Hygrocybe persistens/subglobispora? *PIC*

Klaas, (vor 5266 Tagen)

Hallo zusammen,

o.g., vermuteten Saftling konnte ich leider nicht mikr. dokumentieren - "frisch" (angetrocknet) gesammelt nur kurz reingeguckt,
als ich mich richtig dransetzen wollte, waren die Maden leider schneller...
Vermutlich kann aber wieder wer anhand eines Fotos einen Tipp abgeben?

Die telefonische Beschreibung - gewachsen im Mesobrometum am Gebüschrand (Roter Hartriegel, Liguster, ...), FK jung leuchtend- und rein-gelb,
stumpfkegelig, glänzend, mittelgroße Art bis etwa 5-7 cm - führte mich (vor-?)schnell zu H. persistens.
Bei meinem kurz darauf folgenden Besuch fanden wir die FK größtenteils angetrocknet vor - das Safrangelb wurde bereits von einem
m.E.n. Kupferorange abgelöst. Die anfangs weißen Lamellen, nicht gesägt, aber z.T. schartig, zum Rand hin wellig, färben im Alter gelb.
Auf die Schneiden hatte ich leider nicht geachtet. Die Huthaut überlappt die Lamellen, Hut bereits jung radialrinnig, dies älter noch
mehr ausgeprägt und zudem rissig.
Stiel bereits jung stark längsfaserig, teils verdreht, alt hohl, gelb wie die jungen Hüte, im unteren Drittel auffallend weiß.
In allen Teilen bei Verletzung spät leicht grauend, besonders am Stiel. Huthaut nach Anfeuchten leicht schmierig, schwach klebrig.
Das sind die Makromerkmale, die mir noch dazu einfallen, an Mikromerkmalen habe ich so gut wie nichts.
Außer den auffallend subglobosen Sporen (>10µm), durchweg gefüllt mit kleinen Öltropfen. An Basidien waren nur 2-sporige zu sehen,
ob das nun Basidien mit sich bildenden Sterigmen oder keulige Cheilos mit Spitzen waren, kann ich nicht mehr beurteilen.
Die längst geplante Literatur dazu steht noch immer unbestellt im Shop - aber irgendwie habe ich nie die passenden Bücher zu Funden...
Was ich so in PDS, Krieglst., Bon, Moser finde, ist in Teilen für mich widersprüchlich, diese konradii, acutoconica und var.`s und f.`s
kapiere ich wieder nicht richtig.
Falls diese persistens wieder nur eine Sammelart ist, ich halbwegs mit dem Namen richtig liege, wäre das schon wieder ein kleiner Fortschritt
in meinem Irrgarten... Und wenn jemand noch andere mögliche Kandidaten parat hat, umso besser.

VG KLaas

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Re: Hygrocybe persistens/subglobispora?

Pilzler13, (vor 5266 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas
für mich sieht das aus wie Hygrocyber persistens ( Safrangelber Saftling)
aber ich bin auch nicht der allzugroße Saftlingsexperte hier
VG,Eike

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Re: Hygrocybe persistens/subglobispora?

Stephan Weißer, (vor 5266 Tagen) @ Klaas

Stiel bereits jung stark längsfaserig... im unteren Drittel auffallend weiß.
In allen Teilen bei Verletzung spät leicht grauend, besonders am Stiel.

Das, vor allem Letzteres, passt gut zu Hygrocybe conica, welche im allgemeinen stärker schwärzt, aber bei an- oder gar ausgetrockneten Exemplaren ist das nicht so deutlich. War das jetzt ein Schwärzen oder nicht? das scheint mir die entscheidende Frage zu sein. Falls ja, sind wir fertig, falls nein...

Außer den auffallend subglobosen Sporen (>10µm),

Hygrocybe persistens Britzelmayr hat breitellipsoide Sporen, das könnte man mit guten Willen subglobos nennen. In diesem Formenkreis sollen höchst verschiedene Sporen-Q-Werte vorkommen, was Candusso (Fungi Europaei, Band 6, "Hygrophorus", S. 423 ff.) wohl dazu veranlasst hat, das offensichtliche Konglomerat "Hygrocybe persistens" in drei Arten zu unterteilen. Von diesen drei Arten wird eine "Hygrocybe subglobispora" genannt und im Schlüssel so beschrieben:
"Lamellae white to lemon-yellow. Sporocarps large (pileus up to 80 mm)." Die "normalen" Hygrocybe persistens werden doch eigentlich nie so groß, oder?
"Spores predominantly globose, subglobose or broadly ellipsoid."
Das passt m. E. alles recht gut. Ebenfalls ein auf S. 451 befindliches Foto, auf dem Pilze mit stark rissigen, geradezu risspilzartig wirkenden Hüten zu sehen sind.

