Ein Champignon, den es nicht gibt *PIC*

Birgit, (vor 5139 Tagen)

haben wir scheinbar bei einer AMU Exkursion im Kiesental am Sonntag gefunden. Der Fundort war ein kalkhaltiger Magerrasen.

Die Pilze sind weiß, haben auch jung schon schön rosa Lamellen, die beiden älteren Exemplare hatten keinen Ring und beim jüngsten noch geschlossenem Exemplar hängt der Ringrest an der Hutkante, wie man an den Bildern sehen kann.
Der Hut des größeren Exemplares hat gelbe Verfärbungen, beim Durchschneiden war eine deutliche rosa Verfärbung im Fleisch der Stielspitze zu sehen.
Die Schaeffer-Reaktion, die ich erst gestern am Hut durchführte war positiv, sprich eine deutliche hellrote, aber nicht feuerrote Verfärbung war zu sehen. Meine Reagenzien sind uralt, der Pilz war kalt, kann das eine falsch positive Reaktion bewirken?

Die Sporen sind ellipsoid und haben ein Maß von ca. 6,7*5.1 µm, Q=1,3. Cheilozystiden sind keulig, ein Exemplar hatte eine Septe, war also zweizellig, die Größe betrug bis 39 µm, die Breite bis ca. 12 µm.

Wenn ich jetzt schaue, wo ich mit diesen Daten hinkommt lande ich im Niemandsland... Es gibt im Ludwig nur eine einzige Art mit gilbendem Hut und rötendem Fleisch A. altipes, extrem selten und von E. Ludwig nach einem Foto gemalt. Der deutsche Name ist "Flüchtig beringter Egerling", das würde ja passen. Allerdings soll dieser Pilz in der Stielbasis gilben, keine Cheilozystiden haben und eine negative höchstens schwach positive (orange) Schaefferreaktion haben. Die Sporen passen auch nicht 100%ig.

Also versuch ichs mal mit der Funga Nordica. Bei den gilbenden Arten mit pos. Schaeffer Reaktion lande ich da bei A. osecanus mit wurzelndem Stiel, und vorwiegend mehrzelligen Cheilozystiden. Passt auch nicht.

Okay, dann überlege ich mir, dass das Gilben des einen Exemplars auf der Hutoberfläche vielleicht Zufall war, die beiden anderen Exemplare hatten es nicht und schwenke zu den im Fleisch rötenden Arten. Da ist dann in der FN Schluß, weil es wohl keine rötenden Arten mit positiver Schaefferreaktion gibt.

Und nun? Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen?

liebe Grüße

Birgit

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gilbender Hut *PIC*

Birgit, (vor 5139 Tagen) @ Birgit

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Re: Ein Champignon, den es nicht gibt

KARL, (vor 5139 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit

Wenn Deine Chemikalien uralt sind, wird das Anilin schon tief dunkelbraun sein.
An Salpetersäure sollte allenfalls eine schwache Gelbfärbung auftreten. Trat
die Reaktion denn nur genau im Kreuzungspunkt auf oder war sie verwaschen.
Teste doch einfach mal mit einem der Anischampignons.

LG Karl

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Re: Ein Champignon, den es nicht gibt

Birgit, (vor 5139 Tagen) @ KARL

Hallo Karl,

Wenn Deine Chemikalien uralt sind, wird das Anilin schon tief dunkelbraun
sein.

Nein, das Anilin war wasserhell. Ich hatte die Chemikalien bis auf ne Unterbrechung von einem halben Jahr immer im Kühlschrank stehen.

An Salpetersäure sollte allenfalls eine schwache Gelbfärbung auftreten. Trat
die Reaktion denn nur genau im Kreuzungspunkt auf oder war sie verwaschen.

Der ANilinstrich war farblos, die rauchende Salptersäure (beeindruckend, hätte ich vielleicht verdünnen sollen?) war auch farblos, im Kreuzungspunkt wars dann gleich hellrot und vermutlich hab ich dann etwas Anilin mitgezogen der Strich danach wurde auch hellrot.

Teste doch einfach mal mit einem der Anischampignons.

Werd ich demnächst machen und wenn möglich gleich noch einen rötenden Waldchampignom dazu.

liebe Grüße

Birgit

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Schaeffer-Reaktion

Birgit, (vor 5136 Tagen) @ KARL

Hallo Karl,

Teste doch einfach mal mit einem der Anischampignons.

Hab heute den Test gemacht. Beim Anischampignon wie sichs gehört positiv mit hellrotem Fleck, der genauso rot war wie beim Champignon von oben.
Beim rötenden Waldchampignon ebenfalls wies sein soll negativ ohne Verfärbung. Also liegts nicht an den Reagenzien. So wie ich den Schaefferstest verstanden habe, soll der ja nur bei einigen gilbenden Champignons ansprechen und nie bei rötenden. Also hab ich die eeierlegende Wollmilchsau gefunden ;-).

Die Rosaverfärbung des Stielfleisches habe ich nicht fotografiert, sie war schwach, aber deutlich zu sehen, ich hab sie mir garantiert nicht eingebildet.

Wen könnte ich denn kontaktieren, der sich besonders gut mit Champignons auskennt?

liebe Grüße

Birgit

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Re: Schaeffer-Reaktion

KARL, (vor 5135 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit

Im Zweifelsfall L. A. Parra Sanchez aus Spanien; Autor von Fungi Europaei.

e-mail: AGARCUS@telefonica.net

Vorher würde ich noch mit A. litoralis vergelichen. Der rötet im Stiel und die Schäffer-Reaktion ist inkonstant.

LG Karl