Re: Pseudoclitocybe obbata *PIC*

Birgit, (vor 5089 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

hat jemand schon mal eine "echte" Pseudoclitocybe obbata
gefunden, also so wie sie mit dem Bestimmungswerk von GRÖGER geschlüsselt
werden kann?

Nein, meines Wissens nach nicht, weil bis zu deinem Beitrag wußte ich nichts von dessen Existenz.

Aber darf ich dich ein bißchen verwirren? ;-) Natürlich nur in der Hoffnung, dass du vielleicht was Erhellendes dazu beitragen kannst. Ich hab einige Funde von meiner Meinung nach P. cyathiformis gemacht, die im Nachhinein vielleicht doch nicht so eindeutig waren.

Hier mal ein paar Bilder.

Ein Fund von 2010, Hut komplett ungestreift, aber hygrophan. Sieht eigentlich auch recht dickfleischig aus. Fundort war am Waldrand neben einem geschotterten Parkplatz.

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Der nächste Fund stammt aus dem Jahr 2002 von einem Wegrand in einem anderen Wald. Auch hier haben wir wieder einen ungestreiften Hut.

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Zur gleichen Zeit wuchsen diese merkwürdigen Gesellen etwa 100m weiter, aber im Wald selber:

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Wir dachten wegen des genabelten Huts zuerst an eine Rötling, aber die wenigen vorhanden Sporen waren nicht eckig. Es wird wohl doch ein Gabeltrichterling gewesen sein, die Sporengröße und Form passte dazu. Hier ist ja wenigstens der Hut radialfaserig gestreift.

Die ersten beiden gezeigten Pilze könnten ja evtl. sowas wie P. obbata sein, allerdings habe ich die nicht mikroskopiert, für mich waren das normale P. cyathiformis ;-).

liebe Grüße

Birgit

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Re: Pseudoclitocybe obbata

Der Juergen, (vor 5089 Tagen) @ Birgit

Liebe Birgit,

ich halte Deine Gabel- oder Scheintrichterlinge für astreine P. cyathiformis. Lies mal die sehr guten makroskopischen Beschreibungen bei LUDWIG; Lamellenansatz konvex bogig, Stiel mit Anastomosen, kleiner Hut/Stiel-Index ... passt alles. Zu Deinen merkwürdigen Gesellen möchte ich lieber nichts sagen, nur soviel, dass Du deinen Umgang mal überdenken könntest *g* .. es gibt doch soo schöne, einfach zu bestimmende Pilze überall ... rote, mit weißen Punkten drauf, uns so

Grüßle
Jürgen

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Re: Pseudoclitocybe obbata

Birgit, (vor 5089 Tagen) @ Der Juergen

Lieber Jürgen,

ich halte Deine Gabel- oder Scheintrichterlinge für astreine P. cyathiformis.

Ich hab zuerst mal GRÖGER gelesen und der hat mich dann ein bißchen auf die falsche Spur gelotst, weil die Riefung des Huts dort auch ein unterscheidendes Merkmal ist. Beim (inzwischen nachgelesenen) LUDWIG wird dann der Riefung wohl keine entscheidende Rolle zugebilligt. Da steht aber auch, dass der Hut ohne Zonenbildung aufhellt, was bei meinen Pilzen so nicht stimmt oder ich versteh da was bei LUDWIG falsch.

Lies mal die sehr guten makroskopischen Beschreibungen bei LUDWIG;
Lamellenansatz konvex bogig, Stiel mit Anastomosen, kleiner
Hut/Stiel-Index ... passt alles.

Danke, das hab ich jetzt verstanden, das betrifft aber doch wohl nur den Unterschied zwischen P. cyathifromis/expallens. An P. expallens hatte ich bei meinen Pilzen gar nicht gedacht.

Zu Deinen merkwürdigen Gesellen möchte
ich lieber nichts sagen, nur soviel, dass Du deinen Umgang mal überdenken
könntest *g* ..

