Schleimige Maronen Röhrlinge

Eric, (vor 9150 Tagen)

Hallo Pilzfreunde!

Habe heute meine ersten Maronenpilze gesammelt (glaube ich zumindest) und habe sie in Butter gebraten. Beim abduschen unter dem Wasserhahn haben sich allerdings die Röhren ganz schnell in einen blauen Brabbel verwandelt. Obwohl ich sehr vorsichtig und nicht lange abgewaschen habe. In der Butterpfanne hat sich dann der Rest in noch mehr Brei verwandelt. In meinem Buch steht aber der Maronenröhrling sei mit festem Fleisch. Was habe ich falsch gemacht? War es der falsche Pilz?

Danke fuer die Antwort

Gruß, Eric

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Re: Schleimige Maronen Röhrlinge

Wolfgang F., (vor 9150 Tagen) @ Eric

Was
habe ich falsch gemacht? War es der falsche Pilz?

Hi Eric,

falsch war,

(1) daß Du Deinem Pilzbuch geglaubt hast
(2) daß Du die Pilze überhaupt gewaschen hast
(3) daß Du wahrscheinlich etwas zu alte Fruchtkörper hattest
(4) daß Du nicht heiß genug gebraten hast.

Maronen verwandeln sich immer schnell zu Schleim, deswegen sammle ich sie nicht.

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Re: Schleimige Maronen Röhrlinge

Werner, (vor 9149 Tagen) @ Wolfgang F.

(1) daß Du Deinem Pilzbuch geglaubt hast

Entschuldigung, aber hier muss ich protestieren. Wahrscheinlich hatte er schon recht. Allerdings - mit dem Pilzbuch zu bestimmen kann sehr gefaehrlich sein - wenn Du das meintest, gebe ich Dir recht. Bei Roehrlingen ist die Gefahr wohl doch eher gering - schlimmstenfalls ein satter Durchfall droht.

(2) daß Du die Pilze überhaupt gewaschen hast

Da gebe ich Dir recht. Insbesondere bei der Marone ist das der groesste Fehler!

(3) daß Du wahrscheinlich etwas zu alte Fruchtkörper hattest

Ich stimme ebenfalls zu. Gerade bei Maronen sollte man nur junge oder sehr junge Fk's nehmen. Wenn man unbedingt aeltere nehmen will muss man unbedingt die Roehren entfernen.

(4) daß Du nicht heiß genug gebraten hast.

Wohl auch richtig. NUR, bei Maronen besteht immer die Gefahr, dass man sie 'schleimig kocht'. Deshalb sollte man immer nur wenige in die Pfanne tun und das austretende Wasser gruendlich abdampfen lassen, bevor man neue dazu tut oder noch besser - eine neue Lage in der Pfanne braet. Ausserdem sollte man nie mit Deckel braten. All das weiss ich aus eigenen leidvollen Maronenbratversuchen :-(

Maronen verwandeln sich immer schnell zu Schleim, deswegen sammle ich sie
nicht.

Leider sind wir hier weder mit Pfifferlingen noch mit Steinpilzen oder Edelreizkern in ausreichender Menge gesegnet, um die Maronen ignorieren zu koennen. 100 km Anfahrt kann ich mir nicht dauernd leisten und deshalb habe ich auch Techniken entwickelt, Maronen oder manchmal sogar Rotfuesse zu braten.

Viele Gruesse,

Werner

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Re: S.. M.. R.. mach es anderst..

elfi ⌂, (vor 9149 Tagen) @ Eric

Lieber Eric,

wenn Du Maronen sammelst, nimm die jungen Exemplare ca. 6 cm Hutdurchmesser!
Niemals waschen! Maronen kann man abschneiden und ganz sauber sammeln (Korb)!!, ohne Schmutz und Nadeln. Sollten zu hause Schmutzpartikel anhaften nur mit dem Messer säubern! Feuchte Hüte abwischen oder mit dem Messerrücken abschaben!
Die Pilze der Länge nach halbieren (kleinere Exemplare) oder vierteln.

