Zwei Milchlinge und noch was *PIC*

thkgk, (vor 5213 Tagen)

Wer traut sich diese Milchlinge zu bestimmen.

Fundort: Ehemalige Tongrube, stark lehmiger-toniger (wechselfeuchter) Boden, in ca 300m Meereshöhe, Hintertaunus. Unter/bei Birken und Espen im Unterwuchs mit einigen wenigen, sehr mickrigen, unter 1m hohen Fichten.

Pilz 1.
Sehr zahlreich erscheinender, großer Milchling, mit bis zu 20cm breitem Hut; mit weißer, sich intensiv schwefelgelb verfärbender, nach wenigen Sekunden deutlich scharfer Milch; Fleisch sehr fest, Geruch "agressiv" fruchtig (wie Klostein.) Gruben sind auf den Stielen nicht zu erkennen. P.s. Den Grubigen Milchling (eine eigentlich häufige Art), kenne ich nicht, da es bei uns kaum naturnahe Fichtenwälder gibt. Die Fotos stammen aus mehreren Jahren, der Pilz erscheint regelmäßig am Fundort.

Alter Fruchtkörper
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Jüngerer Fruchtkörper von oben
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Jüngerer Fruchtkörper von unten (Lamellen)
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Fruchtkörper angebrochen. (Milch ist gelber als es auf dem Bild zu erkennen ist.)
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Pilz 2
(Am gleichen Standort) Milch scharf, weiß, sich nicht verfärbend, flaumig behaart, deutlich kleiner als Pilz 1, maximal bis 10 cm, Geruch mehr oder weniger fruchtig.

FK von oben und unten
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von verschiedenen Seiten
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FK angeschnitten
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Ein Keulenpilz?
Auf Wiese in der Nähe (ca 5m)
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Grüße Thkgk

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

Helmut, (vor 5213 Tagen) @ thkgk

Servus Thkgk,

die Bilder drei bis fünf zeigen Lactarius aquizonatus oder L. citriolens. Ersterer hat u. a. klebrige Randhaare. Ob die ersten beiden Bilder tatsächlich dazu gehören weiß ich nicht.

Die zweite (oder dritte) Art ist Lactarius pubescens / blumii, wohl unter Birke gewachsen.

Das letzte ist der Dottergelbe Spateling (Spathularia flavida).

Gruß

Helmut

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

saibling, (vor 5213 Tagen) @ thkgk

Ein Keulenpilz?
Auf Wiese in der Nähe (ca 5m)

Hallo,

zu den Milchlingen kann ich nix sagen.
Aber die letzten zwei Bilder zeigen den dottergelben Spateling(Spathularia clavata).

Gruß
Christian

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

Mani walter, (vor 5213 Tagen) @ thkgk

Hallo

Die Milchlinge 7 u 8 beurteile ich als L. pubescens.
Birkenblätter sind vorhanden.
Ich begegne diesem Pilz jährlich in der ersten Hälfte Oktober am selben Standort nahe bei zwei Birken.
Schöne Spatelinge!
LG. Mani

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

thkgk, (vor 5213 Tagen) @ Helmut

Servus Thkgk,
die Bilder drei bis fünf zeigen Lactarius aquizonatus oder L. citriolens.
Ersterer hat u. a. klebrige Randhaare. Ob die ersten beiden Bilder
tatsächlich dazu gehören weiß ich nicht.
Die zweite (oder dritte) Art ist Lactarius pubescens / blumii, wohl unter
Birke gewachsen.
Das letzte ist der Dottergelbe Spateling (Spathularia flavida).
Gruß
Helmut

Hallo Helmut, die Bilder 1 und 2 gehören schon zu den Bildern 3-5, wenn auch die Aufnahmen von einem anderen Zeitpunkt stammen. Der Milchling ist im Alter sehr groß und trichterförmig vertieft und die Farbe ändert sich von cremegelblich nach mehr oder weniger ockergelb. Bei Bild 1 und 2 handelt es sich um den gleichen Pilz, das Bild 1 ist wahrscheinlich etwas zu bunt. Bild 6+9 zeigt das gleiche Set und Bild 7+8 ein weiteres. Kann ich bei Pilz 2 L. scoticus ausschließen und bei Pilz 1 L. scrobiculatus ausschließen(es fehlten ja die Gruben und eigentlich auch die Fichten)?

