Im Steinbruch, Inocybe, Arrhenia *PIC*

Ingo Jürgens, (vor 5476 Tagen)

Heute in einem Kalksteinbruch des Teutoburger Waldes:

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Inocybe dulcamara (Olivgelber Risspilz), mehrere hundert Fruchtkörper auf großer Fläche verteilt, unter Kiefer und unter Weiden. Die Experten mögen mich berichtigen, wenn ich mit meiner Bestimmung falsch liege. Aus meiner Sicht "passte" aber alles, sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch (inbesondere die gegliederten Cheilozystiden).

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Schwieriger wird es bei obiger Inocybe, von der sich nur 6 Exemplare fanden. Sie hatten einen Hutdurchmesser von maximal 15 mm und erhoben sich kaum mehr als 1 cm aus dem Kalkschotter. In unmittelbarer Nähe standen mehrere Salweiden. Unten eine Abbildung der Sporen und Hymenialzystiden.

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Leider habe ich keinen Kuyper, keinen Stangl und keinen Ferrari. Mit dem Schlüssel im Band 5 der Großpilze Baden-Württembergs und nach einiger Internetrecherche (fündig wurde ich u.a. auch im Archiv dieses Forums) bin ich bei Inocybe tjallingiorum gelandet. Was meinen die Experten?

Nicht weit entfernt fand sich auch der Geröllnabeling (Arrhenia/Omphalina rickenii), leider nur die drei abgebildeten Exemplare. In der aktuellen Roten Liste von NRW wird diese Art in der Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) geführt.

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LG Ingo

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Re: Im Steinbruch, Inocybe, Arrhenia

Helmut, (vor 5476 Tagen) @ Ingo Jürgens

Schwieriger wird es bei obiger Inocybe, von der sich nur 6 Exemplare fanden.
Sie hatten einen Hutdurchmesser von maximal 15 mm und erhoben sich kaum
mehr als 1 cm aus dem Kalkschotter. In unmittelbarer Nähe standen mehrere
Salweiden. Unten eine Abbildung der Sporen und Hymenialzystiden.
Leider habe ich keinen Kuyper, keinen Stangl und keinen Ferrari. Mit dem
Schlüssel im Band 5 der Großpilze Baden-Württembergs und nach einiger
Internetrecherche (fündig wurde ich u.a. auch im Archiv dieses Forums) bin
ich bei Inocybe tjallingiorum gelandet. Was meinen die Experten?

Servus Ingo,

I. tjallingiorum ist recht selten und offenbar sehr variabel. Z. B. die beiden völlig unterschiedlichen Bilder bei Ferrari scheinen kaum die selbe Art darzustellen. Ich habe bisher nur eine ältere Kollektion, die den Namen ohne "cf." trägt, und da sind die Hymenialzystiden insgesamt breiter, eher so wie bei Kuyper (Deine sehen in der Form mehr wie die bei Stangl aus). Auch der nahezu wollig-filzige Hut ist so nicht beschrieben, dürfte aber eine witterungsbedingte Erscheinung sein. Ich nehme auch mal an, dass es Kaulozystiden in der unteren Stielhälfte gab.

Insgesamt meine ich lässt sich Deine Kollektion nicht anders bestimmen. Bei solch seltenen Arten wäre es wichtig, auch junge Frk. zu haben. Diese sollten bei I. tjallingiorum u. a. Velumbeläge aufweisen.

Gruß

Helmut

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Re: Im Steinbruch, Inocybe, Arrhenia

Ingo Jürgens, (vor 5474 Tagen) @ Helmut

Servus Ingo,
I. tjallingiorum ist recht selten und offenbar sehr variabel. Z. B. die
beiden völlig unterschiedlichen Bilder bei Ferrari scheinen kaum die selbe
Art darzustellen. Ich habe bisher nur eine ältere Kollektion, die den
Namen ohne "cf." trägt, und da sind die Hymenialzystiden
insgesamt breiter, eher so wie bei Kuyper (Deine sehen in der Form mehr
wie die bei Stangl aus). Auch der nahezu wollig-filzige Hut ist so nicht
beschrieben, dürfte aber eine witterungsbedingte Erscheinung sein. Ich
nehme auch mal an, dass es Kaulozystiden in der unteren Stielhälfte gab.
Insgesamt meine ich lässt sich Deine Kollektion nicht anders bestimmen. Bei
solch seltenen Arten wäre es wichtig, auch junge Frk. zu haben. Diese
sollten bei I. tjallingiorum u. a. Velumbeläge aufweisen.
Gruß
Helmut

Hallo Helmut,

herzlichen Dank für die Bestätigung. Dass der Hut etwas wollig-filzig erscheint, lag an der Witterung (recht trocken) und dem schon fortgeschrittenem Alter der Fruchtkörper (schon leicht verwittert). Er ist im frischeren Zustand sicher nur schwach filzig. Kaulozystiden waren auch im unteren Stieldrittel vorhanden.

LG Ingo

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Re: Im Steinbruch, Inocybe, Arrhenia *PIC*

Mani walter, (vor 5471 Tagen) @ Ingo Jürgens

Hallo Kollegen
herzlichen Dank für die Bestätigung. Dass der Hut etwas wollig-filzig
erscheint, lag an der Witterung (recht trocken) und dem schon
fortgeschrittenem Alter der Fruchtkörper (schon leicht verwittert). Er ist
im frischeren Zustand sicher nur schwach filzig. Kaulozystiden waren auch
im unteren Stieldrittel vorhanden.

M.E. gestatte ich mir, hier nochmals einzuklinken. Sehr interessanter Pilz, die faserige Inocybe.
Allerdings, in bereits baumlosen Regionen auf gut 2000m fand ich farbähnliche (Milchkaffefarben) Exemplare und bin bei der Bestimmung mit Schlüssel ebenfalls auf dulcamara gestossen. Doch dann gings weiter mit ?? und auch mal Simocybe. Ihr habt vielleicht grössere Erfahrung mit diesen Braunen und somit seid ihr mir hiermit sicherlich ein interessanter Support. Ein Sporenabdruck ist mir überraschenderweise nicht gelungen. Weitere Infos hab ich allenfalls bereit.

LG Ingo

Salutti, Dank und Gruss Mani

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