Tricholoma cf. joachimii *PIC*

Werner E., (vor 5504 Tagen)

Ein weiterer sehr interessanter Fund aus dem Zillertal.
Fichtenwald, ca. 1300m.
Makroskopisch komme ich beim Schlüsseln wegen dem hutfarben genatterten Stiel bei T. joachimii raus.
Auch T. fucatum o. subglobisporum kämen in Betracht, wobei diese Arten wohl sehr verschieden aufgefasst und teilweise synonymisiert werden.
Der Hut ist gänzlich dunkelolivgrün, glatt, glänzend, radialfaserig.
Der Stiel gänzlich hutfarben genattert.
Die Lamellen sind weiss, die Schneiden glatt.
Der Geschmach war unauffällig, vielleicht ganz leicht bitterlich.
Der Geruch auch unauffällig, vielleicht minimal mehlartig.

Was meint ihr?

Gruaß Werner

[image]

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

2.Bild *PIC*

Werner E., (vor 5504 Tagen) @ Werner E.

[image]

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: 2.Bild

Peter Reiter, (vor 5504 Tagen) @ Werner E.

es gibt eine Variätät des Seifenritterlings, die einen solche Stielbeschuppung aufweist. Nun bin ich kein Ritterlingsexperte aber den würde ich in Betracht ziehen.

Gruß Peter

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Tricholoma cf. joachimii

Wolfgang D. ⌂, (vor 5504 Tagen) @ Werner E.

Hallo Werner

schau mal das Areal von T. joachimii in der Online-Datenbank der Pilze Österreichs an, dann wird schnell klar, dass es diese Art wohl nicht sein kann, die nach aktuellem Stand in Österreich strikt pannonisch verbreitet ist. Gernot hat neulich von dort einen Fund im Forum der BMG vorgestellt.

LG
Wolfgang

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Circulus vitiosus

jesko, (vor 5504 Tagen) @ Wolfgang D.

Hallo Wolfgang,

schau mal das Areal von T. joachimii in der Online-Datenbank der Pilze
Österreichs an, dann wird schnell klar, dass es diese Art wohl nicht sein
kann,

Allgemein und ohne Bezug zum konkreten Fall würde ich einen Pilz erst einmal bestimmen und nicht irgendwas aufgrund von Literatur- und sonstigen Angaben zu Ökologie und/oder Verbreitung a priori ausschließen. Sonst besteht methodisch die Gefahr eines circulus vitiosus. Entsprechende Fragen in dichotomischen Schlüsseln wie z.B. "bei Nadelbäumen", "nur alpin/arktisch" usw. bergen solche Fallen. Eine Inocybe oreina auf Kalktrockenrasen etwa oder ein Tricholoma focale bei Birke/Espe würden dann große Bestimmungsschwierigkeiten bieten. Und wie lange wollen wir noch von "Fichtensteinpilzen" u.ä. reden?

Viele Grüße

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Tricholoma cf. joachimii

Werner E., (vor 5504 Tagen) @ Wolfgang D.

Griasdi Wolfgang,

schau mal das Areal von T. joachimii in der Online-Datenbank der Pilze
Österreichs an, dann wird schnell klar, dass es diese Art wohl nicht sein
kann, die nach aktuellem Stand in Österreich strikt pannonisch verbreitet
ist. Gernot hat neulich von dort einen Fund im Forum der BMG vorgestellt.

Du hast recht, der wird auch z.B. im Gröger-Schlüssel als calciphil bezeichnet.
Der acidophile T. fucatum / subglobisporum würde viel besser passen.
Der hier abgebildete Pilz würde sehr gut meinem Fund entsprechen:

http://www.stridvall.se/fungi/gallery/Tricholoma/NIKA6312

Gruaß Werner

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: 2.Bild

Werner E., (vor 5504 Tagen) @ Peter Reiter

es gibt eine Variätät des Seifenritterlings, die einen solche
Stielbeschuppung aufweist. Nun bin ich kein Ritterlingsexperte aber den
würde ich in Betracht ziehen.

Servus Peter,

natürlich bin auch ich schon öfter von einem Seifenritterling gefoppt worden.
Ich kenn' auch die Varietät mit dem genatterten Stiel.
Hier möchte ich T. saponaceum aber ausschliessen.

Hab' grad nochmal mit dem guten alten Moser durchgeschlüsselt.
Da komm' ich schnurstracks bei T. fucatum raus.
Auch Referenzbilder z.B. bei Bresadola o. im www. deuten stark auf diese Art hin.
Aber besten Dank für Deinen Tip .

