Fluoreszenz bei Täublingen *PIC*

Älbler, (vor 5213 Tagen)

Liebe Täublingsgemeinde,

ich habe gestern Russula aurora bestimmt und spaßeshalber mal unter UV-Licht gelegt. Das sieht ziemlich bunt aus!

Weiß jemand, ob diese Fluoreszenzreaktionen bei Täublingen bei der Bestimmung dienlich sind?

Viele Grüße
Christian

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Re: Fluoreszenz bei Täublingen

Guy Marson, (vor 5213 Tagen) @ Älbler

Liebe Täublingsgemeinde,
ich habe gestern Russula aurora bestimmt und spaßeshalber mal unter UV-Licht
gelegt. Das sieht ziemlich bunt aus!
Weiß jemand, ob diese Fluoreszenzreaktionen bei Täublingen bei der Bestimmung
dienlich sind?
Viele Grüße
Christian

Hallo Christian,

für eine Aufnahme mit der UV-unempfindlichen C4500, sieht das Bild wirklich reichlich bunt aus, hat m.E. zuviel Blauanteil.
Mit einer 2 Watt Nichia UV-LED (NCCU033A, @365nm) als Anregung und in der Dunkelkammer aufgenommen Bildern, erinnere ich mich nicht an einen derart hohen Blauanteil. Täublinge und Milchlinge (u.v.a.m.) fluoreszieren meist recht stark. Leider ist dieses "Merkmal" aber quasi nirgends erwähnt. Zudem ist die Fluorezenz(Fl.) meist artunspezifisch - soweit ich mich erinnere. Die Fl. an sich ist bei Pilzen ein häufiges Phänomen. Viele Pilzarten fluoreszieren irgendwo, im Myzel, in den Fruchtkörpern, oder deren Elementen (Haare, Hymenium etc..). Oder das von Pilzen durchwachsene Substrat fluoresziert wenn ein Pilz seine Metaboliten dort hinterlässt. Gutes Beispiel: Neodasyscypha cerina, ein häufiger Ascomyzet an Holzsplittern von Buchen die von Fomes fomentarius gefällt wurden, lässt das Holz orangefarben fluoreszieren. Das nicht befallene Holz leuchtet graublau (@365nm). Fluoreszenz bei Pilzen wird aber von vielen (den meisten?) Mykologen ignoriert, nicht selten mangels geeigneter Ausrüstung und oft auch wegen Ängsten, der energiereichen Strahlung gegenüber.

Viel Spass bei den leuchtenden Beobachtungen..

Guy

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Re: Fluoreszenz bei Täublingen

thkgk, (vor 5213 Tagen) @ Älbler

Liebe Täublingsgemeinde,
ich habe gestern Russula aurora bestimmt und spaßeshalber mal unter UV-Licht
gelegt. Das sieht ziemlich bunt aus!
Weiß jemand, ob diese Fluoreszenzreaktionen bei Täublingen bei der Bestimmung
dienlich sind?
Viele Grüße
Christian

Hallo Christian,
wissen tu ich davon nichts, aber die Frage finde ich interessant. In der Bakteriologie wird/wurde Licht (unterschiedlicher Wellenlängen) auch schon für die Identifizierung verwendet. Man in den Täublingen Verbindungen, die das UV-Licht unterschiedlich absorbieren. Die Sesquiterpene könnten solche Verbindungen sein, die je nach Menge und chemischer Modifikation das UV-Licht unterschiedlich absorbieren. Spiel ruhig mal weiter, gibt es Unterschiede zwischen einem XY-Pilz und einem Täubling/Milchling?
Grüße Thomas

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Re: Fluoreszenz bei Täublingen

Mani walter, (vor 5213 Tagen) @ Älbler

Liebe Täublingsgemeinde,

Ist die Intensität der Fl-Farbe von der Dicke des Pilzabschnitts abhängig?
Interessante Idee!

Gruss Mani

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Re: Fluoreszenz bei Täublingen

Älbler, (vor 5213 Tagen) @ Guy Marson

Halo Guy,

für eine Aufnahme mit der UV-unempfindlichen C4500, sieht das Bild wirklich
reichlich bunt aus, hat m.E. zuviel Blauanteil.

