Cäsium-Belastung von Maronen...

Hannes Vogt-Krause, (vor 9169 Tagen)

Seit Tschernobyl verzichten wir schweren Herzens auf das Sammeln von Maronen. Hat sich in Bezug auf die Belastung mit Cäsium irgendwas getan? Wir sammeln im Raum Uelzen/Lüneburger Heide?
Im übrigen bin ich der Meinung, dass die PilzePilze-Seite einfach phantastisch ist; für Menschen, die sich für Pilze interessieren (nicht nur im Kochtopf), ist diese Seite ein "Muss"!
Viele Grüße von Hannes

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Re: Cäsium-Belastung von Maronen...

Gelbfieber, (vor 9168 Tagen) @ Hannes Vogt-Krause

Hallo Hannes,

am Freitag kam in der ARD die Sendung Buffet in der ---Der---!!! Pilzexperte Walter Pätzold sagte, das man pro Jahr 13 Kg Pilze bedenkenlos essen darf. Wenn Du Maronen und Lackpilze wegläßt kannst Du auch 26 Kg Wildpilze essen, sagt der Experte.
Auch ich sammele in der Heide, aber eher Südheide um Breitenhees.

Liebe Grüsse
Gelbfieber

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Re: Cäsium-Belastung von Maronen...

Hannes, (vor 9148 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Hannes,
am Freitag kam in der ARD die Sendung Buffet in der ---Der---!!! Pilzexperte
Walter Pätzold sagte, das man pro Jahr 13 Kg Pilze bedenkenlos essen darf.
Wenn Du Maronen und Lackpilze wegläßt kannst Du auch 26 Kg Wildpilze
essen, sagt der Experte.
Auch ich sammele in der Heide, aber eher Südheide um Breitenhees.
Liebe Grüsse
Gelbfieber

Hallo Gelbfieber,
unser Pilzrevier ist in der Gegend von Uelzen *ggg*, aber die Antwort befriedigt mich noch nicht so besonders. Vor allem ist ja überhaupt nicht geklärt, ob sie noch belastet sind und wie hoch, ob's für Kinder vielleicht nicht doch noch zu riskant ist, Maronen oder Lackpilze zu essen. Meine Schwiegermutter (90) hat mit Maronen überhaupt keine Probleme *ggg*.
Die Antwort des Experten kommt mir so vor wie die von anderen, die sagen, dass es nach Atomunfällen zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Menschen gegeben hat.
Gibt's nicht noch Genaueres?
Viele Grüße von
Hannes

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Re: Cäsium-Belastung von Maronen...

adi rehm, (vor 9143 Tagen) @ Hannes

Hallo Gelbfieber,
unser Pilzrevier ist in der Gegend von Uelzen *ggg*, aber die Antwort
befriedigt mich noch nicht so besonders. Vor allem ist ja überhaupt nicht
geklärt, ob sie noch belastet sind und wie hoch, ob's für Kinder
vielleicht nicht doch noch zu riskant ist, Maronen oder Lackpilze zu
essen. Meine Schwiegermutter (90) hat mit Maronen überhaupt keine Probleme
*ggg*.
Die Antwort des Experten kommt mir so vor wie die von anderen, die sagen,
dass es nach Atomunfällen zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Menschen
gegeben hat.
Gibt's nicht noch Genaueres?
Viele Grüße von
Hannes

hallo, hannes^,
mit der caesium-belastung müssen "wir" wohl die nächsten paar tausend jahre leben;leider. aber trotzdem glaube ich nicht( das geht aus den mir zugänglichen quellen hervor) , dass wir deshalb keine MARONENRÖHRLINGE mehr verspeisen dürfen.gewiss enthält auch bei dir nicht jede pilzmahlzeit maronen, und wenn das unwahrscheinlicherweise auch so wäre, würdest du damit kaum den kritischen bereich erreichen können. man darf das problem keinesfalls verharmlosen. aber
das geschieht ja nicht; im gegenteil, es wird dramatisiert. aber: man kann diese pilze auch stehen lassen . . .
adi

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Re: Cäsium-Belastung von Maronen...

