Weißer Rauhstielröhrling *PIC*

Wirderer, (vor 5174 Tagen)

Hallo zusammen,

folgenden Pilz habe ich im bayerischen (Vor-)Wald auf ca. 500 m ü NN im sauren Fichten-Kiefernmischwald gefunden.

Baumpartner: Tja, ich habe nur Fichte und Kiefer gesehen - es gab generell Birken im Wald, aber nicht bei dem Pilz - evtl. habe ich aber einen Sämling übersehen. Der Wald war generell sehr feucht.

Schnitt: Davon habe ich leider kein Foto - keine Blaufärbung... wenn überhaupt, leichtes Bräunen.

Hutfarbe: Creme-Weiß, mit leichten Grüntönen

Druck auf Poren: Leider nicht überprüft

Mein Bestimmungsbuch half mir nicht weiter, im Internet stieß ich dann auf L. holopus/L. scabrum var.niveum, L. nucatum ... aber ohne genauere Beschreibung helfen mir die Namen auch nichts.

Gruß,
Wirderer

P.S.: Achtung, die Bilder haben leider einen extremen Rotstich - davon war in Natura nichts zu sehen.

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

Stephan Weißer, (vor 5174 Tagen) @ Wirderer

Hutfarbe: Creme-Weiß, mit leichten Grüntönen

Das passt sehr gut für den Moor-Birkenpilz (wie auch immer der auf lateinisch heißt).

Mein Bestimmungsbuch half mir nicht weiter,

In BON, Pareys Buch der Pilze ist er drin, ebenso in DÄHNCKE, 1200 Pilze.

Freundliche Grüße
Stephan Weißer

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

Wirderer, (vor 5174 Tagen) @ Stephan Weißer

Das passt sehr gut für den Moor-Birkenpilz (wie auch immer der auf lateinisch
heißt).
In BON, Pareys Buch der Pilze ist er drin, ebenso in DÄHNCKE, 1200 Pilze.

Herzlichen Dank!

Etwas verwirrt war ich von folgender Passage, die ich auf Pilzforum.eu gefunden habe:

********************************************************************************
[5] weist darauf hin, dass sich alle überprüften Fundmeldungen von L. holopus oder L. scrabrum var. niveum als Leccinum nucatum Lannoy & Estades 1993 identifizieren ließen.

[5] G.J. Krieglsteiner (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 2
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Aber sowas würde sich eh wohl nur unter Mikroskop klären lassen.

Den Parey habe ich sogar zu Hause - vielleicht sollte ich den ab sofort mit auf Exkursion mitnehmen.

Gruß,
Wirderer

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

Toffel, (vor 5174 Tagen) @ Wirderer

Hallo Wirderer,

Etwas verwirrt war ich von folgender Passage, die ich auf Pilzforum.eu
gefunden habe:
********************************************************************************
[5] weist darauf hin, dass sich alle überprüften Fundmeldungen von L. holopus
oder L. scrabrum var. niveum als Leccinum nucatum Lannoy & Estades
1993 identifizieren ließen.
[5] G.J. Krieglsteiner (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 2

********************************************************************************

hast du es so verstanden, dass Krieglsteiner et al. vermuten, dass die Arten synonym sind? Mit "alle" sind in diesem Fall nur einige Aufsammlungen aus Baden-Württemberg gemeint. Krieglsteiner et al. haben angemerkt, dass frühere Fundmeldungen von hellen Raufüßen aus Moorgebieten (wohl mind. bis 1993) als L. holopus bestimmt wurden. Allerdings wurde überhaupt erst später bekannt bzw. offiziell, dass es sich um eine Sammelart handelt und L. nucatum wurde abgespalten. Allerdings wurden wohl auch später noch einige Funde fälschlicherweise als L. holopes bestimmt.
Weil es aus dem Zitat anders zu vermuten ist: In den Großpilzen BW finde ich allerdings nicht, dass auch Funde von L. scabrum var. niveum überprüft wurden, nur dass es eine starke Vermutung ist.

Ein Kennzeichen für L. nucatum soll übrigens die grobe Stielbeschuppung sein, die jedoch nicht immer gut ausgeprägt ist.

Viele Grüße
Steffen

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

Toffel, (vor 5174 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

Das passt sehr gut für den Moor-Birkenpilz (wie auch immer der auf lateinisch
heißt).

da hat er wohl keinen außer Leccinum holopus: http://it.wikipedia.org/wiki/Leccinum_holopus

In BON, Pareys Buch der Pilze ist er drin, ebenso in DÄHNCKE, 1200 Pilze.

Dort müssten L. holopus und L. nucatum aber auch noch vermengt sein. Krieglsteiner et al. geben für beide einen im Alter stärker werdenden olivgrünlichen Überflug an.

Viele Grüße
Steffen

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

Joschi Siembida ⌂, (vor 5174 Tagen) @ Wirderer

Hallo Wirderer,

wenn es um Rauhstielröhrlinge geht benutze ich immer das hier im Netz: http://www.entoloma.nl/html/leccinum_ge.html

Der Schlüssel ist auf Deutsch, der Rest auf English.

Bei weißen Fruchtkörpern besteht allerdings immer die Möglichkeit, daß es sich einfach um einen Albino Rauhstielröhrling handelt. Nur welche Art genau?

Gruß Joschi

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

Svampskogen, (vor 5174 Tagen) @ Toffel

Laut Den Bakker gibt es wohl keine relevanten genetischen Unterschiede zwischen L. holopus und L. nucatum.

