Tintenfischpilze und Grünlinge in der Nordeifel! *PIC*

Seraph, (vor 5874 Tagen)

Hallo,

gestern machte ich mich mit einer Bekannten auf den Weg in ein interessantes Exkursionsgebiet: Die Drover Heide bei Drove/Kreuzau (Kreis Düren, NRW). Was sich dort an Artenvielfalt bot, war insofern kaum zu übertreffen, als das sich dort zahlreiche seltene Arten zeigten. Wie genau das aussah, möchte ich euch hier nicht vorenthalten ;)

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Amanita muscaria var. formosa
Eine seltenere, gelbe Form des Fliegenpilzes.

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Amanita muscaria var. muscaria
Der "normale" Fliegenpilz ^^

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Clathrus acheri
Tintenfischpilze, im oberen Bild noch in Form von unförmig kugeligen Hexeneiern, ähnlich wie bei der Stinkmorchel. Diese Art ist in unseren Gefilden nicht heimisch, sie kommt ursprünglich aus Neuseeland/Australien und wurde um 1912 von Schiffen eingeschleppt, breitet sich seit jeher vom Elsaß aus und hat wohl jetzt auch die Eifel "infiziert"...lecker Tintenfischringe ^^

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Cortinarius violaceus
Im Laubwald unter Birken und Eichen, leicht zu erkennen an der intensiven, violetten Färbung überall am Fruchtkörper.

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Tricholoma equestre
Der allbekannte Grünling, hier in einem Birkenwald am Rand der Heidefläche, ganz in der Nähe übrigens auch der Schwefelritterling (T. sulphureum), der sich durch einen leuchtgasartigen Geruch unterscheidet. Der Geruch des Grünlings ist deutlich mehlartig. Typisch für ihn ist auch die schmutzig grünbräunliche Schuppung auf der Hutoberfläche.

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Octospora humosa
Ein kleiner Moosbecherling, zwischen Polytrichum versteckt an den Wegrändern innerhalb der Heidefläche. Die Arten der Gattung Octospora wie auch alle anderen operculaten, terrestrisch wachsenden Ascomyceten sind oft nur mikroskopisch ansprechbar. Hierfür benötigt man auch die richtige Literatur und Bestimmungsschlüssel. Mehr dazu vielleicht später in einem separaten Beitrag inkl. der Literaturhinweise.

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Lyophyllum cf. ulmarium
Zu guter letzt noch dieser komische "Klotz", der aus einem liegenden Eichenstamm herauskam. Der Hut war knapp 130 mm breit und schön konvex ausgebreitet, einheitlich haselbräunlich, nur leicht oder nicht hygrophan (ist zuhause schwach ausgeblasst), Lamellen weiß und ausgebuchtet angewachsen. Stiel bis über 300 mm lang, knorpelig, ähnlich wie bei G. fusipes, etwas verdreht und sehr tief wurzelnd (Anteil des im Baum steckenden Stiels >150 mm), an der Basis stellenweise etwas fleckig, sonst weiß, hart. Geruch mehlartig.
Sporen 4-4,5 x 4-4,3 µm, kugelig, hyalin, mit einem Öltropfen. Basidien 4sporig, 27-33 x 5-8 µm, keulig. Zystiden keine festgestellt. HDS aus liegenden Hyphen mit einzelnen abstehenden Zellen, mit Schnallen.
Vielleicht weiß jemand, was das sein könnte? ;)

LG Kazuya

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Frage zu den "Eiern" *PIC*

HoBi, (vor 5874 Tagen) @ Seraph

Hallo Kazuya,

schöne Pilze zeigst Du da!
Zu den Eiern haben wir eine Frage. Vor 4 Jahren haben wir auch ein großes
Aufkommen von den "Tintenfischen" hier bei uns um die Ecke gehabt.
Haben seinerzeit einige Eier aufgeschnitten und auch fotografiert.
Hier ein Foto:

[image]

Bei "unseren" Eiern konnte man immer irgendwo etwas Rotes erkennen.
Davon sehen wir bei "Deinen" Eiern allerdings nichts. Zu jung, oder nur
unglücklich aufgeschnitten? Was meinst Du?