In einer weiten Pfanne Öl oder Schweineschmalz rauchheiss erhitzen!
Pilze auseinanderliegend hinein geben, wenn Du viele hast, immer erst anbraten lassen an den Rand schieben und dann die nächste Portion in die Pfannenmitte geben. Das heisse Fett schließt die Oberfläche der Maronen und es tritt kein Wasser aus. Das ist sehr wichtig!!

Sind die Pilze leicht gebräunt, gibst Du sie mit einem Schaumlöffel auf ein Metallsieb oder mehrere Lagen Küchentuch. Das Fett schüttest Du weg und wischt die Pfanne mit einem Küchentuch aus, vorsicht sehr heiss!
Du gibst etwas Butter in diese Pfanne gibst Schinkenstreifen dazu und die Pilze, geschälte geviertelte Tomaten, etwas Salz und streust Petersilie darüber.
Vorsichtig erhitzen und vorsichtig umrühren! Damit die Zutaten ihre Form behalten. Fertig!
Dazu gibt es Weissbrot ... Baguette. Und einen leichten Rotwein oder rose, so Du magst!

Maronen ala Toledo schimpft sich das und schmeckt zauberhaft.

Größere Maronen kannst Du trocknen und zum Schweinebraten in die Soße geben!
Guten Appetit!

Grüße
elfi

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Re: S.. M.. R.. mach es anderst..

Eric, (vor 9149 Tagen) @ elfi

Hallo Elfi,

vielen dank für Deine Hilfe und das nette Rezept :-)
Scheint wohl ein bekanntes Problem mit den Maronen zu sein, jetzt weiss ich es auch :-)

Ich werde Dein Rezept mal ausprobieren!

Viele Gruesse, Eric

P.S. Danke auch an alle Anderen die auf mein Posting geantwortet haben!

Lieber Eric,
wenn Du Maronen sammelst, nimm die jungen Exemplare ca. 6 cm Hutdurchmesser!
Niemals waschen! Maronen kann man abschneiden und ganz sauber sammeln
(Korb)!!, ohne Schmutz und Nadeln. Sollten zu hause Schmutzpartikel
anhaften nur mit dem Messer säubern! Feuchte Hüte abwischen oder mit dem
Messerrücken abschaben!
Die Pilze der Länge nach halbieren (kleinere Exemplare) oder vierteln.
In einer weiten Pfanne Öl oder Schweineschmalz rauchheiss erhitzen!
Pilze auseinanderliegend hinein geben, wenn Du viele hast, immer erst
anbraten lassen an den Rand schieben und dann die nächste Portion in die
Pfannenmitte geben. Das heisse Fett schließt die Oberfläche der Maronen
und es tritt kein Wasser aus. Das ist sehr wichtig!!
Sind die Pilze leicht gebräunt, gibst Du sie mit einem Schaumlöffel auf ein
Metallsieb oder mehrere Lagen Küchentuch. Das Fett schüttest Du weg und
wischt die Pfanne mit einem Küchentuch aus, vorsicht sehr heiss!
Du gibst etwas Butter in diese Pfanne gibst Schinkenstreifen dazu und die
Pilze, geschälte geviertelte Tomaten, etwas Salz und streust Petersilie
darüber.
Vorsichtig erhitzen und vorsichtig umrühren! Damit die Zutaten ihre Form
behalten. Fertig!
Dazu gibt es Weissbrot ... Baguette. Und einen leichten Rotwein oder rose, so
Du magst!
Maronen ala Toledo schimpft sich das und schmeckt zauberhaft.
Größere Maronen kannst Du trocknen und zum Schweinebraten in die Soße geben!
Guten Appetit!
Grüße
elfi

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Re: Schleimige Maronen Röhrlinge

Eric, (vor 9149 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

das mit dem Pilzbuch war eher auf die Beschreibung des Maronen -Röhrlings und der dort versprochenen festen Konsistenz bezogen. Aber zu der Pilzbuchbestimmung meine ich, ist es immer noch besser mit Buch zu bestimmen, als ohne Buch (blutiger Anfänger) Pilze zu sammeln, oder ;-)
Oder was meinst Du? Welche Röhrlinge gibt es denn, die man mit Maronen verwecheln kann und nicht gesund sind? Der Gallenröhling weiss ich, aber sonst hab ich keinen in meinem Buch. Oder gibt es doch welche, die man meiden sollte?

