Seltene Arten schützen

Svampskogen, (vor 5893 Tagen)

Hallo miteinander!

Ich kenne ein kleines Gebiet (ca. 100 qm) mit schönen alten Buchen und am Rande mit Eichen. Seit 2 Jahren finde ich dort allerlei spezielle Arten. So beispielsweise Boletus calopus (Schönfuss-Röhrling), Boletus radicans (Wurzelnder Bitterröhrling), Boletus appendiculatus (Gelber Bronze-Röhrling), Boletus satanas (Satans-Röhrling), Boletus fechtneri (Silber-Röhrling), Amanita solitaria (Stachelschuppiger Wulstling), Tricholoma ustaloides (Bitterer Eichen-Ritterling), Ramaria sanguinea (Blutrotfleckende Koralle) und auch wunderschöne blaue Klumpfüsse gab es schon zu bewundern (leider unbestimmt) und heute habe ich sogar noch Boletus torosus (Ochsen-Röhrling) gefunden.
Deswegen will ich mich mit dem zuständigen Revierförster in Verbindung setzen und ihn bitten, die wenigen Bäume (ca. 10) aus der Nutzung zu nehmen.
Wer von euch hat schon so ein ähnliches Vorhaben durchgeführt und könnte mir Erfahrungen dazu mitteilen und mir einige Tipps geben, wie ich vorgehen könnte?!

Vielen Dank und liebe Grüsse aus der Schweiz

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Re: Seltene Arten schützen

Jürgen, (vor 5893 Tagen) @ Svampskogen

Hallo miteinander!
Ich kenne ein kleines Gebiet (ca. 100 qm) mit schönen alten Buchen und am
Rande mit Eichen. Seit 2 Jahren finde ich dort allerlei spezielle Arten.
So beispielsweise Boletus calopus (Schönfuss-Röhrling), Boletus radicans
(Wurzelnder Bitterröhrling), Boletus appendiculatus (Gelber
Bronze-Röhrling), Boletus satanas (Satans-Röhrling), Boletus fechtneri
(Silber-Röhrling), Amanita solitaria (Stachelschuppiger Wulstling),
Tricholoma ustaloides (Bitterer Eichen-Ritterling), Ramaria sanguinea
(Blutrotfleckende Koralle) und auch wunderschöne blaue Klumpfüsse gab es
schon zu bewundern (leider unbestimmt) und heute habe ich sogar noch
Boletus torosus (Ochsen-Röhrling) gefunden.
Deswegen will ich mich mit dem zuständigen Revierförster in Verbindung setzen
und ihn bitten, die wenigen Bäume (ca. 10) aus der Nutzung zu nehmen.
Wer von euch hat schon so ein ähnliches Vorhaben durchgeführt und könnte mir
Erfahrungen dazu mitteilen und mir einige Tipps geben, wie ich vorgehen
könnte?!
Vielen Dank und liebe Grüsse aus der Schweiz

Hallo,

nach meinen Erfahrungen nehmen Forstleute durchaus Rücksicht auf Wuchsorte seltener Arten, sofern sie darüber informiert werden. Ich würde an deiner Stelle den Revierleiter oder das zuständige Forstamt einfach anrufen und deine Bitte vortragen, evtl. auch verbunden mit dem Angebot einer gemeinsamen Begehung, sobald sich dort ein prägnanter Pilzaspekt einstellt.

Gruß, Jürgen

P.S.: Nach welcher Literatur hast du den torosus bestimmt? Pilze der Schweiz, Bd. 3?

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Re: Seltene Arten schützen

Svampskogen, (vor 5893 Tagen) @ Jürgen

Hallo,
nach meinen Erfahrungen nehmen Forstleute durchaus Rücksicht auf Wuchsorte
seltener Arten, sofern sie darüber informiert werden. Ich würde an deiner
Stelle den Revierleiter oder das zuständige Forstamt einfach anrufen und
deine Bitte vortragen, evtl. auch verbunden mit dem Angebot einer
gemeinsamen Begehung, sobald sich dort ein prägnanter Pilzaspekt
einstellt.
Gruß, Jürgen
P.S.: Nach welcher Literatur hast du den torosus bestimmt? Pilze der Schweiz,
Bd. 3?

