Liebe Pilzfreunde
diese Pilzchen scheinen auch interessant zu sein, ich habe derzeit nur die
Meinung, das es eine Psilocybe sein kann, komme aber nicht recht vorwärts.
Salzsteinwiese bei Stolberg, mit eingestreuten Feuchtstellen, dort im nassen
Gelände fand ich die kleinen Hutpilze mit stark klebrigen Hüten, Fleisch
nicht blauend, Geruch bedeutungslos.
Cheilozystiden 16-19-23 x 2-2,5-3µm
Sporen 12-13,3-14,8 x 6,2-6,9-7,9µm
Wer kann helfen?
LG Hartmut
Servus Hartmut,
ich bin mir sicher, daß es eine Psilocybe aus dem Formenkreis um Ps. semilanceata wenn nicht diese selbst ist. Die Abgrenzungen zwischen Ps. semilanceata, semilanceata var. caerulescens, Ps. strictipes, Ps.callosa und Ps. liniformans werden in der Literatur für mein Empfinden sehr willkürlich und wenig einheitlich gehandhabt und sind entsprechend umstritten. Vielleicht hat dazu beigetragen, daß die erste große Psilocybe-Monographie von einem Mexikaner (Gaston Guzman) geschrieben wurde und hinsichtlich der europäischen Arten nicht so brauchbar war. Oder daß ein gewisser Ruch des Unseriösen diesen hübschen Pilzen und denen, die sich mit ihnen befassen, angeheftet wird.
Auch bei Ps. semilanceata kommen sehr variable Hutformen vor und das Blauen der Stielbasis tritt nicht obligatorisch (siehe var. caerulescens - Konzept) und natürlich oft auch erst beim Trocknen bzw. verzögert an Druckstellen auf.
Der Trend der letzten 2 Jahrzehnte geht imho wieder zu einer Zusammenfassung früher unterschiedener unzähliger Psilocybe-Arten in etwas breiter gefaßte Gruppen-Arten. Ein interessanter, wenn auch nicht unumstrittener Artikel hierüber:
G.J. Krieglsteiner: Studien zum Psilocybe cyanescens-Komplex in Europa. Beiträge zur kenntnis der Pilze Mitteleuropas I (1984)S.61-94
Krieglsteiner sen. geht hier am Rande auch auf das semilanceata-callosa-Problem ein. Natürlich handelt es sich bei den von Dr gezeigten Bildern nicht um Ps. cyanescens.
Meine persönliche Auffassung zu Deiner Frage geht in die Richtung Psilocybe semilanceata oder strictipes, deren Unterschied ich früher am makroskopischen Habitus, v.a. der Hutform (fast ausgebreitet, kaum eine Papille wie beim "Zwergenmützchen") festgemacht habe.
Psilocybe pratensis würde ich eher nicht annehmen, nachdem ich gelesen habe, daß diese v.a. in Meeresnähe gefunden wird und in Europa als sehr selten gilt. (mir war sie bis heute persönlich gar nicht bekannt).
lg
martin haseneier