Risspilze (I. glabrescens, abietis, metrodii) *PIC*

interhias ⌂, (vor 5760 Tagen)

Hallo zusammen,

diesmal werfe ich eine glattsporige Martinata in den Ring, die wir 2010 auch beim Inocybetreffen in Eschenlohe gefunden haben. Beim Schlüsseln egal ob mit Kuyper oder Stangl landet man im Dunstkreis von I. glabrescens Velen. Aber erstmal die Schwammerln:

Kollektion 1 vom September 2010 aus einem reinen Tannenbestand im bayerischen Oberland (Kirchsee):

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Kollektion 2 vom selben Tag aus demselben Biotop:

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Kollektion 3 vom besagten Inocybe-Treffen Ende August 2010, gefunden in der Nähe von Oberau bei Erle, Fichte und Buche (Tanne nicht notiert, vielleicht übersehen?):

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Kollektion 4 von 2009 wieder aus dem Oberland, konnte ich letztes Jahr nicht bestimmen, ist aber offensichtlich dasselbe (bei Tanne, Fichte, Buche und Esche):

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Wichtigste Merkmale:
Hüte meist mit vorgezogenem Buckel, Hutbedeckung sehr geschlossen, meist etwas grieselig glänzend bis rauh, kaum je auffasernd, einheitlich ocker bis ockerbraun ohne Rottöne; Stiele etwas blasser cremeocker bis blass ockerbraun gefärbt und ganz bereift, Bereifung im unteren Stieldrittel spärlich; Hymenialzystiden überwiegend spindelig-bauchig und dickwandig, Sporen glatt, amygdaloid, ca. 7,5-10,0 x 4,5-6,0;

Es könnte sein, dass es sich hier um das Schwammerl handelt, den Stangl in seinem Werk auf Tafel 24/1 dargestellt und als I. abietis Kühner gesammelt hat. (Sicher bin ich mir aber nicht, weil die Stiele ziemlich weißlich dargestellt sind.) Die Tatsache, dass er diese Art separat beschreibt und malt, „um das Erscheinungsbild der I. glabresens abzurunden“, lässt den Verdacht keimen, dass er die Synonymisierung mit I. glabrescens Velen. bzw. I. metrodii Stangl & Veselsky nur zähneknirschend akzeptiert hat.

Leider habe ich selber keine sicher bestimmten Kollektionen von I. glabrescens (=metrodii), doch nach Stangls Beschreibung handelt es sich hier um einen Pilz mit deutlich faserigem Hut, dunkelbrauner bis rotbraun-fuchsiger Färbung und relativ kurzen Hymenialzystiden. Ein Foto von Andreas 2 in Großpilze Baden-Württembergs V zeigt diese Art und hat makrokopisch wenig Ähnlichkeit mit den hier gezeigten Aufsammlungen

Wäre interessant zu erfahren, wie eure Kollektionen von I. glabrescens aussehen und ob auch so ockerbraune mit geschlossener Hudbedeckung dabei sind. I. glabrescens wird übrigens weder in Funga Nordica noch bei E. Ferrari (FND) erwähnt. Natürlich wäre es auch möglich, dass die hier gezeigten Schwammerln zu einer anderen Art gehören, aber zu welcher dann? Zumindest bin ich mir recht sicher, dass alle vier Aufsammlungen dasselbe sind.

Komplette Beschreibungen und weitere Fotos zu den hier vorgestellten Kollektinen findet ihr auf meinen Inocybe-Seiten unter den Nummern 12 und 14 bzw. unter der 2009er-Seite unter Nr. 13.

Grüße aus München
Hias

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Re: Risspilze (I. glabrescens, abietis, metrodii)

Helmut, (vor 5760 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

wieder was Schwieriges. Ich glaube, von der Art auch eine Kollektion in meiner Sammlung zu haben (Tegernsee 2009?), ebenfalls ohne Namen. I. glabrescens würde ich ausschließen, die meine ich schon gesehen zu haben (u. a. eine Koll. von Peter Karasch), tatsächlich mit rotbraunen Hüten. Wobei man sich auf braun oder ocker bei den Hutfarben der Inocyben nicht immer verlassen darf, hier scheint's aber konstant zu sein.

