Blaufüssiger Birkenpilz (L. cyanobasileucum)? *PIC*

Birgit, (vor 5507 Tagen)

Hallo,

weiter gehts. gestern fand ich auch diesen Birkenpilz. Ich habe die Sporen miroskopiert, der Sporenquotient Q ist im Mittel größer als 3. Damit lande ich Schlüssel von Gröger sicher bei L. cyanobasileucum. Allerdings irritiert mich, dass in der Beschreibung dort steht, dass ich die Schuppen auf dem Stiel farblich kaum vom Stiel abheben. Bei diesem älteren Exemplar stimmt das nun wirklich nicht. Dann habe ich noch ein jüngeres, blasseres Exemplar, das fast gleichfarbige SChuppen hat, dafür aber auch nicht so schlanke Sporen ;-). Allerdings scheinen die unreifen Sporen, die ich beim jungen Exemplar auch direkt an den Basidien fand, kürzer zu sein, als die reifen Sporen. Das jüngere Exemplar sport gerade aus, dann sehe ich vielleicht weiter.
Das Gebiet ist moorig, sauer, Birke und Fichte sind Baumpartner, L. holopus könnte dort sicher auch wachsen.

Danke für die Hilfe

Birgit

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Bild von der Stielbasis *PIC*

Birgit, (vor 5507 Tagen) @ Birgit

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Re: Blaufüssiger Birkenpilz (L. cyanobasileucum)?

Jürgen, (vor 5504 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

die Farbe der Stielschuppen ist bei Birkenpilzen (wie auch Rotkappen) an jungen bis eben reifen Exemplaren zu beurteilen. Bei alten "Lappen" - und dazu zähle ich dieses hier - dunkeln die Schuppen meist nach, so dass man bei diesem Merkmal Abstriche machen muss. Man erkennt aber doch noch den für cyaneobasileucum recht typischen furchig-längsrippigen Untergrund der Stielbekleidung ab etwa Stielmitte abwärts. Für holopus/nucatum müsste der Hut in diesem Stadium für meinen Geschmack deutlichere Olivtöne aufweisen, aber auch ein Aspekt wie hier läge im Bereich der Variationsbreite. Schwierig.

Wenn du mikroskopierst, schau doch mal in der Huthaut nach, ob den langen fädigen Endhyphen auch kurzgliedrige Ketten zylindrischer Zellen beigemischt sind.

Grüße, Jürgen

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Re: Blaufüssiger Birkenpilz (L. cyanobasileucum)?

Birgit, (vor 5504 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

die Farbe der Stielschuppen ist bei Birkenpilzen (wie auch Rotkappen) an
jungen bis eben reifen Exemplaren zu beurteilen.Bei alten
"Lappen" - und dazu zähle ich dieses hier - dunkeln die Schuppen
meist nach, so dass man bei diesem Merkmal Abstriche machen muss.

Danke für die Info. Ich hab auch noch ein jüngeres Exemplar, das ich nicht fotografiert habe mit noch weißem Stiel und hellerem Hut. Da waren aber die Sporen nicht so schlank, was ich darauf zurückgeführt habe, dass die vielleicht noch nicht ganz reif waren, weil ich auch kurze Sporen direkt an den Basidien fand. Ich schau mir noch den Sporenabwurf von dem Exemplar an, das könnte aber vielleicht doch noch L. holopus sein.

Man
erkennt aber doch noch den für cyaneobasileucum recht typischen
furchig-längsrippigen Untergrund der Stielbekleidung ab etwa Stielmitte
abwärts. Für holopus/nucatum müsste der Hut in diesem Stadium für meinen
Geschmack deutlichere Olivtöne aufweisen, aber auch ein Aspekt wie hier
läge im Bereich der Variationsbreite. Schwierig.
Wenn du mikroskopierst, schau doch mal in der Huthaut nach, ob den langen
fädigen Endhyphen auch kurzgliedrige Ketten zylindrischer Zellen
beigemischt sind.

