Zustände wie im Mittelalter *PIC*

Ingo, (vor 5483 Tagen)

Hallo Forum,

hier erst mal die Auflösung für diesen Ritterlingsbeitrag von vor zwei Wochen.
Zusammen genommen wurden alle Arten richtig benamst. Deshalb nur der Vollständigkeit halber:

Nummer 1 – Kleiner Kiefernritterling (Tricholoma stans)
Nummer 2 – Feinschuppiger Ritterling (Tricholoma imbricatum)
Nummer 3 – Seifenritterling (Tricholoma saponaceum var. xx)
Nummer 4 – Gelbblättriger Ritterling (Tricholoma fulvum)
Nummer 5 – Schwefelritterling a la Kröte (Tricholoma sulphureum var. bufonium)
Nummer 6 – Getropfter Ritterling (Tricholoma pessundatum)
Nummer 7 – Halsbandritterling (Tricholoma focale)
Nummer 8 – Stephan hatte recht; Vielleicht kann ich noch mit besseren Bildern dienen ;-)

Es war wohl etwas einfach, daher hier Teil zwei. Diesmal hält sich die Artenvielfalt eher in Grenzen.
Es kann auch vorkommen, dass einzelne Arten mehrfach auftauchen.
Allerdings – wenn man als Anfänger die Hälfte korrekt raus bekommt, wäre das schon ’ne Leistung.

Zum Geruch gibt es nicht so viel zu sagen. Alle rochen mehr oder wenig mehlig.
Als Standortbegleiter kommen nur Kiefern und Weidengewächse in Frage.

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Nummer 10 - grüner Hut und recht viel Laub im Bild

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Nummer 11 - graue Hüte und spitze Buckel Teil 1

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Nummer 12 - gesprenkelte Hüte! War hier etwa der Farbeimer im Spiel?

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Nummer 13 - grüne Hüte hier ganz ohne Sprenkel...

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Nummer 14 - ...mal zur Abwechslung braune Hüte

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Nummer 15 - hoppla – sehen diese Braundeckel nicht genau so aus wie die zuvor?

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Nummer 16 - graue Hüte und spitze Buckel Teil 2 würde ich meinen

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Nummer 17 - mal zur Abwechslung ziegelrote Hüte

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Nummer 18 - und zum Abschluss wieder grüne Deckel.

Von den Farben her werden wohl kaum mehr als vier Arten drin sein.

Übrigens - Nummer 9 von vor 14 Tagen nennt sich Hygrophorus hedrychii

Viel Erfolg dabei - Ingo

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Re: Zustände wie im Mittelalter

Roswitha, (vor 5483 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,
Ritterlinge sind nicht gerade meine Spezialität und mit den Grünlingen kenne ich mich schon gar nicht aus. Aber ich gebe mal 2 Versuchsbestimmungen ab:


Nummer 11 - graue Hüte und spitze Buckel Teil 1
T. terreum


Nummer 17 - mal zur Abwechslung ziegelrote Hüte
T. focale

Liebe Grüße
Roswitha

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Re: Zustände wie im Mittelalter

42, (vor 5483 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Zum Geruch gibt es nicht so viel zu sagen. Alle rochen mehr oder wenig mehlig.

Hättest Du das nicht geschrieben, hätte ich bei Nr. 1 auf einen 'Stinker' gewettet.

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Zustände wie im Mittelalter

Pilzgrufti, (vor 5483 Tagen) @ Ingo

Hallo,

Dann will ich auch mal einen Tipp abgeben:

10 Tr. equestre var. populinum (Tr. aestuans würde nicht nach Mehl riechen)
11 Tr. portentosum (ähnliche Arten würden nicht nach Mehl riechen)
12 Tr. equestre
13 Tr. equestre
14 Tr. populinum
15 Tr. colossum
16 Tr. potentosum (siehe 11 / vom Bild her könnte das natürlich auch Tr. sciodes sein)
17 Tr. focale (untypisch)
18 Tr. joachimii

Nun bin ich mal auf die Lösung gespannt.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Zustände wie im Mittelalter

Stephan Weißer, (vor 5483 Tagen) @ Ingo

Meine Tipps:
Der letzte ist ein klarer joachimii.

Die anderen Gelben sind alles Grünlinge.

Die beiden braunen in der Mitte sind ziemlich dreckig, man erkennt nicht, ob die Huthaut striat ist und ob dunkle Pünktchen vorhanden sind. Das macht es schwierig, was genaues zu sagen. Immerhin sieht man nirgends eine Pseudoringzone, also populinum/pessundatum/stans.