Die hier vorgestellte Art (so denn mein Fund dazu gehört) habe ich noch nicht so ganz in die Tiefe versucht durchzubestimmen. Interessant ist, dass sie im (Vor-) Alpenland scheinbar nicht selten ist - bei so vielen Funden von Dir. Vielleicht hat sie Andreas Vesper ja auch schon gefunden und mal näher angeschaut. Der ist öfter im Alpenraum.

Gruß

Helmut

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Antwort von Ditte

Georg, (vor 5760 Tagen) @ interhias

Ditte hat Probleme mit dem Posten, daher ich an Ihrer Stelle:

--

Lieber Hias,
ich hab eine Kollektion aus 2010, die möglicherweise glabrescens sein könnte.

Das PDF mit der Beschreibung: I. glabrescens

Gegenmeinungen sind aber sehr willkommen, denn ich möchte ja lernen.

Liebe Grüße
Ditte

--

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Re: Risspilze (I. glabrescens, abietis, metrodii)

interhias ⌂, (vor 5759 Tagen) @ Helmut

Servus Hias,
wieder was Schwieriges. Ich glaube, von der Art auch eine Kollektion in
meiner Sammlung zu haben (Tegernsee 2009?), ebenfalls ohne Namen. I.
glabrescens würde ich ausschließen, die meine ich schon gesehen zu haben
(u. a. eine Koll. von Peter Karasch), tatsächlich mit rotbraunen Hüten.
Wobei man sich auf braun oder ocker bei den Hutfarben der Inocyben nicht
immer verlassen darf, hier scheint's aber konstant zu sein.
Die hier vorgestellte Art (so denn mein Fund dazu gehört) habe ich noch nicht
so ganz in die Tiefe versucht durchzubestimmen. Interessant ist, dass sie
im (Vor-) Alpenland scheinbar nicht selten ist - bei so vielen Funden von
Dir. Vielleicht hat sie Andreas Vesper ja auch schon gefunden und mal
näher angeschaut. Der ist öfter im Alpenraum.
Gruß
Helmut

Servus Helmut,

die Art präsentiert sich makroskopisch sehr konstant und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie im Voralpenland selten ist - andererseits habe ich sie 2009 zum ersten Mal (bewusst) gefunden. Es wäre nützlich, an die Originalbeschreibung von I. abietis Kuehner heranzukommen. Wenn man sich an Stangls Beschreibung zu Tafel 24/1 hält, könnte sie da schon dazupassen.

Das Schwammerl in Großpilze Baden-Württemberg V (S. 407) entspricht makroskopisch eher Stangls Beschreibung von I. metrodii. Womöglich ist I. glabrescens auch so eine Sammelart. Ich habe noch zwei weitere zusammengehörende Kollektionen, die sich als I. glabrescens schlüsseln und wieder ganz anders aussehen. Aber die lasse ich erstmal in der Schublade ...

Grüße
Hias

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Re: Antwort von Hias;-)

interhias ⌂, (vor 5759 Tagen) @ Georg

Ditte hat Probleme mit dem Posten, daher ich an Ihrer Stelle: --
Lieber Hias,
ich hab eine Kollektion aus 2010, die möglicherweise glabrescens sein könnte.
Das PDF mit der Beschreibung: I. glabrescens
Gegenmeinungen sind aber sehr willkommen, denn ich möchte ja lernen.
Liebe Grüße
Ditte

Hallo Ditte,

dazu kann ich nur schwer etwas sagen, da ich kein klares Bild von I. metrodii (=glabrescens) vor Augen habe. Stangl spricht von einer länglich-knolligen Stielbasis. Wenn man sich an seiner Beschreibung orientiert, wären die Sporen deines Fundes ein bisserl arg schmal - aber daran würde ich es nicht unbedingt aufhängen.

Vielleicht kann uns ja Andreas Vesper noch aus der Patsche helfen, von ihm stammt immerhin das Foto in GpBW (dort heißt es in der Morphologie: Basis schwach verdickt), er dürfte die Art ganz gut kennen.

Grüße aus München
Hias

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Re: Risspilze (I. glabrescens, abietis, metrodii)

Helmut, (vor 5759 Tagen) @ interhias

Es wäre nützlich, an die

Originalbeschreibung von I. abietis Kuehner heranzukommen.

Servus Hias,

werde am Wochenende mal nachschauen, ob ich die Originalbeschreibung habe (digital liegt sie mir nicht vor). Aber vielleicht ist jemand anders schneller.