Vielen Dank!

Gruß, Eric

Entschuldigung, aber hier muss ich protestieren. Wahrscheinlich hatte er
schon recht. Allerdings - mit dem Pilzbuch zu bestimmen kann sehr
gefaehrlich sein - wenn Du das meintest, gebe ich Dir recht. Bei
Roehrlingen ist die Gefahr wohl doch eher gering - schlimmstenfalls ein
satter Durchfall droht.
Da gebe ich Dir recht. Insbesondere bei der Marone ist das der groesste
Fehler!
Ich stimme ebenfalls zu. Gerade bei Maronen sollte man nur junge oder sehr
junge Fk's nehmen. Wenn man unbedingt aeltere nehmen will muss man
unbedingt die Roehren entfernen.
Wohl auch richtig. NUR, bei Maronen besteht immer die Gefahr, dass man sie
'schleimig kocht'. Deshalb sollte man immer nur wenige in die Pfanne tun
und das austretende Wasser gruendlich abdampfen lassen, bevor man neue
dazu tut oder noch besser - eine neue Lage in der Pfanne braet. Ausserdem
sollte man nie mit Deckel braten. All das weiss ich aus eigenen leidvollen
Maronenbratversuchen :-(
Leider sind wir hier weder mit Pfifferlingen noch mit Steinpilzen oder
Edelreizkern in ausreichender Menge gesegnet, um die Maronen ignorieren zu
koennen. 100 km Anfahrt kann ich mir nicht dauernd leisten und deshalb
habe ich auch Techniken entwickelt, Maronen oder manchmal sogar Rotfuesse
zu braten.
Viele Gruesse,
Werner

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Re: Schleimige Maronen Röhrlinge

adi rehm, (vor 9149 Tagen) @ Eric

Hallo Werner,
das mit dem Pilzbuch war eher auf die Beschreibung des Maronen -Röhrlings und
der dort versprochenen festen Konsistenz bezogen. Aber zu der
Pilzbuchbestimmung meine ich, ist es immer noch besser mit Buch zu
bestimmen, als ohne Buch (blutiger Anfänger) Pilze zu sammeln, oder ;-)
Oder was meinst Du? Welche Röhrlinge gibt es denn, die man mit Maronen
verwecheln kann und nicht gesund sind? Der Gallenröhling weiss ich, aber
sonst hab ich keinen in meinem Buch. Oder gibt es doch welche, die man
meiden sollte?
Vielen Dank!
Gruß, Eric

hallo eric,
du hast schon einige recht brauchbare tipps bekommen.
ich möchten hinzufügen, dass das "braten" der pilze durchaus nicht der weisheit letzter schluss ist, auch bei maronen nicht. wenn ich einmal so eine, na, sagen wir mal, nicht besonders " hochwertige" pilzernte habe, bin ich über einen geschmackspender wie den maronenröhrling sehr froh.man kann ja einige kartoffenlwürferl mitdünsten, die etwas flüssigkeit aufnehmen. auf alle fälle sollte man erst ganz am ende des kochvorganges salzen.- ich wünsche dir auch mit
den maronen ein "schwammerl-heil" und allzeit guten appetit!
adi

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Der Gallenroehrling ist gesund!