Ich hatte auch an so etwas ähnliches gedacht. Ich hoffe mein Förster ist den Pilzen wohl gesinnt:)
Leider habe ich schon oft das Gefühl, dass Pilzschutz nicht so richtig ernst genommen wird. Wohingegen die Frauenschuhstandorte in meinem Pilzwald schon lange geschützt sind. Was natürlich gut ist.
Nein nein. ;) Es war schon nicht die Varietät luteocupreus. Ich weiss nicht mehr von wo ich ihn genau kenne. Ich gebe zu, mein gefundenes Exemplar heute war sehr alt. Dennoch waren die gelben Poren und der sehr düstere und blaufleckende Hut noch zu erkennen. Auffallend schwer war der Fruchtkörper jedoch keineswegs. Anfangs dachte ich: "Häh, was soll das denn sein?". Nie hätte ich gedacht den Ochsen-Röhrling in "meinem" Wald zu finden.

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Re: Seltene Arten schützen

Max, (vor 5893 Tagen) @ Svampskogen

Hallo lieber Pilzfreund

Ich bin auch in der Schweiz zu Hause und habe meinen Ochsenröhrlings - Standort erst nach dem Wechsel des Revierförsters schützen können. Zumindest habe ich den Eindruck, dass es der Förster ernst meint mit seiner Zusage, diesen Fundort zu schützen. Es ist ja auch nur ein sehr kleines Waldstück. Er hat mir gesagt, dass ihm ab diesem Jahr sogar eine neue Software zur Verfügung stehe, mit welcher er "seinen" Wald im Detail verwalten könne. Neuaufforstungen, Neophyten, seltene Pflanzen und Tiere könne er nun standortbezogen erfassen.

Ich habe ihm eine kleine, farbige Doku überreicht mit den seltenen Pilzen dieses Waldstückes. Dazu habe ich erwähnt dass diese Pilze auch über die Landesgrenzen hinaus bei den Spezialisten Interresse erwecken.

Bei alten Röhrlingen musst Du gut aufpassen, die sind nur schwer zu bestimmen. Grad am letzten Dienstag hat mir eine befreundete Pilzkontrolleurin freudig einen alten Ochsenröhrling gezeigt. Ich bin überhaupt kein Röhrlingsspezialist, würde aber trotzdem mit einem höheren Betrag dagegen wetten, dass es sich bei diesem Pilz um einen alten Netzstieligen Hexenröhrling handelt.

Liebe Grüsse
Max

Ich hatte auch an so etwas ähnliches gedacht. Ich hoffe mein Förster ist den
Pilzen wohl gesinnt:)
Leider habe ich schon oft das Gefühl, dass Pilzschutz nicht so richtig ernst
genommen wird. Wohingegen die Frauenschuhstandorte in meinem Pilzwald
schon lange geschützt sind. Was natürlich gut ist.
Nein nein. ;) Es war schon nicht die Varietät luteocupreus. Ich weiss nicht
mehr von wo ich ihn genau kenne. Ich gebe zu, mein gefundenes Exemplar
heute war sehr alt. Dennoch waren die gelben Poren und der sehr düstere
und blaufleckende Hut noch zu erkennen. Auffallend schwer war der
Fruchtkörper jedoch keineswegs. Anfangs dachte ich: "Häh, was soll
das denn sein?". Nie hätte ich gedacht den Ochsen-Röhrling in
"meinem" Wald zu finden.

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Re: Seltene Arten schützen

Svampskogen, (vor 5892 Tagen) @ Max

Hallo lieber Pilzfreund
Ich bin auch in der Schweiz zu Hause und habe meinen Ochsenröhrlings -
Standort erst nach dem Wechsel des Revierförsters schützen können.
Zumindest habe ich den Eindruck, dass es der Förster ernst meint mit
seiner Zusage, diesen Fundort zu schützen. Es ist ja auch nur ein sehr
kleines Waldstück. Er hat mir gesagt, dass ihm ab diesem Jahr sogar eine
neue Software zur Verfügung stehe, mit welcher er "seinen" Wald
im Detail verwalten könne. Neuaufforstungen, Neophyten, seltene Pflanzen
und Tiere könne er nun standortbezogen erfassen.
Ich habe ihm eine kleine, farbige Doku überreicht mit den seltenen Pilzen
dieses Waldstückes. Dazu habe ich erwähnt dass diese Pilze auch über die
Landesgrenzen hinaus bei den Spezialisten Interresse erwecken.
Bei alten Röhrlingen musst Du gut aufpassen, die sind nur schwer zu
bestimmen. Grad am letzten Dienstag hat mir eine befreundete
Pilzkontrolleurin freudig einen alten Ochsenröhrling gezeigt. Ich bin
überhaupt kein Röhrlingsspezialist, würde aber trotzdem mit einem höheren
Betrag dagegen wetten, dass es sich bei diesem Pilz um einen alten
Netzstieligen Hexenröhrling handelt.
Liebe Grüsse
Max

