Hexen im Buchenwald ?! *PIC*

Ingo, (vor 5895 Tagen)

Hallo Forum,

hier Teil zwei vom Pilzsplitt. Thema mal wieder mein Rotbuchen - Eichenwald. Seit Jahren versuche ich dort,
Flockies nachzuweisen – bisher leider vergeblich. Wahrscheinlich nicht sauer genug, der Boden dort.

Bis am vergangenen WE dort eine Spaziergängerin mit einem Kleinkind und einem fast ebenso
großen Pilz in der Hand meinen Weg kreuzte. "Was ist das für einer, und kann man den essen?" so ihre Frage.
Der aufmerksame Leser wird sich den Rest denken können. Bei dem Pilz handelte es sich um einen zwar
ziemlich großen, aber an sich noch essenswert aussehenden Flockenstieligen Hexenröhrling.

Am Rand des Waldstückes, eben neben der Straße wollte sie ihn gefunden haben.
Intern, nur so für mich, ist damit der Nachweis für diesen MTBQ erbracht. Allerdings – für einen
Listeneintrag hätte ich gerne mal selbst einen gefunden.
Also war es nahe liegend, sich das betreffende Waldareal mal näher anzuschauen.
Allerlei lustige Sachen fand ich dort:

[image]

meinen insgesamt dritten Hasenröhrling und diese grünen "Birkentäublinge" hier:

[image]

Die kamen mir allerdings von Anfang an merkwürdig vor. Birken waren, wie oft, nicht mal in der Ferne zu erspähen.
Einen Verdacht hatte ich ja auch gleich. Nur stimmten die Funde nicht annährend mit den Bildern
überein, die ich aus der Literatur kenne. Trotzdem – so schöne Grüntöne und bei näherer Betrachtung
eine fein-schorfige Oberfläche. Also mal mit genommen, und einer näheren Untersuchung unterzogen.

[image]

im Bild links – FESO4; rechts ANILIN. Untergrund, eindeutig MHK!
Sofort deutlich fleischrosa Reaktion. Die zum Vergleich gesammelten Aerugineas verfärbten sich im
Vergleich dazu langsam, wie immer. Unter der Lupe eindeutig zu erkennen, eine ziemlich fette, grüne
Deckschicht, wie aufgetragene Farbe, die leicht schuppig wirkte. Allerdings – Geruch und Geschmack
der sehr stämmigen Pilze, auch nach zwei Tagen, völlig NULL. Wie nussiger Geschmack geht, bewiesen
die Integras, die ich im Kiefernwald fand.

Hier übrigens - Sporenpulver schmutzigweiß bis creme. Auch seltsam – die angeblich unabziehbare
Huthaut ging bist zu etwa einem Drittel leicht ab.
Birkentäüblinge, zum Vergleich, lassen sich fast komplett häuten.
Was nun? Liegt der noch in der Variationsbreite von RUSSULA virescens, oder gibt es da andere Arten,
die man nur im SARNARI finden kann?
p. s. Geschmack – über den lässt sich bekanntlich nicht streiten:

[image]

Was nach Käse riecht, sollte auch so schmecken. Meine Zunge juckt heute noch....;o))
Camemberttäubling, oder was?
Übrigens – Flockies hatte ich wieder keinen einzigen in Situ gefunden.

Grüßlis Ingo

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Re: Hexen im Buchenwald ?!

willihund2, (vor 5895 Tagen) @ Ingo

Das der Flockenstielige Hexenpilz nur auf saurem Boden vorkommt, kann ich nicht bestätigen. Ich habe diesen keine zehn Meter neben dem Netzstieligen Hexenpilz gefunden, der ja eher kalkliebend sein soll. Im Buchen- Eichenmischwald habe ich bisher noch keinen Flocki gefunden, sondern nur in reinen Buchen-, Eichen- oder Fichtenwäldern. Das muss aber keine Bedeutung haben.

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Re: Hexen im Buchenwald ?!

Kuhmaul, (vor 5895 Tagen) @ Ingo

im Bild links – FESO4; rechts ANILIN. Untergrund, eindeutig MHK!
Sofort deutlich fleischrosa Reaktion.
Grüßlis Ingo

Diesen grünen Täubling hätte ich jetzt nach Deiner guten Beschreibung und nach meinem Schlüssel als
R. heterophylla (Grüner Speise-Täubling) eingeordnet.

Nur eine, meine Macro-Aussage :-]

Grüsse aus der Rhön
kuhi

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Re: Ausschnitt Russula *PIC*

Ingo, (vor 5894 Tagen) @ Kuhmaul

Diesen grünen Täubling hätte ich jetzt nach Deiner guten Beschreibung und
nach meinem Schlüssel als
R. heterophylla (Grüner Speise-Täubling) eingeordnet.

Hallo Claus,

die Beschreibung zu R. h. befindet sich im MHK gleich nebenan.
Nur würde ich mir den wie Russula vesca in grün vorstellen.
R. vesca kenne ich gut - im Moment ist sie hier sogar so häufig
wie noch nie.

