Entoloma porphyrophaeum, oder? *PIC*

haseneier, (vor 5105 Tagen)

Guten Morgen!

Ich sitze hier die ganze Nacht und arbeite Restpilze dieser Supersaison auf, z.T. mit Semmelknödeln (gestern nochmal satt Pfifferlinge gefunden), z.T. auf dem Dörrex, z.T. mit Pinsel, in diesem Fall ist leider nur ein Foto übrig, dem ich versuche, mit Erinnerung, inet und Büchern auf die Schliche zu kommen.

Gefunden Ende Oktober auf einer Saftlingswiese (Himmelreich), keine Bäume in der Nähe, 400 Meter NN, magere Weide mit gelegentlichem Schafsbesuch.

Schwer zu beschreiben, der Pilz hatte etwas auffällig Unauffälliges, dabei sehr Attraktives in Form und Farbe:
- Die hell-dunkel-faserige Struktur und die Form mit kleinem Kegel in der Hutmitte, beides ähnlich wie beim stahlblauen Rötling (aber deutlich größer als dieser), und ohne Stahlblau halt.
- ein sehr spezielles, gedecktes und doch unvergleichliches Graubraun mit einem dezenten Stich ins Rötlichlilane.
- eine relativ stattliche Gestalt, Durchmesser knapp 10 cm, Höhe ebenso.

Leider bin ich im Saftlingsfieber nicht dazugekommen ihn mitzunehmen oder an Ort und Stelle detaillierter zu untersuchen oder Notizen zu machen.

Ich weiß es ist vermessen, bei Rötlingen um makroskopische Fern-Diagnosen zu bitten. Trotzdem: meint Ihr, das könnte hinkommen mit Entoloma porphyrophaeaum (ohne Gewähr)? Bzw. was käme da sonst noch so in Frage. Ich freu mich über jeden Hinweis, *auch wenn es in Richtung Horngrauer Rübling oder schwärzlicher Weichritterling geht...* Die Sternchen verwende ich jetzt einfach mal für Ironie

lg
Martin H

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Re: Entoloma porphyrophaeum, oder?

Pilzgrufti, (vor 5105 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin,

Deine Bestimmung ist o.k.

Gruß Gerhard

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Re: Entoloma porphyrophaeum, oder?

haseneier, (vor 5105 Tagen) @ Pilzgrufti

Das ist schon mehr als erhofft, Danke Gerhard!

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Eine andere graue Eminenz im Himmelreich *PIC*

haseneier, (vor 5104 Tagen) @ haseneier

Guten Abend

Hier noch so eine graue Rarität von der Saftlingswiese, in diesem Spätherbst schon wiederholt gefunden, zuerst im Himmelreich.

Wie beurteilt Ihr meine Vermutung "Porpoloma metapodium, Schwärzender Wiesenritterling" ?

Ist ja recht schwierig, den zu bestimmen bzw. überhaupt mal zu finden, weil kaum ein anderer Pilz dieser Größe und Deutlichkeit in der Standardliteratur so stiefmütterlich behandelt wird. Als wäre es verboten, den detailliert mit Bild zu beschreiben. Dabei lebt er doch nicht wirklich im Untergrund (hypogäisch), sondern höchstens ein bißchen in Grasbüscheln versteckt. Im Krieglsteinerschen Verbreitungsatlas nur eine Hand voll Fundangaben für Deutschland, in anderen Ländern auch sehr selten....

Daß es außer metapodium und pes-caprae noch weitere Porpolümmel geben soll, deutet in meiner (leicht veralteten) Bestimmungsbibliothek nur Moser an, ohne allzusehr ins Anschauliche zu gehen.

Hat jemand einen guten Link zu Porpoloma?
Kommt noch was ganz anderes in Frage, ein wiesenbewohnender Normalritterling z.B.?

Das gezeigte Exemplar wuchs zu zweit. Der Geruch war intensiv mehlös , eher auf die unangenehme Art, nicht Rißpilz-spermatisch. Angeknabbert hab ich ihn nicht. Fleisch fest, v.a. Hutrand und Lamellen mit rötlichen Nuancen, etwas fleckig, auf Druck bzw. Verletzung stärker rötend, erst später bzw beim Verwelken schwärzend, aber nicht so kohlschwarz wie Hygrocybe conica, eher so ein schwarzbraun.
Durchmesser 5-12 cm, kräftiger Ritterlingshabitus, jung halbkugelig, etwas eingerollt, alt ausgebreitet bis flach. Kräftiger dunkel faserschuppiger Stiel (10-20mm x 5-8 cm). Stiel zur Basis schmäler.
Alle 5 Exemplare meines zweiten Fundes (heute) hatten auf der Huthaut anliegende, sehr feine radial ausgerichtete dunklere spitze Schüppchen, vor allem in der Hutmitte, zur Peripherie hin kleiner, blasser werdend und am Rand praktisch nicht vorhanden.
Leider hab ich immer noch kein Mikroskop und mikroskopiere nicht selbst, obwohl ich das immer öfter sinnvoll fände.

