Scutellinia, wer kann helfen? *PIC*

Ingo Jürgens, (vor 5272 Tagen)

Hallo liebe Asco-Freunde,

am Rande einer Feuerstelle in einer von Kleinseggenrasen dominierten Feuchtbrache auf nährstoffarmen, lehmig-tonigen Boden fand ich heute neben Ascobolus carbonarius eine kleine Scutellinia, die ich in Ermangelung geeigneter Literatur nicht zu bestimmen vermag. Der größte Fruchtkörper (es waren nur drei) hatte einen Durchmesser von knapp über 5 mm.

Auffällig sind die relativ kleinen, subglobosen Sporen mit 17,5-20,3 x 13,9-17,1 µm. Das Ornament der Sporen erinnert stark an Scutellinia scutellata. Ob die Sporen schon völlig ausgereift waren, vermag ich nicht mit Sicherheit zu sagen. Andererseits waren im Präparat sehr viele (hunderte) freie Sporen und ich denke, dass sich da nicht mehr viel entwickelt.

Die Randhaare waren größtenteils unter 500 µm lang, einige wenige erreichten aber bis zu 900 µm. Sie waren relativ hell, mehrfach septiert und endeten in einer langausgezogenen, scharfen Spitze. Die meisten Haare wiesen im Bereich der "Wurzel" keine Gabelungen auf.

Ich habe versucht die Art mit einem Schlüssel aus dem Internet ( http://www.flickr.com/groups/myco-quebec/discuss/72157618839424183/ ) zu bestimmen, komme damit aber zu keinem Ergebnis, das einem Abgleich mit Artbeschreibungen und Mikrofotos aus dem Netz standhält. Wer kann helfen?

LG Ingo

Ascobolus carbonarius + Scutellinia spec
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Scutellinia spec, Sporen
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Re: Scutellinia, wer kann helfen?

Der Juergen, (vor 5272 Tagen) @ Ingo Jürgens

Hallo Ingo,

hab mal so eine als Scutellinia kerguelensis bestimmt (in Deinem verwendeten Schlüssel die letzte Art). Ich kann Dir den Schumacher-Key in deutsch zuschicken. Die Haare sind nicht länger als ca 500 µm mit nur zweifacher Wurzel. Fundort war ein Feuchtbiotop (Bach-begleitender Erlen-Eschen-Auwald); auf nackter Erde.

Grüßle
Jürgen

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Re: Scutellinia, wer kann helfen?

Ingo Jürgens, (vor 5272 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

der Schuhmacher in Deutsch wäre eine große Hilfe. Herzlichen Dank! Ich mail Dir meine Anschrift oder hast Du ihn digital (als pdf) vorliegen, mein Postfach schluckt auch große Dateien.
Zu S. kerguelensis: Da passt das Sporenornament, die Sporen von kerguelensis sind allerdings nach den Angaben, die ich bisher im Netz finden konnte, größer als die meines Fundes (bei einigen Autoren sogar deutlich größer). Allerdings scheint es ja bei Sutellinia beträchtliche Schwankungen bei den Maßen von Sporen, Haaren und Asci zu geben. Keine Ahnung, welche Abweichungen da dann noch zu tolerieren sind.

LG Ingo

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Re: Scutellinia, wer kann helfen?

hoennetaler, (vor 5272 Tagen) @ Ingo Jürgens

Hallo Ingo,

Du schreibst von kleinen, subglobosen Sporen. Also im von Dir zitierten Schlüssel weiter mit 2. Da ich kein französisch kann, fällt es mir schwer, weiter zu schlüsseln. Aber von der Sporengröße könnte gut 7 (b), S. minor passen. vergleiche doch mal damit.

Viele Grüße
Jürgen

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Ich *PIC*

Gelbfieber, (vor 5271 Tagen) @ Ingo Jürgens

Hallo und guten Tag Ingo,

die Sporenform, das Ornament aus flachen Warzen, die teilweise durch Stege miteinander verbundenen sind und die Haarlänge spricht m. E. für S. kerguelensis.

Die von Jürgen ins Spiel gebrachte S. minor ist eine rundsporige Art mit deutlich isolierten Warzen.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

[image] http://www.naturfoto-kontor.de

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Re: Ich

hoennetaler, (vor 5271 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Uschi,

aber die Sporenmaße sprechen nicht für kerguelensis. Vielleicht doch noch nicht reif...

VG
Jürgen

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Re: Ich

Ingo Jürgens, (vor 5271 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Uschi, hallo Jürgen,

S. minor war die erste Art, an der ich im erwähnten Schlüssel "hängengeblieben" bin. Die Sporengröße passt, unsicher war ich mir allerdings, was noch als subglobos zu werten ist bzw. wo breitellyptisch anfängt.

Nach ein wenig Recherche im Internet musste ich mich aber von S. minor "verabschieden". Das Sporenornament passt nicht, die Warzen sind bei S. minor stärker voneinander isoliert und deutlich höher. Außerdem sind die Sporen nahezu rund. Ein Porträt der Art mit zahlreichen Fotos findet sich bei http://www.actafungorum.org/actaforum/viewtopic.php?t=4892#p60295

Betrachtet man nur das Sporenornament dann ist in der Tat S. kerguelensis zu erwägen (siehe die Mikrofotos von Uschi). Jürgen hat aber recht, wenn er auf die Sporengröße hinweist. Die Sporen meines Fundes sind zu klein. Ich habe gerade nochmal mikroskopiert, bei der großen Zahl, in der sie sich aus den Proben lösen (ohne Quetschen und dergleichen), ist von reifen Sporen auszugehen und eine Größenzunahme nicht mehr zu erwarten.

