Novemberritterlinge *PIC*

Irrlicht, (vor 5103 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde.
Am Wochendene 3./4.11. hatte ich mich auf den Weg gemacht, um für mich neue Tricholoma Arten zu suchen. Verschiedenen Orts wurde ich fündig, allerdings ist mir die Bestimmung mangels Kenntnis nicht gelungen.
Ich bin also für jede Hilfe und jeden Tipp bei der Bestimmung der folgenden 3 (recht ähnlichen) Kollektionen dankbar.

VG
Irrlicht

Zunächst sei noch bemerkt, dass viele Pilze schon recht frostgeschädigt waren, inwiefern das auf die gesuchten Ritterlinge Auswirkungen hatte, vermag ich nicht zu sagen.

1.
Ort: Arme, sandige Kieferngesellschaft (mit allerlei Caldonia, Grünlingen, Hautköpfen); Waldrand
Zeit: 3.11
Mykorrhizapartner: Kiefer
Geruch: mehl
Geschmack: mehlig bis ein Hauch bitterlich (bei älteren FK)
Größe: recht stattlich, kräftig Hutdurchmesser 70mm bis über 100mm

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Die Hüte waren m. E. nicht irgendwie schuppig sondern hatten diese ausgeprägte radiäre dunkle Faserung.
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2.
Ort: Kiefernwaldrand, recht trocken (mit kleinem Habichtskraut, Butterpilzen, Russula xerampelina, Cladonia)
Zeit: 4.11
Mykorrhizapartner: Kiefer
Geruch: mehl
Geschmack: mehlig, mild
Größe: klein, zierlich, HutDM: 30-60mm
sonstiges: alle etwas spitzhütig

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3.
Ort: Kiefernwaldrand, trocken (mit Grünlingen, Butterpilzen, Lactarius deliciosus)
Zeit: 4.11
Mykorrhizapartner: Kiefer
Geruch: mehl
Geschmack: mehlig bis ein Hauch bitterlich (bei älteren FK)
Größe: klein bis mittelgroß, HutDM: 40-80mm
sonstiges: die FK die ich fand waren hohlstielig

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Die Lamellen verfärbten sich bei Belastung schmutzig rötlich.

Für 2. und 3. finde ich T. stans ganz passend. Bei 1. habe ich gar keine Ahnung.

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Re: Novemberritterlinge

Stephan Weißer, (vor 5103 Tagen) @ Irrlicht

Ich finde bei Nr. 1 und Nr. 3 die Optik sehr passend für T. stans. Nun gut, Nr. 1 ist schon ziemlich groß, aber warum sollte das nicht auch mal möglich sein. Nicht gut passt für T. stans dagegen der Geschmack, T. stans sollte deutlich bitter sein.

Nr. 2 sieht optisch nicht wie T. stans aus. Den starken Hutbuckel und den lange eingerollten Hutrand kenne ich von T. stans nicht. Auch ist das Farbenspiel auf dem buckligen Hut nicht passend, das kommt ziemlich gelbbraun rüber, T. stans hat aber ein violettes Braun.

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Re: Novemberritterlinge *PIC*

Ingo, (vor 5102 Tagen) @ Irrlicht

Hallo Namenloser,

Willkommen im Pilzepilze Forum! Vielleicht stellst du dich hier kurz mal vor. Möglicherweise bist du ja ein Berufs-Mykologe,
der seine Funde mit dem Non plus Ultra nicht geschlüsselt bekommt. Nein - Spass beiseite. ;-))
Wichtig wäre es unter anderem zu erfahren, wo du die Funde gemacht hast, vor allem auch in welcher Höhe.
Dass die im sauren Kiefernwald standen, könnte man an den Begleitpilzen erahnen.

Nur kurz zu deinen Funden:

Nummer 2 und 3 sind meiner Meinung nach korrekt sortiert. Egal, ob spitze Hüte oder variable Brauntöne.
Eventuell sollte man den Geschmack für die Bestimmung brauner Ritterlinge mal beiseite lassen.
Leicht bitter...Huthaut langsam bitter - sonst mild - vermutlich vollkommen irre führend.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass fast alle mehlig riechende Ritterlinge mild bis sehr bitter schmecken können.
Bestes Beispiel - Pappelritterling. Ausnahme - Grünling.

