kleine Abendrunde - Bestimmungshilfe *PIC*

Orix, (vor 5877 Tagen)

Hallo und schönen Abend
Heute passte zwischen Formel 1 schauen und Abendessen ein schöner Spaziergang :D
Als es erstes streifte ich durch ein Wäldchen unter einer Kalkfelswand. Der Boden ist augenscheinlich mit vielen Kalksteinen jeder Grösse durchsetzt.
Pilze gab es da keine, ausser dieser Cortinarius bei Hainbuche und weiter entfernt Hasel und Buchen. Leider nur ein Einzelexemplar. Ich weiss nicht
ob man so was dazu sagen kann, aber ich fand den hübsch.
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Stiel: 4cm / Hut: 3cm breit, bräunlich mit violettem Schimmer (schwer mit Kamera einzufangen), klebrig / Fleisch: violett, dunkel im Stiel, hell im Hut
und farblich deutlich abgesetzt / Geruch: schwach erdig muffig / Geschmack: nicht getestet

Die weiteren Funde stammen aus Mischwald, dominiert von Buche, mit einigen Waldkiefern eingestreut.
Höhenlage übrigens allgemein zwischen 300m und 400m über Meer.

Hier dachte ich zuerst Seifenritterlinge gefunden zu haben, die Geschmacksprobe erwies sich nach ziemlich ausgedehntem kauen aber als
deutlich scharf.
Tricholoma sciodes?
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Hut: bis 8cm breit, grau(braun) faserig, fein geschuppt am Rand, trocken und etwas glänzend / Geruch: erdig / Geschmack: zuerst mild,
etwas bitter, später scharf

Dann noch diese weissen, schleimigen Schnecklinge:
Hygrophorus discoxanthus?
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Stiel: schleimig / Hut: weiss und schleimig / Geruch: etwas unangenehm und auf die Finger übergehend bei Berührung / Geschmack: nicht getestet
Der Stiel und der Hutrand haben sich in der Zwischenzeit gelb gefärbt und gehen beim Eintrocknen stellenweise schon ins rot-bräunliche über.
Wobei ich dazu noch eine Frage hätte. Sind eburneus, cossus, discoxanthus, melizeus und chrysaspis eigentlich alles "gute" Arten?
Irgendwie blicke ich da nicht durch...

Freue mich über Antworten.
Schöne Grüsse aus der Schweiz
Olivier

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Re: kleine Abendrunde - Bestimmungshilfe

Seraph, (vor 5877 Tagen) @ Orix

Hier dachte ich zuerst Seifenritterlinge gefunden zu haben, die
Geschmacksprobe erwies sich nach ziemlich ausgedehntem kauen aber als
deutlich scharf.
Tricholoma sciodes?

Jo da würde ich zustimmen.

Dann noch diese weissen, schleimigen Schnecklinge: Hygrophorus discoxanthus?

Stiel: schleimig / Hut: weiss und schleimig / Geruch: etwas unangenehm und
auf die Finger übergehend bei Berührung / Geschmack: nicht getestet
Der Stiel und der Hutrand haben sich in der Zwischenzeit gelb gefärbt und
gehen beim Eintrocknen stellenweise schon ins rot-bräunliche über.
Wobei ich dazu noch eine Frage hätte. Sind eburneus, cossus, discoxanthus,
melizeus und chrysaspis eigentlich alles "gute" Arten?
Irgendwie blicke ich da nicht durch...

Zu den Schnecklingen:

Es gibt H. hedrychii (=melizeus) als Birkenbegleiter, sowie H. eburneus (= cossus, discoxanthus) als Buchenbegleiter (gerne auch Kalkboden). Verschiedene Autoren setzen auch cossus und/oder discoxanthus in den Varietätenrang von H. eburneus. H. chrysaspis ist ein Synonym vom H. eburneus var. discoxanthus bzw. H. eburneus.

Ich merke mir im Grunde genommen also eigentlich nur H. hedrychii und H. eburneus. Sooo penibel sollte man dann nicht sein finde ich :D

LG Kazuya

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Re: kleine Abendrunde - Bestimmungshilfe

Huperzia ⌂, (vor 5876 Tagen) @ Seraph

Ich merke mir im Grunde genommen also eigentlich nur H. hedrychii und H.
eburneus. Sooo penibel sollte man dann nicht sein finde ich :D

da machst du´s dir aber einfach!
Den Verfärbenden (discoxanthus) und den Elfenbeinschneckling (eburneus) kann man gut trennen - spätestens beim Trocknen.
Dann gibt es nach Gröger, den ich in der Frage recht gut nachvollziehen kann, noch den Eichenschneckling (H. quercetorum bzw. im Gröger cossus). Der wiederum ist schwieriger von eburneus zu trennen.

