Pyrenomycet auf Berberitze *PIC*

Der Juergen, (vor 5832 Tagen)

Hallo zusammen,

so kann es auch gehen; bei gezieltem Suchen nach dem Berberitzen-Kugelpilz (Cucurbitaria berberidis), fand ich diese Art hier: Wahrscheinlich aus der Gattung Coniochaeta. Leider besitze ich keinen Schlüssel dazu und bin froh um jede Bestimmungshilfe.

Sporen: 15,4-17,6-19,8 x 9,1-10,6-12,2 µm, breit ellipsoid, in Seitenansicht abgeplattet. Setae ca. - 60 µm lang

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Fruchkörper unter der Rinde von Berberis (Berberitze).

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Angeschnitte Fruchtkörper (Skalpschnitt)

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Sporen in Wasser (1000x)

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Asci & Sporen in Wasser / KOH(5%) (1000x)

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Setae in Wasser / KOH(5%) (1000x)

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Re: Pyrenomycet auf Berberitze

Peter W., (vor 5832 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

die dürfte Coniochaeta niesslii sein. Die Sporengröße und das Substrat Holz passen gut zu der Art.

Gruß Peter

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Re: Pyrenomycet auf Berberitze

Schnuffel, (vor 5832 Tagen) @ Der Juergen

bei gezieltem Suchen nach dem Berberitzen-Kugelpilz (Cucurbitaria berberidis ),
fand ich diese Art hier: Wahrscheinlich aus der Gattung Coniochaeta. Leider
besitze ich keinen Schlüssel dazu und bin froh um jede Bestimmungshilfe.
Sporen: 15,4-17,6-19,8 x 9,1-10,6-12,2 µm, breit ellipsoid, in Seitenansicht
abgeplattet. Setae ca. - 60 µm lang
Fruchkörper unter der Rinde von Berberis (Berberitze).
Angeschnitte Fruchtkörper (Skalpschnitt)
Sporen in Wasser (1000x)
Asci & Sporen in Wasser / KOH(5%) (1000x)
Setae in Wasser / KOH(5%) (1000x)

Hallo Jürgen,

in ELLIS & ELLIS sind 4 Arten aufgeführt, von denen nur C. ligniaria in Frage kommt (Seten 30-50 x 4-5 µm, Sporen 12-18 x 11-14 x 6-8 µm). Das stimmt ja, bis auf die Länge der Seten, gut mit Deinen Messungen überein. Als Substrat ist Stechginster (Ulex europaeus) angegeben. Der ist zwar auch sehr stechend, hat aber sonst nichts mit Berberitze zu tun.
Von den restlichen Arten der Gattung (C. hansenii, scatigena, subcorticalis, xylarispora) liegen mir keine Daten vor.

Gruß - Schnuffel

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Re: Pyrenomycet auf Berberitze

Der Juergen, (vor 5832 Tagen) @ Schnuffel

Vielen Dank euch beiden!

Coniochaeta niesslii wird wohl passen, ich fand im Web eine polnische Publikation, wo diese Art an Berberis erwähnt ist. Peter, hast Du da vielleicht eine Beschreibung, oder sogar die Originalbeschreibung dazu?

Grüßle
Juergen

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Re: Pyrenomycet auf Berberitze

Peter W., (vor 5831 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Juergen,

die Originalbeschreibung (Niessl, Beit. z. Kennt. Pilz. Brün. 1872: 35)habe ich nicht. Ich habe mehrere Beschreibungen (Arx & Müller), aber keine Zeit die jetzt einzuscannen. Hier mal eine Umschreibung von Höhnel, vielleicht hilft dir das weiter. Gruß Peter