Gruaß aus München, Werner

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Circulus vitiosus

Wolfgang D. ⌂, (vor 5504 Tagen) @ jesko

Hallo jesko,

für dein allgemeines statement gebe ich dir völlig recht. Mit deiner Skepsis zur "Bestimmung" nach ökologischen Angaben rennst du bei mir offene Türen ein. Leider habe ich meinen Hinweis für Werner, der die geografischen Gegebenheiten sowie die "Methodik" (Datenbank) recht gut kennt, etwas lapidar formuliert. Wir arbeiten doch recht oft mit verkürzten Schlussfolgerungen, wenn die Dinge recht eindeutig gelagert und nachvollziehbar sind. Aber ich gehe natürlich davon aus, dass die kritische Bestimmung an vorerster Stelle steht.

LG
Wolfgang

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Tricholoma cf. joachimii

Peter S., (vor 5504 Tagen) @ Wolfgang D.

Oje, dann muss man wohl alle Erstfunde, die je irgendwer irgendwo gemacht hat, vergessen.

Hartmuts Russula taigarum aus dem Harz geht nicht, weil strikt nur in Skandinavien, mein Coprinus levisticolens vom Biederitzer Straßendreck geht nicht, weil bis dahin nur in der Ungarischen Puszta ...

Es kann ja sein, dass man nach einer Bestimmung mal schaut, wo der bisher schon gefunden wurde und sicher sollte man dann auch noch mal nachdenken, wenn der Standort ungewöhnlich war, aber ein Ausschluss weil bis dahin noch nicht dort aufgetaucht, ist m. E. absolut unzulässig und ein Argument ist es schon gar nicht.

Um es philosophisch zu sagen:
Alles ist immer irgendwann zum ersten mal und der Umkehrschluss stimmt auch: Nichts auf dieser Welt ist für die Ewigkeit.

Liebe Grüße - Peter

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: 2.Bild

Gernot, (vor 5504 Tagen) @ Werner E.

Servus Werner,

würde ich auch für T. fucatum halten. Bei T. fucatum ist der Stiel oft genattert, während er bei T. joachimii immer ± fein punktiert ist.

Schöne Grüße
Gernot

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Tricholoma cf. joachimii *PIC*

Helmut, (vor 5504 Tagen) @ Werner E.

Servus Werner,

mit "meinen" T. subglobisporum aus den sandigen, sehr armen Sandkiefernwäldern des Oberpfälzer Hügellandes (Foto) hat Dein Fund optisch nicht viel gemein. Vor allem die grobe, großflächige Natterung stört. Mit dem Seifenritterling hätte ich mich da eher anfreunden können (nur auf die Optik bezogen).

Gruß

Helmut

Griasdi Wolfgang,
Du hast recht, der wird auch z.B. im Gröger-Schlüssel als calciphil
bezeichnet.
Der acidophile T. fucatum / subglobisporum würde viel besser passen.
Der hier abgebildete Pilz würde sehr gut meinem Fund entsprechen:
http://www.stridvall.se/fungi/gallery/Tricholoma/NIKA6312
Gruaß Werner

[image]

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: 2.Bild *PIC*

Stephan Weißer, (vor 5504 Tagen) @ Gernot

Hier noch ein Bild von Tricholoma joachimii vom Hornberger Pilzkurs 2010 - damit man sich etwas unter punktiertem Stiel vorstellen kann. Laut RIVA ist der Geruch von T. joachimii mehlartig, der Geschmack bitterlich. Beides traf bei den gezeigten Exemplaren zu. T. joachimii mag es sandig.

In den Nord-Kärntner Alpen (Richtung Steiermark) finde ich alljährlich an Berghängen über Urgestein Ritterlinge wie die hier beschriebenen aus dem Zillertal - mit ausgesprochen striater Hutoberfläche und genattertem, manchmal sparrig-schuppigem Stiel. Bei diesen ist der Mehlgeruch allenfalls flüchtig zu erahnen. Ich habe sie immer als T. fucatum bestimmt, auf jeden Fall sind sie etwas anderes als T. joachimii.

Freundliche Grüße
Stephan Weißer

[image]

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Tricholoma cf. joachimii

Ingo, (vor 5503 Tagen) @ Werner E.

Hallo Werner,

allein vom Stiel her passt natürlich T. saponaceum var. squamosum.
Allerdings sollte man den Seifenritterling vom Hut her ausschließen
können. Weder die deutlich streifige Hutoberfläche, noch die Unterseite
passen.