VG, Tanja

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Re: kleine Abendrunde - Bestimmungshilfe

Seraph, (vor 5876 Tagen) @ Huperzia

da machst du´s dir aber einfach!
Den Verfärbenden (discoxanthus) und den Elfenbeinschneckling (eburneus) kann
man gut trennen - spätestens beim Trocknen.
Dann gibt es nach Gröger, den ich in der Frage recht gut nachvollziehen kann,
noch den Eichenschneckling (H. quercetorum bzw. im Gröger cossus). Der
wiederum ist schwieriger von eburneus zu trennen.
VG, Tanja

Hallo Tanja,

naja, ich hab halt dieses Bild der weißen Schnecklinge, warum unnötig verkomplizieren? Wenn mich jemand auf einer Exkursion danach fragt, dann würde es doch niemanden interessieren, ob es nun 2 oder 5 dieser Arten gibt, die man kaum voneinander trennen kann. Ich für mich schau da natürlich genauer hin und gucke nach, ob ich da nicht noch die eine oder andere Varietät sehe...alles andere führt m.E. zu Verwirrungen :P

LG Kazuya

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Re: kleine Abendrunde - Bestimmungshilfe

Christoph ⌂, (vor 5876 Tagen) @ Seraph

Hallo Kazuya,

die Einstellung finde ich ein bisserl - nun ja - seltsam. Dass man bei Exkursionen makroskopisch ähnliche Arten zusammen als Aggregat anspricht, ist ja völlig o.k. und besser als eine Feld-Fehlbestimmung (Beispiel Hallimasch).

Ob ähnliche Arten zu Verwirrung führen, ist aber wirkluch kein kriterium für pder gegen ein Artkonzept. Wenn Du für Dich mehrere Arte zusammenschmeißt, weil Dich die Auftrennung / genaue Angrenzung nicht interessiert und für Dich zu verwirrend ist, ist das auch o.k. - solange Du nicht mit diesem Konzept kartierst und es auch nicht anderen als "gute Lösung" empfiehlst. --> Sooo penibel sollte man dann nicht sein finde ich <--

Genaues Beobachten und Hinschauen ist in der Pilzkunde und Pilzbestimmung exorbitant wichtig. Und beispielsweise Hygrophorus discoxanthus von H. eburneus zu trennen ist nun wirklich einfach (Antrocknen lassen und schauen ob und wie sich der Pilz verfärbt als euin Beispiel). Das soll aber nur als Beispiel dienen. Wie gesagt - für sich selber Aggregate zu verwenden ist meist einfach praktikabel und besser, als Kleinarten zu raten. Man kann sich nicht in jede Gruppe genau einarbeiten. Das aber als Begründung zu nehmen, generell nicht hinschauen zu wollen - nun ja, wie gesagt - für mich nicht nachvollziehbar.

LG
Christoph

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Re: kleine Abendrunde - Bestimmungshilfe

Stephan Weißer, (vor 5876 Tagen) @ Seraph

Wenn mich jemand auf einer Exkursion danach fragt, dann
würde es doch niemanden interessieren, ob es nun 2 oder 5 dieser Arten
gibt, die man kaum voneinander trennen kann.

In unserer Gegend gibt es fast alle Schnecklinge der eburneus-Gruppe (bis auf H. hedrychii, den habe ich noch nie gesehen), und nächste Woche bei unserer Exkursion werde ich diese als Beispiel dafür nehmen, dass gleich aussehende Pilze unterschiedliche Arten sein können. Ich streiche jeweils KOH 20% auf die Stielbasis und erhalte die Farben gelb (H. discoxanthus), orange (H. eburneus) und rotbraun (H. fagi). Ich kann dir aus Erfahrung sagen: das interessiert die Leute!

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Re: kleine Abendrunde - Bestimmungshilfe

Gábor, (vor 5876 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

das stimmt, insbesondere wenn man die Farbreaktion schon richtig voraussagen kann.
Das finden dann die Exkursionsteilnehmer bei Pilzfruchtkörpern, die für Ungeübte praktisch gleich aussehen, sehr spannend.

LG, Gábor

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Re: kleine Abendrunde - Bestimmungshilfe

Huperzia ⌂, (vor 5876 Tagen) @ Stephan Weißer

In unserer Gegend gibt es fast alle Schnecklinge der eburneus-Gruppe (bis auf
H. hedrychii, den habe ich noch nie gesehen), und nächste Woche bei
unserer Exkursion werde ich diese als Beispiel dafür nehmen, dass gleich
aussehende Pilze unterschiedliche Arten sein können. Ich streiche jeweils
KOH 20% auf die Stielbasis und erhalte die Farben gelb (H. discoxanthus),
orange (H. eburneus) und rotbraun (H. fagi). Ich kann dir aus Erfahrung
sagen: das interessiert die Leute!

fagi ist aber doch nen Trockener - oder?
(Von dem hab ich immer noch keine rechte Vorstellung.)
Bei quercetorum oder cossus bei Gröger ist die Reaktion übrigens null oder auch angeblich auch mal ockerbräunlich. Bei mir war´s bisher immer gar keine Verfärbung.
Die Farbunterschiede zwischen discoxanthus und eburneus werd ich nachher mal testen ... falls ich noch rauskomme.