Zum Spaltling: Die Beschreibung passt ohne Frage, ist die Art Dottergelbe Spateling (Spathularia flavida) sicher, angeblich gibt es in der Gattung 5 Arten, wobei ich S. rufa ausschließen würde.
Vielen Dank für deine Hilfe
Thkgk

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Re: Zwei Milchlinge und noch was *PIC*

Birgit, (vor 5213 Tagen) @ thkgk

Ich sag ebenso wie Helmut, dass die jüngeren Exemplare des ersten Pilzes meines Erachtens nach wie Lactarius citriolens ausschauen. Gerade die ANsicht von unten könnte fast ein Zwilling eines Fotos von mir sein, unten angehängt. Ich habe diese Pilze über mehrere Jahre gefunden und als Lactarius citriolens bestimmt, weil die Randhaare nicht klebrig waren. Manchmal rochen sie angetrocknet kräftig nach Zitrone, mal nicht, hin und wieder haben sie auch Gruben am Stiel, obwohl sie diese eigentlich nciht haben dürfgten. ALso bleibt noch ein Fragezeichen bei der Bestimmung, ich fand aber keine Alternative, die mich zufriedengestellt hat.
Ich fand sie auf kalkhaltigem Boden an einem Seeufeer im Fünfseenland in Gesellschaft von Satansröhrlingen und anderen seltenen Arten, Begleitbäume waren Eichen, Buchen und eine Birke. Leider ist der Standort vermutlich zerstört und die wohl ziemlich seltenen Milchlinge sind seit zwei Jahren nicht mehr erschienen.

Der zweite Milchling sieht nach L. pubescens aus, der auch auf meinem Standort von L. citriolens erscheint, ebenso wie übrigens Lactarius acerrimus.

liebe Grüße

Birgit

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

thkgk, (vor 5212 Tagen) @ Mani walter

Die Milchlinge 7 u 8 beurteile ich als L. pubescens.
Birkenblätter sind vorhanden.
Ich begegne diesem Pilz jährlich in der ersten Hälfte Oktober am selben
Standort nahe bei zwei Birken.
Schöne Spatelinge!
LG. Mani

Hallo Christian und Mani, ihr scheint euch mit der Identifizierung des Spateling ziemlich sicher zu sein? Ich wüsste allerdings auch nicht, was dagegen sprechen sollte. Ja L. pubescens erscheint wohl später, die Aufnahmen stammen noch vom letzten Jahr. Milchling 1 fruktiziert jetzt schon seit 2 Wochen.
Herzlichen Dank
Thomas

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

thkgk, (vor 5212 Tagen) @ Birgit

Ich sag ebenso wie Helmut, dass die jüngeren Exemplare des ersten Pilzes
meines Erachtens nach wie Lactarius citriolens ausschauen. Gerade die
ANsicht von unten könnte fast ein Zwilling eines Fotos von mir sein, unten
angehängt. Ich habe diese Pilze über mehrere Jahre gefunden und als
Lactarius citriolens bestimmt, weil die Randhaare nicht klebrig waren.
Manchmal rochen sie angetrocknet kräftig nach Zitrone, mal nicht, hin und
wieder haben sie auch Gruben am Stiel, obwohl sie diese eigentlich nciht
haben dürfgten. ALso bleibt noch ein Fragezeichen bei der Bestimmung, ich
fand aber keine Alternative, die mich zufriedengestellt hat.
Ich fand sie auf kalkhaltigem Boden an einem Seeufeer im Fünfseenland in
Gesellschaft von Satansröhrlingen und anderen seltenen Arten, Begleitbäume
waren Eichen, Buchen und eine Birke. Leider ist der Standort vermutlich
zerstört und die wohl ziemlich seltenen Milchlinge sind seit zwei Jahren
nicht mehr erschienen.
Der zweite Milchling sieht nach L. pubescens aus, der auch auf meinem
Standort von L. citriolens erscheint, ebenso wie übrigens Lactarius
acerrimus.
liebe Grüße
Birgit

Hallo Birgit, dein Milchling passt zu 100%. Haare nicht nicht klebrig, Gruben habe ich keine beobachtet, würde ich aber auch nicht ausschließen. Ist möglicherweise witterungsabhängig. Wenn man die Übergangsstadien nicht sieht, kann man die Milchlinge wirklich für zwei Arten halten. Ich habe mir mal die Orginaldiagnose von L. citriolens angesehen.