Die Pilze im ersten Bild sehen auf den ersten Blick aus, wie die anderen, nur dass diese weitaus kompakter (größer) sind.
Den Hauptunterschied kann man in deinem Bild deutlich erkennen: trotz striater Hds sind rinnige Hutränder zu sehen.
Daher ist es kein Stans sondern ....???
Tja - da haben wir das Problem. Die Art ist mit Schlüsseln aus dem europäischen Gebiet nicht erreichbar.

Im Anhang nochmal das Bild, was ich vor einigen Tagen eingestellt hatte. Vielleicht kommen sie dir bekannt vor.

Grüßlis Ingo

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Re: Novemberritterlinge *PIC*

Irrlicht, (vor 5102 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo und Stephan,

Danke erstmal für eure Meinungen!

Nunja so ganz neu bin ich nicht aber auch nicht bekannt sicherlich.
Der Account ist neu wegen Problemen mit dem Alten.
Mein Name ist Konrad und ich bin kein Berufsmykologe. Auf dem Wege zum Hobbymykologen vllt? Aber immerhin Jungbiologe.

Also alle Funde stammen aus West-Mecklenburg, d.h. Höhe Höhe +/- 0
Und ja, bei allen Standorten müsste es sich um saure (jedenfalls nicht kalkhaltige) Kiefernwaldränder handeln.
2. und 3. sind m.E. in analogen Bitopen gewachsen
Bei 1. Besteht insofern ein Unterschied als dass der Fundort besonders nährstoffarm und m.E. nahe am natürlichen Flechten-Kiefernwald
(Das Gebiet ist teils Calluna Heide und teils Kiefernwald) ist.

2. und 3. kann man also als T. stans ansprechen?

Und was machen wir nun mit 1.?
Was mir aufgefallen war, waren noch diese grobschuppigen Abschnitte am Stiel (an mehreren FK aber nicht an allen)...
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Hm, auch aufgefallen ist mir, dass sie sich als Erdschieber betätigt haben, dh mit geöffnetem Schirm aus der Erde brachen...

Bekannt? In Bezug auf meine? geht so.. :)

Ich bin Übrigens Dankbar für jeden Tipp zum Bestimmen (in diesem Fall brauner Ritterlinge). Habe ich irgendetwas vergessen?

VG
Konrad

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Re: Novemberritterlinge

Ingo, (vor 5101 Tagen) @ Irrlicht

Hallo Konrad,

mit den braunen Ritterlingen hast du dir eine nette Aufgabe ausgesucht.
Das Problem in dieser Sektion besteht meist darin, dass einzelne Arten
sehr rar sind. Da hilft es nur weiter, die wenigen Spots weiter zu
beobachten. Ich habe auch erst 2006 damit begonnen. Mein Archiv sammelt
sich aber langsam. Ich schätze mal, dass wir in spätestens 10 Jahren in der
Lage sein werden, eine verlässliche Bestimmung vorzunehmen.

Demnächst wird es vor allem wichtig sein, Proben für die Sequenzierung einzusammeln.
In der Gendatenbank sind die meisten in Frage kommenden Arten schon irgendwo erfasst.
Wie schon geschrieben, deine Nummer 1 ist nicht schlüsselbar, genauso wenig wie
die von mir gezeigte Kollektion.
Es scheinen übergroße T. stans zu sein, welche aber am Hutrand niemals riefen dürfen.
T. batschii ohne Pseudoringzone passt vielleicht auch, obwohl viel zu striat.
Außerdem fehlt dafür der Kalk im Boden.

Am schönsten wäre es, wenn Espen in bis zu 10 Kilometer Entfernung stünden.
Dann würde es sich todsicher um den Pappelritterling handeln. ;o)))
Den Unterschied zwischen Pappeln und Zitterpappeln können wir da getrost übersehen.
Auch, wenn die Teile genau auf einer Kiefernwurzel fruktizieren.
Wenn es dir weiter hilft - schaue mal in google Bilder nach Tricholoma muricatum.
Du wirst velleicht überrascht sein!

Grüßlis Ingo

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Re: Novemberritterlinge

Irrlicht, (vor 5100 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Auf jeden Fall eine, wie ich finde, interessante Thematik. Und schöne Pilze.

Ich denke ich werde dann vllt. auch einfach in Zukunft möglichst genaue Dokumentationen durchführen (Ich habe zumindest den Eindruck, dass in meiner Gegend allerhand braune Ritterlinge nicht so selten sind).

VG
Konrad