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Re: kleine Abendrunde - Bestimmungshilfe

Seraph, (vor 5876 Tagen) @ Huperzia

fagi ist aber doch nen Trockener - oder?
(Von dem hab ich immer noch keine rechte Vorstellung.)
Bei quercetorum oder cossus bei Gröger ist die Reaktion übrigens null oder
auch angeblich auch mal ockerbräunlich. Bei mir war´s bisher immer gar
keine Verfärbung.
Die Farbunterschiede zwischen discoxanthus und eburneus werd ich nachher mal
testen ... falls ich noch rauskomme.

Hallo,

da hab ich ja eine tolle Diskussion losgetreten :D genau das, was ich hier manchmal brauche. Für mich ist der Austausch genauso wichtig wie für alle anderen auch und auch ich lerne natürlich hier gerne dazu. Leider gibts kaum Möglichkeiten zum Austausch, wenn nicht hier übers Forum. Naja, wie gesagt, gemeint war es eigentlich so, dass ich halbwegs discoxanthus, eburneus und hedrychii unterscheide und alles weitere Zettel ich auch bei Exkursionen normalerweise als "schwer bestimmbar" ab. Für gewöhnlich kriege ich das Interesse der Teilnehmer geweckt, auch und vor allem doch genau dann, wenn nicht allzu viel komplizierte Bestimmungen gemacht werden oder gar noch mehr unbekannte Artnamen auftauchen als ohnehin schon.
Natürlich versuche ich neue Erfahrungen mit in die Beratungen und Exkursionen mit einzubeziehen.

LG Kazuya

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Schnecklingsfrage *PIC*

Frank 61, (vor 5876 Tagen) @ Orix

Welcher könnte das denn sein? Lässt sich das so vom Bild her sagen?
Gefunden habe ich diese recht grosse Art 10/2009 im Buchenwald.
Grüsse Frank

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Schneckling *PIC*

Orix, (vor 5876 Tagen) @ Orix

Hallo
Danke für eure Antworten. Es entstand ja eine nette Diskussion zu meiner Frage.
Grüsse
Olivier

PS: Der Schneckling sieht mittlerweile so aus: (der Übergang von weiss zu gelb zu rotbraun war schön zu beobachten in den letzten 24 Stunden)

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Re: Schneckling

Seraph, (vor 5876 Tagen) @ Orix

Hallo
Danke für eure Antworten. Es entstand ja eine nette Diskussion zu meiner
Frage.
Grüsse
Olivier
PS: Der Schneckling sieht mittlerweile so aus: (der Übergang von weiss zu
gelb zu rotbraun war schön zu beobachten in den letzten 24 Stunden)

jo bei den Verfärbungen könnte man wohl auf H. discoxanthus schließen ;) toller Fund, den hatte ich vergangene Woche nämlich auch.

LG Kazuya

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Re: Schnecklingsfrage

Stephan Weißer, (vor 5875 Tagen) @ Frank 61

Wenn er auf dem Hut trocken war, würde ich an H. penarius denken. Wenn er schleimig war, wird es schwieriger.

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Re: Schnecklingsfrage

Frank 61, (vor 5875 Tagen) @ Stephan Weißer

Danke Stephan,
ich hatte ihn auch so abgelegt aber in der Unterscheidung zu anderen Arten wie z.B. poetarum binn ich mir überhaupt nicht sicher.

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Re: Schnecklingsfrage

Andreas ⌂, (vor 5875 Tagen) @ Frank 61

Danke Stephan,
ich hatte ihn auch so abgelegt aber in der Unterscheidung zu anderen Arten
wie z.B. poetarum binn ich mir überhaupt nicht sicher.

Hallo,

Hygrophorus poetarum ist viel intensiver rosaorange gefärbt, fast so wie pudorinus. Käme noch Hygrophorus fagi in Frage, der ist schwierig einzuordnen. Sollte aber auch mehr Tönung in der Hutmitte haben. Sehr ähnlich ist auch der unter Eiche wachsende H. penarioides (= H. barbatulus ss. auct. p.p.), der größer wird und angenehm riecht.
Für mich also auch H. penarius.

beste Grüße,
Andreas