Den joachimii hat man dir ja eben auch erfolgreich ausgeredet. Das ist
er auch nicht. Die kann man eher mit Grünlingen verwechseln.
Ich denke aber, in der Sektion (sejuncta) bist du vermutlich richtig.

Würde es eine schuppig gestielte Var. von T. portentosum geben, fände ich
das schon besser.

Allerdings ist T. fucatum nicht von der Hand zu weisen.
Bei einigen selten gefundenen Ritterlingen könnte auch eine gewisse
Variationsbreite vorkommen. Im Riva steht da zum Beispiel T. hordum,
als seltener Fichtenbegleiter angegeben. Hut, Geruch und Geschmack könnten
entfernt passen, allerdings nicht die fetten Platten am Stiel.

Kleiner Tipp: frage mal höflich bei Andreas Gminder an. Der kennt zumindest
T. fucatum persönlich und mit etwas Glück hat er deinen Ritterling auch schon gesehen.

Grüßlis Ingo

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Tricholoma cf. joachimii

Werner E., (vor 5503 Tagen) @ Helmut

Griasdi Helmut,

mit "meinen" T. subglobisporum aus den sandigen, sehr armen
Sandkiefernwäldern des Oberpfälzer Hügellandes (Foto) hat Dein Fund
optisch nicht viel gemein. Vor allem die grobe, großflächige Natterung
stört.

Die Sielnatterung hat vielleicht mit dem Entwicklungsgrad des FK zu tun.
Vielleicht ist aber die Synonymisierung von T. fucatum und T. subglobisporum auch nicht gerechtfertigt, und ich hab' den "echten" T. fucatum gefunden.
Aufgrund welcher Unterschiede trennt Bon denn T. subglobisporum von T. fucatum ab?
Du hast Deine Funde doch als T. subglobisporum bestimmt.

Mit dem Seifenritterling hätte ich mich da eher anfreunden können

(nur auf die Optik bezogen).

Wie gesagt - der kann einen schon foppen.
Den trau' ich mich aber doch ausschließen.

An liab'n Gruaß, Werner

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Tricholoma cf. joachimii *PIC*

interhias ⌂, (vor 5503 Tagen) @ Werner E.

Servus Werner,

du kannst ja mal mit meiner Aufsammlung von T. fucatum aus dem Kalkgebirge (Mangfallgebirge) vergleichen.

[image]

[image]

[image]

Die ganze Doku findest du hier.

Grüße
Hias

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Tricholoma cf. joachimii

Werner E., (vor 5501 Tagen) @ Helmut

Servus Helmut,
mit "meinen" T. subglobisporum aus den sandigen, sehr armen
Sandkiefernwäldern des Oberpfälzer Hügellandes (Foto) hat Dein Fund
optisch nicht viel gemein. Vor allem die grobe, großflächige Natterung
stört. Mit dem Seifenritterling hätte ich mich da eher anfreunden können
(nur auf die Optik bezogen).

danke für Deine Antwort.
Ich hatte Deinen Bericht aus der MykBav schon angesehen.
ei Deinen Funden fehlt diese Stielnatterung.
Vielleicht ist die Synonymisierung der T. fucatum und T. subglobisporum einfach nicht gerechtfertigt, oder die Natterung hat damit zu tun, dass mein Einzelfruchtkörper noch recht jung war.
Stidvall hat mehrere Kollektionen abgebildet, welche mit und ohne Stielnatterung:
http://www.stridvall.se/fungi/gallery/Tricholoma?page=7

Das heisst natürlich nicht, dass das auch wirklich alles T. fucatum ist...

Gruaß Werner

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Tricholoma cf. joachimii

Werner E., (vor 5501 Tagen) @ Ingo

Griasdi Ingo

Kleiner Tipp: frage mal höflich bei Andreas Gminder an. Der kennt zumindest
T. fucatum persönlich und mit etwas Glück hat er deinen Ritterling auch schon
gesehen.

besten Dank für Deine Antwort.
Hab' den Andreas angeschrieben.

Gruaß Werner

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Tricholoma cf. joachimii

Werner E., (vor 5501 Tagen) @ interhias

Griasdi Hias,

du kannst ja mal mit meiner Aufsammlung von T. fucatum aus dem Kalkgebirge
(Mangfallgebirge) vergleichen.

ich hab' mir Deinen Fund und die Doku schon angesehen gehabt.
Das sieht schon so aus, wie meiner.
Die deutliche Natterung fehlt halt auch irgendwie.
Vielleicht hat das halt auch mit der trockenen Witterung zu tun ?

Gruaß Werner