von Bayer wurde doch kürzlich vom Markt genommen. Unter

http://www.hiv.net/2010/news2001/n0809.htm

läßt sich u.a. folgendes dazu finden:

'Grund für den nun vollzogenen Schritt [vom Markt nehmen] lagen in den
zunehmenden Meldungen über Rhabdomyolysen, einer Zerstörung/Auflösung von
Skelettmuskulator, die oft im akuten Nierenversagen endet.'

Vielleicht war's ja gar nicht das Lipobay, sondern die Grünlinge ...

meint (nicht ganz ernst)

Thomas

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Vielen Dank Christoph!

Thomas Pruß, (vor 9171 Tagen) @ Christoph

Das waren die Infos, die ich gesucht, aber nicht gefunden habe (kein Wunder, wenn, wie Georg schreibt, die noch gar nicht im WWW sind). Ich habe richtig gelesen: das Toxin ist noch nicht bekannt? Gibt es denn wenigstens schon Hinweise darauf? Immerhin gibt es unter den Ritterlingen einige Giftpilze, und deren Inhaltsstoffe sollten doch bekannt sein. So könnte man doch schon in bestimmte Richtungen suchen.
Ich habe den Grünling auch schon sehr oft gegessen – vor allem im letzten Jahre, als er massenweise bei uns wuchs. Schwein gehabt! Obwohl ich seinen Geschmack und seine Konsistenz sehr schätze, werde ich ihn zukünftig stehenlassen. Er steht ja auch auf der RL 3, da fällt es nicht so schwer.
Grüsslis und halt’ uns auf dem Laufenden
Thomas

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Re: Achtung, TRICHOLOMA EQUESTRE TÖDLICH GIFTIG

Marcus B., (vor 9171 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin zusammen,
gerade habe ich eine Mail von Ismene bekommen, die für uns alle nicht ganz
unwichtig sein dürfte: Zitat: „Der immer als essbar angesehene TRICHOLOMA
EQUESTRE ist nach einer neuesten Publikation TÖDLICH GIFTIG: Bedry R,
Baudrimont I, Deffieux G, Creppy EE, Pomies JP, Ragnaud JM, Dupon M, Neau
D, Gabinski C, De Witte S, Chapalain JC, Beylot
J, Godeau P (2001, 13. September)
Wild-Mushroom Intoxication as a Cause of Rhabdomyolysis. The New England
Journal of Medicine 345: 798-802.
Mit besten Grüßen
Ihr
Reinhard Agerer“ Zitatende.
Da Ismene gerade dabei ist, ein neues Haus zu bauen, fallen ihre E-Mails zur
Zeit sehr knapp aus. Ich informiere weiter, sobald ich näheres weiß.
Grüsslis
Thomas

Hallo Thomas

Wenn das stimmt, wieso bemerkte man dann diese Wirkung bisher nicht, obwohl der Grünling ja von jeher Marktpilz war und Massenpilz zum Teil immer noch ist der auch von vielen schon lange gegessen wird? Oder liegt vielleicht eine Abart vor bzw. ist es vielleicht sogar eine andere Art (es soll ja mehrere Unterarten des Grünlings geben)?

Gruß

Marcus B. (der vielleicht doch mal den Grünling probieren wird, bzw. immer noch will)

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TRICHOLOMA EQUESTRE Unterarten?

Thomas Pruß, (vor 9171 Tagen) @ Marcus B.

Moin Marcus,
tja, gute Frage. Christoph stellt sie in seinem Posting auch. Aber wenn ich zukünftig mittels PCR die möglichen Unterarten und Rassen des Grünlings auseinanderfieseln müsste, wäre mir das doch ein wenig zu viel Arbeit. Ich drücke mich ja schon vorm Pilzeputzen ;-).
Ich denke mal, dass da jetzt noch ‘ne ganze Menge Forschungsarbeit zu tun ist.
Grüsslis
Thomas