Pileus 10-22 cm latus, umbilicatus, margine involuto, dein infundibuliformis margine longe villoso, cute pilei glutinosa, zonata eburnea, flavo-alba, postea tinctu ochraceo-aurantiaco. Lamellae 7-12 mm, latae, tenuiter decurrentes vel rotundato-adnatae satis confertae, flavido-albae post pallide ochraceae, tincto salmoneo. Stipes cavus, 2,7-5 cm longus et 2-2,8(3,8) cm latus breviter cylindraceus albidus vel ochroleucus, glaber seu raro maculis rotundiis singulis vel sparsis aquosis scrobiculatus. Lac densum, pure album, in carne secta mox sulphureum. Sapor acerrimus; odor graveolens e cute pileo fructis Citri limoniae aliquanto putrescentibus similis. Sporae in cumulo pallide

Sofern ich das richtig übersetze:
"Der Hut ist 10-22 cm breit, genabelt mit eingerolltem Rand, dann trichterförmig, Rand lange zottig (behaart), Huthaut klebrig, elfenbeinfarben gezont, blassgelb-weiß, später ocker-orange gefärbt. Lamellen 7-12 mm, breit, leicht herablaufend oder gerundet(gebuchtet)-angewachsen, ziemlich eng stehend, gelblich-weiß, dann blass ocker, mit lachsrosa Ton (Färbung). Stiel hohl, 2,7-5 cm lang und 2-2,8 (3,8) cm breit, weißlich oder ocker, kurz zylindrisch, kahl oder mit einzelnen, rundlichen Flecken, nur selten mit zerstreuten, wässrigen (wasserfleckigen?) Gruben. Milch dick, rein weiß, im angeschnittenem Fleisch bald schwefelgelb. Geschmack sehr scharf, der Geruch unangenehm (überlriechend) und Huthaut ähnlich wie verfaulende Zitrusfrüchte riechend. Sporenpulver blass."

... pass das so gut, dass ich eigentlich keine Zweifel mehr an der Identifizierung als "L. citriolens" habe. Ich wohne eigentlich nicht in einer Kalkgegend, aber die Tonvorkommen am Fundort sind auf Vulkanismus zurückzuführen (den es hier am Rande des Limburger-Beckens) eben auch "gibt"/gab und enthalten wohl ausreichend Kalk. Einen L. acerrimus habe ich noch nicht gefunden, aber mit "L. controversus" gibt es am Fundort auch einen recht seltenen Vertreter aus der Zonarius-Gruppe.

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Re: Zwei Milchlinge und noch was *PIC*

Mani walter, (vor 5212 Tagen) @ Birgit

Hallo mitenand
Die Farbe der Milch im Anschnitt ist bei euren Exemplaren gleich hellgelb bzw. schwefelgelb. Auch scheint mir noch die Beschreibung im guten M.Moser über die Hutoberfläche zutreffend: Er schreibt: Mit oft gezonten, oft sparrig verklebten Haarschuppen.
Nun stelle ich mal Bild 6 und 9 noch ins Rampenlicht. Mir scheint dies die gleiche Art zu sein und frage euch, was gegen L. torminosus sprechen könnte?
Den finde ich hier auch wie Pubescens. Milch bei beiden scharf. Die relativ starke Rotfärbung und die eher magere Randbehaarung und die weisse Milch wären hierzu ein gutes Merkmal.
Nebenbei mein einziges Bild des häufig im August auftretenden, grubigen Milchlings aus unserem Gemeindewald.
LG. Mani

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

Birgit, (vor 5211 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani,

Nun stelle ich mal Bild 6 und 9 noch ins Rampenlicht. Mir scheint dies die
gleiche Art zu sein und frage euch, was gegen L. torminosus sprechen
könnte?

die generelle Farbgebung würde hier wohl für L. torminosus sprechen, allerdings sollte L. torminosus einen gezonten Hur haben und das sehe ich hier nicht. Hier hilft das Mikroskop wohl definitiv weiter, denn L. torminosus hat größere Sporen.

Den finde ich hier auch wie Pubescens. Milch bei beiden scharf. Die relativ
starke Rotfärbung und die eher magere Randbehaarung und die weisse Milch
wären hierzu ein gutes Merkmal.

Hmm, ich hab L. torminosus bisher nur einmal und dann auf sehr saurem Boden gefunden. Da war L. pubescens nicht zu finden.

liebe Grüße

Birgit

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

Mani walter, (vor 5211 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit

Die Sporengrösse sollte einen schon weiter bringen.

die generelle Farbgebung würde hier wohl für L. torminosus sprechen,
allerdings sollte L. torminosus einen gezonten Hur haben und das sehe ich
hier nicht.

