Urlaubspilze aus Kärnten

Stephan Weißer, (vor 5175 Tagen)

Hallo Leute,
ich bin seit gestern wieder aus dem Familienurlaub zurück. Die Pilzsituation war auch in Kärnten bedingt durch die hohen Temperaturen nicht einfach, aber ein paar schöne Sachen habe ich dennoch gesehen. Anbei die aus meiner Sicht zeigenswertesten Fotos.

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Tricholoma saponaceum var. ... *PIC*

Stephan Weißer, (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

Dies müsste meiner Meinung nach "nur" ein Seifenritterling sein, allerdings in einer Form, die für mich neu ist. Kennzeichnend sind:
- Hut- und Stieloberfläche hell schwefelgelb, an einen Grünling erinnernd
- extrem starkes Röten auf der Hutoberfläche und am Stiel
- relativ dichtstehende, hellgelbe Lamellen
- keinerlei Mehlgeruch oder -geschmack, Seifengeruch für mich nicht wahrnehmbar (aber den nehme ich auch an typischen Exemplaren nicht wahr!), Geschmack nach längerem Kauen leicht bitterlich

gewachsen im Fichtenwald über Urgestein, 1300 m NN

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Bankera cf. cinerea *PIC*

Stephan Weißer, (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

Das müsste Bankera cinerea sein. Ich stutze deswegen, weil die Stielbasis dieser Exemplare blaugrün war, so wie z. B. bei Sarcodon glaucopus. Der Geschmack war allerdings völlig mild, und der Maggigeruch schon an den Frischexemplaren deutlich vorhanden.

Dieser Pilz trat dieses Jahr in relativ großen Mengen auf und stand in jedem Wald herum, in dem ich unterwegs war.

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Boletus erythropus f. junquilleus *PIC*

Stephan Weißer, (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

Jetzt habe ich den endlich auch mal live gesehen, auf 1100 m NN unter Fichte auf Urgestein.

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Gautiera spec. *PIC*

Stephan Weißer, (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

Diese Morcheltrüffel ist auf jeden Fall eine andere als die von Gminders Pilzseminar (Gautiera otthii). Sie riecht sehr lecker trüffelig und nicht petroleumartig, die Peridie war an keiner der Kullern mehr sichtbar, und sie wuchs in einem Buchen-Tannen-Fichtenwald über Kalk auf ca. 1000 m NN. Die mikroskopische Untersuchung zeigte viele kleine hellgrüne Warzen auf dem Sporenornament und Sporenmaße von ca. 17 x 9 my, und damit lande ich mithilfe von MONTECCHI/SARASINI bei Gautiera trabutii, für die kontinentale, nicht-mediterrane Standorte ausdrücklich nicht ausgeschlossen werden.

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Hydnellum caeruleum *PIC*

Stephan Weißer, (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

Hier etwas betagtere Exemplare als die, die neulich von Werner E. gepostet wurden. Der Längsschnitt zeigt hellgraue, blaugrüne und orangene Zonen im Wechsel, die Stielbasis ist vorschriftsmäßig orange. Beim Durchschneiden entwickelte sich übrigens ein ziemlich starker Mehlgeruch.

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Boletopsis grisea *PIC*

Stephan Weißer, (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

...gewachsen auf ca. 1200 m NN in einem Kalkfichtenwald in den Julischen Alpen. Geschmack sehr bitter, wie ein Gallenröhrling, was z. B. zu Boletopsis melanoleuca (oder leucomelaena?) nicht passt.

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Stachelingshotspot

Stephan Weißer, (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

Zum Schluss noch ein Bild eines typischen Stachelings-/Porlingshotspots. Kennzeichnend dafür ist die ziemlich starke Geländeneigung, durch die eine Humusdecke bei Starkregen immer wieder fortgespült wird. Dadurch ist der Erdboden ziemlich kahl und kaum von Bodenpflanzen bewachsen.

Stachelings-/Porlingshotspots findet man auch kaum mitten im Wald, sondern komischerweise fast immer an schmaleren, wenig befestigten Wanderwegen und an deren Böschungen. Wer Stachelinge/Porlinge sucht, muss also eigentlich nicht in den eigentlichen Wald hinein.

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Re: Tricholoma saponaceum var. ...

Pilzgrufti, (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stefan,

Dies ist Tricholoma saponaceum var. lavedanum.

Die Art habe ich selbst mal vor Jahren am Fuße der Palagruppe (Italien) gefunden.

Gruß
Gerhard

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Re: Tricholoma saponaceum var. ...