Martl, (vor 9143 Tagen) @ adi rehm

Hi zusammen,

die Halbwertszeit von Cäsium 137 liegt zwar bei x-tausend Jahren (weiß nich mehr genau) aber evtl. geht's auch etwas schneller, bis wir wieder strahlungsarme Maronen futtern können. Es gibt meines Wissens keine schwerlöslichen Cs-Salze, so daß ich hoffe, daß durch Auswaschung unsere Waldböden über die Jahre an Cs abgereichert werden.

Ciao,
Martl

hallo, hannes^,
mit der caesium-belastung müssen "wir" wohl die nächsten paar
tausend jahre leben;leider. aber trotzdem glaube ich nicht( das geht aus
den mir zugänglichen quellen hervor) , dass wir deshalb keine
MARONENRÖHRLINGE mehr verspeisen dürfen.gewiss enthält auch bei dir nicht
jede pilzmahlzeit maronen, und wenn das unwahrscheinlicherweise auch so
wäre, würdest du damit kaum den kritischen bereich erreichen können. man
darf das problem keinesfalls verharmlosen. aber
das geschieht ja nicht; im gegenteil, es wird dramatisiert. aber: man kann
diese pilze auch stehen lassen . . .
adi

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Re: Cäsium-Belastung von Maronen...

Wolfgang F., (vor 9142 Tagen) @ Martl

Hi zusammen,
die Halbwertszeit von Cäsium 137 liegt zwar bei x-tausend Jahren (weiß nich
mehr genau) aber evtl. geht's auch etwas schneller, bis wir wieder
strahlungsarme Maronen futtern können. Es gibt meines Wissens keine
schwerlöslichen Cs-Salze, so daß ich hoffe, daß durch Auswaschung unsere
Waldböden über die Jahre an Cs abgereichert werden.
Ciao,
Martl

Hi Martl,

die Halbwertszeit liegt bei 33 Jahren, also halbiert sich die Belastung für jede nachfolgende Pilzsammlergeneration.

Es gibt zwar keine schwerlöslichen Salze, aber Cäsium wird in Tonminerale und andere Schichtsilikate eingelagert und mit der Verwitterung wieder freigesetzt.

Trotzdem sind meine Bedenken gegen Maronen rein kulinarisch begründet (siehe frühere Beiträge von mir), denn Cäsium wird - bei ausreichender Kaliumversorgung - kaum vom Körper aufgenommen, nicht in irgendwelchen Organen angereichert (im Gegensatz zu Iod oder Strontium) und mit einer biologischen Halbwertszeit von 3 Tagen wieder ausgeschieden.

Wolfgang

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Re: Cäsium-Belastung von Maronen...

angelika S, (vor 9145 Tagen) @ Hannes Vogt-Krause

Seit Tschernobyl verzichten wir schweren Herzens auf das Sammeln von Maronen.
Hat sich in Bezug auf die Belastung mit Cäsium irgendwas getan? Wir
sammeln im Raum Uelzen/Lüneburger Heide?
Im übrigen bin ich der Meinung, dass die PilzePilze-Seite einfach
phantastisch ist; für Menschen, die sich für Pilze interessieren (nicht
nur im Kochtopf), ist diese Seite ein "Muss"!
Viele Grüße von Hannes

Hallo Hannes,
war vor kurzem auf einen Pilzwanderung - geführt von einem Experten,
Dr. Greifenhagen. Lt. dem Doc soll man keine Maronen sammeln, es sei der einzige Pilz der immer noch pro Kilo mit 4000 Becquerel belastet ist. Dies kommt angeblich daher: Die Marone bzw. Braunkappe produziert einen braunen Farbstoff und für diese Farbstoffproduktion zieht der Pilz Cäsium aus dem Boden - er saugt es förmlich an. Auch wurde fest-
gestellt, dass Waldböden auf welchen Braunkappen wachsen weitaus höher belastet sind als andere Pilzfleckchen.
Der Verzehr von Maronen ist besonders bei jungen Menschen deren Zellen sich noch häufig teilen gefährlich. Es können sich eher Metastasen bilden als bei älteren Menschen.
Gruesse Angelika S

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Re: Cäsium-Belastung von Maronen...