Die Flueoreszenz von dem Täubling ist in der Realität noch viel bunter als auf dem Foto (amethyst mit dottergelb und grellweiß). Aber meine C4500 mischt umso mehr Blauanteil rein, je weiter entfernt ich sie von der UV-Quelle platziere (Woran siehst du, dass ich eine C4500 habe?). Ich nutze als UV-Licht einen "money detector", wo ich mit der Kamera keine Frontalaufnahmen hinkriege.

Mit einer 2 Watt Nichia UV-LED (NCCU033A, @365nm) als Anregung und in der
Dunkelkammer aufgenommen Bildern, erinnere ich mich nicht an einen derart
hohen Blauanteil.

Wie ist die abgeschirmt? Im Internet finde ich nur Bausätze von dem Modell und die sind nicht gerade billig!

Täublinge und Milchlinge (u.v.a.m.) fluoreszieren meist
recht stark. Leider ist dieses "Merkmal" aber quasi nirgends
erwähnt. Zudem ist die Fluorezenz(Fl.) meist artunspezifisch - soweit ich
mich erinnere.

Aber vielleicht sektionskennzeichnend.

Die Fl. an sich ist bei Pilzen ein häufiges Phänomen. Viele
Pilzarten fluoreszieren irgendwo, im Myzel, in den Fruchtkörpern, oder
deren Elementen (Haare, Hymenium etc..). Oder das von Pilzen durchwachsene
Substrat fluoresziert wenn ein Pilz seine Metaboliten dort hinterlässt.
Gutes Beispiel: Neodasyscypha cerina, ein häufiger Ascomyzet an
Holzsplittern von Buchen die von Fomes fomentarius gefällt wurden, lässt
das Holz orangefarben fluoreszieren. Das nicht befallene Holz leuchtet
graublau (@365nm).

Sehr interessant!

Fluoreszenz bei Pilzen wird aber von vielen (den
meisten?) Mykologen ignoriert, nicht selten mangels geeigneter Ausrüstung
und oft auch wegen Ängsten, der energiereichen Strahlung gegenüber.

Auch nicht gefährlicher als Anilin, Phenol u.ä. wenn man abgeschirmte Geräte benutzt und nicht direkt in die Lampe guckt.

Gruß
Christian

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Re: Fluoreszenz bei Täublingen

Älbler, (vor 5213 Tagen) @ thkgk

Hallo Thomas,

Spiel ruhig mal weiter, gibt es
Unterschiede zwischen einem XY-Pilz und einem Täubling/Milchling?

Schon! Täublinge fluoreszieren mehrfarbig am selben Fruchtkörper. Rauköpfe fluoreszieren in einer Farbe. Bei manchen Telamonien fluoresziert nur der alkoholische Extrakt.

Mehr weiß ich leider auch nicht!

Gruß
Christian

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Re: Fluoreszenz bei Täublingen

Älbler, (vor 5213 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani,

Ist die Intensität der Fl-Farbe von der Dicke des Pilzabschnitts abhängig?
Interessante Idee!

Überhaupt nicht! Selbst die kleinsten Krümelchen springen dir förmlich grell ins Auge.

Gruß
Christian

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Re: Fluoreszenz bei Täublingen *PIC*

Guy Marson, (vor 5212 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian,

Die Flueoreszenz von dem Täubling ist in der Realität noch viel bunter als
auf dem Foto (amethyst mit dottergelb und grellweiß).