Werner E., (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

Dies müsste meiner Meinung nach "nur" ein Seifenritterling sein,
allerdings in einer Form, die für mich neu ist. Kennzeichnend sind: - Hut-
und Stieloberfläche hell schwefelgelb, an einen Grünling erinnernd
- extrem starkes Röten auf der Hutoberfläche und am Stiel
- relativ dichtstehende, hellgelbe Lamellen
- keinerlei Mehlgeruch oder -geschmack, Seifengeruch für mich nicht
wahrnehmbar (aber den nehme ich auch an typischen Exemplaren nicht wahr!),
Geschmack nach längerem Kauen leicht bitterlich
gewachsen im Fichtenwald über Urgestein, 1300 m NN

Griasdi Stephan,

ich kenn mich zwar mit den beschriebenen Seifenritterlingsvariationen nicht aus, hätt den aber auch ohne Geruch für T. saponaceum gehalten.

Gruaß, Werner

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Re: Boletus erythropus f. junquilleus

Werner E., (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

Jetzt habe ich den endlich auch mal live gesehen, auf 1100 m NN unter Fichte
auf Urgestein.

Toll,

der ist mir leider noch nicht begegnet...

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Re: Boletopsis grisea

Werner E., (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

...gewachsen auf ca. 1200 m NN in einem Kalkfichtenwald in den Julischen
Alpen. Geschmack sehr bitter, wie ein Gallenröhrling, was z. B. zu
Boletopsis melanoleuca (oder leucomelaena?) nicht passt.

Griasdi Stephan,

ja, das ist eindeutig was anderes als B. leucomelaena.
Cool.

Gruaß, Werner

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Schöne Pilzchen. Glückwunsch! *oT*

Joschi Siembida ⌂, (vor 5175 Tagen) @ Stephan Weißer

- kein Text -

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Re: Tricholoma saponaceum var. ...

Ingo, (vor 5174 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

sehr nett anzuschauen, diese Teile. Die Varietät würde ich auch gerne mal finden.
Bei der derzeitigen Pilzleere in meinen Gefilden würde ich mich aber auch schon
jeden anderen Pilz freuen.

Grüßlis Ingo

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Re: Bankera cf. cinerea

Ingo, (vor 5174 Tagen) @ Stephan Weißer

Das müsste Bankera cinerea sein. Ich stutze deswegen, weil die Stielbasis
dieser Exemplare blaugrün war, so wie z. B. bei Sarcodon glaucopus. Der
Geschmack war allerdings völlig mild, und der Maggigeruch schon an den
Frischexemplaren deutlich vorhanden.

Hallo Stephan,

von der Verfärbung im Fleisch sehen deine Bankeras fast aus wie
die rötenden (B. fuligineoalba). Wenn die blaugrüne Färbung in der Stielbasis
Artmerkmal für B. cineria ist, sollten die es schon sein.
Bei Sarcodon hat diese übrigeens auch S. scabrosus, allerdings verbunden mit
Mehlgeruch und furchtbar bitterem Geschmack.

GR Ingo

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Re: Boletopsis grisea *PIC*

psittacus, (vor 5173 Tagen) @ Stephan Weißer

...gewachsen auf ca. 1200 m NN in einem Kalkfichtenwald in den Julischen
Alpen. Geschmack sehr bitter, wie ein Gallenröhrling, was z. B. zu
Boletopsis melanoleuca (oder leucomelaena?) nicht passt.

Hallo Stefan ... meinen Erstfund Boletopsis grisea aus einem Kiefernwald konnte ich Rudi zu seiner Ausstellung im Bot. Garten 2008 mitbringen.Dort ist es immer sehr "ertragreich" :-))
Oben im Korb zu sehen.
Viele Grüße
Petra

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Re: Gautiera spec.

GH, (vor 5172 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

mit der Bestimmung wirst Du vermutlich richtig liegen. Ich kenne die Art nur aus Spanien. Wenn Du magst, schaue ich sie mir an. Ist ein schöner Fund.

Viele Grüße
Gunnar

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Re: Gautiera spec.

Stephan Weißer, (vor 5172 Tagen) @ GH

Vielen Dank für dein Hilfeangebot, Gunnar, aber ich bin kein "Artenjäger". Ich gebe mich mit "Gautiera spec." zufrieden. Wenn du das Teil für dein Herbarium haben möchtest, schick mir eine E-Mail wegen der Versandabwicklung.

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Re: Boletopsis grisea

Stephan Weißer, (vor 5172 Tagen) @ psittacus

Und, wie hat er geschmeckt? Mild oder bitter? Laut Literatur soll B. grisea bitter sein.

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Re: Boletopsis grisea

psittacus, (vor 5172 Tagen) @ Stephan Weißer

Und, wie hat er geschmeckt? Mild oder bitter? Laut Literatur soll B. grisea
bitter sein.

...
Wir haben ihn nicht probiert:-))
Kühl gestellt, damit er es noch bis zu Rudis Pilzeausstellung geschafft hat.
Kommst du wieder zu Lothars Ausstellung ins Steigerwaldstüble?