Henning, (vor 9145 Tagen) @ angelika S

Hallo Hannes,
war vor kurzem auf einen Pilzwanderung - geführt von einem Experten,
Dr. Greifenhagen. Lt. dem Doc soll man keine Maronen sammeln, es sei der
einzige Pilz der immer noch pro Kilo mit 4000 Becquerel belastet ist. Dies
kommt angeblich daher: Die Marone bzw. Braunkappe produziert einen braunen
Farbstoff und für diese Farbstoffproduktion zieht der Pilz Cäsium aus dem
Boden - er saugt es förmlich an. Auch wurde fest-
gestellt, dass Waldböden auf welchen Braunkappen wachsen weitaus höher
belastet sind als andere Pilzfleckchen.
Der Verzehr von Maronen ist besonders bei jungen Menschen deren Zellen sich
noch häufig teilen gefährlich. Es können sich eher Metastasen bilden als
bei älteren Menschen.
Gruesse Angelika S

Laut Aussage des Niedersaechsischen Umweltministerium besteht in Norddeutschland
keine Gefahr - alle Proben sind unter den Grenzwerten (also unter 600 Becquerel).

Dies gilt natuerlich nicht fuer Sueddeutschland :-) da kann man sollche Konzentrationen
wohl noch messen.
Fuer Uelzen gilt - in normalen Mengen genossen sind Maronen kein Problem.

CU
Henning

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Re: Cäsium-Belastung von Maronen...

Martl, (vor 9145 Tagen) @ angelika S

Hallo Angelika,

verzeih mir...
Die Maronen brauchen das Cäsium nicht für die Farbstoffproduktion.
Es ist nur so, daß dieses Farbstoffmolekül dummerweise das Cäsium sehr gut binden kann und es somit in der Huthaut anreichert.

Ciao,
Martl

Hallo Hannes,
war vor kurzem auf einen Pilzwanderung - geführt von einem Experten,
Dr. Greifenhagen. Lt. dem Doc soll man keine Maronen sammeln, es sei der
einzige Pilz der immer noch pro Kilo mit 4000 Becquerel belastet ist. Dies
kommt angeblich daher: Die Marone bzw. Braunkappe produziert einen braunen
Farbstoff und für diese Farbstoffproduktion zieht der Pilz Cäsium aus dem
Boden - er saugt es förmlich an. Auch wurde fest-
gestellt, dass Waldböden auf welchen Braunkappen wachsen weitaus höher
belastet sind als andere Pilzfleckchen.
Der Verzehr von Maronen ist besonders bei jungen Menschen deren Zellen sich
noch häufig teilen gefährlich. Es können sich eher Metastasen bilden als
bei älteren Menschen.
Gruesse Angelika S

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Re: Cäsium-Belastung von Maronen...

angelika S, (vor 9144 Tagen) @ Martl

Hallo Angelika,
verzeih mir...
Die Maronen brauchen das Cäsium nicht für die Farbstoffproduktion.
Es ist nur so, daß dieses Farbstoffmolekül dummerweise das Cäsium sehr gut
binden kann und es somit in der Huthaut anreichert.
Ciao,
Martl

Hallo Martl,
lasse mich gerne eines Besseren belehren - wie gesagt diese Aussage stammt von dem Pilzexperten, der die Pilzwanderung führte.
Ich habe bis dato immer Maronen gesammelt - lasse es aber jetzt bleiben.

Gruesse Angelika

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Re: Cäsium-Belastung von Maronen...

Rudi, (vor 9143 Tagen) @ Hannes Vogt-Krause

Hallo Hannes!
Hab gestern im Umweltinstitut München angerufen. Dort kann man bis ende Oktober Pilze auf caesium kostenlos untersuchen lassen( mind. 200-250g sortenrein!).
Vorliegende ergebnisse aus Nordbayern liegen deutlich unter der zugelassenen Menge für Nahrungsmittel (<100 gegen 600 irgendwasgrenzwert).
Weiter im Norden sind die werte m.W. noch viel niedriger.
Also ich ess gelegentlich ein paar Maronen mit, die fallen zwischen den Steinpilzen und Hexen kaum auf-auch geschmacklich.
Viele Grüße aus Kist
Rudi

Seit Tschernobyl verzichten wir schweren Herzens auf das Sammeln von Maronen.
Hat sich in Bezug auf die Belastung mit Cäsium irgendwas getan? Wir
sammeln im Raum Uelzen/Lüneburger Heide?
Im übrigen bin ich der Meinung, dass die PilzePilze-Seite einfach
phantastisch ist; für Menschen, die sich für Pilze interessieren (nicht
nur im Kochtopf), ist diese Seite ein "Muss"!
Viele Grüße von Hannes

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Re: Cäsium-Belastung von Maronen...