Die Zonung ist wohl ein Normalfall, doch sie zeigt sich nicht bei jedem Fruchtkörper wie erwartet.

Hmm, ich hab L. torminosus bisher nur einmal und dann auf sehr saurem Boden
gefunden. Da war L. pubescens nicht zu finden.

Vielleicht noch zur Einschätzung des Habitats betr. basisch oder sauer:
Es scheint hier im Graubündner Rheintal so zu sein, dass seitlich in den sog. Rüfenlagen, auf denen auch unsere Dörfer stehen, Kalke vorherrschen. Da finde ich bei Birke den bleichen Pubescens. (Der kam jährlich sehr zuverlässig)

Unten im Rheinbett wachsen ebenfalls recht viel Birken neben Erlen, Weiden und Eschen. Doch die Herkunft von diesen Sanden stammt weitgehend aus Verfrachtungen des Gotthardgebiets, dessen Material namentlich aus Kieseln von Graniten, Gneisen und verwandten sauren Tiefengesteinen besteht. Und da finde ich den gelbbraunrötlichen Torminosus. (Der zeigte sich nicht jedes Jahr)

Allerdings liegen deshalb diese sauren Gesteinsmassen von basischem Material überdeckt oder eben auch frei auf. Und dies erschwert teilweise die Pilzbestimmung erheblich.

Salutti zämma und gut Pilz Mani

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Re: Zwei Milchlinge und noch was *PIC*

thkgk, (vor 5211 Tagen) @ Mani walter

Die Sporengrösse sollte einen schon weiter bringen.
Die Zonung ist wohl ein Normalfall, doch sie zeigt sich nicht bei jedem
Fruchtkörper wie erwartet.
Vielleicht noch zur Einschätzung des Habitats betr. basisch oder sauer: Es
scheint hier im Graubündner Rheintal so zu sein, dass seitlich in den sog.
Rüfenlagen, auf denen auch unsere Dörfer stehen, Kalke vorherrschen. Da
finde ich bei Birke den bleichen Pubescens. (Der kam jährlich sehr
zuverlässig)
Unten im Rheinbett wachsen ebenfalls recht viel Birken neben Erlen, Weiden
und Eschen. Doch die Herkunft von diesen Sanden stammt weitgehend aus
Verfrachtungen des Gotthardgebiets, dessen Material namentlich aus Kieseln
von Graniten, Gneisen und verwandten sauren Tiefengesteinen besteht. Und
da finde ich den gelbbraunrötlichen Torminosus. (Der zeigte sich nicht
jedes Jahr)
Allerdings liegen deshalb diese sauren Gesteinsmassen von basischem Material
überdeckt oder eben auch frei auf. Und dies erschwert teilweise die
Pilzbestimmung erheblich.
Salutti zämma und gut Pilz Mani

Also die Bilder 6-9 sollten eigentlich alle L. pubescens sein, die rosafarbene ringartige Zone am Stiel direkt unterhalb der Lamellen (wie man sie auf Bild 8 sieht) soll absolut typisch für pubescens sein. Auf Bild 6-9 (Beide gehören zusammen) ist der Milchling nur stärker durchnässt und daher mehr cremeocker gefärbt. L. torminosus ist aber immer mehr rötlich gefärbt und außerdem meist deutlich gezont. Er gilt daher in vielen Pilzführern als Verwechslungsart zu L. deliciosus. Wenn ich mich nicht irre, stammt dieser L. torminosus auch von besagter Tongrube. Der Fundort liegt allerdings etwa 200 m vom Fundort der beiden gezeigten Milchlinge entfernt.

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

jesko, (vor 5211 Tagen) @ thkgk

Hallo Thomas,

bei der Lactarius-Art mit der gelb verfärbenden Milch spräche eigentlich das Habitat (Birke/Espe, kein Kalkboden) viel eher für aquizonatus als für citriolens. Man sollte einfach mal die Sporen nachmessen (L. aquizonatus soll signifikant schmalere Sporen haben).
Aquizonatus ist ja eine gegenüber citriolens morphologisch nicht sonderlich gut abgegrenzte Art. Ich weiß nicht, inwieweit inzwischen schon Sequenzierungsergebnisse bezüglich einer Trennung oder Synonymie beider vorliegen, und ob ggf. bereits mehr über eine morphologische Abgrenzbarkeit bekannt ist.
Die anderen sind für mich Lactarius pubescens, der - außer in Kalkgebieten - auch oft einfach nur synanthrop oder an Ruderalstellen mit Birkenjungwuchs vorkommt (Pionierart). In den von mir oft begangenen Rekultievierungsgebieten des Braunkohlentagebaus kommen pubescens und torminosus übrigens auch zusammen vor (nur wenige Meter auseinander fruktifizierend).

