Hallo Thomas,
Gyromitrin ist wasserlöslich und hitzelabil, wird also bei längerem Kochen
der Frühjahrslorchel vollständig zerstört.
Naja Thomas, ist das wirklich sooooo sicher ???? Ich hatte das eigentlich nicht so verstanden oder glaubst/weißt du, daß bei Todes-/Krankheitsfällen mit der Frühjahrslorchel nachgewiesenermaßen nur ungenügend abgekochte Frühjahrslorcheln verwendet wurden? ich weiß, daß du irgendwo in Skandinavien schon mal welche gessen hast
, aber es steht wohl doch immer noch zur Diskussion, daß der Giftgehalt regional sehr unterschiedlich sein kann. Mein letzter Wissensstand (vermutlich aus dem FOrum hier) war eben der, daß man auch nach wiederhholtem Abkochen nicht 100% sicher sein kann, daß das Gyromitrin vollständig entfernt wurde. Mit getrockneten Frühjahrslorcheln hat es allerdings angeblich wirklich noch keinen einzigen Vergiftungsfall gegeben.
Was die (Un-)Verträglichkeit der Hallimasch angeht, so sind zwei verschiedene
Faktoren zu beachten: 1. die Unverträglichkeit gegenüber Gift- und
Reizstoffen, die durch das Blanchieren nicht oder nur ungenügend entfernt
bzw. zerstört wurden. Deshalb reicht blanchieren allein nicht, man muss
den Pilz wenigstens 5 Min. kochen, kann aber mit der Kochzeit stufenweise
runtergehen, solange man keine Probleme mit der Verdauung bekommt (ich
koche ihn 3 Minuten)
Sind die Giftstoffe beim Hallimasch hitzeinstabil und davon wird ja ausgegangen, dann muß eigentlich Erhitzen alleine schon ausreichen und das tut es ja bei einigen Personen nicht. Ich hab nicht gesagt, daß Blanchieren alleine reicht, ich würd auf das Blanchieren einfach verzichten und dafür länger erhitzen. Langdauerndes Erhitzen ist beim Hallimasch ja absolut notwendig, da er ja roh sogar sehr giftig ist. EIne Vielzahl von Speisepilzen ist aber roh giftig, zum Teil sogar sehr giftig, seltsamerweise hat man den Unverträglichkeitseffekt bei denen seltener.
2. Unverträglichkeit gegenüber Trehalose, einem Disccharid aus 2
Glukosemolekülen, der in Pilzen häufig ist. Der Zucker kommt normalerweise
in Nahrungsmitteln, die der menschlichen Ernährung dienen, sehr selten
vor, und es gibt Menschen, die besitzen das zuckerspaltende Enzym
Trehalase nicht in ihrem Darm besitzen. Wer so gehandicapt ist, kann – je
nach Pilzart – auch ganz schöne Verdauungsprobleme bekommen.
Wer da Probleme mit dem Hallimasch hat sollte dann ja wohl auch bei einigen anderen Pilzen die gleichen Probleme haben?
Gute Nacht
Birgit