Das gezeigte UMO wirkte deutlich anders. OK, rein von der Größe
her paßt es. Allerdings erwarte ich wenigstens den üblichen, leicht
fruchtigen Geruch und vor allem etwas Geschmack.
Den hier zu sehenden Hutrand als zurück gezogen zu bezeichnen, halte
ich für gewagt. Zudem wollten die Teile, auch nach zwei Tagen, nirgends
irgendwelche Flecken bekommen. Das Bild mit den chem. Übungen übrigens
lag bereits zwei Tage nach dem Fund.

Obwohl - Russula heterophylla wäre ebenfalls ein Erstfund. ;-))
Vielleicht fällt ja wem noch etwas dazu ein.

Grüßli Ingo

[image]

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Re: Ausschnitt Russula

Kuhmaul, (vor 5893 Tagen) @ Ingo

Obwohl - Russula heterophylla wäre ebenfalls ein Erstfund. ;-))
Vielleicht fällt ja wem noch etwas dazu ein.
Grüßli Ingo

Hallo Ingo,

Asche auf mein Haupt. Hätte ich Deinen Beitrag noch genauer gelesen wie z.Bsp. das hier:

Birken waren, wie oft, nicht mal in der Ferne zu erspähen.

hätte ich ahnen müssen, dass Du R. heterophylla schon ausgeschlossen hattest.
So ein Schlingel! Kennt sich wohl doch mit Pilzen besser aus als ich...:-))

Dein letztes Bild ist für mich ggü. den vorhergehenden schon aussagekräftiger, weil schon gefunden.
Dieses schöne Minz-Grün bei R. virescens ist für mich einmalig.
Aber, ob da die Huthaut jedesmal nicht-oder-doch abziehbar war?? Nie untersucht. Wieder mal was gelernt. Danke!

So, nun setze ich mich mal wieder mit meinem birkenlosen Buch in die letzte Reihe.

LG
aus der Rhön
kuhi

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Re: Ausschnitt Russula

Ingo, (vor 5893 Tagen) @ Kuhmaul

So ein Schlingel! Kennt sich wohl doch mit Pilzen besser aus als ich...:-))

Hallo Claus,

eigentlich kenne ich mich nur mit den Arten gut aus, die hier immer wachsen.
Zum Beispiel Arten aus den armen Kiefernwäldern auf Binnendünen. Bei allen
anderen stehe ich meist auf dem Schlauch. Z. B. wenn mal was für mich Neues
auftaucht, so wie hier.
Imho - kein Mensch kennt bei Geburt auch nur eine einzige Pilzart - Das Leben
ist halt ein Lernprozess.

Dieses schöne Minz-Grün bei R. virescens ist für mich einmalig.
Aber, ob da die Huthaut jedesmal nicht-oder-doch abziehbar war?? Nie
untersucht. Wieder mal was gelernt. Danke!

Nein, vielen Dank für deinen Tipp zur Farbtönung. So ganz mag ich diesen Fund
aber noch nicht abhaken.
Dazu müßte sich mal Jemand äußern, der wirklich Ahnung von der Materie hat.

LG Ingo

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Ahnung von der Materie

Thüringer-Holz, (vor 5889 Tagen) @ Ingo

habe ich ja nun ein wenig.....

Für mich hast du da den R.virescens gefunden. Um heterophylla
-der übrigens in allen grün, hellgrün, dunkelgrün
und braun und grünbraunen und grünolivegelbbraunen Tönen vorkommt-
aus zuschließen, werfe einen gaaanz kurzen Blick ins scharfe Glas.
Dazu bitte aus Hutmittenähe ein Stück Huthaut entnehmen! Findest du keine
Crins (Rosshaare) kannst auch du dir sicher sein, einen Grüngefelderten
gefunden zu haben.
Wie diese "Crins" aussehen habe ich hier schon öfter gezeit. Bitte betätige die Suchfunktion *ggg*
Dein Käse-Täubling scheint mir keiner zu sein! Da Russula sororia ein Bomben-Jahr
hat und dieses Umbra-Braun sehr für ihn spricht, solltest du das checken.
Hierzu wird dir der Michel und der Henning und der Kreisel
aber keine Hilfe sein.
Ganz geiles Unterscheidungsmerkmal zu Russula amoenolens: Guajak auf den Stiel!
Russula sororia: negativ (bleibt braun, erst nach Minuten Farbumschlag)
Russula amoenolens: positiv (rascher Umschlag zu blau/grün)

Auch hier eine neue Erkenntniss aus Belgien vom Russula Kongress:
Guajak Tinktur wird bei uns in Deutschland absolut unterschätzt bei der
makroskopischen Russula Bestimmung. Bei einigen Sektionen
gibts da sehr gute "im Feld mit Guajak bestimmbare Arten" bzw.
welche die man an Hand der Reaktion ausschließen kann!

Vielleicht später dazu einmal mehr!

LG gen Polen

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Re: Danke und LG Back *oT*

Ingo, (vor 5888 Tagen) @ Thüringer-Holz

- kein Text -