Liebe Grüße von

Sabine & Holger

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Re: Frage zu den "Eiern"

Seraph, (vor 5874 Tagen) @ HoBi

Hallo Kazuya,
schöne Pilze zeigst Du da!
Zu den Eiern haben wir eine Frage. Vor 4 Jahren haben wir auch ein großes
Aufkommen von den "Tintenfischen" hier bei uns um die Ecke gehabt.
Haben seinerzeit einige Eier aufgeschnitten und auch fotografiert.
Hier ein Foto:
Bei "unseren" Eiern konnte man immer irgendwo etwas Rotes erkennen.
Davon sehen wir bei "Deinen" Eiern allerdings nichts. Zu jung, oder
nur
unglücklich aufgeschnitten? Was meinst Du?
Liebe Grüße von
Sabine & Holger

Hallo,

ich denke mal, die Hexeneier waren einfach noch zu jung. Ich hab da paarmal rumgeschnitten, aber leider das "Rote" nicht gesehen, was ich ja eigentlich zeigen wollte...naja pech gehabt ^^

LG Kazuya

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Kein Problem :-)

HoBi, (vor 5874 Tagen) @ Seraph

Hallo Kazuya,

jetzt haben wir es auch mal "ohne" und alle anderen Mitleser mal "mit" und "ohne"
gesehen *g*

Liebe Grüße von

Sabine & Holger

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L. ulmarium

Mycelio, (vor 5874 Tagen) @ Seraph

Lyophyllum cf. ulmarium
Zu guter letzt noch dieser komische "Klotz", der aus einem
liegenden Eichenstamm herauskam. Der Hut war knapp 130 mm breit und schön
konvex ausgebreitet, einheitlich haselbräunlich, nur leicht oder nicht
hygrophan (ist zuhause schwach ausgeblasst), Lamellen weiß und
ausgebuchtet angewachsen. Stiel bis über 300 mm lang, knorpelig, ähnlich
wie bei G. fusipes, etwas verdreht und sehr tief wurzelnd (Anteil des im
Baum steckenden Stiels >150 mm), an der Basis stellenweise etwas
fleckig, sonst weiß, hart. Geruch mehlartig.
Sporen 4-4,5 x 4-4,3 µm, kugelig, hyalin, mit einem Öltropfen. Basidien
4sporig, 27-33 x 5-8 µm, keulig. Zystiden keine festgestellt. HDS aus
liegenden Hyphen mit einzelnen abstehenden Zellen, mit Schnallen.
Vielleicht weiß jemand, was das sein könnte? ;)

Hallo Kazuya,

wahnsinn, ich dachte neulich bei deinem weißen Pilz aus Uganda schon an diesen und jetzt findest du ihn auch noch hier. Makroskopisch würde ich den auch als Ulmenrasling (inzwischen Hypsizygus ulmarius) betrachten. Soweit ich es von der fast identischen Art Hypsizygus tessulatus kenne, sind der lange Stiel und die stachelartigen Primordien typisch. Aber warten wir mal auf Kenner dieser Art.

Gruß, Carsten

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ich glaube es sind Stinkmorcheleier ! *oT*

schdaipilz, (vor 5874 Tagen) @ HoBi

- kein Text -

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Das bezweifle ich aber schwer ^^ *oT*

Seraph, (vor 5874 Tagen) @ schdaipilz

- kein Text -

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Re: Tintenfischpilze und Grünlinge in der Nordeife

Jens ⌂, (vor 5874 Tagen) @ Seraph

Hallo Kazuya,
fehlt da jetzt ein Bild, oder meinst Du das letzte sichtbare Bild?
Wenn zweiteres, dann ist natürlich klar was es ist.

Gruß Jens

Hallo,
Zu guter letzt noch dieser komische "Klotz", der aus einem
liegenden Eichenstamm herauskam. Der Hut war knapp 130 mm breit und schön
konvex ausgebreitet, einheitlich haselbräunlich, nur leicht oder nicht
hygrophan (ist zuhause schwach ausgeblasst), Lamellen weiß und
ausgebuchtet angewachsen. Stiel bis über 300 mm lang, knorpelig, ähnlich
wie bei G. fusipes, etwas verdreht und sehr tief wurzelnd (Anteil des im
Baum steckenden Stiels >150 mm), an der Basis stellenweise etwas
fleckig, sonst weiß, hart. Geruch mehlartig.
Sporen 4-4,5 x 4-4,3 µm, kugelig, hyalin, mit einem Öltropfen. Basidien
4sporig, 27-33 x 5-8 µm, keulig. Zystiden keine festgestellt. HDS aus
liegenden Hyphen mit einzelnen abstehenden Zellen, mit Schnallen.
Vielleicht weiß jemand, was das sein könnte? ;)
LG Kazuya

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Re: Tintenfischpilze und Grünlinge in der Nordeife

Seraph, (vor 5874 Tagen) @ Jens

Hallo Kazuya,
fehlt da jetzt ein Bild, oder meinst Du das letzte sichtbare Bild?
Wenn zweiteres, dann ist natürlich klar was es ist.
Gruß Jens

hallo Jens,

also würdest du auch auf L. ulmarium tippen?