106. Über Rosellinia Niesslii Auersw.
Von dieser, wie es scheint, seltenen Art wird von Niessl (Beiträge zur Kenntnis der Pilze, Brunn, 1872, p. 35) und nach ihm in den Handbüchern angegeben, daß die Perithecien oberflächlich entstehen. Dies ist auch tatsächlich oft der Fall. Man findet sie so nicht nur an der natürlichen Außenseite des Holzkörpers, sondern auch an Bruch- und Spaltstellen desselben, ja sogar am Marke der Zweige aufsitzen. Allein dies kommt auch bei anderen normalerweise eingesenkt-hervorbrechend wachsenden Pyrenomyceten vor, z. B. gerade auch bei der auf demselben Substrate — Berberis-Zweige — so häufigen Cucurhitaria Berheridis. Wenn von solchen Pilzen befallene Zweige längere Zeit bei genügender Feuchtigkeit am Boden liegen, erhält sich der normalerweise sonst absterbende Pilz am Leben, wächst weiter und bricht dann, Perithecien bildend,oft am nackten Holze oder Marke hervor, wo er dann ganz oberflächlich erscheint. Tatsächlich sind aber solche Pilze doch normalerweise eingewachsen.
Dasselbe ist nun auch hei Rosellinia Niesslii Auersw. Der Fall. An einem instruktiven, bei Seitenstetten in Niederösterreich gesammelten Exemplare dieser Art konnte mit Sicherheit festgestellt werden, daß der Pilz kein Saprophyt ist, wie nach den bisherigen Angaben wohl anzunehmen war, sondern ein Parasit, der sich normal unter dem Peridium der Zweige entwickelt und, wenn dieses festhaftet, durch Spalten in demselben hervorbricht. Bekanntlich wird aber bei Berberis das tief in der Rinde entstehende Periderm leicht und frühzeitig abgeworfen; dies ist ganz besonders dann der Fall, wenn der Zweig von einem Schmarotzerpilze befallen ist. Nach Abfall des Periderms erscheinen dann die Perithecien oberflächlich, während sie tatsächlich eingewachsen-hervorbrechend sind.

Daraus geht aber mit Sicherheit hervor, daß der Pilz nicht in die Gattung Rosellinia gehört, zu welcher er bisher ganz allgemein gestellt wurde. Schwieriger ist die Frage zu beantworten, wohin er eigentlich im System der Pyrenomyceten zu stellen ist. Da sind es nun drei Eigenschaften desselben, die in Berücksichtigung gezogen werden müssen. Erstens: An der Basis der Perithecien befindet sich ein mehr weniger deutliches Basalstroma. Zweitens:
Die Perithecienmembran ist fast fleischig und ursprünglich lebhaft kirschrot, sie wird erst später rotbraun oder dunkler.Drittens: Besonders an der Mündung finden sich zahlreiche kurze, steife, schwarzbraune Borsten. Da der Pilz infolge seiner anfänglich roten, fast fleischigen Perithecien offenbar eine Art Mittelstellung zwischen den Hypocreaceen und Sphaeriaceen einnimmt, so müssen seine nächst verwandten Gattungen in beiden diesen Abteilungen gesucht werden. Unter den Hypocreaceen ist er offenbar am nächsten mit Sphaeroderma verwandt, eine Gattung, von der er sich nur durch die ursprünglich eingewachsenen Perithecien unterscheidet, während unter den Sphaeriaceen die beiden
Gattungen Anthostomea und Anfhostoma in Betracht kommen. Von beiden unterscheidet er sich aber durch die Beborstung der Perithecien. Als Anthostoma kann er überdies nicht wohl aufgefaßt werden, da das Stroma doch zu undeutlich und nur als Basalstroma entwickelt ist. Alles ins Auge gefaßt, ist Sordaria Niesslii doch am nächsten mit Sphaeroderma verwandt,wo auch beborstete Arten vorkommen und deren Perithecienmembran häufig nichts weniger als typisch hypocreaceenartig entwickelt ist. Da aber sämtliche Sphaeroderma-Arten ganz oberflächliche Perithecien besitzen, kann er nicht in diese Gattung gestellt werden und wird daher am besten in eine neue zu versetzen sein, für die ich den Namen Sphaerodermella in Vorschlag bringe.
Der Pilz wird demnach Sphaerodermella Niesslii (Auersw.) v. H. zu nennen sein.
Sphaerodermella unterscheidet sich von Sphaeroderma wesentlich nur durch die ursprünglich normalerweise ganz eingewachsenen Perithecien.

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Re: Pyrenomycet auf Berberitze

Der Juergen, (vor 5831 Tagen) @ Peter W.

Hallo Peter,

herzlichen Dank für Deine Mühe! Das hilft mir sehr.

Grüßle
Juergen

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Re: Pyrenomycet auf Berberitze *PIC*

Der Juergen, (vor 5829 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Freunde der Pyrenomyceten,

Den Berberitzen-Kugelpilz bin ich ja noch schuldig. Bei gezielter Suche findet man die Art wohl regelmäßig und ganzjährig. In der Online-Katierung gibts nur 3 oder 4 Melder, die diese Art überhaupt kartieren.

Grüßle
Juergen

p.s. Die Sporen reagieren auf Lugol etwas amyloid

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Fruchtkörper auf abgestorbenem Berberitzen-Ast

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Durchbrechende Fruchtkörper

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Detailansicht d. durchbrechenden Fruchtkörper (20x)

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Querschnitt d. Pseudothecien (ca 30x)

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Sporen in Wasser / Lugol (1000x)

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Asci in Wasser (1000x)

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Ascus in Wasser / Lugol (1000x)