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

Helmut, (vor 5173 Tagen) @ Joschi Siembida

Servus Joschi,

danke für den Link, den kannte ich noch nicht (einen Leccinum-Schlüssel hätte ich auch nicht unter Entoloma.nl vermutet).

Das Büchlein von Den Bakker habe ich. Allerdings lässt sich damit auch nicht jede Kollektion festlegen und das Werk ist auch nicht unumstritten. Aber so ist's wohl überall wo man genauer hinschaut (frei nach Sokrates): Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Gruß

Helmut

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Schlüsselfehler

KARL, (vor 5173 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut

In der deutschen Übersetzung ist ein Fehler!

9. "Cylindrocysten" fehlen in der Huthaut; Stielbasis oft mit grünlichblauen Flecken 10
9. "Cylindrocysten" selten vorhanden; Stielbasis mit oder ohne grünlichblaue Flecken 11

9. Pileipellis with cylindrocysts; stipe base often with blue-green stains 10
9. Pileipellis usually without distinct cylindrocysts; stipe base with or without blue-green stains 11

LG Karl

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

Stephan Weißer, (vor 5173 Tagen) @ Toffel

Dort [DÄHNCKE 1993] müssten L. holopus und L. nucatum aber auch noch vermengt sein.

Erfreulicherweise nicht, lassen wir mal das nomenklatorische Problem außer acht.

Auf S. 99 und 101 werden zwei verschiedene Kollektionen von Moorbirkenpilzen abgebildet. Beide Taxa habe ich schon an ausgesprochen feuchten Stellen (ob man dazu immer "Moor" sagen kann?) unter Birken gefunden, und mir scheinen das tatsächlich zwei verschiedene Taxa zu sein.

Gemeinsam haben sie den ausgesprochen feuchten, vernässten Standort, die anfangs fast weißen, später höchstens hellgrauen Stielschüppchen und das Nichtverfärben des Fleisches kurz nach Anschnitt (kurz = ca. 30 Min.).
Deutliche Unterschiede sehe ich aber in der Hutoberfläche (matt-feinfilzig bei den "S. 99-Pilzen", schnell verkahlend und fettigglänzend bei den "S. 101-Pilzen"), der Hutform der Jungexemplare (konvex-polsterförmig bei den "S. 99-Pilzen", halbkugelig wie bei jungen Rotkappen bei den "S. 101-Pilzen"), der apikalen Stielform (apikal langsam verjüngend bei den "S. 99-Pilzen", sehr abrupt verjüngend bei den "S. 101-Pilzen") und der Art der Verfärbung an der Stielbasis (oft blaugrünlich bei den "S. 99-Pilzen", nie blaugrünlich bei den "S. 101-Pilzen").

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

sachse, (vor 5173 Tagen) @ Wirderer

Hallo Wirderer,
bin sehr gespannt, was letztendlich hierbei rauskommt, da ich im Erzgebirgsvorland ähnlich Exemplare gefunden habe.
Wie bei deinem haben die Exemplare hier auch eher eine schmutzig-weiße Hutfarbe. Deshalb kommt L. holopus eher nicht in Frage, auch ist dieser kräftiger.
Der Stiel erinnert eher an leccinum cyaneobasileucum, vllt eine Albino-Form davon?
VG

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

Wirderer, (vor 5173 Tagen) @ sachse

Hallo zusammen,

erstmal herzlichen Dank für die Beiträge.

bin sehr gespannt, was letztendlich hierbei rauskommt

Es wird leider nichts genaues herauskommen, da ich (noch) nicht mikroskopiere. Der Fruchtkörper hat ein würdiges Ende auf dem Kompost gefunden.

Viele Grüße,
Wirderer

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

Svampskogen, (vor 5173 Tagen) @ sachse

Hmmm... L. holopus besitzt nicht selten Hutfarben die ins hellbraune gehen (schon selber oft gefunden)... wie schon gesagt L. holopus = L. nucatum laut Den Bakker!

Hallo Wirderer,
bin sehr gespannt, was letztendlich hierbei rauskommt, da ich im
Erzgebirgsvorland ähnlich Exemplare gefunden habe.
Wie bei deinem haben die Exemplare hier auch eher eine schmutzig-weiße
Hutfarbe. Deshalb kommt L. holopus eher nicht in Frage, auch ist dieser
kräftiger.
Der Stiel erinnert eher an leccinum cyaneobasileucum, vllt eine Albino-Form
davon?
VG

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Re: Weißer Rauhstielröhrling

Matthias, (vor 5173 Tagen) @ sachse

Hallo Wirderer,
bin sehr gespannt, was letztendlich hierbei rauskommt, da ich im
Erzgebirgsvorland ähnlich Exemplare gefunden habe.
Wie bei deinem haben die Exemplare hier auch eher eine schmutzig-weiße
Hutfarbe. Deshalb kommt L. holopus eher nicht in Frage, auch ist dieser
kräftiger.
Der Stiel erinnert eher an leccinum cyaneobasileucum, vllt eine Albino-Form
davon?
VG

Hallo Zusammen,
sehe ich auch so, ist ein Albino von Leccinum brunneogriseolum, da die Beschreibung für die Albinoform als Leccinum cyaneobasileucum eher gemacht wurde als Leccinum brunneogriseolum muss man die normalen auch Leccinum cyaneobasileucum benennen,
viele Grüsse
Matthias