Die Grauen sehen von oben nach T. virgatum aus. Gibt es auch Bilder von unten, die eventuell einen gelbgrünlichen Schein in den Lamellen und auf dem Stiel zeigen? Dann wäre es der Schwarzfaserige.

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Re: Zustände wie im Mittelalter

Ingo, (vor 5482 Tagen) @ Pilzgrufti

Hallo,
Dann will ich auch mal einen Tipp abgeben: 10 Tr. equestre var. populinum
(Tr. aestuans würde nicht nach Mehl riechen)
11 Tr. portentosum (ähnliche Arten würden nicht nach Mehl riechen)
12 Tr. equestre
13 Tr. equestre
14 Tr. populinum
15 Tr. colossum
16 Tr. potentosum (siehe 11 / vom Bild her könnte das natürlich auch Tr.
sciodes sein)
17 Tr. focale (untypisch)
18 Tr. joachimii

Hallo Gerhard,

das mit dem Geruch ist immer so ne Sache. Mit mehr oder weniger mehlig
riechend meinte ich eher, dass sie, falls nicht mehlig, auch nicht besonders
anders rochen. Im Gegensatz zu Arten wie T. sulphureum oder T. apium.
Legt man die aktuelle Monographie von RIVA mit der Ergänzung von BON
zugrunde, fallen mir einige Sachen auf, die ich nicht so toll finde.
Zum Beispiel die Standortangaben zu T. joachimii. Der steht bei mir in einer
stocksauren Kiefernschonung, neben T. focale/pessundatum/equestre und
Sarcodon squamosus. Die beiden Exemplare T. viridilutescens, die ich in den
vergangenen Jehren fand, rochen aufdringlich mehlig. Nach RIVA sollten sie das nicht.
Nur zwei Beispiele von vielen.

Nummer 10 ist korrekt
Nummer 11, siehe Ergänzung
Nummer 12 ist korrekt
Nummer 13, siehe Ergänzung
Nummer 14 ist korrekt
Nummer 15 - schön wär's (Erläuterung später)
Nummer 16 - siehe Ergänzung zu Nummer 11, T. s war schon ein guter Ansatz.
Nummer 17 - warum untypisch, Hast du den anders in Erinnerung? ;-))
Nummer 18 ist korrekt

Grüßlis Ingo und vielen Dank fürs mitmachen.

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Ertappt ;o)) *PIC*

Ingo, (vor 5482 Tagen) @ Stephan Weißer

Die Grauen sehen von oben nach T. virgatum aus. Gibt es auch Bilder von
unten, die eventuell einen gelbgrünlichen Schein in den Lamellen und auf
dem Stiel zeigen? Dann wäre es der Schwarzfaserige.

So sehen sie von unten aus. Die Grauen im Bild zwei geben nichts her.
Die sind auch von unten her reinrassig.
Schon erstaunlich - die beiden Arten befanden sich innert drei Metern.
Von oben ist da nur bei viel Gutem Willen ein Unterschied feststellbar.

GR Ingo

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Alles grün? *PIC*

Ingo, (vor 5482 Tagen) @ Stephan Weißer

Die anderen Gelben sind alles Grünlinge.

Hallo Stephan,

auch hier standen die beiden FK innerhalb weniger Meter.
Von oben besehen, gibt es 0 Unterschied. Man muß die echt alle
umdrehen. Da mittlerweile wieder viele Feinköster unterwegs sind,
wissen die wenigstens, wonach T. joachimii so schmeckt.

GR Ingo

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Re: Zustände wie im Mittelalter

Ingo, (vor 5482 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswitha,

LG back. T. focale scheint ja mittlerweile keine Hürde mehr zu sein.
Wenn ich mich da so an meinen ersten Post in 2006 erinnere.
Wenigstens ein gut kenntlicher Ritterling. Verwechslungsgefahr
besteht allerdings mit jungen Vertretern eines Schleierlings und
mit dem Wurzelmöhrling. Diese allerdings sind in meiner Region so
verbreitet wie Kaiserlinge.

GR Ingo

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Re: Zustände wie im Mittelalter

Ingo, (vor 5482 Tagen) @ 42

Hättest Du das nicht geschrieben, hätte ich bei Nr. 1 auf einen 'Stinker'
gewettet.

Naja,

die Espenblätter lassen sich auch schlecht wegdisskutieren.