Joachim, (vor 9143 Tagen) @ Rudi

Hallo Hannes!
Hab gestern im Umweltinstitut München angerufen. Dort kann man bis ende
Oktober Pilze auf caesium kostenlos untersuchen lassen( mind. 200-250g
sortenrein!).
Vorliegende ergebnisse aus Nordbayern liegen deutlich unter der zugelassenen
Menge für Nahrungsmittel (<100 gegen 600 irgendwasgrenzwert).
Weiter im Norden sind die werte m.W. noch viel niedriger.
Also ich ess gelegentlich ein paar Maronen mit, die fallen zwischen den
Steinpilzen und Hexen kaum auf-auch geschmacklich.
Viele Grüße aus Kist
Rudi

Liebe Pilzfreunde,
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Cäsiummessungen aus dem Odenwald. Ich werde auf meiner Homepage in ein paar Tagen (www.notizbrett.de) das Gesamtwerk veröffentlichen.
Die untersuchten Odenwälder Pilzproben stammen aus einem Umkreis von maximal 25 bis 30 km um Mossautal, dem Sitz des Vereins der Pilzfreunde und Naturschützer Odenwald e.V. Sie wurden gesammelt in Affolterbach, Bad König, Erbach, Etzean, Güttersbach, Heppenheim, Hiltersklingen, Hüttenthal, Ober-Kainsbach, Olfen, Ober-Mossau, Rimbach, Rohrbach, Unter-Mossau und Wald-Michelbach. Es wurden sowohl Kultur- als auch Wiesenchampignons beprobt. Zwei Proben Pfifferlinge wurden auf Märkten eingekauft, wobei eine ausgewiesenermaßen aus Pfifferlingen aus Litauen bestand. Alle übrigen Proben stammen von Wildpilzen des Odenwaldes.

Der absolut höchste Wert wurde bei einer Probe des Bruchreizkers (Maggipilz) aus Unter-Mossau im Jahr 2000 festgestellt: 127,00 Bq/kg FG. Es folgt eine Probe des Maronenröhrlings aus Hiltersklingen mit 120,00 Bq/kg FG aus dem selben Jahr. Auch der dritthöchste Wert im Beobachtungszeitraum 1998 bis 2000 lag im vergangenen Jahr (Lärchenröhrling, Hiltersklingen, 103,00 Bq/kg FG). Keiner dieser drei gefundenen Höchstwerte wurden von einem der beprobten Pilze in den Jahren 1998 und 1999 auch nur annähernd erreicht (Höchstwert bei einer Probe des Maronenröhrlings 1999: 74,37 Bq/kg FG, Ober-Kainsbach).

Die höchsten Bq-Durchschnittswerte fanden sich in der Gruppe der Röhrlinge, was auch aus den Beobachtungen der Vorjahre zu erwarten war; er betrug 38,90 Bq/kg FG. Es folgten die Leistlinge (Pfifferlinge) mit 28,24 Bq/kg FG, wobei allerdings eine Probe Pfifferlinge aus litauischer Provenienz stammte und einen relativ hohen Wert von 50 Bq/kg FG aufwies. Es folgten die Blätterpilze mit nur 16,77 Bq/kg, darunter die Kultur- und Wiesenchampignons. Steinpilze waren mit maximal 50,14 Bq/kg FG (Probe aus Olfen) belastet. Die Maronenröhrlinge zeigten erwartungsgemäß relativ hohe Werte: 120 Bq/kg (Hiltersklingen), 74,35 Bq/Kg FG (Ober-Kainsbach) und 55,83 Bq/kg FG (Affolterbach).

Über die drei Beobachtungsjahre hinweg ist bei den Blätterpilzen eine ansteigende, bei den Röhrlingen eine eher gleichbleibende Tendenz zu beobachten. In der Summe aller Proben ist eine steigende Zunahme der Belastung um jeweils das Doppelte festzustellen.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim