Unerkannte Steinpilzvariante *PIC*

Ingo, (vor 5889 Tagen)

Hallo Forum,

nachdem ich in der Vorwoche ungewohnte Probleme mit gewöhnlichen Steinpilzen
hatte, nutzte ich die Gelegenheit zu etwas Literatur Recherche.
Dabei bin ich in den BW Pilzen beim Nachlesen zum Thema B. edulis auf ein paar
interessante Details gestoßen. So werden dieser Art tatsächlich mehrere
Varianten zugestanden. Das schöne Abbild auf Seite 247 z. B. passt übrigens
wunderbar zu meinen Funden aus dem Eichen-/Buchenwald.

Unter Kiefern auf Sandboden soll B. edulis var. arenarius vorkommen dürfen
(noch kein Fund in BW...). Stielbasis unförmig knollig verdickt, tiefwurzelnd,
Stiel zur Basis hin gerillt.

[image]

In manchen Jahren gab es solche Exemplare hier zuhauf. Man sieht im Moos nur
ein relativ kleines, hellbraunes Käppchen, welches ebenso gut zu einem
abgewaschenem Perlpilz oder zu einem Täubling gehören könnte. Als erfahrener
Finder hat man aber ein gewisses Gespür dafür, und tastet vorsichtig um den Hut
herum. Spätestens dann sollte Gewißheit bestehen. Vorsichtig vom Sand befreien
und sachte aus dem Boden drehen und schon ist der ganze Steini gelandet.
Was man dabei nicht erkennen kann – die Teile haben mitunter die Gewohnheit,
im Stiel beim wachsen Sand zu assimilieren. Man kann putzen, wie man will,
irgendwas knirscht beim verspeisen immer. ;-))

Das hier gezeigte Exemplar widerspiegelt das Erscheinungsbild schon ein wenig,
oder doch nicht?

Wo wir schon bei Speisepilzen sind; die beiden nächsten Vertreter sind in den
vergangenen Tagen hier schon behandelt worden. Die weißen Riesen waren wieder
zahlreich erschienen. Bei mir auf dem Campingplatz gemein, woanders eher rar.

[image]

Riesenkrempentrichterling (Aspropaxillus giganteus) – ist der Fachname
eigentlich noch gültig?

Alle Jahre wieder diese Krause Glucke. Das besondere daran - das Teil erscheint
zwar regelmäßig, wechselt aber jährlich zwischen zwei benachbarten Kiefern.

[image]

In diesem Jahr auch wieder zahlreich vorhanden, diese extrem scharfen Teile:

[image]

Bluttäublinge vom Feinsten

Soviel dazu - Grüßlis Ingo.

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Re: Unerkannte Steinpilzvariante

Jürgen, (vor 5889 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

für mich ist Bild 1 gewöhnlicher B. edulis. Dass die Fruchtkörperbildung in lockerem Substrat etwas tiefer ansetzt, ist ein normaler Vorgang.

Gruß, Jürgen

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Re: Unerkannte Steinpilzvariante

Ingo, (vor 5889 Tagen) @ Jürgen

lockerem Substrat etwas tiefer ansetzt, ist ein normaler Vorgang.

Ja klar Jürgen,

aber ist das nicht genau die Variante von B. edulis, die in den BW Bänden beschrieben ist?

GR Ingo

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Re: Unerkannte Steinpilzvariante

Ronny, (vor 5889 Tagen) @ Jürgen

Hallo Ingo,
für mich ist Bild 1 gewöhnlicher B. edulis. Dass die Fruchtkörperbildung in
lockerem Substrat etwas tiefer ansetzt, ist ein normaler Vorgang.
Gruß, Jürgen

Ja, sehe ich auch so.
In meiner "Steini-Tannen-Schonung" sehen die Steinis, die auf den hochbemoosten Wegen wachsen, fast immer genauso aus. Man sieht nur den Mini-Hut rausgucken, den "Rest" muß man sich freigraben. Die Steinis zwei Meter daneben, die unter den Bäumen direkt auf Nadelstreu stehen, sind hingegen meistens kompakter und haben einen exponierten Stiel, der meist nicht sehr tief in den Erdboden reicht (weswegend diese sich auch meistens besser rausdrehen lassen).

Finde es sowieso übertrieben, das ein Pilz immer schnell irgendeiner speziellen Variante zugesprochen wird, nur weil er in dem einen oder anderen Merkmal von der Norm abweicht.
Der Mensch der mir gerade am Schreibtisch gegenüber sitzt ist halt so wie ich auch blond, nur ist er halt einen Ticken blonder, dafür habe ich einen dunkleren Teint. Die beiden Äpfel die hier auf meinen Schriebtisch liegen sind von derselben Sorte, trotzdem ist der eine wesentlich roter auf einer Seite.
Ein bißchen Individualismus sollte man Pilzen glaube ich auch mal zugestehen... ;)
Es gibt doch schleißlich auch genügend Faktoren, die das Aussehen eines Pilzes beinflussen können ( Witterung, Feuchtigkeit, Sonneneinstrahung, Temperatur, Festigkeit des Untergrund, Baumpartner, Bodenbeschaffenheit , Bewuchs etc.)

Ronny

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Re: Unerkannte Steinpilzvariante

Alpenhans, (vor 5889 Tagen) @ Ingo

Alle Jahre wieder diese Krause Glucke. Das besondere daran - das Teil
erscheint
zwar regelmäßig, wechselt aber jährlich zwischen zwei benachbarten Kiefern.

Hallo Ingo!

