Korkstachelinge *PIC*

Max, (vor 5189 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde

Gestern konnte ich in den Alpen an einer Pilzexkursion teilnehmen. Inmitten eines Feuchtgebietes konnten wir im Fichtenwald auf 1600m Meereshöhe unter anderem zwei Korkstachelinge bewundern.
Der erste müsste der Scharfe Korchstacheling hydnellum peckii sein. Ein Teinehmer hat hinein gebissen und ihn als leicht bitter taxiert.

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Den zweiten konnten wir nicht bestimmen. Der wuchs im Halbkreis auf einer Länge von ca 2 Metern in vielen Fruchtkörpern.
Was meint Ihr dazu, kann man zu diesem Pilz makroskopisch etwas dazu sagen?

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Besten Dank für Eure Hilfe.

LG
Max

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Re: Korkstachelinge

Werner E., (vor 5189 Tagen) @ Max

Griasdi Max,

Der erste müsste der Scharfe Korchstacheling hydnellum peckii sein. Ein
Teinehmer hat hinein gebissen und ihn als leicht bitter taxiert.

Der müsste aber nicht nur leicht bitter gewesen sein, sondern derart zusammenziehend astringierend und scharf, wie ich es von keinem anderen Pilz kenne.
Vielleicht ist es auch H. ferrugineus.

Den zweiten konnten wir nicht bestimmen. Der wuchs im Halbkreis auf einer
Länge von ca 2 Metern in vielen Fruchtkörpern.
Was meint Ihr dazu, kann man zu diesem Pilz makroskopisch etwas dazu sagen?

Es ist wohl ein Dunkelsporer, also Hydnellum.
Einer der braunen, die ich makroskopisch leider auch nicht auseinanderhalten kann.

Gruaß, Werner

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Re: Korkstachelinge

Stephan Weißer, (vor 5189 Tagen) @ Max

Der erste müsste der Scharfe Korchstacheling hydnellum peckii sein. Ein
Teinehmer hat hinein gebissen und ihn als leicht bitter taxiert.

Dann dürfte Hydnellum peckii ausscheiden. Die Schärfe müsste man eigentlich im Rachen deutlich spüren, auch wenn sie mal schwächer ausfällt. Im Übrigen ist es nicht schlecht, wenn man schon vor der Kostprobe wüsste, was man eigentlich schmecken soll, ebenso wie bei einer Riechprobe, bei der es sehr nützlich ist, wenn man vorher eine ungefähre Vorstellung dessen hat, was man riechen soll. Ob ein Hydnellum bitter schmeckt oder nicht, ist leider irrelevant (bei Sarcodon hingegen wäre das wichtig!). Wichtiger wäre gewesen zu erheben, ob der Geschmack mehlartig war oder nicht.

Den zweiten konnten wir nicht bestimmen. Der wuchs im Halbkreis auf einer
Länge von ca 2 Metern in vielen Fruchtkörpern.
Was meint Ihr dazu, kann man zu diesem Pilz makroskopisch etwas dazu sagen?

Ohne Angabe des Geruchs/Geschmacks ist es nicht möglich, zumal der Fruchtkörper auch der Länge nach hätte durchgeschnitten werden sollen. Es gibt etliche Hydnellen und Phellodons, die so aussehen können.

Bei der Bestimmung von Stachelingen, d. h. bei der Erhebung von makroskopischen Merkmalen im Feld, muss man zwei Dinge tun: einen Fruchtkörper der Länge nach durchschneiden und das Farbenspiel beurteilen sowie reinbeißen und den Geruch und Geschmack erheben. Bei Phellodon sollte man zusätzlich die Lupe auspacken und kontrollieren, ob der Stiel glatt oder filzig ist.

Freundliche Grüße
Stephan Weißer

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Ergänzung

Stephan Weißer, (vor 5189 Tagen) @ Stephan Weißer

Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass der erste schon sehr nach Hydnellum peckii aussieht - man hätte dem Kostprober vielleicht vorher sagen sollen, auf was er achten muss, vielleicht ist er auch ein starker Raucher oder isst gern scharf. Der zweite erinnert mich an Hydnellum suaveolens, ich meine in den Stacheln ein Blaugrau erkennen zu können - in diesem Fall müsste der Pilz stark aromatisch gerochen haben, nicht nach Anis, wie es immer wieder falsch in den Büchern steht, sondern nach Mädesüß.