Viele Grüße,
Jesko

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

Mani walter, (vor 5211 Tagen) @ thkgk

Also die Bilder 6-9 sollten eigentlich alle L. pubescens sein, die
rosafarbene ringartige Zone am Stiel direkt unterhalb der Lamellen (wie
man sie auf Bild 8 sieht) soll absolut typisch für pubescens sein. Auf
Bild 6-9 (Beide gehören zusammen) ist der Milchling nur stärker durchnässt
und daher mehr cremeocker gefärbt.

L. torminosus ist aber immer mehr

rötlich gefärbt und außerdem meist deutlich gezont. Er gilt daher in
vielen Pilzführern als Verwechslungsart zu L. deliciosus. Wenn ich mich
nicht irre, stammt dieser L. torminosus auch von besagter Tongrube. Der
Fundort liegt allerdings etwa 200 m vom Fundort der beiden gezeigten
Milchlinge entfernt.

Hallo
- Nun was willst du?
Vergleiche mal die aussagekräftigen Bilder im Buch von Rose Marie Dähncke Seite 940, 942 und 943.
- Der Fall ist eindeutig - auch das neue Bild zeigt keinen L. pubescens.
Dank der karottenroten Milchfarbe des Deliciosus, der übrigens bei Kiefern bzw. Föhren wächst, ist keine Verwechslung möglich.
- Dass zwei Arten gleichzeitig am selben Ort erscheinen, ist ebenfalls nicht auszuschliessen.
Ich würde nochmals über die Bücher gehen.
LG. Mani

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

Birgit, (vor 5211 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani,

ich glaube die beiden Bilder im letzten Posting sollten ein Beispiel für Lactarius torminosus sein und nicht für L. pubescens. Aber da soll thgk (der Name ist ja gar nicht kompliziert ;-)) selber noch was dazu sagen.
Und ja, der Birkenreizker (L. torminosus) steht in einigen Pilzbüchern als Verwechslungspartner zu L. deterrimus oder L. deliciosus drin, weiß ich noch aus meiner Kinderzeit beim Pilzesammeln, verstehen tu ichs aber auch nicht so ganz wie man die verwechseln kann.

Die Bilder bei Dähncke zeigen m.E. deutliche Unterschiede der beiden Arten, also verstehe ich nicht so recht, was du uns damit sagen wolltest.

Grüße

Birgit

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

Birgit, (vor 5211 Tagen) @ jesko

Hallo jesko,

bei der Lactarius-Art mit der gelb verfärbenden Milch spräche eigentlich das
Habitat (Birke/Espe, kein Kalkboden) viel eher für aquizonatus als für
citriolens. Man sollte einfach mal die Sporen nachmessen (L. aquizonatus
soll signifikant schmalere Sporen haben).

L. aquizonatus soll aber klebrige Randhaare haben, wenigstens teilweise einen zonierten Hut haben und außerdem auch auf kalkhaltigen Böden wachsen ( Infos aus Heilmann-Clausen et al.). Hast du L. aquizonatus mal auf saurem oder neutralen Boden gefunden? Ich misch mich da nur ein, weil meine Exemplare (s. Foto oben) ja teilweise Gruben am Stiel hatten und da wäre L. aquizonatus naheliegender. So ganz glücklich war ich mit der Bestimmung als L. citriolens also nicht, aber das passt trotzdem im Ganzen besser auf meine Pilze. Dann kam auch noch der intensive Zitronengeruch beim Antrocknen dazu. Ich hab nur damals nicht auf die Sporenbreite geachtet, hätte aber noch Exsikkate daheim.

Grüße

Birgit

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

jesko, (vor 5210 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

Felix Hampe und ich hatten aquizonatus mal in riesiger Menge auf einer Abraumhalde des Uranerzbergbaus auf saurem Boden bei Birke/Espe/Kiefer/Fichte, vgl. hier Beitrag 191878

Ich würde unbedingt die Sporen nachmessen.