Ok, alles ist möglich, oder anders rum: nichts ist unmöglich. Hab gestern mal einige Milchlinge und Täublinge mitgebracht, und festgestellt, dass es schon Unterschiede gibt, sowohl von Art zu Art (R. cyanoxantha vs. foetens und vs ochroleuca) als auch von Russula zu Lactarius. Die Milchlinge haben weit weniger fl., die Milch selber hatte ich leuchtend in Erinnerung, zumindest bei einer Art aber die Milch der Arten von gestern (L. piperatus, zonarius, quietus) leutetete nicht sonderlich.. Die Täublinge leuchten stark im Hymenium und in unterschiedlichen Farben - zitronengelb, grünlichgelb bis grünlich orangefarben.. Hmmm.. Also die Fluoreszenz ist möglicherweise schon als Merkmal tauglich. Das Ganze müsste dann aber über standardisierte Bedingungen ablaufen und das ist wohl die Crux: Pilze gleichen Alter und mit ähnlicher Hydratur (Feuchtigkeitslevel, denn je trockner ein Pilz desto dichter liegen die Fluorochrome).
Und der technische Teil: Gleiche Bedingungen des UV-Strahlers (Wellenlänge, Spektrum und Strahlungsdichte (in einer definierten Entfernung zum Strahler).
U.v.a.m. ..

Aber meine C4500
mischt umso mehr Blauanteil rein, je weiter entfernt ich sie von der
UV-Quelle platziere

so ist es.. Bei der Nichia UV-LED leuchtet ein winziger Punkt in eine Richtung und kann noch mit Glasoptik gebündelt werden. Das ist somit ein sehr effizienter UV-Strahler (@365nm) mit einem sehr schmalen Spektrum (etwa +/- 5 nm) und es gibt fast kein sichtbares Licht mehr - was anderseits sehr gefährlich für die Augen ist, denn man sieht nicht beim Hineinblicken wieviel Strahlung dort abgeht. Beleuchtet man aber weisses Papier, dann ist man sofort stark geblendet.. (!!! Achtung, das ist kein Kinderkram !!!).

:(Woran siehst du, dass ich eine C4500 habe?).

an den Metadaten (E4500). Hab die auch. Das ist eine gute Kamera, weil alt und mit UV-unempfindlicher CCD .... ;-).

Ich
nutze als UV-Licht einen "money detector", wo ich mit der Kamera
keine Frontalaufnahmen hinkriege.
Wie ist die abgeschirmt?

Die Nichia? Gar nicht. Die muss auf einen Kühlkörper angebracht werden, und die Hitze des KK sollte 40°C nicht übersteigen, denn der Kristall hat dann schon fast 80°C mehr an seiner Sperrschicht.. Berücksichtigt man das nicht, lebt sie nicht lange. Nichia schreibt eh bloss von 500 Stunden ( nicht 500.000 h ) Lebensdauer für das teure Ding.

Im Internet finde ich nur Bausätze von dem Modell
und die sind nicht gerade billig!

im Vergleich zu 2006, als ich sie kaufte, hat sich das Preis-/Leistungsverhältnis dennoch halbiert und die UV-Strahlungsleistung etwa verdreifacht. Z.Z ist wohl die NCSU033B(t)der preiswerteste UV-Strahler, der bei etwa 2,5 Watt Leistunsaufnahme gute 300mW UV (365nm)- punktuell - abgibt.

Aber vielleicht sektionskennzeichnend.

jaja, oder doch schon artspezifisch. Aber leider ist bisher nicht viel drüber bekannt.. . hmmmm..

Sehr interessant!

das ist ganz sicher. Wer gerne 150.- Euro investiert, wird sehr viele unbekannte/unbeschriebene Entdeckungen und nicht nur bei Pilzen machen! (..................).

Auch nicht gefährlicher als Anilin, Phenol u.ä. wenn man abgeschirmte Geräte
benutzt und nicht direkt in die Lampe guckt.

Vorsicht!! Da verbrüht man sich sehr schnell mal die Augen ohne zu merken dass die UV-LED überhaupt eingeschaltet ist.

Gruß
Christian

Wie auch immer.. mach mal weiter so.. wird sicher mal was werden..

Ciao,
Guy

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Re: Fluoreszenz bei Täublingen

Älbler, (vor 5212 Tagen) @ Guy Marson

Hallo Guy,

ich habe ursprünglich nur gewusst, dass die Rauköpfe unter UV leuchten. Deshalb habe ich mir die UV-Leuchte mal bestellt. Irgendwo (Wo?) hatte ich mal gelesen, dass einige Täublinge sehr farbig fluoreszieren. Das hatte ich am Wochenende eben mal ausprobiert.

an den Metadaten (E4500). Hab die auch. Das ist eine gute Kamera, weil alt
und mit UV-unempfindlicher CCD .... ;-).

