Agaricus arvensis? *PIC*

Mycelio, (vor 5892 Tagen)

Hallo zusammen,

habe in einem nahegelegenen Park eine Stelle mit großen, stämmigen Champignons gefunden, bei denen ich mir nicht 100%ig sicher bin.

Der Fundort ist ein Eibengebüsch unter einer Linde, sandiger, wahrscheinlich gut von Zwei- und Vierbeinern gedüngter Boden.

Die Pilze werden bis zu 20cm hoch und breit und sind gelblich weiß. Letztens wuchsen sie vereinzelt, der heutige Nachwuchs aber in dichten Büscheln. Die Hutoberfläche ist zuerst weiß, später gelblich und leicht geschuppt, der Stiel rauh. Die Stielbasis ist höchstens leicht verdickt, manchmal gebogen. Die Lamellen sind frei und dichtstehend, zuerst blaßrosa, sobald sich Hut und Ring öffnen, werden sie schnell dunkelbraun. Der Ring ist unterseits dick und bricht früh zahnradartig auf. Die Oberseite öffnet sich beim Aufschirmen des Hutes und hängt dann papierartig nach unten.

Beim Aufreißen eines Pilzes verfärbt sich nichts, beim Quetschen kommt es zu zögerlichem Gilben. Geruch und Geschmack wie Zuchtchampignons, kein Anis, allenfalls ein Hauch von Mandeln.

Sektion Arvenses dürfte klar sein. Spricht irgendwas gegen Agaricus arvensis?

Gruß, Carsten

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Re: Agaricus arvensis?

Christoph ⌂, (vor 5892 Tagen) @ Mycelio

Hallo Mycelio,

ich kämpfe auch gerade mit einem möglichen Agaricus arvensis (http://forum.pilze-bayern.de/index.php/topic,777.0.html). Nur sind dessen Sporen zu klein, weshalb ich an Agaricus osecanus denke. Für den wiederum sind die Marginalzellen zu groß...

Was Deinen Agaricus angeht: wenn die Mikromerkmale passen (Sporengröße, Marginalzellen), dann spricht nichts dagegen. Bei "meinem" Agaricus cf. osecanus (quasi der Doppelgänger) verfärbt das Fleisch allerdings gar nicht, weder nach Schneiden noch Reißen (nur die FK-Oberfläche reagiert). Wenn bei Deinem das Fleisch langsam gilbt, spräche das eher für A. arvensis.

Ohne Mikromerkmale wird man hier aber kaum weiterkommen, fürchte ich.

LG
Christoph

Hallo zusammen,
habe in einem nahegelegenen Park eine Stelle mit großen, stämmigen
Champignons gefunden, bei denen ich mir nicht 100%ig sicher bin.
Der Fundort ist ein Eibengebüsch unter einer Linde, sandiger, wahrscheinlich
gut von Zwei- und Vierbeinern gedüngter Boden.
Die Pilze werden bis zu 20cm hoch und breit und sind gelblich weiß. Letztens
wuchsen sie vereinzelt, der heutige Nachwuchs aber in dichten Büscheln.
Die Hutoberfläche ist zuerst weiß, später gelblich und leicht geschuppt,
der Stiel rauh. Die Stielbasis ist höchstens leicht verdickt, manchmal
gebogen. Die Lamellen sind frei und dichtstehend, zuerst blaßrosa, sobald
sich Hut und Ring öffnen, werden sie schnell dunkelbraun. Der Ring ist
unterseits dick und bricht früh zahnradartig auf. Die Oberseite öffnet
sich beim Aufschirmen des Hutes und hängt dann papierartig nach unten.
Beim Aufreißen eines Pilzes verfärbt sich nichts, beim Quetschen kommt es zu
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Sektion Arvenses dürfte klar sein. Spricht irgendwas gegen Agaricus arvensis?
Gruß, Carsten

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Re: Agaricus arvensis?

Mycelio, (vor 5892 Tagen) @ Christoph

Danke Christoph,

leider fehlt mir die nötige Gerätschaft für mikroskopische Untersuchungen. Ich hatte zwar schon daran gedacht, jemanden zu bitten, die Sporen für mich zu vermessen, aber wenn man zusätzlich noch spezielle Zellen an den Lamellenenden suchen und beurteilen muß, was dann vielleicht auch nicht ausreicht, werde ich mich einfach damit zufrieden geben, einen A. arvensis oder eine der nahe stehenden Arten gefunden zu haben.

Dein Fund ist auch sehr interessant, besonders mit dem faltigen unteren Stielbereich und den Lamellen, die länger hell bleiben. Er scheint auch kompakter zu sein, was natürlich an den äußeren Bedingungen liegen kann, sowie im inneren des Stiels rosa zu schimmern. Das Gilben hat bei meinem auch sehr lange gedauert und trat hauptsächlich im äußeren Bereich auf. Den kleinen auf dem Foto hatte ich mit dem Fingernagel angekratzt und erst am nächsten Morgen fotografiert.

Ich hoffe, du kommst noch zu einem schlüssigen Ergebnis. Sind sich die Fachbücher bzgl. der Mikromerkmale eigentlich immer einig? Wahrscheinlich braucht man einen halben Meter Literatur und muß trotzdem noch abwägen und vermuten... oder darauf warten, daß man eines Tages mal DNS-Vergleiche anstellen kann.

Gruß, Carsten