Sehr schöne Bilder zeigst Du - und zur "Krausen Glucke" habe ich eine Frage.
Deine fotografierten Frk. schauen jung und frisch aus, haben aber eine gleichmäßig bräunliche Farbe. Ich kenne sie weißlich-creme und nur kleine Teile eines Frk. sind manchmal bräunlich und soll(?) man wegschneiden? Hast Du Erfahrungswerte diesbezüglich.
Den regelmäßigen Wechsel zwischen 2 Kiefern konnte ich auch noch nie beobachten - finde ich bemerkenswert - jahrelanges Vorkommen am gleichen Baum ist bei uns relativ häufig.

Liebe Grüße Hans

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Re: Unerkannte Steinpilzvariante

Ingo, (vor 5889 Tagen) @ Alpenhans

Deine fotografierten Frk. schauen jung und frisch aus, haben aber eine
gleichmäßig bräunliche Farbe. Ich kenne sie weißlich-creme und nur kleine
Teile eines Frk. sind manchmal bräunlich und soll(?) man wegschneiden?

Hallo Hans,

es handelt sich um ein noch sehr junges Glucken - Exemplar. Wenn es größer
wird, sollte die Farbe ins gewohnte hellcreme wechseln.
Erst mit zunehmendem Alter bräunen (gammeln / trocknen) die "Röschen" von
außen her. Diese Stellen sollte man wegschneiden, da sie von bitterem Geschmack
schnell in den Verwesungszustand wechseln.

p.s. Solche wie die gezeigten Glucken läßt man, wenn möglich, stehen
und weiter wachsen. Interessant wird es, wenn die 30 cm Durchmesser
überschritten werden. ;-))

GR Ingo

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Vergleich *PIC*

Gelbfieber, (vor 5889 Tagen) @ Alpenhans

Hallo und guten Tag Hans,

die Krause Glucke ist in ihrer Färbung sehr variabel. Dunkele Stellen müssen nicht zwangsläufig schlecht sein. Habe die Erfahrung gemacht das je dunkler sie ist um so intensiver „duftet“ und schmeckt.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

[image] http://www.naturfoto-kontor.de

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Aspropaxillus giganteus

KlausBüchler, (vor 5889 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,
ja der Name ist noch gültig!
Gruß
Klaus

Riesenkrempentrichterling (Aspropaxillus giganteus) – ist der Fachname
eigentlich noch gültig?

.

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Re: Unerkannte Steinpilzvariante

Alpenhans, (vor 5889 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo!

Danke für die schnelle Info - habe heuer noch keine "Krause Glucke" gefunden - werde eventuelle Funde jetzt genauer beobachten.

Liebe Grüße Hans

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Re: Vergleich

Alpenhans, (vor 5889 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Uschi!

Danke für diese schöne Dokumentation! Leider habe ich heuer noch keine Glucke gefunden - werde sie künftig aber genauer betrachten und "beriechen" - vor dem Essen.

Liebe Grüße Hans

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Re: Unerkannte Steinpilzvariante *PIC*

Jürgen, (vor 5889 Tagen) @ Ingo

aber ist das nicht genau die Variante von B. edulis, die in den BW Bänden
beschrieben ist?

Hallo Ingo,

die var. arenarius ist im BW-Atlas ja nur kurz geschlüsselt. Beschrieben wurde sie von Dermek et al. aus sehr trockenen, sandigen Kiefernwäldern in der Slowakei. Dein Fund entspricht dem keineswegs.

Fakt ist, dass Monströsitäten wie etwa eine extrem angeschwollene Stielbasis auch bei "normalem" edulis vorkommen. Hier nur ein Beispiel von heute (Fichtenwald auf Buntsandstein, 500 m ü NN):

[image]

Gruß Jürgen

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Re: OK - Danke *oT*

Ingo, (vor 5888 Tagen) @ KlausBüchler

- kein Text -

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Re: Unerkannte Steinpilzvariante

Ingo, (vor 5888 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

danke für das Bild, ich habe ja schon einige wurzelnde Exemplare gesehen,
aber ein Exemplar mit solch einer verknoteten Knolle nun auch wieder nicht.
Jezt verstehe ich erst, was mit dieser var in den BW Pilzen gemeint war.

LG Ingo

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Re: Netter Spot, Uschi ;-) *oT*

Ingo, (vor 5888 Tagen) @ Gelbfieber

- kein Text -

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Re: Unerkannte Steinpilzvariante

Cory, (vor 5888 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo!

Ich finde gerade jetzt zu der feucht warmen Spätsommerzeit ähnlich explosionsartig wachsende Steinipilzvarianten, v.a. solche, bei denen die Netz-Zeichnung des Stiel lediglich im oberen viertel erkennbar ist - darunter verläuft sie linear. Ich fand Exemplare, die innerhalb von nur 48 Stunden aus dem Boden gesprossen sein müssen und dabei beachtliche Höhen von 15cm erreicht haben. Sie waren immer schwammig und von minderer Qualität.
Erst am letzten Sonntag fand ich zwei jüngere Gruppen, die ausgerechnet ringsherum um Birken wuchsen, ältere Kiefern standen jeweils 3 bis 5 Meter entfernt. Selbst die waren schwammig!

Die Krause Glucke ist beachtlich! Würde ich auch gern mal so finden.

Beste Grüße

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Re: Unerkannte Steinpilzvariante

Ingo, (vor 5887 Tagen) @ Cory

Die Krause Glucke ist beachtlich! Würde ich auch gern mal so finden.

Hallo Cory, willst du nicht. Die KG war noch viel zu jung. Farbe und Größe
(knapp 20 cm) deuten darauf hin, dass sie einmal eine ganz große werden will.
Kann sie ja auch - sie steht noch. ;-)

ggg Ingo