Was passiert bei einer UV-empfindlichen CCD?
Bei meiner C4500 ärgere ich mich darüber, dass ich es nicht schaffe absolut scharfe Aufnahmen hinzukriegen. Ich fotografiere mit manueller Scharfstellung. Je stärker man zoomt umso gröber werden die Einstellschritte. Je näher man an das Objekt rangeht umso eher erreicht man den Bereich wo eine Scharfstellung nicht mehr möglich ist. Manchmal erziele ich mit der automatischen Scharfstellung bessere Ergebnisse. Aber richtig befriedigend ist das ganze für mich nicht.

jaja, oder doch schon artspezifisch. Aber leider ist bisher nicht viel drüber
bekannt.. . hmmmm..

Im Pilzhandbuch von Henning-Kreisel steht, dass die Fluoreszenz bei Täublingen von Pteridinen ausgeht. Diese Pigmente sind wasserlöslich und im Zellsaft der Vakuolen enthalten. Interessant ist, dass Pteridine mit den Farbstoffen in Schmetterlingsflügeln verwandt sind. Über eine Relevanz der Fluoreszenz bei der Artbestimmung schreiben die Autoren allerdings nichts.

Vor der Nichia habe ich Respekt. Vielleicht entwickelst du bei deinen Basteleien eines Tages die handliche UV-LED für Feldmykologen ;o)

Grüßle
Christian

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Re: Fluoreszenz bei Täublingen *PIC*

Guy Marson, (vor 5212 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian,

ich habe ursprünglich nur gewusst, dass die Rauköpfe unter UV leuchten.

Stimmt. Hypholoma fasciculare leuchtet auch sehr intensiv!

Was passiert bei einer UV-empfindlichen CCD?

Bei meiner Canon S70 erleuchtet das ganze Bild in pinken Farben, was mit dem Auge nicht zu sehen ist..

Bei meiner C4500 ärgere ich mich darüber, dass ich es nicht schaffe absolut
scharfe Aufnahmen hinzukriegen. Ich fotografiere mit manueller
Scharfstellung. Je stärker man zoomt umso gröber werden die
Einstellschritte. Je näher man an das Objekt rangeht umso eher erreicht
man den Bereich wo eine Scharfstellung nicht mehr möglich ist. Manchmal
erziele ich mit der automatischen Scharfstellung bessere Ergebnisse.

Ja, da muss man den Mittelweg finden, je nach abverlangter Vergrösserung. Im Makro (ohne Zusatzoptik) sind circa 16 mm Bildbreite drin..

richtig befriedigend ist das ganze für mich nicht.

jaja, ist so ein Gefummele.. Aber die Coole Pixe ist besser als manch andere, was die UV-Empfindlichkeit anbelangt.

Im Pilzhandbuch von Henning-Kreisel steht, dass die Fluoreszenz bei
Täublingen von Pteridinen ausgeht. Diese Pigmente sind wasserlöslich und
im Zellsaft der Vakuolen enthalten. Interessant ist, dass Pteridine mit
den Farbstoffen in Schmetterlingsflügeln verwandt sind. Über eine Relevanz
der Fluoreszenz bei der Artbestimmung schreiben die Autoren allerdings
nichts.

hmhm... tjaja..

Vor der Nichia habe ich Respekt. Vielleicht entwickelst du bei deinen
Basteleien eines Tages die handliche UV-LED für Feldmykologen ;o)

Genau, die gibt es seit 6 Jahren. Damit hab ich noch nie einen Schönheitswettbewerb gewonnen, aber Hauptsache sie funzt sehr gut. Sie hat sogar einen hochwirksamen UV-Sperrfilter, zwischen dem Auge und der Leuchte,
und wird betrieben über zwei in Serie geschaltete CR 2450 (leuchtet damit etwa 1/4 Stunde) was für hunderte Beobachtungen ausreicht!

Grüßle
Christian

Gute Nacht,

Guy

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