Gruß

Helmut

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Re: Antwort von Ditte

Helmut, (vor 5759 Tagen) @ Georg

Servus Ditte,

täuscht das oder sind auf dem Foto mit dem Hut von oben am Rand Cortina-Reste zu sehen? Wenn ja, fällt glabrescens schon mal weg.

Gruß

Helmut

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Inocybe glabrescens *PIC*

Andreas 2, (vor 5759 Tagen) @ Georg

Hallo Inocybe-Freunde,

habe mich bis jetzt zurück gehalten. Hatte Hias auch Bescheid gegeben, dass ich erst mal meine Hausaufgaben machen müsste. Aber das Thema ist schon hoch interessant, aber auch verwirrend. Werde mich demnächst dazu etwas ausführlicher äußern.

täuscht das oder sind auf dem Foto mit dem Hut von oben am Rand Cortina-Reste
zu sehen? Wenn ja, fällt glabrescens schon mal weg.

Ja, das täuscht sicher. Bei so aufgeschirmten Hüten sind selbst bei Cortinatae-Arten keine Cortina mehr auszumachen. Bei diesen Pilzen waren keine Cortinareste vorhanden, wohl aber die Huttrama zwischen den Fasern am Hutrand. Hier das Bild nochmal größer. Außerdem verlasse ich mich nicht auf makroskopische Merkmale. Mikroskopie geht nichts ab. Diese Pilze hatten auch noch im unteren Stielbereich ein gut ausgeprägtes Kaulohymenium.

Da das Bild sehr klein abgebildet wurde, stelle ich es hier mit rein. Hias hat Recht. Der Fund entspricht ss. I. metrodii. Interessanterweise war nur ca. 10m davon entfernt eine weitere, viel hellere Pilzgruppe, die mikroskopisch mit dieser identisch war. Bild habe ich nicht davon, da es damals gerade anfing stark zu regnen.

Dittes Koll. passt auch recht gut dazu. 3 Sachen stören mich aber etwas bei der Zuordnung zu I. glabrescens: Stielbasis gerandet knollig (?), Sporen apikal deutlich rundlich, Hymenialzyst. waren bei meinen bis jetzt durchgesehenen Sippen immer etwas gestielt.

Diagnose I. abietis Kühn. besitze ich leider auch nicht. Dafür die von I. metrodii. Die sende ich Euch per Mail.

Viele Grüße
Andreas

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Re: Inocybe glabrescens

Violet, (vor 5759 Tagen) @ Andreas 2

Lieber Hias, Helmut und Andreas: das war ja auch nur ein Fruchtkörper in Ehingen. Erhard Ludwig, dem wir den Pilz zeigten, meinte, das käme auch makroskopisch mit glabrescens hin.

In diesem Jahr werde ich mir auf jeden Fall die in Wiesenbach noch einmal genauer anschauen, wenn sie dort wiederkommen.

Liebe Grüße an euch und in die Runde!
Ditte

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Re: Risspilze (I. glabrescens, abietis, metrodii)

Helmut, (vor 5758 Tagen) @ Helmut

Habe zwar einige Arbeiten von Kühner, aber leider nicht die mit der Originalbeschreibung von I. glabrescens.

Gruß

Helmut

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Re: Risspilze (I. glabrescens, abietis, metrodii)

Violet, (vor 5758 Tagen) @ interhias

Servus Helmut,
die Art präsentiert sich makroskopisch sehr konstant und ich kann mir auch
nicht vorstellen, dass sie im Voralpenland selten ist - andererseits habe
ich sie 2009 zum ersten Mal (bewusst) gefunden. Es wäre nützlich, an die
Originalbeschreibung von I. abietis Kuehner heranzukommen. Wenn man sich
an Stangls Beschreibung zu Tafel 24/1 hält, könnte sie da schon
dazupassen.
Das Schwammerl in Großpilze Baden-Württemberg V (S. 407) entspricht
makroskopisch eher Stangls Beschreibung von I. metrodii. Womöglich ist I.
glabrescens auch so eine Sammelart. Ich habe noch zwei weitere
zusammengehörende Kollektionen, die sich als I. glabrescens schlüsseln und
wieder ganz anders aussehen. Aber die lasse ich erstmal in der Schublade
...
Grüße
Hias

Lieber Hias, Martin hat mir die Originalbeschreibung geschickt, ich schick sie dir weiter ...
Liebe Grüße
Ditte