Pilzbericht Lappland Teil I *PIC*

Konrad Schultz, (vor 5490 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,

Hier mal ein Bericht aus dem Lapplandurlaub. Ein paar Arten zum Gucken (Teil I) und natürlich einige zum
Mitbestimmen (Teil II).

Das Ganze stammt aus der Zeit Mitte Sptember bis Anfang Oktober - Da sich der Herbst zu dieser Zeit in Lappland
schon weitgehend abgespielt hat und die Finnen begierig auf den ersten Schnee warten, war ich umso erstaunter:
wo man hinsah: Pilze. Immerhin bei geschätzter Durchschnittstemp. von 4-5°C und frost bis zu -5°C.

Ebenso interessant Pilze einmal in unveränderter Natur zu sehen - also sprich in Urwäldern. Dabei überraschte auch
die Artenvielfalt (bedenkt man die spezielle Jahreszeit und die lediglich drei Baumarten).

Jedenfalls als pilzkundlerischer Sicht eine Überraschung dieser Exkurs. Ich habe dabei allerdings lange nicht jede
Art dokumentiert/bestimmt/sonstwas... der Aufwand wäre zu hoch gewesen.. Ich habe mich daher auf schnelles abknipsen
einiger Arten beschränkt.

Ja das Gebiet war dieses Jahr Nordfinnland vom Urho-Kekkonen-NP bis hoch nach an den Inari See. Mögliche Begleitbäume
waren nur: Kiefer, Birke, (Sibirische Fichte)

Die schätzungsweise häufigste Großpilzart war jene:
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Tricholoma pessundatum
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riesige Nester

Ebenfalls sehr häufig Suillus bovinus:
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Nicht häufig aber des Öfteren mal zu sehen: Tricholoma portentosum
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Ebenfalls häufig: Cortinarius semisanguineus
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Auch hier und da ein Russula. Alles rote recht kleine Arten. Keine Nähere Untersuchungen gemacht...
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Auch häufig: Cortinarius mucosus (?)
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recht selten, anscheinend bei Kiefern: Pfifferlinge
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typisch aber selten (in dieser Jahreszeit war ich dennoch überrascht): Boletus pinophilus
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auch typisch aber ebenfalls (nicht mehr) oft zu sehn: Suillus variegatus
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einmal gesehn: Suillus collinitus
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Ab und zu auch dieser hübsche Bursche: Gomphidius roseus
meist allein:
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seltener bei den zahlreichen Kuhröhrlingen:
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Sarcodon imbricatum:
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Eine echte Überraschung waren diese Burschen: Hygrocybe punicea (? schätz ich mal -
hatte ich ja noch nie gesehn, da Zuhause vom Aussterben bedroht)
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Sieht aus wie Boletus edulis. Ist mir aber schleierhaft .... :
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Und die gabs natürlich auch.
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Ansonsten aufjedenfall noch gesehn:
Tricholoma auratum
Suillus luteus
einige Leccinum, die noch über waren (diese Gattung überflutet ja im Sommer ganz Lappland)

im nächsten Teil dann die ganzen Unbekannten ;)

Grüße
Konrad

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Re: Pilzbericht Lappland Teil I

jesko, (vor 5490 Tagen) @ Konrad Schultz

Hallo,

danke für die Fotos.

Auch häufig: Cortinarius mucosus (?)

Könnte sein. Im hohen Norden gibt es mit Cortinarius fennoscandicus und Cortinarius septentrionalis noch zwei weitere ähnliche Arten (beides Birkenbegleiter), die hier in Frage kommen könnten. Am zuverlässigsten lassen sie sich über die Sporen bestimmen.

typisch aber selten (in dieser Jahreszeit war ich dennoch überrascht):
Boletus pinophilus

Als typisch kryophile Art darf er das schon.

Sarcodon imbricatum:

Sarcodon imbricatus ist ein Fichtenbegleiter. Die sehr ähnliche Art bei Kiefer ist Sarcodon scabrosus.

Eine echte Überraschung waren diese Burschen: Hygrocybe punicea (? schätz ich
mal -
hatte ich ja noch nie gesehn, da Zuhause vom Aussterben bedroht)

Nicht gleich vom Aussterben, sondern eher vom Abwandern. In vielen Ländern und sicherlich auch in bestimmten Regionen Deutschlands gibt es geeignete Habitate für diese Art. Daher ist sie in Europa regional nicht selten.

Sieht aus wie Boletus edulis. Ist mir aber schleierhaft .... :

Was hat er denn, was nicht geht???

Viele Grüße

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Re: Pilzbericht Lappland Teil I

Konrad Schultz, (vor 5490 Tagen) @ jesko

Ahoi,

Als typisch kryophile Art darf er das schon.

dachte die Gattung hätte es nich so mit der Kälte - aber hab ihn im Sommer dort auch öfter entsprechend gesehn - aber ja offensichtlich keinerlei Problem für diese Art

Sarcodon imbricatus ist ein Fichtenbegleiter. Die sehr ähnliche Art bei
Kiefer ist Sarcodon scabrosus.