Es sind aber nicht nur die Sporen zu klein, die Randhaare sind auch zu lang für kerguelensis. Unter Uschis Makrofoto steht 200-350 µm, aber selbst wenn man sehr großzügig ist und die obere Grenze verdoppelt, reicht es nicht. Die Randhaare meines Fundes sind zwar größtenteils unter 500 µm lang, es werden aber auch knapp 1000 µm erreicht.

Überlegt habe ich schon, ob die Standortbedingungen (ungeschützte, vollsonnige Lage) hier verstärkt Einfluss auf die Entwicklung der Apothecien genommen hat. Wären die Sporen nicht so rundlich, könnte man sicherlich auch an (kümmerliche) S. scutellata denken.

LG Ingo

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Re: Ich

Gelbfieber, (vor 5271 Tagen) @ Ingo Jürgens

Hallo und guten Abend Ingo,

….. die Randhaare sind auch zu lang für kerguelensis. Unter Uschis Makrofoto steht 200-350 µm, aber selbst wenn man sehr großzügig ist und die obere Grenze verdoppelt, reicht es nicht. Die Randhaare meines Fundes sind zwar größtenteils unter 500 µm lang, es werden aber auch knapp 1000 µm erreicht.

die Randhaare können laut T. Schumacher auch mal 800µm lang sein.

Frage: Hast du auch die gezeigten Sporen vermessen und wenn ja sind die Daten in deine Auswertung mit eingeflossen?

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Re: Ich *PIC*

Ingo Jürgens, (vor 5271 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Uschi,

was die Haare betrifft, so habe ich im Netz als maximale Angabe 600 µm gefunden, meist ist es deutlich darunter. Aber auch die 800 µm von Schuhmacher, die Du nennst, werden von meinem Fund noch überboten, siehe Foto.

[image]

Zu Deiner Frage: Die gezeigten Sporen habe ich nicht vermessen, gemessen habe ich nur Sporen in Wasser. Was mir jetzt aber auch auffällt ist, dass es sich bei den gezeigten (angefärbten) Sporen um eine Gruppe handelt, in der einige doch etwas länger sind, als von mir als Spanne angegeben.

Die maximale Sporenlänge muss ich deshalb auf 21,3 µm korrigieren, bei dieser Länge beginnt aber gerade erst die Spanne von kerguelensis (zumindest nach dem was ich an Infos finden konnte).

Hier noch mal eine größere Gruppe angefärbter Sporen, die durchschnittliche Länge liegt unter 20 µm.

LG Ingo

[image]

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Neuer Verdacht: Scutellinia olivascens

Ingo Jürgens, (vor 5270 Tagen) @ Ingo Jürgens

Hallo liebe Asco-Freunde,

da S. kerguelensis nicht so richtig passt, habe ich mal nach der Art gegoogelt, die im Schuhmacher-Schlüssel kerguelensis gegenüber gestellt wird: S. olivascens.

Nach den Angaben im Schlüssel ist mein Fund hier zwar nur sehr eingeschränkt unterzubringen, aber nach dem "Studium" der folgenden Seite möchte ich S. olivascens jetzt nicht mehr ausschließen. Man beachte vor allem die Anmerkungen und die mit Zeichnungen illustrierte Darstellung von S. olivascens durch Beñat Jeannerot, bekannt aus dem AscoFrance-Forum.

http://www.actafungorum.org/actaforum/viewtopic.php?t=4819

LG Ingo

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Re: Neuer Verdacht: Scutellinia olivascens

HARZPILZCHEN, (vor 5270 Tagen) @ Ingo Jürgens

da S. kerguelensis nicht so richtig passt, habe ich mal nach der Art
gegoogelt, die im Schuhmacher-Schlüssel kerguelensis gegenüber gestellt
wird: S. olivascens.
Nach den Angaben im Schlüssel ist mein Fund hier zwar nur sehr eingeschränkt
unterzubringen, aber nach dem "Studium" der folgenden Seite
möchte ich S. olivascens jetzt nicht mehr ausschließen. Man beachte vor
allem die Anmerkungen und die mit Zeichnungen illustrierte Darstellung von
S. olivascens durch Beñat Jeannerot, bekannt aus dem AscoFrance-Forum.
http://www.actafungorum.org/actaforum/viewtopic.php?t=4819

Hallo Ingo

Es ist sehr schön, das du von deinem Fund so intensiv berichtest, da ich mir auch meißt alle gefundenen Scutellinia Funde anschaue. Für kerguelensis halte ich deinen Fund auch nicht, schon optisch sind die Haare viel zu lang. Selber stoße ich oft auch an Grenzen, Arten die in den zugrundeliegenden Schlüsseln und in die Schumacher Monographie nie recht reinpassen. Ich bin der Meinung, da gibt es noch eine Reihe Unbeschriebenes. Letztes Jahr hatte ich erst so eine Art gefunden, die parallel gerade, wie sich herausstellte, von einen franz. Mykologen beschrieben wird.

LG Hartmut