Werner, (vor 9149 Tagen) @ Eric

Na, ist das nicht eine provokative Ueberschrift? :-) Aber ganz im Ernst - ich meine das auch so. Warum? Nun, weil ich selbst mal schon ein paar Kilo Gallenroehrlinge (gell, Bimpfi) gekocht habe und daraus enorm viel gelernt habe. Was? Nun, dass man von den schoenen Pilzbildchen in den schoenen Buechern nur sehr beschraenkt was lernt. Waere mir so ein faux pas nie passiert, wuerde ich vielleicht eines schoenen Tages in glorreicher Selbstherrlichkeit Galerinas oder Amanitas zubereiten. Und - giftig sind die Gallis ja nicht - nur entsetzlich greislich. Angeblich soll es sogar Leute geben, die das Bittere nicht schmecken und die Gallis essen koennen. Treibt sich hier denn so ein Wunderkind rum?

das mit dem Pilzbuch war eher auf die Beschreibung des Maronen -Röhrlings und
der dort versprochenen festen Konsistenz bezogen. Aber zu der
Pilzbuchbestimmung meine ich, ist es immer noch besser mit Buch zu
bestimmen, als ohne Buch (blutiger Anfänger) Pilze zu sammeln, oder ;-)
Oder was meinst Du? Welche Röhrlinge gibt es denn, die man mit Maronen
verwecheln kann und nicht gesund sind? Der Gallenröhling weiss ich, aber
sonst hab ich keinen in meinem Buch. Oder gibt es doch welche, die man
meiden sollte?

Na, klar gebe ich Dir recht. Was die Verwechslungsmoeglichkeiten angeht - nur um der Diskussion Willen: Man kann Alles mit Allem verwechseln. Da wird mir wohl jeder Pilzberater rechtgeben. Es haengt nur von der Dummheit/Blindheit/Unerfahrenheit/gnadenlosen Unvorsichtigkeit usw. des Pilzsammlers ab. Auch die Drogis (Psilofreaks) sind ja Leute, die Duengerlinge, Risspilze, Fliegenpilze, Pantherpilze und was der Geier was noch in ihrer Ahnungslosigkeit und Gier verspeisen. Nix gegen Leute, die sich mit dem Thema ernsthaft beschaeftigen ... aber, jemand der hier postet, dass er einen kleinen Pilz mit dunklen Lamellen etc. gefunden hat und den nun fuer seinen Trip einwerfen will ... naja ... ich war ja auch mal 18 und doof ... aber so doof auch wieder nicht (dank Gallenroehrlingen :-)

Apropos: es war vor Kurzem im SWR eine kurze Sendung ueber Pilze mit W. Paetzold und einem (unsaeglichen) Koch. Das Pikante war daran, dass der Koch permanent unheimlich gescheit von allen moeglichen Vitamin B12 und Folsaeureinhaltsstoffen und dergleichen bei unterschiedlichen Pilzen redete und im gleichen Atemzug zweimal erklaerte, was die Lamellen des Steinpilzes sind!!!

Wir hatten beim gemeinsamen Anschauen auf dem Fohrenbuehl groessere Lachanfaelle und suchen seitdem verzweifelt Steinis mit Lamellen ... diesem Koch koennte man wohl auch Kegelhuetige Knollis als Roehrenchampis verkaufen ... nur soviel dazu.

Werner

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Maronen gehören dazu

Der Schwammerer, (vor 9149 Tagen) @ Eric

Also ich such immer gezielt ein paar Maronen (und übrigens auch Trompetenpfifferlinge).

Ich finde das in einem Mischpilz-Schmorgericht aus den z.zt. häufigsteb Pilzen wie Steinpilzen, Rotkappen oder Semmelstoppis mit ein paar Maronen besser schmeckt.

Es ergibt eine Konsistenz, die mann sonst nur schwer erreicht (Sahne, Mehl, Eier, etc.) dabei geht ja auch Ihr Aroma nicht verloren, es verteilt sich gleichsam um die anderen Zutaten.

Wenn ihr so mögt:

Mir schmeckt der Schleim.

Gruß vom Schwammerer
(der in diesem sagenhaften Jahr innerhalb einer Woche 20 kg (netto ohne madige Stellen) Steinpilze (davon ein Drittel Kiefernsteinpilze mit Ihrem unvergleichlichen Aroma)gefunden hat und die dreifache Menge an vergammelten Riesen im Wald gesehen hat).