Ah danke!

Nicht gleich vom Aussterben, sondern eher vom Abwandern. In vielen Ländern
und sicherlich auch in bestimmten Regionen Deutschlands gibt es geeignete
Habitate für diese Art. Daher ist sie in Europa regional nicht selten.

das bezog sich jetz nur auf den rote Listen Status meines Bundeslandes...

Was hat er denn, was nicht geht???

Naja das ist schon einer =) hab ich aber noch nich gesehn dort muss auch dann mit Kiefer vergesellschaftet sein.

Viele Grüße

Ebenfalls.

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Re: Pilzbericht Lappland Teil I *PIC*

Ingo, (vor 5490 Tagen) @ Konrad Schultz

Hallo Konrad,

einfach phantastisch. Da würde ich mich echt heimisch fühlen.
Bei ganzen drei Exemplaren T. pessundatum am vergangenen Wochenende
war es hier allerdings nicht so doll. Auch in guten Ritterlingsjahren,
wie 2010, kam ich da bei Weitem nicht heran.

Die Teile bei dir kommen daher, wie hierzulande die Lindenkremplinge.
Da bekomme ich eine Ahnung, wie der Alte Schwede zu dem Namen "Pessundatum"
gelangen konnte. Da steckt ja irgendwie das Wort "Fuß" drin. Etwa so wie
breitgelatscht.

Gibt es eigentlich Erkenntnisse, ob die Einheimischen mit diesen Ritterlingen
kulinarisch etwas versuchen und hast du eventuell probiert, ob sie bitter
oder mild schmeckten? So viel Fragen...

Bis auf die Hygrocybe zeigst du da übrigens eine feine, sandige
Kieferngesellschaft. Schade, dass da T. focale und T. matsutake nicht dabei
waren. Vielleicht war es doch etwas zu jenseits vom Nordhorizont.
Gibt es da eigentlich auch Grünlinge?

Falls der orange Schleimfuß bei Kiefern stand, sollte es sich um C. mucosus handeln.
Jedenfalls lassen die anderen gezeigten Arten diesen Schluß zu.

Der Habicht nennt sich übrigens offiziell Sarcodon squamosus - Kiefern Habichtspilz.
Bei Jesko ist anscheinend das Q auf der Tastatur kaputt. ;o))

Grüßlis Ingo

p.s. zum Vergleich meine Kümmerexemplare vom vergangenen WE

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Re: Pilzbericht Lappland Teil I

jesko, (vor 5490 Tagen) @ Ingo

Der Habicht nennt sich übrigens offiziell Sarcodon squamosus - Kiefern
Habichtspilz.
Bei Jesko ist anscheinend das Q auf der Tastatur kaputt. ;o))

Ja, Ingo, bei der Cantität an Mails, die ich cuasi täglich schreibe, gehen Tasten kaputt, und auch solche Cerschläger kommen mal vor.
Zum Glück passt immer jemand auf.

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Re: Pilzbericht Lappland Teil I

Pfalz-Pilz, (vor 5489 Tagen) @ jesko

Zum Glück passt immer jemand auf.

Wundere mich ein wenig, das das Schnuffel nicht bemerkt hat :-)

Gruß Dieter

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Re: Pilzbericht Lappland Teil I *PIC*

Ingo, (vor 5489 Tagen) @ Pfalz-Pilz

Hallo Dieter,

vielleicht kennt er die nicht.

S. scabrosus im Anhang

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Re: Pilzbericht Lappland Teil I

Konrad Schultz, (vor 5486 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Gibt es eigentlich Erkenntnisse, ob die Einheimischen mit diesen Ritterlingen
kulinarisch etwas versuchen

naja die Menschen im hohen Norden sind nicht besonders pilzverrückt... Die Beeren sind dort viel viel wichtiger und Pilze werden zT gar nicht gesammelt (mancherorts ist man dort einfach der Meinung das lohne vom Nährwert her nicht) - gibt aber vermutlich auch Leute dort die Pilze essen aber wie ich das verstanden habe nur wenige weitbekannte Arten - also ein definitiv tendenzielles nein :D

Bis auf die Hygrocybe zeigst du da übrigens eine feine, sandige
Kieferngesellschaft. Schade, dass da T. focale und T. matsutake nicht dabei
waren.

ja denke nicht, dass ich die gesehn habe (aber wie gesagt... alles anzuschauen wäre zu viel Aufwand gewesen...)

Gibt es da eigentlich auch Grünlinge?

Ja

Und der zweite Teil kommt ja noch :)

Grüße
Konrad

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Stimmt, die beiden mit s habe ich noch nie gesehen *oT*

Schnuffel, (vor 5486 Tagen) @ Ingo

- kein Text -