Re: Weitere Erfassung der Infektionsdynamik

Klaus, (vor 4994 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

in Kürze: Margret Barr (1978) lässt sich nicht weiter darüber aus, warum sie in dieser Arbeit H. kickxii West. 1852 zur var. von H. berkeleyi umkombiniert, was sich ja offenbar (siehe IF) bis heute gehalten hat. Sie gibt lediglich als Unterschied zur var. berkeleyi an: „...four-spored asci and five-septate ascospores, 55-72 x 22-27µm.“ Makroskopisch offenbar keine Unterschiede. Anders als bei H. corticale (Schwein.) Barr (im IF als H. corticalis), der dritten Hapalocystis-Art an Platanenästen: ...“more strongly developed stromatic disc surrounding the fused beaks, and larger, three septate ascospores, (35) 51-70 x 13-20 µm, with appendages 9-24 µm long, 4,5-6 µm wide.” Möglicherweise aber eine amerikanische Art (?). Wird im IF auch in blau geführt.
Soviel auf die Schnelle.
Warum Du bei Arten mit derart beeindruckenden Sporen von nicht "richtigen Pilzen" schreibst, ist mir allerdings schleierhaft. Da kannst Du Dich ja auf die bestimmt wieder bald fruktifizierenden Waldfreund-Rüblinge freuen :-)

Schöne Grüße und viel Erfolg bei der Suche nach H. corticale,
Klaus

Nachdem ich vor rund zehn Tagen auf meinem Samstageinkaufsweg über nicht zu
übersehende dicke Brocken gestolpert war
(Beitrag 231212),
wollte ich nun der neuerlichen Platanenepidemie weiter auf den Grund gehen
und plante dazu eine groß angelegte Kartierungskampagne. 30 cm
Schneematsch und dichtes Schneetreiben am Sonntag ließen freilich alles
andere als das Erreichen des unmittelbar angrenzenden
MTB-Viertelquadranten schlichtweg illusorisch erscheinen. Zielsicher
steuerte ich auf eine Solitärplatane in meinem Lieblingspark zu und packte
zwei herabgefallene Äste ein. Der erste zeigte auch gleich den bereits
bekannten Befall mit Hapalocystis berkeleyi var. kickxii. Doch beim
zweiten, welch eine Überraschung, kam dann die echte Hapalocystis
berkeleyi zum Vorschein.
Die Asci sind achtsporig (viersporig bei var. kickxii), die Sporen weisen
zwei, seltener drei Distosepta (meist fünf bei var. kickxii) und kurze,
breite, abgestumpfte Anhängsel (lange, schmale, spitz zulaufende Anhängsel
bei var. kickxii) auf. Stellt sich jetzt wirklich die Frage, warum die
beiden Sippen in ein Varietätenverhältnis gestellt wurden. Vielleicht hat
ja jemand für mich den betreffenden Artikel von Frau Barr (1978?), der mir
diese Frage beantworten könnte...
Mann, Mann, Mann – hoffentlich gibt’s bald wieder richtige Pilze!

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