Du hast Recht, insbesondere vor den finsteren Gesellen im "Wilden Westen" sollte frau sich hüten ;-).

es gibt doch soo schöne, einfach zu bestimmende Pilze
überall ... rote, mit weißen Punkten drauf, uns so

Danke für die realistische Einschätzung meiner Bestimmungsfähigkeiten ;-).

erheiterte Grüße

Birgit

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Re: Pseudoclitocybe obbata

Der Juergen, (vor 5087 Tagen) @ Birgit

Liebe Birgit,

hier mal ein Portrait von Ps. expallens:

http://forum.dgfm-ev.de/board1-offener-bereich/board2-expertenforum-mykologie-mycologic...

Danke für die realistische Einschätzung meiner Bestimmungsfähigkeiten ;-).

Ich schätze Dein diagnostisches Gespür viel höher ein, als meines. Kannst Du Dich noch an den Kerl erinnern, der einen netzstieligen Hexenröhrling für einen flockenstieligen hielt? *g*

Grüßle
Jürgen

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Re: Pseudoclitocybe obbata

Birgit, (vor 5086 Tagen) @ Der Juergen

Lieber Jürgen

hier mal ein Portrait von Ps. expallens:
http://forum.dgfm-ev.de/board1-offener-bereich/board2-expertenforum-mykologie-mycologic...

Danke, wie immer ein schönes Portrait und in typischer Form nicht wirklich mit P. cyathiformis zu verwechseln. Eigentlich müßts den hier auch auf der Heide geben, ist ja praktisch in Laufweite, aber ich kann mich noch nicht wirklich zu den Wiesenpilzen aufraffen und schau da höchstens sporadisch vorbei. Jetzt ists vermutlich zu spät und ich bin mehr mit anderen Dingen beschäftigt.

Ich schätze Dein diagnostisches Gespür viel höher ein, als meines.

Danke, das ist lieb von Dir und ich glaubs Dir auch, auch wenn ich Deine Auffassung nicht so ganz teilen mag.

Kannst Du
Dich noch an den Kerl erinnern, der einen netzstieligen Hexenröhrling für
einen flockenstieligen hielt? *g*

Nein, den erfindest du jetzt ;-), muß lange her sein (?) (ALzheimer läßt grüßen). War das bei der AMU?

Gute Nacht

Birgit

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Nachtrag: Pseudoclitocybe expallens *PIC*

Birgit, (vor 5086 Tagen) @ Birgit

Ich bin ein Trottel ;-), aber manchmal dauerts halt etwas länger bis der Groschen fällt. Bei uns auf der Pferdekoppel am Haus wachsen nunmehr seit fast vier Wochen Hygrocybe virginea und vor vier Wochen wuchs da auch ein dunkelbrauner Trichterling, den ich mir aber nicht genauer angeguckt habe. Also hab ich heute gleich mal nachgeschaut und tatsächlich wuchs da ein schönes Trüppchen etwas angejahrter Pseudoclitocybe expallens ca. 20 m vom Haus entfernt. Die Wiese ist seit über 20 Jahren weder mit Kunstdünger noch Gülle gedüngt und das Gebiet gehörte wahrscheinlich sehr viel früher mal zur (kalkreichen) Lechheide. Organischen Dünger verträgt P. expallens anscheinend, denn die Pilze standen teils direkt neben alten Pferdeäpfeln an einer sonst sehr mageren Stelle. Die Sporen passen auch zu P. expallens, die Lamellen laufen gerader hinab als bei P. cyathiformis, obwohl es auch bogige Lamellenansätze gibt. Die Amyloidität der Sporen zu sehen fand ich schwierig, das glückte mir erst, nachdem ich das Lamellenquetschpräparat eine Viertelstunde in Melzer eingeweicht hatte und selbst dann war die Amyloidität nur bei 30-40% der Sporen sichtbar.

Danke Jürgen, dass du mich auf die Art aufmerksam gemacht hast.

Anbei noch einige Bilder

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Hier sieht man den "geraden" Lamellenansatz am Stiel und auch ganz gut die Anastomosen zwischen den Lamellen.

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herzliche Grüße

Birgit