Frage zu Milchbrätling und Kuhmaul

Reinhard, (vor 9171 Tagen)

Hallo,
habe dieses Jahr erstmals den Milchbrätling gefunden, hatte ihn mitgenommen und erst am nächsten Tag bestimmt. Ganz klar war der Heringsgeruch zu erkennen. Hierbei handelte es sich um ein Mini-exemplar von etwa 3-4cm Hutdurchmesser. Letztes Wochenende fand ich dann zwei taufrische Riesenexemplare von ca. 15-18cm Hutdurchmesser. War freudig erregt, ob des bevorstehenden Geschmackserlebnisses, teste noch den Geruch und rieche gar nichts. Lasse den Pilz da wo ist und geh weiter. Zuhause dann riechen meine Finger ganz klar und deutlich nach Hering. Es scheint also ein Zersetzungsprozess der Milch stattzufinden, welcher den Geruch verursacht. Hat jemand eine Ahnung wie lange es dauert bis dieser Geruch wahrnehmbar ist.
Ausserdem kamen mir einige wenige Exemplare vom Kuhmaul unter. Diese hab ich dann isoliert von den ganz wenigen anderen Funden nur in Butter mit Salz gebraten. Für mich bisher der einzige Pilz der süß schmeckt. Und es war definitiv Salz und kein Zucker. Hat das schon mal jemand anders beobachtet oder sind meine Geschmacksnerven im Eimer.
Grüße Reinhard

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Re: Frage zu Milchbrätling und Kuhmaul

felix, (vor 9171 Tagen) @ Reinhard

Hallo,
habe dieses Jahr erstmals den Milchbrätling gefunden, hatte ihn mitgenommen
und erst am nächsten Tag bestimmt. Ganz klar war der Heringsgeruch zu
erkennen. Hierbei handelte es sich um ein Mini-exemplar von etwa 3-4cm
Hutdurchmesser. Letztes Wochenende fand ich dann zwei taufrische
Riesenexemplare von ca. 15-18cm Hutdurchmesser. War freudig erregt, ob des
bevorstehenden Geschmackserlebnisses, teste noch den Geruch und rieche gar
nichts. Lasse den Pilz da wo ist und geh weiter. Zuhause dann riechen
meine Finger ganz klar und deutlich nach Hering. Es scheint also ein
Zersetzungsprozess der Milch stattzufinden, welcher den Geruch verursacht.
Hat jemand eine Ahnung wie lange es dauert bis dieser Geruch wahrnehmbar
ist.
Ausserdem kamen mir einige wenige Exemplare vom Kuhmaul unter. Diese hab ich
dann isoliert von den ganz wenigen anderen Funden nur in Butter mit Salz
gebraten. Für mich bisher der einzige Pilz der süß schmeckt. Und es war
definitiv Salz und kein Zucker. Hat das schon mal jemand anders beobachtet
oder sind meine Geschmacksnerven im Eimer.
Grüße Reinhard

habe ebenfalls dieser tage einige exemplare des brätlings gefunden, die sehr frisch und knackig waren und auch enorm "geheringt" haben.

felix

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Re: Frage zu Milchbrätling und Kuhmaul

uli prokop, (vor 9171 Tagen) @ Reinhard

hallo allerseits, hallo reinhard,

leider finde ich den brätling, der in früheren zeiten bei uns in etwas höheren lagen ein richtiger massenpilz war, immer seltener, bzw. gar nicht mehr. wurde dieser kontinuierliche rückgang ( nicht nur ein zeitweiliges ausbleiben ) anderswo auch bemerkt? ähnlich verschwinden hier im grazer raum in den niederungswäldern vor allem der gefelderte grüntäubling und die schweinsohren, aber beide pilze waren auch früher nie richtig häufig, obwohl man sie doch verlässlich, und in manchen jahren in großen mengen fand.

inwieweit dieser arttypische geruch von volemus erst nach einer gewissen zeit auftritt, ließe sich ja recht leicht feststellen - ich hab nie besonders darauf geachtet; bei älteren exemplaren ist er jedenfalls intensiver.

die brätlinge schmecken meines erachtens am besten, wenn man sie direkt auf der herdplatte auf beiden seiten ziemlich schnell anbrät; wenn sie durch das austretende wasser zu hüpfen beginnen etwas salzen. mit einem guten getoasteten weißbrot, ein bisschen frischkäse und einem ordentlichen glas frischen, kalten, trockenen weißwein eine bukolische jause an einem sonnigen herbsttag. ( und nicht nur an einem sonnigen! )hier in der steiermark wird vor dem servieren noch etwas schweineschmalz in den lamellen verteilt - ich halte nicht viel davon.

ich hab ein paar missglückte erfahrungen mit anderen zubereitungsarten des brätlings hinter mir - als mischpilz in saucen eignet er sich jedenfalls nicht.

das kuhmaul finde ich zu selten, reinsortig hab ich es nie zubereitet. in einem mischgericht ist es mir noch nicht in der beschriebenen weise aufgefallen.

grüße

uli

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Re: Frage zu Milchbrätling und Kuhmaul

Monika Fahrnberger, (vor 9171 Tagen) @ uli prokop

hallo allerseits, hallo reinhard,
leider finde ich den brätling, der in früheren zeiten bei uns in etwas
höheren lagen ein richtiger massenpilz war, immer seltener, bzw. gar nicht
mehr. wurde dieser kontinuierliche rückgang ( nicht nur ein zeitweiliges
ausbleiben ) anderswo auch bemerkt? ähnlich verschwinden hier im grazer
raum in den niederungswäldern vor allem der gefelderte grüntäubling und
die schweinsohren, aber beide pilze waren auch früher nie richtig häufig,
obwohl man sie doch verlässlich, und in manchen jahren in großen mengen
fand.