Hallo Max

Ich habe übrigens Pilzfunddaten von dir in Swissfungi eingelesen, als ich letztes Jahr ein Praktikum bei Beatrice Senn gemacht habe ;)
Eine Dokumentation ist natürlich das Beste, was man machen kann. Leider habe ich erst vor zwei Wochen mit der Pilzfotografie angefangen und will ich alle seltenen Arten fotografieren, dauert dies sicher wieder zwei weitere Jahre oder so.
Du hast recht, zuerst dachte ich wirklich kurz an einen alten Netzstieligen Hexenröhrling, dieser ist jedoch bei mir zu Hause sehr häufig und ich kenne ihn deswegen gut. Gelbe Poren habe ich bei ihm auch schon gesehen, jedoch nie diesen blaufleckenden, sehr düsteren Hut.
Desweiteren finde ich es einfach fantastisch, dass gewisse räumlich stark begrenzte Gebiete eine derart spezielle Pilzflora haben, die sich vom Rest des umliegenden Waldes stark abhebt.

Liebe Grüsse

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Re: Seltene Arten schützen

Max, (vor 5892 Tagen) @ Svampskogen

Hallo

Wenn Du bei Frau Senn ein Praktikum gemacht hast, kennst Du Dich mit dem Ochsenröhrling vermutlich besser aus als ich. Bei mir habe ich übrigens grad heute morgen drei junge b. rubrosanguineus gesehen.
Wenn Du seltene Arten fotografieren willst, musst Du Geduld haben. Das kann manchmal Jahre dauern bis Du Deinen Wunschpilz in fotogenem Zustand findest.
Dazu wünsche ich Dir jedenfalls viel Glück.

Liebe Grüsse
Max

Hallo Max
Ich habe übrigens Pilzfunddaten von dir in Swissfungi eingelesen, als ich
letztes Jahr ein Praktikum bei Beatrice Senn gemacht habe ;)
Eine Dokumentation ist natürlich das Beste, was man machen kann. Leider habe
ich erst vor zwei Wochen mit der Pilzfotografie angefangen und will ich
alle seltenen Arten fotografieren, dauert dies sicher wieder zwei weitere
Jahre oder so.
Du hast recht, zuerst dachte ich wirklich kurz an einen alten Netzstieligen
Hexenröhrling, dieser ist jedoch bei mir zu Hause sehr häufig und ich
kenne ihn deswegen gut. Gelbe Poren habe ich bei ihm auch schon gesehen,
jedoch nie diesen blaufleckenden, sehr düsteren Hut.
Desweiteren finde ich es einfach fantastisch, dass gewisse räumlich stark
begrenzte Gebiete eine derart spezielle Pilzflora haben, die sich vom Rest
des umliegenden Waldes stark abhebt.
Liebe Grüsse

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Re: Seltene Arten schützen

Svampskogen, (vor 5892 Tagen) @ Max

Hallo
Wenn Du bei Frau Senn ein Praktikum gemacht hast, kennst Du Dich mit dem
Ochsenröhrling vermutlich besser aus als ich. Bei mir habe ich übrigens
grad heute morgen drei junge b. rubrosanguineus gesehen.
Wenn Du seltene Arten fotografieren willst, musst Du Geduld haben. Das kann
manchmal Jahre dauern bis Du Deinen Wunschpilz in fotogenem Zustand
findest.
Dazu wünsche ich Dir jedenfalls viel Glück.
Liebe Grüsse
Max

Glaub ich kaum, es ist ja nicht so, dass ich da nur Pilze auswendig gelernt hätte ;) Ausserdem glaub ich hat Beatrice es nicht so mit den Röhrlingen :)
Den Falschen Satansröhrling hab ich vor zwei Wochen das erste Mal gefunden, nur wenige hundert Meter von meinem Buchenwald entfernt. Der Hut war knallrot.

Gruss Svampskogen