Pilzbestimmung - hoch giftig?

Lilly, (vor 5106 Tagen)

Hallo liebe Pilzsammler!

Gestern war ich im Waldstück hinter unserem Haus unterwegs und musste feststellen, das der komplette Wald voller Pilze ist. Nun ist nur die Frage - um was für pilze handelt was sich dabei?
Ich hab ein paar davon mit nach Haus genommen und fotografiert.

Ich bin leider sehr unerfahren was Pilze angeht, bin aber gerade dabei mich dafür zu interessieren... deswegen bräuchte ich eure Hilfe :)
Beim vorherigen googlen bin ich auf den Gifthäubling gestoßen, handelt es sich dabei eventuell um diesen?
http://de.wikipedia.org/wiki/Gifth%C3%A4ubling

ansonsten - hier erstmal Bilder :) die farbe ist so intensiv wie auf dem zweiten bild.

Danke schonmal!

(Und wo wir grad dabei sind - habt ihr vielleicht eine Empfehlung für ein Pilzbuch für Anfänger? Danke :))

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/1352129850068rsate9dc37.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/1352129312427r98te2ohln.jpg

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Re: Pilzbestimmung - hoch giftig?

haseneier, (vor 5106 Tagen) @ Lilly

Hallo Lilly,

Pilzbestimmung nach Fotos ist schwierig. Selbst wenn die Bilder klarer wären und mit ergänzenden Beschreibungen (Geruch, Form- und Farbmerkmale von Stiel, Hut, Lamellen, milchend, verfärbend, Sporenfarbe?) und Angaben zum Fundort (z.B. Baumarten, Boden sauer oder kalkhaltig, Begleitpflanzen- und -pilze) dabei wären, würden sich wahrscheinlich die Pilzexperten hier lieber nicht festlegen und sie haben recht damit.

Sicher bin ich mir allerdings, daß es nicht der Gifthäubling ist (welcher aber tatsächlich heuer auch massenhaft zu beobachten war).
Soviel ich auf den Bildern erkennen kann, ist es einer von den kleinen grauen Trichterlingen, da gibt es eine Reihe von häufigen und auch selteneren Arten und darunter sind auch sehr giftige, also rate ich von eine Kostprobe ab.

Pilzbücher gibt es viele empfehlenswerte, das Problem ist, daß man in einem Buch mit 100 Arten viele rel. häufige Pilze nicht findet und in einem mit 800 Arten schnell den Überblick verliert. Wenn man Nägel mit Köpfen machen will, ist es gut, wenn das Buch eine ausführliche bebilderte Erklärung der bei der Beschreibung verwendeten Begriffe enthält und möglichst einen Bestimmungsschlüssel. Ob man lieber Fotografien oder Zeichnungen (Aquarelle) verwendet, ist Geschmackssache, der Zeichner kann oft die charkteristischen Merkmale stärker betonen, aber dann ist das Bild vielleicht auch schematischer und nicht so naturgetreu.

Ein ganz brauchbarer Kompromiß ist z.B. das Handbuch für Pilzsammeler von Gminder (kosmos), es ist auch recht aktuell ( man hat erst spät die Giftigkeit diverser Arten erkannt, deshalb spielt das eine Rolle), ein ebenfalls brauchbares und extrem preiswertes Pilzbuch mittleren Umfanges gibt es von Till Lohmeyer und Ute Künkele, und in der nächsthöheren Klasse hinsichtlich der Artenzahl spielen dann z.B. Pareys Buch der Pilze von Marcel Bon oder "Der große Kosmos-Pilzführer" von Laux. Später ergänzen dann mehrbändige Werke und Monographien, die nur eine einzelne Gattung behandeln, die Bibliothek....:D
Geh in eine gute Buchhandlung oder Bibliothek, dann siehst Du, was Dir zusagt...

Und am einfachsten lernt nicht aus Pilzbüchern alleine, sondern wenn man sich an Pilzwanderungen unter kundiger Leitung beteiligt, wie sie z.B. von Volkshochschulen, Naturschutzverbänden und geprüften Pilzberatern angeboten werden.

mfg
Martin H.

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Re: Pilzliteratur für Einsteiger

Alis ⌂, (vor 5106 Tagen) @ Rudi

ein- (viel)leicht veralteter, aber noch gültiger Artikel dazu von meiner
pilzseite: http://pilzseite.de/Rundbriefe/RB006_Pilzbuecher_1.html

Hallo Rudi,

der Link ganz unten auf der genannten Seite stimmt nicht mehr.

Gruß Alis

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Re: Pilzbestimmung - hoch giftig?

Schirmling88, (vor 5105 Tagen) @ Lilly

Hallo liebe Pilzsammler!
Gestern war ich im Waldstück hinter unserem Haus unterwegs und musste
feststellen, das der komplette Wald voller Pilze ist. Nun ist nur die
Frage - um was für pilze handelt was sich dabei?
Ich hab ein paar davon mit nach Haus genommen und fotografiert.
Ich bin leider sehr unerfahren was Pilze angeht, bin aber gerade dabei mich
dafür zu interessieren... deswegen bräuchte ich eure Hilfe :)
Beim vorherigen googlen bin ich auf den Gifthäubling gestoßen, handelt es
sich dabei eventuell um diesen?
http://de.wikipedia.org/wiki/Gifth %C3%A4ubling
ansonsten - hier erstmal Bilder :) die farbe ist so intensiv wie auf dem
zweiten bild.
Danke schonmal!
(Und wo wir grad dabei sind - habt ihr vielleicht eine Empfehlung für ein
Pilzbuch für Anfänger? Danke :))
http://www.fotos-hochladen.net/uploads/1352129850068rsate9dc37.jpg
http://www.fotos-hochladen.net/uploads/1352129312427r98te2ohln.jpg

Hallo,

bei mir kommen die als Milchlinge an. Die brüchige Konsistenz würde auch dafür sprechen. Ansonsten ist alles gesagt.