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Re: Ergänzung

Max, (vor 5189 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan und Werner

Herzlichen Dank für die interessanten Tipps. Ich werde diese beim nächsten Fund sicher befolgen.
Korkstachelinge finde ich nicht grad jeden Tag in meinen Revieren.

LG
Max

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Re: Korkstachelinge *PIC*

Mani walter, (vor 5189 Tagen) @ Max

Hallo
Duftstachelinge sind interessante Pilze. Darum freut man sich, wenn man überhaupt einen bestimmen kann. Mir ging es so und darum m. E. zwei Fotos mit Phellodon connatus. Der breitet sich hier seit zwei Jahren progressiv aus und bringt mich mit seinen weissen Stacheln und seinem Duft immer wieder zum Staunen. Er gehört nun sozusagen dazu!
Bilder: Fund 2010 und 2012
LG. Mani

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Re: Korkstachelinge Bild 2 *PIC*

Mani walter, (vor 5189 Tagen) @ Max

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Re: Korkstachelinge Bild 2

Stephan Weißer, (vor 5188 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani,
Phellodon bezeichnet man im Deutschen als Duftstachelinge, wegen des Duftes nach Suppenwürze. Bei frischen Phellodon connatum ist dieser Duft freilich nur schwach ausgeprägt, mich erinnert er mehr an Rosinen.
Freundliche Grüße
Stephan

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Re: Korkstachelinge Bild 2

Werner E., (vor 5188 Tagen) @ Mani walter

Griasdi Mani,

ich würde hier, natürlich rein vom Bild her, eher P. tomentosus vermuten.

Gruaß, Werner

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Ich nochmal ran! *oT*

Mani walter, (vor 5188 Tagen) @ Werner E.

- kein Text -

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Welcher der Stachelinge *PIC*

Mani walter, (vor 5183 Tagen) @ Mani walter

Moins Kolleginnen und Kollegen
Jetzt geht es um die Wurst. Ich hab nun die Stelle mit den Duftenden Stachelingen nochmals besucht.
Eher Ph. tomentosus und eher nicht Ph. connatus syn. Ph. melaleucus

In nächster Nähe standen da Fichten, dann etwas entfernter zwei kleinere Rotbuchen und noch Rotkiefern bzw. Föhren. Rund herum verschiedene Moose.
Sie wachsen nicht büschelig senkrecht auf Erde, nicht auf Holz. (kalkbasisch)
Die Stiele sind ocker- bis braunrötlichbraun und fein nach unten gerichtet sehr fein filzig und messen etwa im Mittel 2,5cm x 3 - 8mm.
Geruch besonders im trockenen Zustande nach Suppenwürze. (Liebstöckel)
Geschmack erkenne ich nicht gerade als einprägend.
Ihre Hüte sind als eher flache Trichter oft verwachsen.
Mögliche Sporenformen habe ich gezeichnet und mit Abmessungen beigelegt.

Im Internet fand ich unter

eine ergänzende und interessante Zusammenstellung der Phellodons.
UND: ... Hydnaceous fungi in Central Europe ...

Beurteilung:
Anno 2010 vermutete ich hinter diesen Fruchtkörpern die Art Ph. connatus.
Jetzt nach zwei Jahren ergänzendem Zusammentragen von Merkmalen und verschiedenen Tipps favorisiere ich nun Ph. tomentosus. (Trotz etwas gross geratener Sp.)
Ph. tomentosus, eine Art, welche weniger selten auftritt.
Die Abmessungen der 20 gemessenen Sporen sind mit 3,5-4,2 x 3,2-4,0 // M: 3,97 x 3,58 grösser als die in der Lit. für Tomentosus gegebenen Abmessungen. Bild mit Sp-Formen!!
Mit KOH Hutfleisch nicht erkennbar grünend! (SOLL nur bei Connatus)
Bei Ph. connatus sind die Fruchtkörper offensichtlich eher löffelartig ineinandergesteckt, bei Ph. tomentosus eher ebenmässig ineinander verwachsen. Connatus hat offensichtlich dunklere Farbe.

Ich bin gespannt auf eure abschliessende Meinung und bedanke mich bestens Mani

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Kleine Korrektur

Mani walter, (vor 5183 Tagen) @ Mani walter

........... verschiedene Moose.

Sie wachsen nicht büschelig, sondern senkrecht und wenig zerstreut auf Erde, nicht auf ..............
Danke Mani