GR Ingo

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Re: Zustände wie im Mittelalter

Pilzgrufti, (vor 5482 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Mir war schon klar das man nur anhand der Hutfarbe so manche Art nicht eindeutig (am Bild!) bestimmen kann.
Im Falle von Nr.11 und 16 war dein Hinweis auf mehlartigen Geruch nicht hilfreich sondern eher irreführend. Anhand des Standorte kommt so nur noch Tr. virgatum in Frage (Tr. sciodes wächst niemals im Kiefernwald), eine Art bei der ich allerdings noch nie Mehlgeruch festgestellt habe.
Zu Nr. 13 müßte man natürlich auch die Lamellen sehen. Es könnte sich bei Deinem Bild auch um Tr. joachimii oder sogar Tr. sejunctum handeln.
Bei Nr. 15 habe ich mich vom eingerollten Hutrand irritieren lassen . Ist wohl nur Tr. striatum, eine, in meiner früheren Mittelfränkischen Heimat nicht seltene Art.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Zustände wie im Mittelalter *PIC*

Ingo, (vor 5481 Tagen) @ Stephan Weißer

es schwierig, was genaues zu sagen. Immerhin sieht man nirgends eine
Pseudoringzone, also populinum/pessundatum/stans.

Hallo nochmal,

nein - da war keine Ringzone. Nur so etwas in der Art. Nach diesem Ausschnitt..

GR Ingo

p. s. morgen...

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Re: Zustände wie im Mittelalter

Ingo, (vor 5481 Tagen) @ Pilzgrufti

Bei Nr. 15 habe ich mich vom eingerollten Hutrand irritieren lassen . Ist
wohl nur Tr. striatum, eine, in meiner früheren Mittelfränkischen Heimat
nicht seltene Art.

Hallo Gerhard,

dazu überlege ich mir eben einen Text. An T. striatum glaube ich nicht.
Die umgedrehten Hüte der beiden Grünen siehst du in der Antwort für Stephan.
T. virgatum riecht eigentlich gar nicht; ebensowenig T. portentosum.
Bilder von typischen T. striatum würde ich hier gerne mal wieder sehen.

Grüßlis Ingo

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Anmerkung zur Pseudoringzone

Stephan Weißer, (vor 5481 Tagen) @ Ingo

Das im Bild Gezeigte sehe ich nicht als korrekte Pseudoringzone an, denn in der linken Hälfte der sichtbaren Stielrinde ist kein abrupter Farbübergang zu sehen. Letzten Samstag hatten wir etliche eindeutige Tricholoma stans, deren Stielspitze so aussah.

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Re: Zustände wie im Mittelalter

Pilzgrufti, (vor 5481 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

In einem Punkt muß ich dir leider widersprechen:

Tr. portentosum ist nicht geruchlos sondern riecht für mich - im Gegensatz zu Tr. virgatum - zwar schwach aber eindeutig mehlartig.

Gruß
Gerhard

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Re: Zustände wie im Mittelalter

Ingo, (vor 5480 Tagen) @ Ingo

Hallo Stephan,

das mit dem Farbübergang kann schon verwirren. Zur gezeigten Kollektion
habe ich mir auch einiges durch den Kopf gehen lassen.
Diese Exemplare hatte ich hier schon öfters mal gezeigt. Die wachsen
direkt über Kiefernwurzeln und werden es wohl auch mit diesen tun.
Nur - A. Gminder hatte mich mehrmals darauf hingewiesen - sehen die Teile
exakt wie Pappelritterlinge aus. Espensprößlinge stehen da weit und breit
nicht. Nur eine riesige Pappel etwa 100 Meter entfernt (ca. 20 m hoch).

Nach meiner neuesten Theorie könnte es sich wohl auch um Pappelritterlinge
handeln, die sich einen neuen Wirt gesucht haben. Gewagte Hypothese zwar,
aber was soll es sonst sein.
T. pessundatum kenne ich mittlerweile genau. Der sieht definitiv anders aus.

GR Ingo

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Re: Zustände wie im Mittelalter

Stephan Weißer, (vor 5480 Tagen) @ Ingo

T. pessundatum kenne ich mittlerweile genau. Der sieht definitiv anders aus.

Da gebe ich dir total recht. Zumindest, was die Nürnberger Stelle angeht (zugegebenermaßen die einzige Stelle, an der ich sie gesehen habe): Hut nie striat, in der Farbe kräftig braunrosa, Huthaut ohne oder mit schwärzlichen, konzentrisch angeordneten Pünktchen (wobei ich mir mittlerweile nicht mehr sicher bin, ob diese Pünktchen nicht beim Wachsen des Pilzes durch Sandkörnchen hervorgerufen werden), Stiel kräftig und fast weiß, so gut wie nie braun überfasert, an einen Täublingsstiel erinnernd, Geschmack nur schwach bitterlich-herb. All das scheint mir bei T. populinum, den ich schon relativ häufig gesehen habe, z. B. in der Kurpfalz und in Südhessen an einigen Stellen, doch etwas anders zu sein.