Außer Eurer Meinung zur Diagnose interessiert mich auch, was Ihr für den Grund haltet, daß dieser Pilz so geheim ist. *Der törnt doch nicht etwa oder macht subversiv??*

lg
Martin

PS:
Der Pilz ist nicht am Origionalstandort, sondern auf meiner Gartensaftlingswiese fotografiert, und zwar nach 2 Tagen, deshalb sind die Schwärzungen auch rel. ausgeprägt.
Der gelbe Fleck am Stiel ist wohl kein Artmerkmal, dieser Porpo hatte anscheinend beim Warten auf den Fototermin eine Hygrocybe ceracea geknutscht. Sein Pärchen hatte ich ja im Himmelreich zurückgelassen, also war die Gelegenheit günstig.

PS2:
Es bleibt geheimnisvoll: Solange hab ich noch nie nach einem Foto gesucht, mehrmals nacheinander. Immer wenn ich es hochladen wollte, war es wieder aus der Miniaturenseite weg. Und das Foto von heute ist komplett untergetaucht.

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Re: Eine andere graue Eminenz im Himmelreich

Gabriele, (vor 5103 Tagen) @ haseneier

Hallo,
ich bin dafür.
Ich habe den allerdings nur einmal im Pilzkurs bei Andreas Gminder gesehen.
Andreas ist sicherlich (auch) da ein komptetenter Ansprechpartner.

Und Rudi Markones hat den auch in einem seiner Exkursionsgebiete.
LG
Gabriele

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Re: Eine andere graue Eminenz im Himmelreich *PIC*

Rudi, (vor 5103 Tagen) @ haseneier

Servus Martin,

Passt schon.
Der Graue wird wohl deshalb nicht gezeigt, weil er nicht auf jeder dahergelaufenen Saftlingswiese wohnt.
Nicht einmal auf der Blödwiese hab ich ihn bisher gefunden (dafür 2 andere Porpolomen)- aber das kann sich ja schon am Wochenende ändern.
Auch an meinem bisherigen Fundort war er gestern nicht anzutreffen.
Macht nix.
Dafür gabs was anderes kleines feines:
Die Steppenkoralle, Ramaria roellinii

LG Rudi

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Re: Knutschende Porpol-Oma in flagranti *PIC*

haseneier, (vor 5103 Tagen) @ Rudi

Danke Gabriele und Rudi für Eure Meinungen

Ui schöner Korallen-Fund. Woran man die erkennt, erzählst Du am Wochenende? Ich fiebere der Blödwiese entgegen. Die neu entdeckte Passauer Saftlingswiese (mit derzeit mindestens 5 Porpoloma metapodium-Paaren und 10+ Hygrocybe-Arten (auf nur ca 20x50 Metern) taufe ich wegen des Fehlens schmackhafter Röhrlinge, in Anlehnung an die Blödwiese und einen nahegelegenen Weiler fürs erste Ödwiese ;)
Beim heutigen Besuch der Ödwiese haben wir die noch sehr knackige Oma Porpol tatsächlich in flagranti beim Fremdknutschen erwischt, obwohl ihr Porpol-Opa in Sichtweite stand. Kennt jemand den kleinen Gelben? Er war oben glitschig, aber am Fuß fast trocken. Und sie standen schon so da, als wir ankamen, romantisch und ein wenig schamlos unter ihrem Glücksklee; nicht, daß ihr denkt, wir hätten da was arrangiert fürs Foto. Der Fotograf kann es bezeugen:
Ingo Zahlheimer, der übrigens mit seinen 16 Jahren schon einige Naturfotopreise abgeräumt hat.

lg
Martin

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Re: Knutschende Porpol-Oma in flagranti

Rudi, (vor 5103 Tagen) @ haseneier

Servus Martin,

Da bin ja schon ziemlich neidisch auf deine Familie Porpol!
Den Seitensprung solltest du mal auf H. ceracea überprüfen...

Bis morgen
LG Rudi

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Re: und dazu eine süße Melodei... *PIC*

haseneier, (vor 5103 Tagen) @ Rudi

....gespielt auf dem Clavulino: für den ebenfalls gehörnten Opa. Klebrig war das Chorällchen aber selbstverständlich nicht.

Das ist doch Clavulinopsis corniculata? Die recht stumpfen Enden der Hörner irritieren mich ein wenig.

Ja Rudi, ich halte den Chinesen-Lover auch für ceracea, genannt Wax Wax aber beim Auseinanderhalten der kleinen Gelben bricht sich immer mal wieder Verunsicherung Bahn bei mir, da hoffe ich auf die anstehende Schulung :D

Hier startet gerade eine Nachwuchswelle von kleinen gelben, orangen und roten, daß es nur so eine Freude ist. Dabei hatte es nach den leichten Frösten vor 10 Tagen so ausgeschaut, als wäre es für chlorophana, ceracea und ähnliche vorbei.

Foto: Ingo Zahlheimer

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