Viele Grüße

Michael

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Re: Pilzbestimmung - hoch giftig?

haseneier, (vor 5105 Tagen) @ Schirmling88

Hallo,
bei mir kommen die als Milchlinge an. Die brüchige Konsistenz würde auch
dafür sprechen. Ansonsten ist alles gesagt.
Viele Grüße
Michael

Hallo Michael,

jo, beim zweiten Bild habe ich auch evtl. an was mit Milch gedacht. Ist halt schwer anzusprechen, wenn da so ein Haufen von Pilztrümmern unter der Glühbirne liegt und man nur dieses Bild sieht.

lg
Martin

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Frage

zuehli ⌂, (vor 5105 Tagen) @ Lilly

Liebe Lilly,

warum pflückst Du soviele Fruchtkörper von denen Du noch meinst, dass sie giftig seien? Was macht das für einen Sinn?
Bevor Du anfängst Pilze zu Speisezwecken zu sammeln, beschäftige Dich bitte erst mit den Grundlagen der Pilzbestimmung, ansonsten spielst Du Russisches Roulette.

Ich sehe hier übrigens irgendwelche rotbraunen Milchlinge, derer es eine ganze Reihe gibt.

Wohlgemeinte Grüße
Harald

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Re: Frage

haseneier, (vor 5105 Tagen) @ zuehli

"Liebe Lilly,
warum pflückst Du soviele Fruchtkörper von denen Du noch meinst, dass sie
giftig seien? Was macht das für einen Sinn?

(...)

Wohlgemeinte Grüße
Harald "

Hallo Harald

Wenn man so einen Tisch voll vermeintlicher Gifthäublinge zusammenrafft, ist die Sinnfrage schon fast beantwortet und es bleibt nur noch zu fragen, ob der Göttergatte oder die böse Schwiegermutter Pilze serviert bekommt. (Achtung das war jetzt wieder meine ganz pöhse Ironie, bitte nicht zu ernstnehmen) Und Lilly ist vermutlich erst nach der Ernte ins Inter-Netz gegangen und auf den Gifthäubling gestossen.

Wollen wir doch wenigstens hoffen, gell Harald.

Und daß man von einem unbekannten Pilz fürs Foto und die Bestimmung höchstens 2 oder 3 Exemplare braucht (meinetwegen auch 5, wenn die Art sehr variabel ausfällt) und nicht einen Sack voll, ist auch meine Überzeugung.
Da erinnere ich mich gerade an einen Anruf den ich vor 20 Jahren bekommen habe, als mich jemand unbekannterweise am Telefon bat, einen großzügigen Beitrag zur Einsammlung von 100 Kg Grünem Knollenblätterpilz zu leisten. Es soll um eine toxikologische Analyse gegangen sein. :) Wird schon gestimmt haben, zum Glück wuchsen damals in mener Gegend keine und ich war der Mühe weiterer Nachforschungen über die Seriosität des Anrufers enthoben.

back to topic:
Lilly, lebst Du noch?

lg
Martin

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Re: Pilzbestimmung - hoch giftig?

Karsten, (vor 5105 Tagen) @ Lilly

Hallo Lilly,

das wichtigste wurde schon von meinen Vorrednern erwähnt. Hinzufügen würde ich noch, dass du die Sache systematischer angehen solltest. Pilze fotografieren und dann mühselig das Internet nach ähnlich aussehenden Pilzen durchsuchen ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch sehr ineffizient.

Versuche dich zuerst mit ein paar Pilzgattungen und deren Charakteristiken bekannt zu machen. Dann dauert es auch nicht lange, bis du bei unbekannten Pilzen immerhin schon die "Familie" erkennst (oder zumindest diverse Gattungen direkt ausschließen kannst). Somit sollte deine nachfolgende Suche erheblich schneller ablaufen.

Sollte dein Hauptinteresse bei essbaren Pilzen liegen, würde ich dir Vorschlagen am Anfang der nächsten Pilzsaison einfach mal mit Röhrlingen anzufangen. Sie sind sehr häufig, leicht zu erkennen und überwiegend essbar. Ein bisschen lesebedarf besteht natürlich schon noch, aber das bekommt man schnell hin.

Was das fotografieren von unbekannten Pilzen angeht: Fotografiere lieber 1-3 Exemplare in Nahaufnahme anstatt einen Tisch voll. Und Am besten so, dass die primären Merkmale (Ober/Unterseite, Stiel) gut zu erkennen sind. Ebenso hilfreich ist es, die Fotos bei Tageslicht zu fotografieren, damit die Farbe des Pilzes auf dem Foto auch gut zu erkennen ist.

Weiterhin ist es bei der Bestimmungshilfe sehr hilfreich, die genauere Umgebung des gefundenen Pilzes zu umschreiben (auf Moos, im Garten, unter Eichen, neben Birke, auf Rotbuchenstamm, etc.)

Viele Grüße
Karsten