Hallo, Uli!

Ja, leider auch im Wiener Umland und in Niederösterreich kann ich ähnlichen Rückgang für Brätling und Schweinsohren berichten; früher hatte ich immer wieder mal Glück, die letzten Jahre praktisch nie mehr... (aber, bis auf heuer, viele gute andere Arten!)

Grünfeldrige Täublinge waren hier immer schon nur seltenst aufzufinden.

Monika

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Re: Frage zu Milchbrätling und Kuhmaul

Alpenhans, (vor 9171 Tagen) @ uli prokop

Hallo Uli und Monika!
Auch ich habe beim milchbrätling dieselbe beobachtung gemacht. vor ca 15 jahren war er im raum wiener neustadt noch sehr häufig - dann habe ich ihn einige jahre überhaupt nicht mehr gefunden und erst in den letzten jahren finde ich ab u. zu ein exemplar.
seit dieser woche gibt es eine richtige steinpilzschwemme auch im wechselgebiet. auch reizker, eierschwammerl u. parasole sind im kommen.
gruß hans

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Re: Frage zu Milchbrätling und Kuhmaul

Der Schwammerer, (vor 9170 Tagen) @ uli prokop

Also ich scheine der einzige zu sein, der findet, das Milchbrätlinge häufiger werden.

Ich habe jahrelang überhaupt keine mehr gefunden, Dann vor 3 Jahren 2, letztes Jahr schon so 10 und alleine letzte Woche an einem Tag 9.

Gruß vom Schwammerer aus der Oberpfalz (Nordbayern)

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Re: Frage zu Milchbrätling und Kuhmaul

Matzinger, (vor 9170 Tagen) @ Der Schwammerer

Also ich scheine der einzige zu sein, der findet, das Milchbrätlinge häufiger
werden.
Ich habe jahrelang überhaupt keine mehr gefunden, Dann vor 3 Jahren 2,
letztes Jahr schon so 10 und alleine letzte Woche an einem Tag 9.
Gruß vom Schwammerer aus der Oberpfalz (Nordbayern)

hallo schwammerer,
auch in der fränkischen schweiz (auch nordbayern) gibt es diese jahr ungewöhnlich viele brätlinge, bisher etwa 60 exemplare, letztes jahr konnte ich sie an einer hand abzählen.
gruß matzinger

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Re: Frage zu Milchbrätling und Kuhmaul

Monika Fahrnberger, (vor 9170 Tagen) @ Matzinger

hallo schwammerer,
auch in der fränkischen schweiz (auch nordbayern) gibt es diese jahr
ungewöhnlich viele brätlinge, bisher etwa 60 exemplare, letztes jahr
konnte ich sie an einer hand abzählen.
gruß matzinger

Ich wohne offensichtlich an der "falschen Stelle"...
Genießt die Brätlinge!

Monika

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Re: Frage zu Milchbrätling und Kuhmaul

Reinhard, (vor 9169 Tagen) @ Der Schwammerer

Also ich scheine der einzige zu sein, der findet, das Milchbrätlinge häufiger
werden.
Ich habe jahrelang überhaupt keine mehr gefunden, Dann vor 3 Jahren 2,
letztes Jahr schon so 10 und alleine letzte Woche an einem Tag 9.
Gruß vom Schwammerer aus der Oberpfalz (Nordbayern)

Hi Schwammerer,

zur Häufigkeit kann ich nichts sagen, hab den Brätling dieses Jahr erstmals für mich bestimmt, also keine Angaben zur früheren Häufigkeit. Nur war eben für mich das entscheidente Kriterium der Heringsgeruch. Und genau dieser fehlte bei meinem zweiten Fund als ich den Pilz abgeschnitten und daran gerochen hatte. Zuhause "stank" dann mein Finger deutlich danach, war also der Milchling. Ich denke, daß mir dieser faux-pas, nicht mehr passiert, aber trotzdem. Du bist ja wohl der mit den meisten Funden. Achte doch bitte das nächste mal darauf, ab wann der Heringsgeruch feststellbar ist und mail mir das mal. Wäre nett.
Gruß Reinhard
(südliche Oberpfalz)

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Heringsgeruch durch Oxidation der Milch

Birgit, (vor 9169 Tagen) @ Reinhard

Hallo Reinhard,

der Heringsgeruch entsteht meines Wissens nach erst, wenn die Milch an der Luft oxidiert. Erwischt du einen absolut unverletzten Pilz riecht der nach nix, wie du ja auch festgestellt hast.

Gruß

Birgit

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Re: Frage zu Milchbrätling und Kuhmaul

Birgit, (vor 9170 Tagen) @ uli prokop

Hallo,

laut Angaben von W. Paetzold scheint der Brätling wieder häufiger zu werden. Ob sich das nun nur auf den Schwarzwald bezieht, weiß ich natürlich nicht so genau. Jedenfalls haben wir in den zwei Wochen in Hornberg recht viele gefunden.

Letztes Jahr hab ich so auf ca. 900m Höhe im sauren Fichtenwald in der Nähe der Wieskirche zwei Stück gefunden, einen habe ich verspeist, lecker. Ich würde gerne mal mehr davon finden...., aber in unmittelbarer Umgebung gibts ihn leider nicht.

Gruß

Birgit