LG Kazuya

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Hypsizygus

Christoph ⌂, (vor 5874 Tagen) @ Seraph

Hallo Kazuya,

zu Deinem "Lyophyllum"... Ich habe selber Hypsizygus ulmarius noch nicht gefunden/in Händen gehabt, kenne aber Hypsizygus tesselatus (den Schildkrötenpilz) in allen Altersstadien (ein gut "bewachter" und häufig besuchter Buchenstamm im Bayerischen Wald).
Insofern meine ich, die Gattung an sich ganz gut erkennen zu können. Zumindest sieht das Foto sehr nach dem aus, was ich mir unter H. ulmarius vorstelle.

Interessant wäre es, die siderophile Granulation zu testen (soll ein Unterschied zwischen beiden Arten sein - H. tesselatus ohne und H. ulmarium mit). Trocken müsste die Huthaut auch matt erscheinen (auf dem Foto ist sie feucht/nass).

Ich wüsste aber nicht, was es sonst sein sollte.

Toller Fund! Die Art scheint sehr selten zu sein - vielleicht einen Tick häufiger als "die Schildkröte" (H. tesselatus), aber was heißt da "häufiger"?

Würde ich gerne mal finden, um mal einen genaueren Vergleich mit H. tesselatus zu machen. Mein Gefühl/Verdacht: die Synonymisierung beruht darauf, dass die meisten nur eine der beiden Arten (Varietäten oder was auch immer) in der Hand hatten bzw. kennen.

LG
Christoph

P.S.: Lyophyllum s.str. (ohne Tephrocybe) bildet Ektomykorrhiza, Hypsizygus ist hingegen saprob (Gattungsunterschied)

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Re: Hypsizygus

Seraph, (vor 5873 Tagen) @ Christoph

Hi Christoph,

vielen dank für diese Infos. Mittlerweile stemple ich diesen Fund mal als Hypsizygus ulmarium ab. Die siderophile Granulation kann ich leider nicht testen, hab meine Chemikalien immer noch nicht (vor 2 Wochen bei Herrn Pätzold bestellt).

LG Kazuya

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Nachzucht von Hypsizygus ulmarius *PIC*

Mycelio, (vor 5804 Tagen) @ Mycelio

Hallo zusammen,

da ich mich als Pilzzüchter für seltene Saprobionten interessiere und selbst wahrscheinlich niemals einen wilden Ulmenrasling zu Gesicht bekommen werde, hatte ich Kazuya um ein paar Sporen gebeten und er war auch so nett, mir welche zukommen zu lassen. Nun versuche ich mich an der Nachzucht dieses seltenen Pilzes und werde hier ab und zu mal davon berichten.

Besonders interessant finde ich die Sache, da in Züchterkreisen bereits ein H. ulmarius kursiert, welcher allerdings verdächtig nach einem Pleurotus aussieht, also weit am Stiel herablaufende Lamellen mit Querverbindungen aufweist, büschelig fruchtet, dessen Pilze irgendwie nach Lakritz riechen und sich bei Trockenheit gelblich verfärben. Womöglich wurde da vor Jahrzehnten ein heller Austern- oder Lungenseitling verwechselt und hat sich inzwischen weltweit in der Züchtergemeinde verbreitet.
Hier mal ein paar Fotos dieses Pilzes:
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Sollte ich mit meiner Vermutung falsch liegen, würde ich mich über eine Korrektur freuen.

Aber zurück zu den Sporen... Ich hatte am 11.11. neun kleine Gläser mit einer sterilisierten Mischung aus Getreide, Buchenspänen und Kaffeesatz beimpft. Nach einer Woche keimten die ersten Sporen.
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Bloß zwei der Ansätze wurden von einem grünen Schimmel dahingerafft, in den anderen wächst überall das gleiche Mycel fröhlich vor sich hin.
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In ein paar Wochen werde ich die Mycelien mit weiteren Buchenspänen füttern und dann schauen, ob ich sie zum Fruchten bekomme.

Grüße, Carsten

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Re: Nachzucht von Hypsizygus ulmarius

willihund2, (vor 5803 Tagen) @ Mycelio

Hallo Carsten,

auf deinen Fotos sehe ich Austernseitlinge und nichts anderes.

Viele Grüsse

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Danke für die Bestätigung *oT*

Mycelio, (vor 5803 Tagen) @ willihund2

- kein Text -