Hallo Hannes!
Hab gestern im Umweltinstitut München angerufen. Dort kann man bis ende
Oktober Pilze auf caesium kostenlos untersuchen lassen( mind. 200-250g
sortenrein!).
Vorliegende ergebnisse aus Nordbayern liegen deutlich unter der zugelassenen
Menge für Nahrungsmittel (<100 gegen 600 irgendwasgrenzwert).
Weiter im Norden sind die werte m.W. noch viel niedriger.
Also ich ess gelegentlich ein paar Maronen mit, die fallen zwischen den
Steinpilzen und Hexen kaum auf-auch geschmacklich.
Viele Grüße aus Kist
Rudi
Liebe Pilzfreunde,
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Cäsiummessungen aus dem Odenwald. Ich werde auf meiner Homepage in ein paar Tagen (www.notizbrett.de) das Gesamtwerk veröffentlichen.
Die untersuchten Odenwälder Pilzproben stammen aus einem Umkreis von maximal 25 bis 30 km um Mossautal, dem Sitz des Vereins der Pilzfreunde und Naturschützer Odenwald e.V. Sie wurden gesammelt in Affolterbach, Bad König, Erbach, Etzean, Güttersbach, Heppenheim, Hiltersklingen, Hüttenthal, Ober-Kainsbach, Olfen, Ober-Mossau, Rimbach, Rohrbach, Unter-Mossau und Wald-Michelbach. Es wurden sowohl Kultur- als auch Wiesenchampignons beprobt. Zwei Proben Pfifferlinge wurden auf Märkten eingekauft, wobei eine ausgewiesenermaßen aus Pfifferlingen aus Litauen bestand. Alle übrigen Proben stammen von Wildpilzen des Odenwaldes.
Der absolut höchste Wert wurde bei einer Probe des Bruchreizkers (Maggipilz) aus Unter-Mossau im Jahr 2000 festgestellt: 127,00 Bq/kg FG. Es folgt eine Probe des Maronenröhrlings aus Hiltersklingen mit 120,00 Bq/kg FG aus dem selben Jahr. Auch der dritthöchste Wert im Beobachtungszeitraum 1998 bis 2000 lag im vergangenen Jahr (Lärchenröhrling, Hiltersklingen, 103,00 Bq/kg FG). Keiner dieser drei gefundenen Höchstwerte wurden von einem der beprobten Pilze in den Jahren 1998 und 1999 auch nur annähernd erreicht (Höchstwert bei einer Probe des Maronenröhrlings 1999: 74,37 Bq/kg FG, Ober-Kainsbach).
Die höchsten Bq-Durchschnittswerte fanden sich in der Gruppe der Röhrlinge, was auch aus den Beobachtungen der Vorjahre zu erwarten war; er betrug 38,90 Bq/kg FG. Es folgten die Leistlinge (Pfifferlinge) mit 28,24 Bq/kg FG, wobei allerdings eine Probe Pfifferlinge aus litauischer Provenienz stammte und einen relativ hohen Wert von 50 Bq/kg FG aufwies. Es folgten die Blätterpilze mit nur 16,77 Bq/kg, darunter die Kultur- und Wiesenchampignons. Steinpilze waren mit maximal 50,14 Bq/kg FG (Probe aus Olfen) belastet. Die Maronenröhrlinge zeigten erwartungsgemäß relativ hohe Werte: 120 Bq/kg (Hiltersklingen), 74,35 Bq/Kg FG (Ober-Kainsbach) und 55,83 Bq/kg FG (Affolterbach).
Über die drei Beobachtungsjahre hinweg ist bei den Blätterpilzen eine ansteigende, bei den Röhrlingen eine eher gleichbleibende Tendenz zu beobachten. In der Summe aller Proben ist eine steigende Zunahme der Belastung um jeweils das Doppelte festzustellen.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim