Hallo Peter,
da wir nicht wissen, ob Kathrinchen wirklich einen Klumpfuß hatte, oder
einfach nur einen Kropf, oder warum sie sonst als Namenspatronin des
Cortinarius erwählt wurde, weiß mal wieder keine ... - naja, du weißt
schon, das Tierchen mit dem Ringelschwanz.
nun, dies steht klar in der Originaldiagnose (Consiglio in RdM 3/1996, S. 199 f.) nachzulesen: „Haec species meae uxori Catharinae dedicatur“, womit künftigen Generationen biographische Nachforschungen zur Namensklärung erspart bleiben. Der vermutlich und hoffentlich noch unter den Lebenden weilenden Gemahlin des Erstbeschreibers nun außer dem ihr gewidmeten noch einen weiteren Klumpfuß oder Schlimmeres anzudichten, sollten eigentlich die Grundregeln des Anstands verbieten 
Wie schön und erhebend ist es da doch, wenn man zumindest in deutschen Landen
einen Namen findet, der den Pilz so beschreibt, dass man ihn an seinem
Namen erkennen oder zumindest von anderen unterscheiden kann.
Also wenn Du einen solchen Namen möchtest, dann müsste der so in etwa „Gelblicher huthaut-, epikutishyphen- und basaltomentumlaugenpositiver Laubwaldamethystklumpfuߓ heißen
, denn rostfleckig werden ähnliche Arten auch! Ich hätte freilich noch Alternativvorschläge in petto, die sind allerdings kaum handlicher, wenn sie der Forderung, dass der Pilz anhand seines Namens erkennbar oder zumindest unterscheidbar sein soll, genügen sollen. Nun dachte ich eigentlich, die funktionelle Vermischung von Namen und Diagnose sei mit dem Siegeszug der binären Nomenklatur seit über 200 Jahren überwunden.
Im Ernst: Ich glaube wirklich nicht, dass jede Pilzart insbesondere dann, wenn sie ohnehin nur von ausgesprochenen Spezialisten erkannt werden kann und auch ansonsten im Vergleich mit anderen keinen besonderen Einfluss auf unser oder vieler anderer Leute tägliches Leben hat, einen deutschen Namen braucht. Wer will sich denn etwa hinsetzen und sich deutsche Namen für Tausende und Abertausende Ascos ausdenken, deren Apo/Peri/Pseudo/Kleisto- und wasichnochallesvergessenhab-thecien im Durchmesser unter 1 mm bleiben. Und wenn die einen ja und die anderen nein, wie will man da eine Grenze ziehen. Wichtiger als bei solchen Exponaten auf einer Pilzausstellung den deutschen Namen bis auf Artebene herunterzubrechen, wären m.E. vielleicht einige Erläuterungen zur Ökologie, ihre mögliche Zeigerfunktion usw., die man dann im hier behandelten Beispiel auch für so ziemlich alle „Laubwaldamethystklumpfüße“ generalisieren kann.
Der Einfachheit halber (ich brauche Eselsbrücken!) würde ich Cortinarius catharinae bei einer Ausstellung wohl einfach mit „Cat(h)arinas Amethystklumpfuߓ etikettieren. Die Frage, ob Cat(h)arina mit oder ohne h, müsste freilich wieder in einem eigenen philologischen Exkurs geklärt werden (ich meine ohne „h“).
Freilich kann und will ich dem von Christian verwendeten Namen seinen Charme nicht absprechen.
Und zum Abschluss dieses (nicht in allen Punkten ganz ernst gemeinten) Beitrags noch eine visuelle Unterstützung.
Viele Grüße, Jesko
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