Viele Grüße, Jesko

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Re: Zwei Milchlinge und noch was

thkgk, (vor 5210 Tagen) @ jesko

Hallo Birgit,
Felix Hampe und ich hatten aquizonatus mal in riesiger Menge auf einer
Abraumhalde des Uranerzbergbaus auf saurem Boden bei
Birke/Espe/Kiefer/Fichte, vgl. hier
Beitrag 191878
Ich würde unbedingt die Sporen nachmessen.
Viele Grüße, Jesko

Hallo Jesko,
"bei der Lactarius-Art mit der gelb verfärbenden Milch spräche eigentlich das Habitat (Birke/Espe, kein Kalkboden) viel eher für aquizonatus als für citriolens"
Stimmt, das würde absolut passen, aber citriolens kann (nach Basso und Heilmann) auch bei Birken wachsen, und wie du selbst schreibst, ist aquizonatus eine kälteliebende Art und das spricht eindeutig gegen sie. In unserer Nachbargemeinde wurde bis in die 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts noch Wein angebaut. Übrigens ein toller Link, den du da gesetzt hast und tolle Fotos. Da ist eigentlich alles zum Thema gesagt.
"Ich würde unbedingt die Sporen nachmessen."
Wenn ich die Ausrüstung hätte, würde ich das natürlich sofort machen, aber auch so habe ich eigentlich keine Zweifel. Wie ist das mit dem Geruch bei aquizonatus, hat er auch diesen Geruch nach vergammelten Zitrusfrüchten.

Ps. Hallo Birgit, tut mir leid wegen meines Namens, ich weiß, ich bin da wenig kreativ, aber du darf mich gerne Thomas nennen.

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Re: Zwei Milchlinge und noch was *PIC*

thkgk, (vor 5210 Tagen) @ thkgk

Hallo Jesko,
"bei der Lactarius-Art mit der gelb verfärbenden Milch spräche
eigentlich das Habitat (Birke/Espe, kein Kalkboden) viel eher für
aquizonatus als für citriolens"
Stimmt, das würde absolut passen, aber citriolens kann (nach Basso und
Heilmann) auch bei Birken wachsen, und wie du selbst schreibst, ist
aquizonatus eine kälteliebende Art und das spricht eindeutig gegen sie. In
unserer Nachbargemeinde wurde bis in die 60er-Jahre des letzten
Jahrhunderts noch Wein angebaut. Übrigens ein toller Link, den du da
gesetzt hast und tolle Fotos. Da ist eigentlich alles zum Thema gesagt.
"Ich würde unbedingt die Sporen nachmessen."
Wenn ich die Ausrüstung hätte, würde ich das natürlich sofort machen, aber
auch so habe ich eigentlich keine Zweifel. Wie ist das mit dem Geruch bei
aquizonatus, hat er auch diesen Geruch nach vergammelten Zitrusfrüchten.
Ps. Hallo Birgit, tut mir leid wegen meines Namens, ich weiß, ich bin da
wenig kreativ, aber du darf mich gerne Thomas nennen.

Hier noch mal drei Fotos, die die ganze Bandbreite "meines" Michlings zeigen.
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Re: Zwei Milchlinge und noch was

jesko, (vor 5210 Tagen) @ thkgk

Hallo Thomas,

mit "kälteliebend" beziehe ich mich weniger auf etwaige Durchschnittstemperaturen denn auf die Begleitflora. Auf Deinen Fotos sehe ich ein von Birke und Espe dominiertes Habitat, das sind kälteliebende (exakter mesophile bis kryophile) Begleitbäume. An diesem Standort wirst Du kaum wärmeliebende Pilzarten vorfinden, auch wenn Du 500 m weiter bei vergleichbaren klimatischen Bedingungen (Höhe, Exposition, Boden) z.B. einen Eichen-Hainbuchen-Wald, in dem wärmeliebende Mykorrhizapartner dominieren, haben kannst.

Wenn Du Belegmaterial des Milchlings und die genauen Funddaten hast, kann ich gern Sporen nachmessen, um zu sehen, ob dieses Merkmal hier funktioniert.

Viele Grüße,
Jesko

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noch zum Geruch

jesko, (vor 5210 Tagen) @ thkgk

Das mit dem Geruch hatte ich noch vergessen:

Ausnahmslos alle Arten aus der scrobiculatus-Gruppe, die ich bislang selbst gesehen bzw. an die Nase gehalten habe (scrobiculatus, intermedius, leonis, tuomikoskii, aquizonatus), haben für mich einen recht spezifischen und wiedererkennbaren Geruch gehabt, den ich als "alte Gummibadekappe" beschreiben würde. In der Literatur wird das - glaube ich - als "irgendwie chemisch" bezeichnet. Einige Korallenreizker riechen auch so.

VG Jesko