Das wollte ich morgen nochmal machen, noch hält sich der Opa im Kühlschrank ganz gut. Mir war nur nicht ganz klar, ob L. holopus keine Zylindrozyten hat, weil ich kein Buch mit einer guten Beschreibung von L. holopus/nucatum im Vergleich zu L. cyanobasileucum/brunneogriseolum habe.

Gröger schlüsselt da ja noch L. schistophyllum aus und das hat mich dann doch noch verrwirrt.... Falls man nun keine Zylindrozyten in der Hutuhaut findet, muss man dann auch noch die Stielschüppchen mikroskopieren und nach Caulozystiden suchen?

herzliche Grüße und vielen Dank

Birgit

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Ergebnisse *PIC*

Birgit, (vor 5503 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

heute hab ich mal den alten Schlappen mikroskopiert, ich meine ich hätte Zylindrozyten gefunden, obwohl nur einige wenige breiter als 10 µm waren, Fotos gibts keine, weil ich noch etwas auf Kriegsfuß stehe mit der Kamera. Bei dem jungen Exemplar kann ich ein Sporenfoto liefern, das sieht doch schon wie L. cynobasileucum aus. Allerdings habe ich keinen vernünftigen Huthautschnitt bei dem jungen Exemplar zusammengebracht, so dass da keine Zylindrozyten finden konnte.

vielen Dank für Deine Hilfe

Birgit

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Re: Ergebnisse

Jürgen, (vor 5503 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

schönes Sporenbild!

Für den (mittleren) Sporen-Q geben an:

Lannoy & Estadès 1995
- L. brunneogriseolum: 3,1-3,4
- L. holopus: +/- 2,9
- L. nucatum: 2,7

Muñoz 2005 (Fungi Europaei 8)
- L. brunneogriseolum: 3-3,3
- L. holopus: 2,9-3,4 (!)
- L. nucatum: 3-3,6 (!!)

Was sagt uns das?

Grüße, Jürgen

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Re: Ergebnisse *PIC*

Birgit, (vor 5502 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen

schönes Sporenbild!

Danke.

Für den (mittleren) Sporen-Q geben an: Lannoy & Estadès 1995
- L. brunneogriseolum : 3,1-3,4
- L. holopus : +/- 2,9
- L. nucatum : 2,7
Muñoz 2005 (Fungi Europaei 8)
- L. brunneogriseolum : 3-3,3
- L. holopus : 2,9 -3,4 (!)
- L. nucatum : 3-3,6 (!!)
Was sagt uns das?

Naja, als Physikerin würde ich jetzt sagen, dass der Sporenquotient nicht die ausschlaggebende Größe ist und mein Sporenbild alle drei Arten abdecken würde. Wenn ich jetzt ganz frech bin, würde ich die Sporen nach diesen Infos gar nicht mehr mikroskopieren, weil eine signifikante Aussage zur Trennung nicht getroffen werden kann, weil sich die Quotienten überlappen.

Bei dem älteren Exemplar meine ich ja Zylindrozyten gefunden zu haben und ich habe sie auch mit den Bildern aus einen alten Forenbeitrag verglichen. Damals hast du auf zwei Mikrokopbildern Zylindrozyten erkannt und so sahen meine auch aus.

Aussagekräftig kann das Ganze dann wohl also nur werden, wenn ich mindestens beide Merkmale und die makroskopischen Merkmale kombiniere. Das wolltest du mir wohl sagen ;-).

Ich gehe jetzt mal davon aus - so lange von dir nicht heftige Proteste kommen - , dass zumindestens der alte Schlappen Leccinum cyanobasileucum ist. Das Sporenbild stammt vom jungen Exemolar, aber die vom alten Exemplar sahen gleich aus.

Die süßen kleinen vom Bild unten, gabs heute im Ammerseegebiet.

herzliche Grüße

Birgit

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Korr.: Munoz ist FE 2, nicht 8 *oT*

Jürgen, (vor 5503 Tagen) @ Birgit

- kein Text -