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Re: Hygrocybe persistens/subglobispora?

Andreas ⌂, (vor 5265 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

typische Hygrocybe subglobispora/konradii, die sich von H. persistens/acutoconica durch robustere Fruchtkörper, stärkere Tendenz zum orange bis rötlich Umfärben und die breitelliptischen bis subglobosen Sporen unterscheidet. Ich finde diese Art auch immer so früh im Jahr, das scheint auch recht typisch zu sein. Ferner kenne ich sie ausschließlich aus lichten Wäldern, von Waldrändern und ähnlichen Biotopen, nie von Magerrasen. Letzteres mag Zufall sein.
Zwischen H. subglobispora und H. konradii vermag ich nicht zu unterscheiden, aber zwischen H. subglobispora und H. acutoconica auf jeden Fall.

beste Grüße,
Andreas

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Sammelantwort *PIC*

Klaas, (vor 5265 Tagen) @ Andreas

Hallo ihr drei und vielen Dank für eure Tipps!

@ Eike

aber ich bin auch nicht der allzugroße Saftlingsexperte hier

Da stelle ich mich gerne weiter hinten an... ;)

@ Stephan:

War das jetzt ein Schwärzen oder nicht?

Definitiv kein Schwärzen. Erst nachdem die FK viele Stunden lagen, zeigte sich ein sehr zartes Grau.
Als ich die Pilze dann sah, bekam ich einen Schreck und dachte auch schon, wieder auf eine conica hereingefallen zu
sein. So gelb gefärbt und die Farbe in dieser Art verändernd, zudem in diesem Habitus, solche conicas hatte ich noch
nicht (was aber wie immer nichts bedeutet). Auch die Sporenform passte mir nicht - breitelliptisch war mir für das
Gesehene zu schwach, die Sporen waren eben nahezu rund.
Herzlichen Dank fürs Nachschlagen in Deiner Literatur (von der ich noch nichtmal gehört hatte...)!

@ Andreas
Ja, allein schon die frühe Erscheinungszeit war für mich ein guter Hinweis zu diesem Formenkreis. Ich wusste bislang
nicht, dass es um diese Zeit schon Saftlinge gibt.

Ferner kenne ich sie ausschließlich aus lichten Wäldern, von Waldrändern und ähnlichen Biotopen, nie von
Magerrasen. Letzteres mag Zufall sein.

Damit verwirrst Du mich jetzt wieder. Diese hier stammen vom (durch falsche "Pflege" zunehmend verbuschenden)
Halbtrockenrasen, oder besser, einem Gebüsch darin. Oder meinst Du damit die "H. persistens/acutoconica"?

Ansonsten würde ich die Pilze jetzt irgendwie als subglobispora ablegen, bleibt noch die Qual der Wahl, zwischen was
ich mein "cf." quetschen sollte, Art, Varietät oder Form...

Hygrocybe subglobispora (P.D. Orton) M.M. Moser 1967
Hygrocybe persistens f. subglobispora (P.D. Orton) Boertmann 1995
Hygrocybe persistens var. subglobispora (P.D. Orton) Krieglsteiner 2000

Als Dankeschön für eure Hilfe ein kleiner "Blumenstrauß" -
die hier stammt aus dem Gebiet (Gersheim), recht nahe bei den Saftlingen:

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Etwas weiter unten im Sumpfigen:

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Und wenn ich gerade schon dabei bin, noch ein kurzer Blick auf eine Wiese bei WI - wer sich vom "Trockenheits-Großpilz-Frust"
befallen fühlt (geht mir nicht so), für den bietet das, was von der Natur noch übrig ist, neben Kleinascos noch weitere, schöne Anblicke.

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Viele Grüße
Klaas